Lovegirl4you  SuperUser
 

Status: Offline Registriert seit: 20.01.2005 Beiträge: 1306 Nachricht senden | Erstellt am 05.06.2005 - 14:37 |  |
Ein geplatzter Traum
Lissy Parker, ein hübsches, ehrgeiziges blondes Mädchen im zarten Alter von 17. Ihr eigentlicher Name war Elisabeth-Maria-Parker, jedoch wurde sie von allen nur Lissy genannt. Ihre größte und einzige Leidenschaft ist das Tanzen, Ballett. Ihr Traum war es, in die berühmte Londoner Ballettkompanie „The Royal Ballet“ aufgenommen zu werden und mit dem Balletttanzen sich einen Namen zu machen. Ihre Eltern meldeten sie mit 4 Jahren an einem Ballettkurs an, damit ihr einst so verräumtes und lustloses Mädchen mehr aus sich rauskommt. Lissys Freude am Ballett wuchs jedes Jahr mehr, in dem sie tanzte. Am Anfang war das Training immer nur 2 mal pro Woche, doch mit der Zeit wurde es länger und härter. So kam es, dass sie jetzt mit ihren 17 Jahren jeden Tag nach der Schule 2 Stunden hartes Training mit einer Privatlehrerin hatte. Ihre Eltern ehrmöglichsten ihr dies, da sie sich wie ihre Tochter wünschten, dass Lissy mit ihrem Tanzen erfolgreich werden würde. Sie gingen mit ihrer Tochter zu allen möglichen Vortanzen, wo sie auch öfters gewann und deswegen schon viele Auszeichnungen und Pokale in ihrem Zimmer standen. Da das Training die ganze Freizeit von Lissy in Anspruch nahm, hatte sie nur wenige Freunde. Um genauer zu sein, nur einen. Ihren besten Freund Lee Farrell, den sie schon seit dem Kindergarten kannte und mit dem sie gemeinsam in der Stadt Hastings wohnte. Er war immer für sie da und gab ihr Halt, wenn etwas mal nicht so richtig im Ballett klappen wollte. Er war der einzige, der zu ihr hielt, außer natürlich noch die Eltern. Da sie immer nur mit ihrem Tanzen beschäftigt war und von nichts mehr anderem sprach, als von der Londoner Akademie, war sie auch nicht besonders beliebt bei den anderen. Sie hatte sogar schon in der Schule den Spottnamen “ Balletttrampel“ weg. Doch dies interessierte sie wenig. Sie wollte einfach nur ihren Traum verwirklichen.
„... Und eins, zwei, drei, vier... und Drehung! ... Elisabeth! Nicht nach links, sondern nach rechts! Noch mal von vorn!“ Es war mal wieder ein typischer Wochentag, an dem sie Balletttraining hatte und in dem ihre strenge und scheußliche Lehrerin, Fräulein Miller, sie herumkommentierte und auf ihr rumhackte. Die Musik stoppte. „Körper gestreckt halten, und mach kein Hohlkreuz! Wenn du es zu etwas bringen willst, musst du alles perfekt können! Und du hast nur noch 4 Tage, bis zum Vortanzen für die Ballettkompanie! Also, noch mal von vorn!“ Und wieder ertönte die Musik. Lissy atmete tief ein, stellte sich in die Anfangsposition und begann die Choreografie erneut zu beginnen. „Verdammt noch mal, Elisabeth! Wann willst du es endlich kapieren? Drehung nach rechts, NICHT NACH LINKS!“, schrie Fräulein Miller wieder auf und schaltete die Musik aus. Wieder und wieder versuchte Lissy fehlerfrei zu tanzen, doch die Angst, etwas falsch zu machen, lenkte ihre Konzentration ab und schon verpatzte sie wieder irgendetwas. „Hast du es jetzt kapiert?“, fragte Fräulein Miller genervt, nachdem sie alles noch mal Lissy gezeigt hatte, wie es aussehen sollte. „Ja schon... Aber bitte, Fräulein Miller, könnte ich eine kurze Pause haben? Dann kann ich mich wieder sammeln und mich danach wieder voll und ganz auf meine Choreografie konzentrieren und Fehler vermeiden!“, bat Lissy. „Also schön. 5 Minuten und dann geht’s weiter!“, erlaubte es Fräulein Miller und verließ kurz den Trainingssaal. Lissy betrachtete sich misstrauisch und erschöpft im Spiegel und hatte eine Wasserflasche in der Hand. `Kein Wunder, dass du die Drehung nicht hinbekommst, mit dieser Figur, kann es ja nicht klappen!`, dachte sie sich und ärgerte sich über ihre nicht vorhandenen Speckrollen am Bauch. Deprimiert nahm sie einen großen Schluck ihres Wassers und warf die Flasche wütend in die Ecke. Sie atmete noch mal tief durch, stolzierte zu dem Recorder, drückte auf “Play“ und schon ertönten wieder die ersten Töne von der „Feuervogel-Suite“, zu der sie die ganze Zeit tanzte. Langsam streckte sie sich in die Höhe. Am Anfang kam die Pose Arabesque (Dabei steht die Tänzerin auf einem Bein, das andere Bein wird mit gestrecktem Knie nach hinten gehoben), senkte ihr Bein wieder und dann folgte unerwartet die Pose Échappé (Das mit beiden Füßen gleichzeitig unternommene Aufschwingen aus einer geschlossenen Position und Rückfall in eine offene Position). Weitere schwierige Posen folgten. Sie konzentrierte sich und tanzte ihre ganze Wut, auf sich selbst, aus sich heraus. Vor lauter Anstrengung liefen ihr Schweißperlen von ihrer Stirn. Mitten in der Choreografie kam Fräulein Miller zurück und betrachtete Lissy kritisch. Doch als die letzten Töne der Suite verstummten und Lissy in ihrer Endposition stand, hatte Fräulein Miller tatsächlich nichts mehr an ihrer Technik zu bemängeln. „Na siehst du! Es geht doch alles, wenn man nur will!“, klatschte sie in die Hände und zog den Stecker des Recorders aus der Steckdose. „Für heute ist das Training beendet! Ich hoffe, dass du morgen gleich von Anfang alles beherrschst! Schönen Abend noch!“, sprach sie noch und verließ den Saal. Nachdem Lissy sich geduscht und umgezogen hatte, verließ sie ebenfalls den Trainingsaal und traf draußen auf Lee, der sie fast jeden Tag im Sommer mit dem Moped vom Training abholte, da sein Fußballtraining zur gleichen Zeit wie ihrs endete. „Hey, na? Hast du es auch wieder mal hinter dir?“, lachte er und gab ihr zu Begrüßung einen Kuss auf die Wange. Lissy lächelte nur matt zurück, setzte sich den Helm auf, den Lee immer mit dabei hatte, und setzte sich hinter ihn aufs Moped. Lee merkte, dass sie nicht gut zu sprechen war, fragte deswegen nicht weiter nach und fuhr los. Einige Zeit später erreichten sie Lissys Haus und stiegen beide vom Moped, da Lee direkt neben ihr wohnte. „Also gut, wir sehen uns ja dann morgen früh wieder! Ich hol dich wie immer ab, Ok? Na ja, schlaf gut!“, verabschiedete er sich von ihr und bekam nur ein leichtes Nicken als Antwort.
