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FreiherrZuButterberg ...
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...   Erstellt am 15.07.2012 - 23:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ja, hab sie letztens auch mal gesehen. Schönes Ding! Und der Akzent der Bayern ist wie immer herrlich (ich muss als ambitionierter Plattdeutschsprecher neidlos anerkennen, dass sie da unten einen ziemlich genialen Zungenschlag haben ). Eine der besten Folgen der Serie, auch wenn Derrick erst in Minute 33 seinen ersten Auftritt hat.





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Харри, нам нужен автомобиль, давай!
(russ. Harry, wir brauchen den Wagen, sofort!)

ross 
Inspektor
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...   Erstellt am 01.09.2012 - 14:10Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Diese Folge handelt von einem Bankraub mit Todesfolge, aber anders als üblich. Während der Banküberfall selbst ohne Komplikationen oder leibliche Verletzungen über die Bühne geht, gerät die anschließende Flucht des Räubers mit Landpartie zu einem Verlustgeschäft, da sowohl Täter als auch Beute verlustig gehen.

Um deren Auffindung zu beschleunigen, müssen Derrick und Harry ihr Büro und die Münchner Kernstadt verlassen und ebenfalls zum Landausflug aufsbrechen. Und dabei dreht vor allem Derrick in bester 70er-Jahre-Manier auf und mischt verhör- und ermittlungstechnisch die Landbevölkerung, ähnlich wie z.B. in "Der Mann aus Portofino", ordentlich auf. Hier tritt also nach vielen Jahren mal wieder der ursprüngliche, als raue Ermittlerfigur erdachte Derrick zutage.

Neben Derrick selbst weist die Folge an vielen anderen Stellen Pluspunkte auf: Eine schnörkellose, fesselnde Story, eine sehr dynamische, teilweise Road-Movie-geartete Inszenierung, welche den Spannungsbogen kontinuierlich hoch hält, das alles untermalt von stimmiger Musik, bei der Regisseur Becker mal wieder ohne Derrick-Komponisten auskommt und stattdessen vorwiegend Pink Floyd zum Einsatz bringt.

So gehört die Folge aufgrund ihrer besonderen Unverwechselbarkeit zu denjenigen Derrick-Episoden, die sich beim Zuseher in der Regel bereits nach einmaligem Ansehen in bleibende Erinnerung rufen. Hierzu tragen auch die Szenen bei, in denen sich der Dorfstammtisch nebst Wirt mehr und mehr zum Gruselkabinett mausert. Top-Sequenz in dieser Hinsicht für mich die Geldverteilungsszene, als die Ländler Monopoly-Zahltag spielen, allerdings mit echter Kohle.

Die Gastdarsteller tragen ihren Teil zum Gelingen der Folge bei, allen voran die beiden Ur-Bajuwaren Wolfgang Fierek und Michael Fitz in ihrem jeweils einzigen Derrick-Einsatz. Während Fierek für die gepflegten Biker-Szenen vermutlich keinen Stuntman benötigte, gibts auch bei Fitz darstellerisch nichts auszusetzen, lediglich frisurentechnisch war damals noch Luft nach oben.

Neben den beiden können sich zahlreiche Derrick-erprobte Darsteller wie Svenja Pages, Gerd Baltus, Karl Renar, Toni Berger und Martin Semmelrogge gut in Szene setzen.

Fazit: Die Folge lässt keine Wünsche offen und nimmt daher in meiner "All-Time-Derrick Top 10" einen festen Platz ein.





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"Ironisch bin ich selber" (Derrick zu Berger in "Tod des Trompeters")

Olaf19 ...
Inspektor-Anwärter
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...   Erstellt am 01.09.2012 - 22:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


ross schrieb
    das alles untermalt von stimmiger Musik, bei der Regisseur Becker mal wieder ohne Derrick-Komponisten auskommt und stattdessen vorwiegend Pink Floyd zum Einsatz bringt.

Bei der Musikauswahl hat Becker in der Tat auch diesmal wieder eine glückliche Hand bewiesen. Während die klangliche Untermalung insgesamt sehr rock-lastig ausfällt, wählt Becker für die Szene mit dem toten Motorrad-Räuber im Wald etwas völlig anderes, nämlich die Einleitung zu Anton Bruckners 4. Sinfonie Es-dur, genannt "Die Romantische". Es ist, als wollte Becker an dieser Stelle sagen: der vom Jäger zum Gejagten Mutierte findet in der friedvollen Idylle des Waldes seine letzte Ruhe. Später wieder Pink Floyd... und genau diese Kontraste machen die besondere Wirkung aus. Sehr stark!

Auch ich war bei dieser Episode, ähnlich wie kurz darauf in Tod am Waldrand, an die Derricks der 70er erinnert. Zum Beispiel der Beinahe-Running-Gag mit dem Telefon, Derrick in süffisantem Tonfall: "Ach, Sie wollen telefonieren, na dann lassen Sie sich nicht aufhalten". Kurz darauf trifft Derrick beim Angerufenen(!) ein: "Ach, Sie telefonieren auch gerade, hier sind ja alle am Telefonieren" (oder so ähnlich - jedenfalls schimmert deutlich durch, dass Derrick genau registriert, wie nervös-geschäftig die aufgescheuchten Dorfbewohner agieren).

