Tagtraeumerin unregistriert
| Erstellt am 14.01.2008 - 12:42 |  |
Gestern sind wir zusammengetroffen fast das ganze Dorf, die klare Januarfrische zu genießen.
Eine Wanderung durch die Felder zum Schloss Bothmer.
Nette Unterhaltungen mal mit dem dann mit dem. Die Kinder laufen voran oder sind mit Fahrrad.
Zunächst bemerkt niemand , dass einer nichts sagt. Er geht auch weit hinten, Kopf nach unten gesenkt, Hände in den Taschen. Niemand bemerkt, wie er die Lippen aufeinander presst.
Doch, ich bemerke ihn. »Ist dir nicht gut heute morgen?«
Er lächelt mich an mit verkniffenem Mund, all seine Wärme nur in seinen Augen.
Ein winziges Kopfschütteln. Lass ihm besser seine Ruhe heute morgen, denke ich und mische mich wieder unter die fröhlich ausgelassene Gruppe.
Im Schloss angekommen, ist Zeit für zum Essen und Trinken. Rucksäcke werden ausgepackt, alles auf dem Tisch verteilt. Tee, Kaffee, Brühe, erst einmal etwas Warmes.
Er fehlt beim Essen. Alle lärmen und reden - ich werde nach ihm sehen.
In einer Tür steht er. Tropfen auf der Stirn. »Hast du Schmerzen? Magenkrämpfe? Willst du ein Glas Wasser?«
Kopfschütteln. „Lass mich dir helfen!«
— »Hmm, hmm!« Kopfschütteln. —
»Was ist dir nur zugestoßen, dass dir's gleich die Sprache verschlagen hat? Willst du nichts essen und trinken? Komm rüber zu uns«
-Kopfschütteln - Keine Antwort.
Ich gehe wieder zu den anderen und denke:
Vergebene Liebesmüh, der will sich nicht helfen lassen. Jetzt schüttel ich den Kopf.
Abends ruft er mich an.
Als er gestern aus dem Gasthof kam, hatte er die Brille zur Nacht verwahrt -aber die hatte morgens im Becher für sein Gebiss gesteckt. Seine Zähne konnte er in der Früh nicht finden, weil er pünktlich am Treffpunkt sein wollte.
Reden mochte er nun ohne Zähne auch nicht.
Essen konnte er schon lange nicht ohne Gebiss.
Gefunden hat er es vorhin im Brillenetui.
Jetzt lachen wir beide über sein kleines Missgeschick, dass unser Geheimnis bleibt.
Unser Nachbar ein Mensch in stummer Not.
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