Am nächsten Morgen, es war Donnerstag, holte Lee Lissy wie jeden Schultag ab und fuhr mit ihr in die Schule. Dort angekommen trennten sich ihre Wege. Sie als Einzelgängerin und Lee, ja Lee, der ging zu seiner Fußballclique bestehend aus 10 Mann, er eingeschlossen, die bei jedem beliebt war. Ja, man konnte sagen, dass er der beliebteste Schüler der Schule war. Alle Mädchen standen auf ihn, nicht nur, weil er schon in der Oberstufe war und auch ein Jahr älter als Lissy war, doch er interessierte sich für keine von denen. Warum, wusste Lissy selbst nicht. Sie wusste nur, dass die Mädchen auch aus dem Grund, dass sie als einzige an ihn rankam, sie abgrundtief hassten. Wieder mal ging sie in Gedanken die Choreografie durch, während sie auf dem Weg zum nächsten Unterrichtszimmer war. In ihren Armen trug sie die Lehrbücher und ein Buch über Ballett, die sie fest umklammerte. „Schaut mal, wer da kommt. Unser Balletttrampel höchstpersönlich.“, mobbte sie das beliebteste Mädchen der Schule, namens Leila Cook, und stellte ihr das Bein, während sie lässig an den Schließfächern lehnte. Lissy bekam dies nicht mit, stolperte über Leilas Fuß und fiel längst auf den Boden. Ihre ganzen Bücher verstreuten sich rings um sie herum. Leila und ihre Freundinnen lachten hysterisch auf und traten neben sie. „Oh, was haben wir denn da? `Wie man am schnellsten zu einer großen Ballettkarriere gelangt` Ist bestimmt ein nettes Buch was? Das muss ich doch gleich mal mit nach Hause nehmen und lesen!“, sprach Leila, als sie neben Lissy stand und das Ballettbuch entdeckt hatte. „Gib das her!“, schrie Lissy und starrte sie mit zornigen Augen an. „Oh ho, unser Balletttrampel ist wütend geworden. Wie süß! Aber keine Bange, du wirst dein Buch wieder bekommen... so in etwa 10 Jahren?“, machte sie sich über Lissy lustig und drehte ihr mit ihren Freundinnen den Rücken zu und wollte mit ihnen weggehen. „Cook! Bleib stehen und gib Lissy das Buch sofort wieder!“, stand auf einmal Lee hinter Lissy, der alles mit beobachtet hatte, und durchbohrte Leila mit bösen und fordernden Blicken. Da sie auf Lee stand, tat sie so, als ob nichts weiter passiert wäre. „Was meinst du? Das Buch? Aber Lissy hat es mir doch ausgeliehen, da ich mich seit neustem auch für Ballett interessiere. Wieso sollte ich es ihr dann wiedergeben?“, tat sie sich unwissend und schaute Lee mit Engelsaugen an. Doch er ignorierte dies und sprach einfach nur fordernd: „Gib es ihr sofort wieder, sonst bekommst du Probleme mit mir!“ Lissy stand unbeholfen neben Lee. Eigentlich etwas hinter Lee- man wusste ja nie ob Leila gleich zum Angriff gehen würde. Leila verdrehte die Augen, drückte Lissy das Buch in den Magen, sah sie rachelustig an und tanzte mit ihren dummen Freundinnen ab. „Alles Ok?“, wendete sich jetzt Lee Lissy zu und betrachtete sie besorgt von oben bis unten. „Alles Ok!“, gab sie ihm lächelnd als Antwort, sammelte schnell ihre Bücher wieder auf und bog um die Ecke zum nächsten Zimmer.
