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KralHei ...
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...   Erstellt am 19.02.2007 - 15:32Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen



Ein Gartenzwerg Nr.6370 der Firma Maresch. Dieser Zwerg war lange Zeit in Schönpriesen und erfreut uns jetzt in München.

[Dieser Beitrag wurde am 23.02.2007 - 19:09 von KralHei aktualisiert]





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Karl Heinz Kralowetz

gartenzwerg ...
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...   Erstellt am 27.02.2007 - 10:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die "Zwergen"-Fabrik

Das erste Aussiger Fabrikunternehmen war eine Siederolithwarenfabrik, die 1841 von Adolf Bähr gegründet wurde…

Adolf Bähr stammte aus Pirna, wo die Tonwarenfabrikation als ein Überbleibsel der vom Erfinder des Porzellans, Böttger, ins Leben gerufenen Erzeugung von Tonwaren aus rotem Ton betrieben wurde. Anfangs beschränkte man sich auf die Herstellung von kleinen Gegenständen, die durch Verwendung von Lack und Bronzefarben in verschiedener Art hergerichtet wurden. Später verlegte sich das Unternehmen auf Kunstterrakotten und Majoliken. Die Fabrik befand sich ursprünglich in der Maternigasse, später Ecke Johannesgasse und Teplitzer Straße. (294)

Aus:“Geschichte der deutschen Stadt Aussig“ von Franz Josef Umlauf, Bayreuth 1960
Herausgeber Hilfsverein Aussig e.V. München


Als elftes und jüngstes Kind des damaligen Bürgermeisters Johann Maresch geboren, kam Johann Maresch (der Jüngere) mit 12 Jahren in die Lehre, war dann Kommis in Prag und trat 1845 in die von Adolf Bähr aus Pirna gegründete Siderolithfabrik als kaufmännischer Leiter ein.

Durch rastlose Tätigkeit und emsigen Fleiß brachte er die Fabrik rasch vorwärts und heiratete am 27. November 1850 die Tochter seines inzwischen verstorbenen Chefs, Marie Bähr. Die Firma wurde sodann in ein Kompagniegeschäft Bähr & Maresch umgewandelt, die Fabrik übersiedelte in den Neubau NC.509 in der Maternigasse und später in das neue Gebäude NC.887, Ecke Johannesgasse-Teplitzer Straße. Im Jahre 1860 übernahm Johann Maresch das Geschäft unter eigenem Namen und blieb bis 30. Juni 1890 in dem Unternehmen, in welches er seinen ältesten Sohn Ferdinand Maresch am 1. Januar 1886 als öffentlichen Gesellschafter aufgenommen hatte.

Vermutlich aus einem Zeitungsartikel aus dem Aussiger Anzeiger vom 10. Juli 1911


Ferdinand Maresch wurde am 5. Oktober 1854 in Aussig geboren. Von 1865 bis 1867 besuchte er die damalige Gewerbeschule unter Veit Möldner. Nach Beendigung dieser Schule schickte ihn der Vater zur weiteren Ausbildung in Handelsfächern und Sprachen in eine Bildungsanstalt nach Dresden. Zurückgekehrt trat er bei F.A.Wagner , dem angesehenen Aussiger Kaufmann, in die Lehre, worauf ihn der Vater mit 1. Jänner 1873 in seine Fabrik aufnahm. 1876 reiste er nach Brüssel, um in einem Großhandelshause für Glas-, Porzellan- und Majolikawaren seine geschäftlichen Erfahrungen zu erweitern, die sich bei der Weiterentwicklung des väterlichen Unternehmens günstig auswirkten. (S.450)

Aus:“Geschichte der deutschen Stadt Aussig“ von Franz Josef Umlauf, Bayreuth 1960
Herausgeber Hilfsverein Aussig e.V. München



Die folgenden Auszüge entstammen dem Buch
SKRYTÉ POKLADY ÚSTECKÉ TERAKOTY von Václav Cílek und Jan Nemec, Usti nad Labem 2004.
Nach der Rohübersetzung durchgesehen von Sigrid Paul geb. Maresch, bearbeitet von Dieter W. Winter

Als am 01.01.1873 Ferdinand Maresch seine Tätigkeit im väterlichen Betrieb begann, war nach vorliegenden Aufzeichnungen der Betrieb des Vaters in keiner guten Verfassung. Die Einrichtung war in schlechtem Zustand, der Warenabsatz war schleppend. Der größte Wunsch Ferdinands war es, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Im Juli 1876 reiste er nach Brüssel und arbeitete ein Jahr lang in der großen Glas-, Porzellan- und Keramikfirma Theodor Schwenk & Co. Nach diesem Jahr ist er wieder zurückgekehrt und konnte seine Auslandskenntnisse im Betrieb seines Vaters anwenden.

Am 01. Juli 1885 wurde Ferdinand Mitinhaber der Aussiger Keramikfirma, die gemeinsame Firma von Vater und Sohn wurde auf dem Amtsgericht Leitmeritz am heiligen Abend 1885 in das Handelsregister eingetragen. Nach 6 Jahren ist am 11.02.1891 der 70-jährige Johann Maresch aus der Firma ausgeschieden und hat dem Sohn alles überlassen.