Das Ganze erinnert mich an eine Szene aus Kamillas junger Freund: Derrick interviewt einen Mann im Büro einer Schrottverwertung (o.ä.), erfährt nicht allzu viel, geht schließlich. Kaum ist Derrick draußen, schon greift der Mann entschlossen zum Hörer. Derrick kehrt noch einmal zurück: "Ach, Sie telefonieren, dann haben Sie anscheinend ja doch noch Verbindungen zu Ihren Leuten von früher..." - oder so ähnlich. Kurz darauf ist der Mann übrigens tot

Insgesamt ist Ein merkwürdiger Tag auf dem Lande eine originelle Folge mit hohem Wiedererkennungswert. Für mich übrigens die einzige Episode mit Road-Movie-Charakter, jedenfalls fallen mir spontan keine weiteren ein. Allenfalls der Pilotfilm Die Dienstreise vom Köster-Alten.





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"Holt schon mal den Wagen, ich komm' gleich nach!" (Kommissar Kress in: "Der Anschlag", Folge 167)

Kabeck ...
Ehreninspektor
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...   Erstellt am 24.02.2013 - 11:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Erst mal danke an Olaf für die fachkundige Analyse des Musikeinsatzes. Hier die überarbeitete Fassung meiner Kritik vom 16.4.2004.

Unter Wolfgang Beckers Regie erscheint diese ungewöhnliche, aber im Kern simple Geschichte sehr stimmig. Zwar ist die Handlung um einen Bankräuber, der auf seiner Flucht spurlos verschwindet eigentlich kein Fall für die Mordkommission, doch die Einbindung der Serienprotagonisten wird durch das persönliche Aufsuchen durch die verzweifelte Freundin des Täters überzeugend dargelegt. Bei seinen Ermittlungen spielt Derrick seine gesamten kriminalistischen Raffinessen aus, durch die sich die Verdächtigen zunehmend in die Enge gedrängt fühlen. Wie Derrick stellt sich für den Zuschauer die Frage, was mit dem verschwundenen Bankräuber geschehen ist. Dabei schürt das auffällige Verhalten der Landbewohner die Spannung und verstärkt das Geheimnisvolle, das das Schicksal des Vermissten umgibt. Die Anschuldigung, die mit Derricks offen ausgesprochenem Mordverdacht einhergeht, ist für die Beteiligten schließlich unerträglich. In einer ausführlichen Rückblende wird die Geschichte aufgelöst.

Eine wesentliche Stärke dieser Folge liegt in ihrem Erzählstil. In der Einleitung lernt der Zuschauer nicht nur den Bankräuber, sondern auch eine Seite der Provinzler kennen, was sich dramaturgisch als sehr vorteilhaft erweist, da er die Beteiligten im Vergleich zu Derrick besser einschätzen kann. Während über den Motorradfahrer nur wenig bekannt ist, fällt die Figurenzeichnung der Landbewohner prägnant aus. Dies liegt auch an der typologisch stark kontrastierenden Besetzung der sieben Personen, von der besonders Martin Semmelrogge, Karl Renar und Gerd Baltus herausragen. Mit der zunehmenden räumlichen Konzentration auf das Gasthaus, in dem die Ereignisse ausführlich rekonstruiert werden, zerfällt die Episode in ihrem Gesamteindruck ein wenig in zwei Teile: einen filmisch attraktiven, abwechslungsreichen und einen vom Dialog dominierten, kammerspielartigen. Wolfgang Becker verbindet diese strukturellen Gegensätze geschickt durch eine eigenwillige, gezielte Musikuntermalung, die besonders der Wirkung der Rückblende zugute kommt.

Mein Urteil: **** von *****. Formal uneinheitlich, aber narrativ wie inszenatorisch deutlich überdurchschnittlich.

Kabecks DERRICK-Rangliste: Platz 40





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"In diesem Haus hat Moses die Gesetzestafeln versteckt."
(aus DIE NACHT DES JAGUARS)

Tommi72 ...
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...   Erstellt am 19.03.2013 - 10:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Olaf19 schrieb

    Zum Beispiel der Beinahe-Running-Gag mit dem Telefon, Derrick in süffisantem Tonfall: "Ach, Sie wollen telefonieren, na dann lassen Sie sich nicht aufhalten". Kurz darauf trifft Derrick beim Angerufenen(!) ein: "Ach, Sie telefonieren auch gerade, hier sind ja alle am Telefonieren" (oder so ähnlich - jedenfalls schimmert deutlich durch, dass Derrick genau registriert, wie nervös-geschäftig die aufgescheuchten Dorfbewohner agieren).




Ich bin ja in einem vergleichbaren Kuhkaff aufgewachsen, und ich kann Dir versichern, dass das nichts Ungewöhnliches ist. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie eifrig da immer rumtelefoniert wurde, wenn sich mal ein Hausierer oder Zeugen Jehovas in unserem Ort verirrt hatten. Und wenn - warum auch immer - die Polizei mal im Ort war, wusste das ne halbe Stunde später auch das halbe Dorf.