Das Training nach der Schule begann eigentlich immer 17Uhr, doch diesmal war Lissy schon eine Stunde eher dort und übte bis zum Umfallen, als auf einmal Lee im Saal stand. Sofort hörte sie auf zu tanzen und sah Lee überrascht an. „Was machst du denn hier? Hast du kein Fußballtraining?“, fragte sie unsicher. „Ja eigentlich schon, ich hab heute aber keinen Bock drauf! Ich möchte dich doch wenigstens kurz vor dem Vortanzen sehen und dich unterstützen!“, antwortete er und grinste. „Ja, aber du siehst mich doch spätestens morgen wieder?“ „Morgen ist schon Freitag, dann kommt Samstag und tags darauf hast du deinen großen Augenblick. Und da ich morgen wegen einem Punktspiel dir nicht zusehen kann, bin ich halt heute schon gekommen!“, erklärte er und setzte sich seelenruhig auf die Bank, die an der Wand stand. Etwas verloren stand Lissy dort und wusste nicht, was sie jetzt machen sollte. „Na, tanzt du endlich mal? Oder bin ich umsonst hergekommen?“, fragte Lee lächelnd und wartete drauf, dass sie endlich begann. Sie nickte kurz, stellte die Musik noch mal auf Anfang, da sie die ganze Zeit weitergelaufen war, und begann zu tanzen. Am Anfang war sie noch etwas wackelig darin, da Lee ihr noch nie zugesehen hatte, aber mehr und mehr wurde sie sicherer und tanzte voller Freude und Leidenschaft. Doch das sollte nicht lange andauern. Plötzlich tauchte Fräulein Miller auf, und da Lissy wusste, dass sie wegen Lee als Zuschauer (sie verabscheute männliche Wesen) ausrasten würde, konzentrierte sie sich nicht mehr aufs Tanzen und schon drohte ihre bevorstehenden Karriere das große Aus. Es war gerade ein Strecksprung an der Reihe. Sie sprang und knickte mit ihrem rechten Fuß beim Landen um. „AAAHHH!“, schrie sie auf und hielt mit schmerzverzerrtem Gesicht ihren schmerzenden Knöchel. Fräulein Miller kreischte auf und kam sofort zu ihr gerannt. Auch Lee war ihr sofort zur Stelle. „Was... was ist passiert?“, fragte er ängstlich. „Mein... mein Fuß. Er tut höllisch weh!“ Fräulein Miller wurde kreidebleich und begann den unschuldigen Lee anzuschreien. Von wegen: „Was hast du hier zu suchen? Nur wegen dir ist das passiert! Ist dir eigentlich klar, dass du soeben ihre Chance auf eine große Karriere verbaut hast? Sie wird vielleicht nie wieder so gut tanzen können!“ Lee sah leichenblass aus und sah Lissy fassungslos an. „Es... es... es tut mir so leid!“, entschuldigte er sich bei ihr. „Es ist doch nicht deine Schuld! Es ist alles wegen mir passiert, hätte ich mich nur besser konzentriert!“, liefen Lissy die Tränen über die Wangen. Nicht wegen ihrem schmerzenden Knöchel, sondern deshalb, weil ihr großer Traum wie eine Luftblase zerplatzte. Sofort alarmierte Fräulein Miller den Arzt und ließ es sich nicht nehmen, weiter auf Lee rumzuhacken.
„Sie hat zum Glück nur eine leichte Verstauchung und kann in ca. 1 Woche wieder tanzen“, stellte der Arzt fest, nachdem er sofort nach dem Anruf kam und Lissys Fuß untersuchte. „Was? 1 Woche? Dann verpasst sie ja das Vortanzen und unsere ganze Arbeit war umsonst!“, erschrak Fräulein Miller und sah den Arzt ungläubig an. „Sie sollten lieber froh sein, dass nichts schlimmeres passiert ist und sie überhaupt wieder tanzen kann!“, mischte sich Lee ein und man sah ihm ein wenig Erleichterung im Gesicht an. Lissy konnte nichts zu dem eigentlichen guten Ergebnis sagen, da sie trotzdem wusste, dass ihre Chance auf einen Platz in der Ballettkompanie verpatzt war.
Lissy saß heulend zusammengerollt in ihrem Bett und wusste nicht weiter. Nicht nur, dass sie nicht zum Vortanzen konnte. Nein, jetzt hatte auch noch Fräulein Miller gekündigt, da sie in Lissy nach dem Unfall einen hoffnungslosen Fall sah. So sehr auch ihre Eltern versuchten sie aufzumuntern, sie war am Boden zerstört. Was sollte sie jetzt machen? Die nächste wahrnehmbare Chance war erst in 1 ½ Jahren. Und da wäre sie schon zu alt, da nur Tänzerinnen bis zu 18 Jahren aufgenommen werden, weil die Ausbildung ganze 6 Jahre dauerte. Tja, und sie wäre dann beim nächsten Vortanzen schon 19. Es klopfte. „Lasst mich in Ruhe!“, schrie sie. Die Tür ging langsam auf und Lee streckte seinen Kopf durch die Tür. „Ich auch? Oder kann ich reinkommen?“, fragte er sachte und kam, ohne eine Antwort zu bekommen, in ihr Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Langsam ging er auf sie zu und setzte sich neben sie aufs Bett. Lissy nahm ihn nicht wahr und schluchzte weiter in sich hinein. Vorsichtig legte Lee seinen Arm auf ihre Schulter und zog sie an sich heran. Sie schlang ihre Arme um ihn, legte ihren Kopf auf seine Schulter und begann wieder stark zu weinen. „Hey, alles wird gut! Ich werde dir helfen wobei ich kann! Und wenn du dich jetzt die nächsten Tage ausruhst, dann... na ja... vielleicht kannst du ja dann doch schon zum Vortanzen...“, versuchte Lee sie zu beruhigen und strich ihr durch die Haare. Lissy richtete sich auf und sah ihn ungläubig an. „Glaubst... glaubst du das wirklich?“, stotterte sie während ihr immer noch die Tränen liefen. „Klar! Du kannst doch jetzt deine Choreografie und so wie ich dich kenn, wirst du es dir nicht nehmen lassen und es schaffen dich zu erholen!“, lächelte er und wischte ihr mit einem Taschentuch die Tränen aus dem Gesicht. Ein kleines Lächeln huschte über ihr Gesicht. „Danke!“, sprach sie leise und umarmte ihn. „Hey, wofür denn?“, grinste er. „Für alles und dass du eben hier bist!“, antwortete sie ihm und umarmte ihn fester.