Im Jahre 1890 wurde die Firma „Ferdinand Maresch, Siderolith-, Terrakotta- und Majolika-Fabrik in Aussig“ gegründet, jedoch blieben die Initialen JM erhalten. Dekorationsteller mit geographischen und anderen Motiven haben Mitte der 90er Jahr 40% der kompletten Produktion ausgemacht, Plastiken, einschließlich der Zwerge 25%. Es gab auch Gebrauchskeramik und Tabaksdosen, Pfeifenständer, Aschenbecher, Blumentöpfe, Vasen, Salz- und Pfefferstreuer, Spardosen und Bierkrüge. Man stellte bei Maresch schon damals Bierkrüge her, die im Boden eine Spieluhr eingebaut hatten, die beim Trinken ein Lied spielte.

Viele dieser Artikel modellierte August Otto, ein bedeutender Modelleur, der 1891 ein interessantes Angebot von Ferdinand Maresch bekam. Bei vielen Produkten aus der Zeit ist nicht nur JM eingraviert, sondern auch die Initialen AO. Durch den ersten Weltkrieg wurde leider die Herstellung von solchen Kunstgegenständen behindert, der Export lief nur schleppend. Wegen dieser Umstände musste er die Firma 1915 verlassen. - 1937, (vermutlich zur Unterstützung von Ferdinand Maresch nach dem Tod von dessen Sohn Wolfgang) kehrte er wieder zu Maresch zurück und arbeitete hier bis zum Ende des zweiten Weltkrieges.

Mit 28 Jahren wurde Wolfgang Maresch 1910 Prokurist in der Firma seines Vaters, in der er bereits nach der Realschule angestellt wurde. Am 01.01.1923 wurde er Gesellschafter; Ferdinand Maresch behielt Prokura und blieb weiterhin im Betrieb.

Die Konjunktur des Betriebes war nach dem ersten Weltkrieg Vergangenheit. Wanddekorationsteller und ähnliches verkauften sich nach dem ersten Weltkrieg sehr schleppend, die Lagerkeller der Firma füllten sich damit. Moderne Erzeugnisse schmückten die Wohnungen, doch darauf war die Fabrik nicht eingerichtet. Glücklicherweise blieb die Nachfrage nach Gartenzwergen weiterhin bestehen und hat damit die Firma Maresch über Wasser gehalten. Es wurden weiterhin Schmuckteller sowie Blumentöpfe hergestellt. Auch Vasen, die mit kleinen Plastiken geschmückt waren, fanden ihren Absatz. Neben der Keramik hatten auch Dekorationskacheln eine sehr große Nachfrage.

Am 02.09.1937 starb Wolfgang Maresch. Die Firma wurde danach wieder von dem damals 83jährigen Ferdinand Maresch geleitet. Als dieser jedoch nach 3 Jahren am 04.09.1940 starb, verkauften die Kinder und Erben von Wolfgang Maresch die Firma ihrem Onkel JUDr. Walther Maresch.

Zusammen mit seinem Neffen Dr. Werner Wenisch wandelte Dr. Walther Maresch den Betrieb am 01.01.1941 in eine Kommanditgesellschaft um und firmierte unter dem Namen „Ferdinand Maresch, Feinkeramische Fabrik Aussig a.d. Elbe“ Das Vorwort des Kataloges zur Ausstellung im Jahre 1940 bezeichnet die Produkte (Imitationen) der Slowakischen Haban Keramik als Keramik aus der Blütezeit in Tschechien. Die Keramischen Rohstoffe (Farben und Glasuren) hat die Firma Maresch in Karlsbad, in Reichenberg und Erde (Terra) in Trnovan eingekauft. Für die Produktion der Haben Keramik Fajan wurden die Rohstoffe von der Firma Gössel in Karlsbad geliefert.

Am 01. Juni 1945 wurde Professor Jaroslav Doubravsky Verwalter der Firma Ferdinand Maresch und führte diese bis zur Auflösung 1948. Neben Versuchen, brauchbare Keramik weiterhin herzustellen und Halbfertigprodukte aus der Zeit vor 1945 fertig zu stellen, spezialisierte sich die Nachkriegsfirma auf die Herstellung von Keramikbüsten des Präsidenten Clemens Gottwald.

Am 06.03.1982 wurde der komplette Komplex der Maresch-Fabrik abgerissen, Auf dem Gelände steht heute das Gebäude der CSAD.


Gesammelt und aufgeschrieben von Dieter W. Winter – Stand 10. Juni 2004
Zum Familientreffen anlässlich des „Zwergen-Festes“ vom 18.06. – 20.06.2004 in Aussig an der Elbe mit freundlicher Genehmigung von Herrn Dr. Vladimir Kaiser, Stadtarchivar der Stadt Usti nad Labem.





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gartenzwerg ...
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...   Erstellt am 01.03.2007 - 13:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Dies ist aus dem Maresch-Prospekt von ca. 1908 eine Zwergen-Seite. Man beachte die Größe der einzelnen Zwerge!
Der liegende Zwerg rechts unten war das Vorbild für den Riesenzwerg, der 2004 anlässlich des Zwergenfestes neben dem Theater stand und sich heute im Zoologischen Garten befindet.



[Dieser Beitrag wurde am 01.03.2007 - 13:07 von gartenzwerg aktualisiert]





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