Das war aber wirklich ein Highlight der Folge, ebenso wie die Watsch'n, die Svenja Pages dem Baltus verpasst hat oder die Szene wie sie den toten Bankräuber wie ein erlegtes Wildschwein ins Dorf getragen haben.




StephanDerrick 
Inspektor
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...   Erstellt am 20.03.2013 - 01:51Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Olaf19 schrieb

    Bei der Musikauswahl hat Becker in der Tat auch diesmal wieder eine glückliche Hand bewiesen. Während die klangliche Untermalung insgesamt sehr rock-lastig ausfällt, wählt Becker für die Szene mit dem toten Motorrad-Räuber im Wald etwas völlig anderes, nämlich die Einleitung zu Anton Bruckners 4. Sinfonie Es-dur, genannt "Die Romantische". Es ist, als wollte Becker an dieser Stelle sagen: der vom Jäger zum Gejagten Mutierte findet in der friedvollen Idylle des Waldes seine letzte Ruhe. Später wieder Pink Floyd... und genau diese Kontraste machen die besondere Wirkung aus. Sehr stark!

    Auch ich war bei dieser Episode, ähnlich wie kurz darauf in Tod am Waldrand, an die Derricks der 70er erinnert. Zum Beispiel der Beinahe-Running-Gag mit dem Telefon, Derrick in süffisantem Tonfall: "Ach, Sie wollen telefonieren, na dann lassen Sie sich nicht aufhalten". Kurz darauf trifft Derrick beim Angerufenen(!) ein: "Ach, Sie telefonieren auch gerade, hier sind ja alle am Telefonieren" (oder so ähnlich - jedenfalls schimmert deutlich durch, dass Derrick genau registriert, wie nervös-geschäftig die aufgescheuchten Dorfbewohner agieren).

    Das Ganze erinnert mich an eine Szene aus Kamillas junger Freund: Derrick interviewt einen Mann im Büro einer Schrottverwertung (o.ä.), erfährt nicht allzu viel, geht schließlich. Kaum ist Derrick draußen, schon greift der Mann entschlossen zum Hörer. Derrick kehrt noch einmal zurück: "Ach, Sie telefonieren, dann haben Sie anscheinend ja doch noch Verbindungen zu Ihren Leuten von früher..." - oder so ähnlich. Kurz darauf ist der Mann übrigens tot

    Insgesamt ist Ein merkwürdiger Tag auf dem Lande eine originelle Folge mit hohem Wiedererkennungswert. Für mich übrigens die einzige Episode mit Road-Movie-Charakter, jedenfalls fallen mir spontan keine weiteren ein. Allenfalls der Pilotfilm Die Dienstreise vom Köster-Alten.


Wobei mir Derricks Spruch "Mancher baut sich ein Haus und fängt mit dem Dach an" am besten gefällt (als er erfährt, dass Kissner jr. ein Motorrad kaufen will und sich nun eben zuerst einen Helm gekauft habe)...

Ansonsten haben Olaf19, Kabeck und ross alles treffend auf den Punkt gebracht, ich vergebe hier sehr gerne die Höchstwertung, *****/*****, mit "Tod am Waldrand" bislang das Highlight dieser Box.

@ross: Solche Frisuren trug man damals, schau Dir nur Waldi Hartmann anno 1989 und 1990 an... Und auch die Marotte mit den aufgerollten Ärmeln von Jackets war damals gang und gebe, selbst meine Wenigkeit lief damals so herum als Abiturient...

[Dieser Beitrag wurde am 15.07.2013 - 23:33 von StephanDerrick aktualisiert]




FreiherrZuButterberg ...
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...   Erstellt am 29.06.2013 - 15:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Schönes Ding; so herausragend, dass sich meine Oma nach so vielen Jahren noch daran erinnern konnte, diese Folge gesehen zu haben





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Oldtimer ...
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...   Erstellt am 11.07.2016 - 10:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Eine zweifelslos ganz besondere Folge, die für mich in die Kategore "Derrick-Juwel" einzuordnen ist.

Ganz großes Kino, wie Derrick in witziger und leicht süffisanter Art die ganze Dorf-Bande gnadenlos in die Enge treibt. Dazu diese herrliche Atmosphäre weit abseits von Villen, großer Firmen oder sonstigen Ortschaften im üblichen Oberschicht-Mileu.

Die Folge und alles was damit zusammenhängt ist einfach von vorne bis hinten symphatisch und erhält von mir logischerweise *****




Proph 
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...   Erstellt am 19.03.2018 - 14:47Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Habe mir die Folge vor ein paar Tagen auch mal wieder angeschaut. Eine die ich mir immer wieder anschauen kann.

An dieser Folge gefällt mir einfach das Gesamtpaket. Deshalb ist sie für mich im oberen Bereich alle Folgen einzuordnen. Da ist den Machern auf jedenfall ein Highlight gelungen.

Mir gefällt Fierek als Bankräuber hier sehr gut. Die Stammtischgemeinschaft hat mich hier und da zum schmunzeln gebracht. Toni Berger als Wirt auch wieder klasse.




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