Den nächsten Tag blieb Lissy zu Hause und schwänzte, auf Erlaubnis ihrer Eltern, die Schule. Sie hätte es sowieso nicht ausgehalten, von allen ausgelacht zu werden, denn wie sie vermutete, würde es bestimmt schon die ganze Schule wissen. Bestimmt nicht von Lee, aber wahrscheinlich von ihren Eltern, die sie für heute entschuldigt hatten und bestimmt wieder den wahren Grund genannt hatten. Und so geschwätzig und sensationsgeil, wie der Schuldirektor war, würde so was schnell rauskommen. Lee hatte ihr versprochen, die Hausaufgaben und den verpassten Stoff mit ihr durchzugehen, den er ihr mitbringen wollte. Es regnete. Die Tropfen prasselten gegen ihr Fenster, vor dem sie auf dem Fensterbrett zusammengerollt hockte. Sie waren genau so groß, wie die Tränen von Lissy, die schon wieder nonstop liefen. Jedoch waren sie nicht so viele, wie sie vom Himmel kamen. Lissys Fuß war inzwischen verarztet und er tat nicht mehr so weh, wie gestern kurz nach dem Unfall. Nebenbei hörte sie sich durchgängig die “Feuervogel-Suite“ an, damit sie wenigstens, wenn nicht schon mit tanzen, im Kopf immer die Choreografie durchgehen konnte. Der Tag verging schnell. Am Abend kam wie versprochen Lee vorbei und nahm mit ihr den Stoff durch. Sie erzählten noch ein wenig, er munterte sie ab und zu wieder auf und sie gab ihm als Dankeschön einen leckeren Gansbraten, der noch übrig war, da Lee ziemlich verfressen war, was man ihm jedoch nicht ansah. Während er aß, erzählte er von dem erfolgreichen Punktspiel. Von wegen, er habe alle 5 Tore selber geschossen. Angeber!
„Hey Maus, aufstehen!“ Lissy schlug ihre Augen auf und blickte in Lees Gesicht, das breit grinste. „Was... was ist denn los?“, fragte sie noch etwas verschlafen und rieb sich den Sand aus ihren Augen. „Da fragst du noch? Heute ist Sonntag... DER Sonntag!“, lachte er und zog ihr die Bettdecke weg. „WAS? Wieso sagst du das erst jetzt? Wie spät ist es?“, schrie Lissy auf, sprang aufgebracht aus dem Bett und suchte in Rekordzeit ihre Ballettsachen zusammen. „1. Renn nicht so, du weißt genau, dass du noch vorsichtig mit deinem Fuß umgehen musst. 2. Es ist noch genug Zeit, das Vortanzen beginnt doch erst um 12Uhr und es ist gerade mal um 8Uhr. und 3. Geh dich erst mal waschen und dann essen, bevor du deine Sachen zusammenpackst!“, beruhigte Lee sie, nahm ihr die Ballettsachen aus den Händen und warf diese auf das Bett. Lissy lief ins Bad, wusch sich und putzte ihre Zähne und legte ein wenig Make-up und Schminke auf. Dann zog sie sich erst mal nur ihre Schlamperklamotten an und ging mit Lee runter in die Küche. „Guten Morgen! Setzt euch, Frühstück ist gleich fertig! Wir werden rechtzeitig zum Vortanzen kommen!“, rief ihnen Lissys Mutter zu, die hektisch durch die ganze Küche rannte und alle Frühstückssachen auf den Tisch warf. „ Mum!“ Keine Reaktion. „MUM!“, wurde Lissy jetzt lauter. „Was denn?“ Endlich blieb ihre Mutter stehen. „Beruhig dich! Du machst mich ja noch nervöser, als ich schon bin!“. „Oh... ähm... ja, tut mir leid! Ich bin eben bloß so aufgeregt, immerhin entscheidet dieses Vortanzen über deine weitere Zukunft!“, sprach sie und setzte sich endlich mit an den Tisch zu den anderen. „Das weiß Lissy sicherlich selber und jetzt sollten wir alle etwas essen!“, meldete sich Lissys Vater zu Wort, der die ganze Zeit still am Tisch saß und auf seinen Kaffee wartete. Alle bissen kräftig in den Toast, der in England typisch war, außer Lissy, die ausdruckslos auf ihren Teller starrte. „Nun es doch was, Kindchen!“, sorgte sich ihre Mutter um sie. „Hab keinen Hunger!“, gab sie als Antwort. „Du musst aber doch was essen!“, sprach jetzt ihr Vater auf sie ein. Lissy schüttelte nur ihren Kopf. „Deine Eltern haben recht! Du musst was essen, immerhin brauchst du viel Kraft, um tanzen zu können!“, unterstütze Lee jetzt auch noch ihre Eltern. Widerwillig biss sie in ihren Toast und sah in die zufriedenen Gesichter der anderen. „Ähm... Mum, Dad... ich will nicht, dass ihr heute mitkommt!“, sagte Lissy auf einmal, worauf sich ihre Mutter an den Kaffee verschluckte und ihr Vater die Morgenzeitung, die er immer beim Frühstück las, vor Schreck fallen ließ. „Was?“, fragte ihr Vater, der sich zuerst wieder gefasst hatte. „Ich bin schon nervös genug und wenn ihr jetzt auch noch mitkommen würdet, würde ich noch aufgeregter werden und alles verpatzen! Mir reicht schon, dass Lee mitkommt! Er ist für mich die beste Unterstützung!“, erklärte sie, während sie Lee ein Lächeln schenkte, der es erwiderte. „Gut, wenn du meinst!“, antwortete ihre Mutter beleidigt, stand auf und räumte ihr Geschirr weg. „Auch wenn es nicht gerade schön für uns ist, kann ich dich verstehen! Hauptsache, du schaffst es!“, reagierte ihr Vater überraschend verständnisvoll, stand auf und umarmte Lissy kurz. „Ja, ich glaube, Lissy, dass du dich jetzt am besten umziehst, deine Ballettsachen holst und wir dann losmachen!“, schlug Lee vor und stand ebenfalls auf. Lissy nahm noch einen großen Schluck ihres O-Saftes und rannte hoch in ihr Zimmer, um die Sachen zu holen. Bei der Fahrt nach London, wo logischerweise das Vortanzen stattfand, sprachen die beiden kein Wort miteinander, sondern saßen nur verspannt nebeneinander. Lissy schaute nachdenklich aus dem Fenster. „Hey, du schaffst das schon!“, sagte Lee und legte seine Hand aufmunternd auf ihre und drückte sie leicht, während er sich auf die Straße konzentrierte. Zum Glück hatte Lee schon den Führerschein für das Auto, sonst hätten sie mit dem Motorrad fahren müssen und das wäre mit der Tasche voller Ballettsachen bestimmt kompliziert und unbequem geworden. Etwas weiß im Gesicht vor lauter Aufregung, lächelte sie ihn dankbar an und drückte ebenfalls seine Hand. Sie war froh, dass Lee immer für sie da war und sie unterstützte.
Endlich kamen sie an, mussten jedoch ziemlich lange nach einer Parklücke suchen. Nachdem dass geschafft war, gingen sie gemeinsam zu dem riesigem Gebäude und Lissy versuchte, an den anderen tausend Mädchen vorbeizukommen, um den Anmeldestand zu erreichen. „So, und wer sind sie? Zu was wollen sie tanzen?“, fragte eine kleine runzlige, alte Frau Lissy, als sie vor dem Anmeldestand stand. „Ähm, Elisabeth-Maria-Parker. Und... ähm... zur „Feuervogel-Suite“.“ „Und wer ist das? Tanzt der auch vor?“, deutete die Frau auf Lee. „Um Gottes Willen, nein! Mein Name ist Lee Farrell und ich bin hier, um Lissy zu unterstützen!“, meldete sich jetzt Lee zu Wort und hob etwas geschockt seine Hände nach oben. „Nun gut, nun gut... Trag dich bitte hier ein und unterschreibe dort...“, befahl die Frau. Aufgeregt tat Lissy was ihr geheißen. „Aber der da darf nicht mit rein!“, sprach sie nun und starrte Lee an. „Was, aber wieso denn nicht?“, fragte dieser geschockt. „Ist nicht erlaubt... und an ihrer Stelle, junge Dame, würde ich mich jetzt umziehen gehen, da das Casting in wenigen Minuten beginnt!“, wendete sie sich jetzt wieder an Lissy, die sie fassungslos ansah. „Aber...“, wollte Lissy wiedersprechen, als Lee sie zur Seite zog. „Das ist doch nicht fair, ich wollte doch, dass du dabei bist!“, fing Lissy fast an zu weinen und schmiegte sich an ihn. „Ich bin doch da und warte hier draußen! Du kriegst das auch ohne mich hin, ich würde doch eh nur dumm rumstehen! Du schaffst das schon! Ich drück dir ganz fest die Daumen!“, versuchte Lee sie zu beruhigen und gab ihr einen dicken Kuss auf die Stirn. Sie blickte ihn noch mal kurz in die Augen, umarmte ihn kurz, während sie ihm einen Kuss auf die Wange gab und verschwand dann mit den Ballettsachen in dem riesigen Gebäude, in dem das Casting stattfand.
„Hey! Auch zum Vortanzen da?“, sprach sie auf einmal ein großes schwarzhaariges Mädchen an. „Ja, ich glaube, deswegen sind wir alle hier.“, lachte Lissy etwas nervös. „Ja stimmt. Ich bin übrigens Steff.“, grinste das Mädchen und reichte ihr die Hand hin. „Lissy.“, stellte Lissy sich ebenfalls vor und ging gemeinsam mit Steff zu einem noch freien Umkleidezimmer. Dort zog sich Lissy zitternd ihre Ballettsachen an und band sich ihre Haare zu einen Knoten hoch. „Oh Mann, bin ich aufgeregt.“, sprach Lissy total aufgeregt und versuchte tief einzuatmen. „Ja, denkst du ich nicht? Aber komm, das wird schon. Wie lange tanzt du denn schon Ballett?“ „13 Jahre.“, antwortete Lissy. „Aha... ich schon 15 Jahre.“, sprach Steff. „Was? Wie alt bist du denn?“, fragte Lissy überrascht. „18. Und ich tanze schon seit ich 3 Jahre alt bin. Na ja... dies hier ist meine letzte Chance in der Kompanie aufgenommen zu werden.“ „Wow... na ja... meine auch. Ich werde in 5 Wochen ja schon 18...“, wurde Lissy etwas traurig. „Ach, jetzt lass mal den Kopf nicht hängen! Wird schon schief gehen!“, lachte Steff, stand auf und nahm einen großen Schluck Wasser aus ihrer Wasserflasche, die bei ihren Sachen lagen. „Stefanie O’ Connor bitte. Danach ist... ähm... Elisabeth-Maria-Parker dran!”, rief eine Frau ins Zimmer und hielt Steff die Tür auf. „Viel Glück!“, sagte Lissy zu Steff und lächelte ihr zu. „Ja dir auch! Mach dir nicht so viel Stress deswegen!“ Und weg war sie. Toll, sie soll sich keinen Stress deswegen machen? Dieses Vortanzen entscheidet ihre ganze weitere Zukunft! Nach weiteren 5 Minuten, die ihr wie eine Ewigkeit vorkamen, kam wieder diese Frau ins Zimmer und bat sie, mit ihr mitzukommen. Mit zittrigen Beinen und ihrer CD, wo die „Feuervogel-Suite“ drauf war, folgte sie der Frau, die sie direkt zu der Jury führte. Sie betrat die Bühne und blickte herab zu der Jury, die aus 4 Personen bestand, und schaute sich ebenfalls ihm Saal um. Wie viele Zuschauer wohl hier rein passen würden? „Sie sind Elisabeth-Maria-Parker, hab ich recht?“, fragte sie ein etwas älterer Herr mit grauen Haaren und einer Lesebrille und schaute sie desinteressiert an. „Ähm... ja... die bin ich...“, antwortete Lissy ängstlich. „Nun gut. Und Sie tanzen zu der „Feuervogel-Suite“?“ „Ja.“ „Dann lassen Sie al was sehen!“ Lissy ging zu dem CD-Player, der an der Seite der Bühne stand, legte ihre CD ein, drückte auf „Play“ und ging schnell zur Bühnenmitte. Sie atmete noch mal kurz tief durch, bevor die Suite bekann. Doch ihre Beine wollten nicht so, wie sie wollte. `Los! Bewegt euch, ihr dummen Beine! Macht schon!`, befahl sie ihnen innerlich und war den Tränen nahe. Doch sie bekam es einfach nicht hin; zu groß war die Aufregung und die Nervosität. Wie erstarrt stand sie da und blickte in die belustigten Gesichter der Jury. „Ich... es tut mir leid... Könnte ich... könnte ich vielleicht noch mal von vorn beginnen?“, fragte Lissy unsicher und etwas weinerlich. „Ja ja, machen Sie endlich! Wir haben nicht ewig Zeit!“, seufzte der Mann wieder und griff sich an den Kopf. Lissy nickte ihm dankend zu und ging erneut zum CD-Player und drückte erneut auf „Play“. Sie wusste, wenn sie es noch mal versauen würde, wären all die Jahre Training umsonst gewesen. Noch nervöser als zuvor ging sie zurück in die Bühnenmitte. Die Musik ertönte. Es ging nicht. Sie schaffte es einfach nicht. „Tut mir leid!“, stammelte sie noch schnell, nahm die CD und rannte tränenüberströmt in ihr Umkleidezimmer, schnappte sich ihre Sachen und rannte, vorbei an den noch wartenden Mädchen, aus dem riesigen Gebäude. Draußen stand immer noch Lee wartend an der Wand gelehnt und starrte in den Himmel. Lissy rannte an ihm vorbei, sagte aber noch: „Fahr mich nach Hause!“. Etwas überrascht schaute ihr Lee hinterher, besinnte sich dann aber doch noch und rannte ihr nach in Richtung Auto. Kurz davor holte er sie ein, fasste sie am Handgelenk und drehte sie zu sich. „Was ist passiert?“, fragte er sie und nahm ihr Kinn zwischen zwei Finger und drehte es in seine Richtung, damit sie ihn anschauen musste. Ihre Augen füllten sich erneut voller Tränen. Schluchzend fiel sie Lee um den Hals und suchte einfach nur Halt. „Hey... ist ja gut... komm, wir fahren nach Hause...“, strich er ihr beruhigend über den Rücken und führte sie die letzten Meter zum Auto, nahm ihr die Sachen ab, verstaute diese im Kofferraum und hielt dann Lissy die Autotür auf, worauf sie sich reinsetzte. Während der ganzen Fahrt sprachen beide kein einziges Wort miteinander. Lissy starrte aus dem Fenster und Lee konzentrierte sich auf die Straße.
Als sie Daheim ankamen, stiegen beide wortlos aus dem Auto. Lissy nahm ihre Sachen und rannte schluchzend zu ihrer Haustür. Als sie sie öffnete und den Raum betrat, war ihr noch mehr zum Weinen zu Mute. Ihre Eltern hatten fest damit gerechnet, dass sie aufgenommen werden würde und deswegen ein riesiges Schild im Flur aufgehangen. „Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Aufnahme!“. Hatten die eigentlich auch mal daran gedacht, dass sie es nicht schaffen würde? Nein! Sie waren der festen Überzeugung, dass ihre Tochter alles meistert. „Da ist ja unsere Ballerina! Herzlichen Glückwunsch, Schätzchen!“ Da standen sie nun, die Arme ausgebreitet und einem glücklichem Strahlen. Lissy konnte das nicht länger ertragen. Erneut kamen ihr die Tränen und sie rannte, ohne ein Wort zu sagen, hoch in ihr Zimmer und knallte die Tür hinter sich zu. „Aber...“ Ratlos standen ihre Eltern unten im Flur und schauten sich geschockt an. „Hallo, Mrs. und Mr. Parker…” Lee betrat das Haus und schloss hinter sich die Haustür, die die ganze Zeit sperrlängeweit aufstand. „Lee! Was ist passiert?“, fragte Mrs. Parker hektisch und panisch zugleich. „Ich weiß es leider auch nicht genau... Ich weiß nur, dass sie durchgefallen ist, was man ja an ihrem Benehmen sieht... Ich glaube, ich geh jetzt besser mal zu ihr!“, gab er als Antwort und ging an den sprachlosen Eltern vorbei, hoch zu Lissy. „Hey...“ Ohne auf eine Antwort zu warten, betrat Lee Lissys Zimmer und setzte sich neben sie aufs Bett, auf dem sie heulend und zusammengerollt saß. „Mein Leben ist futsch! Alles ist aus. Alles war umsonst! Wieso war ich auch nur so dumm und habe geglaubt, dass ich es schaffen würde? Wieso?“, schluchzte sie in sich hinein. „Weil du die beste Balletttänzerin bist, die ich kenne und je kennen werde!“, sprach Lee leise und nahm sie in den Arm. „Ich werde nie, NIE wieder Ballett tanzen! Ich bin ein Nichts. Ein Niemand! Eine Träumerin! Ich hasse Ballett!“, begann Lissy zu schimpfen. „Lissy! Hör mir zu! Nur weil du vielleicht diese dämliche Aufnahmeprüfung nicht bestanden hast, willst du deine größte Leidenschaft einfach so wegschmeißen? Das lass ich nicht zu! Du wirst weiter tanzen! Versprech mir das! Hast du gehört Lissy, versprech mir das!“, wurde Lee etwas lauter und drückte Lissy etwas von sich weg und sah ihr in die Augen. „Aber...“ „Nein, das will ich nicht hören! Versprech es mir!“ Langsam senkte Lissy ihren Kopf und nickte leicht. „Du wirst morgen wieder trainieren und ich werde dafür sorgen, dass du es auch wirklich machst, klar?“, grinste er sie an und nahm sie wieder in den Arm. „Lee... Wieso... wieso tust du das alles?“, fragte Lissy und drückte ihn etwas von sich und sah ihm tief in die Augen. „Was?“, fragte er erstaunt nach. „Na das hier alles! Du bist immer für mich da, baust mich immer wieder auf, verteidigst mich vor anderen, hörst mir immer zu, wenn ich dir was erzähle und ich jemanden zum reden brauche. Fährst mit mir zusammen zur Aufnahmeprüfung, wartest da stundenlang auf mich, um nur in meiner Nähe zu sein. Und jetzt versuchst du sogar alles daran zu setzen, dass ich weiter tanze. Wieso?“ „Weil ich nicht möchte, dass du deinen Traum einfach so wegschmeißt und weil ich dich eben mag... sehr sogar...“, sagte er es ihr ehrlich ins Gesicht. „Wie... ?“ „Lissy... Ich kenn dich jetzt schon, seit ich ein Jahr alt bin. Wir sind zusammen groß und reifer geworden und nie hatte ich andere Gefühle als Freundschaft für dich! Zumindest dachte ich das. Ich dachte, es wäre normal bei weiblichen Freunden, dass das Herz einen Hüpfer macht, wenn man den anderen sieht und dass man sich sofort total happy fühlt. Doch als ich dich am Donnerstag kurz vor deinem Unfall tanzen sah, wurde mir bewusst, dass es doch keine freundschaftlichen Gefühle mehr sind oder es schon einige Zeit nicht mehr waren. Als du getanzt hast, sahst du wie ein kleiner Engel aus, der freudig über die Wolken hüpfte. Bei jeder Bewegung, die du gemacht hast, wurde es mir leichter ums Herz und ich vergaß all meine Sorgen. Lissy... Was ich damit sagen will, ist... Ich liebe dich, Lissy!“ Jetzt war die Bombe geplatzt. Lissy konnte nicht glauben, was sie da eben gehört hatte. Die beiden sahen sich lange tief in die Augen und auf einmal lagen Lissys Lippen auf deren von Lee. Langsam und gefühlvoll liebkosten sie sich gegenseitig. War es richtig, was sie gerade tat? War es richtig Lee zu küssen? Den Lee? Den Lee Farrell, mit dem sie immer im Sandkasten Burgen gebaut hatte. Mit dem sie Ostern immer gemeinsam die Ostereier suchte. War es richtig mit diesem Lee vielleicht etwas anzufangen? Was wäre, wenn es mit den beiden nicht klappen würde und sie dann nie mehr ein Wort miteinander wechseln würden? Nein! Sie konnte es nicht tun! Sie wollte nicht einfach so ihre Freundschaft aufgeben! Sachte drückte sie Lee von sich und sprach: „Lee... es geht nicht... Ich möchte unsere Freundschaft nicht einfach so aufgeben! Dafür bedeutest du mir zuviel! Und, es könnte mit einer Beziehung, die vielleicht nicht halten würde, zuviel kaputt gehen! Bitte versteh mich... Es geht einfach nicht...“ „Ja... Du hast Recht... Es... es würde nicht gut gehen...“, stimmte ihr Lee etwas traurig zu, umarmte sie noch mal kurz, sprach: „Ich lass dich jetzt mal alleine...“, und verließ den Raum. Lissy begann erneut zu weinen und dachte über diesen erlebnisreichen Tag noch lange nach, bis sie schließlich tief in der Nacht schluchzend einschlief.
~*5 Wochen später*~
Die letzten Wochen waren einfach Horror für Lissy. Sie hatte es immer noch nicht richtig verdaut, dass sie die Aufnahmeprüfung verpatzt hatte. Allen Übels hatte sich dies auch schnell in der Schule herumgesprochen und nun wurde sie noch mehr verspottet, als es schon immer war. Was mit Lee war? Nichts. Sie verhalten sich wie immer. Der eine Vorfall wurde bei beiden vergessen. Na ja... nicht ganz... Lissy dachte schon ab und zu mal darüber nach, was wohl wäre, wenn sie keinen Rückzieher gemacht hätte. Doch heute wollte sie sich keine Gedanken darüber machen, Schließlich war heute ihr 18. Geburtstag. Sie verließ schon am frühen Morgen ihr Haus und fuhr mit dem Fahrrad zum Trainingssaal, der in der Schule immer für sie offen stand. Heute wollte sie alle Sorgen vergessen und das konnte sie, wie sollte es auch anders sein, am besten mit Tanzen. Sie tanzte mit voller Leidenschaft und Konzentration, dass sie allen Frust für kurze Zeit vergaß. Die Choreografie, die sie eigentlich zur Aufnahmeprüfung vortanzen wollte, saß nun perfekt, was wohl daran lag, dass sie jeden Tag nach der Schule hier in diesem Saal vor dem riesigem Spiegel tanzte - Dank Lee, der sie dazu ermutigt hatte, weiter zu machen. Sie war voll in ihrem Element. Deswegen bekam sie auch nicht mit, wie 2 Personen den Saal betraten; sie tanzte einfach weiter und sprühte vor Lebensfreude. Die „Feuervogel-Suite“ neigte sich dem Ende zu. Als Lissy die Endposition erreichte und der letzte Ton verstummte, schreckte sie durch ein lautes Klatschen auf. Sie drehte sich um und blickte erst in die Augen von Lee und dann, sie konnte es nicht glauben, in deren, des einen Mannes, der bei der Aufnahmeprüfung in der Jury saß. „Was... ?“ Weiter konnte sie nicht sprechen - so überrascht war sie. „Bravo, Miss Parker! Wieso nicht gleich so?“, klatschte der Mann immer noch begeistert in die Hände; daneben stand Lee, der sich schüchtern am Kopf kratzte. Lissy blickte nur fassungslos zwischen den beiden hin und her. Was hatte das denn jetzt bitte zu bedeuten? „Miss Parker, ich begrüße sie recht herzlich auf der Londoner Ballettkompanie „The Royal Ballett“, geleitet von mir persönlich!“, grinste nun der Mann und reichte ihr strahlend die Hand hin. Lissy drückte sie kurz, wusste aber nicht, was sie jetzt von alle dem halten sollte. „Wie... wie meinen Sie das... und... wie ist das möglich?“, stotterte sie etwas verwirrt. „Na ja... der Herr hier ist der beste Freund meines Onkels, dem ich mal von dir und deiner größten Enttäuschung erzählt habe. Gestern rief er mich plötzlich an und sagte, dass er vor kurzem mit diesem Herr, der übrigens Mr. Smith heißt, sich mal wieder getroffen hatte. Anscheinend hast du einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen, denn mein Onkel sagte, dass er auf dich zu sprechen kam, allerdings war es erst mal nichts Gutes... Na ja... und da hat dann mein Onkel das erzählt, was ich ihm erzählt hatte. Nämlich wie gut du in Wirklichkeit bist...“ „ Und da habe ich beschlossen, da mich deine Geschichte irgendwie gerührt hat, dir mal beim Training zuzuschauen. Heute. Und du hast mich total überzeugt- ich bin begeistert! Und ich wiederhole mich zwar immer ungern, aber: Miss Parker, ich begrüße sie recht herzlich auf der Londoner Ballettkompanie „The Royal Ballett“!“, fuhr Mr. Smith fort. Lissy konnte es nicht fassen! Hatte sie gerade richtig gehört? Ihr Traum hatte sich gerade eben erfüllt? Weinend vor Freude fiel sie erst Mr. Smith und dann Lee um den Hals. Sie drückte ihn fest an sich und schnupperte an seinem Parfüm. Er roch einfach zum anbeißen gut! Das war abstandsweit der beste Geburtstag den sie je hatte! Langsam löste sie sich von seiner Umarmung und blickte ihm tief in die Augen. „Ich bin die so dankbar! Du bist so ein wunderbarer Mensch! Ich habe die letzten Wochen die ganze Zeit über uns nachgedacht und bin zu dem Entschluss gekommen, dass... dass ich dich liebe, Lee Farrell!“, flüsterte sie leise. „Ich liebe dich auch, Elisabeth-Maria-Parker!“, flüsterte er glücklich zurück und versank mit ihr in einen zärtlichen und langen Kuss. Nun hatte Lissy das, was sie schon immer wollte: Ihren Traum verwirklicht und ja, das woran sie nie gedacht und geglaubt hatte, ihre große Liebe gefunden...
Ende
Signatur LEE GEHÖRT MIR!!! ALLES MEINS; MEINS; MENS!!! *g* Simple Plan 4 ever!! Greetz an meine Süßen: Heike ( Du bedeutest mir sooo sauviel!Bitte lass uns nie wieder streiten-ham wir das schonmal?? lol) Tasha (meine leesüchtige Maus), Sara(du Chrismonster *lol* Bin so glücklich, dass es dich gibt!), Chica (meine Mitgründerin unserer ganzen Clubs-wir schaffen den Rekord *lol*) und Ivy( Mensch, wir sind gemein *g* Die Hoseaktion war aber lustig!!!) meine Sis July( du bist immer für mich da-danke! Ich kann und will dich gar nimmer missen!) Sara-KrazyChick-(du bist einfach e schatz und genauso crazy wie ich-juhu!!) Chrissi (Bist einfach megasupi!!) Lou ( bist genial *schrottlach*) Jessy (was soll ich denn nur ohne mein 2. Ich machen???) Ju (Mann süße-du bist einfach zu sweet!!) Sille( mei Mäusel-schön das de auch her gefunden hast *megafreu*) Und natürlich auch alle anderen, ihr seid alle so knuffig!!! *lol* special Greetz to Merle: Hey Süße, mann...ich werd dich so saumäßig vermissen!!! Wir bleiben biiiitteeeeeee in Kontakt, ja??? Und wenn du nen Compi mit Internet endeckst...schmeiß dich an ihn ran!!! Luv ya sooooooo damn much!!! |