Kitti  Drama-Queen
 

Status: Offline Registriert seit: 15.06.2008 Beiträge: 229 Nachricht senden | Erstellt am 18.07.2008 - 09:25 |  |
Ist sie noch ganz normal oder schon zu sehr an Musicalitis erkrankt? (Für alle Fans, die öfter von Ohrwürmern aus dem Musicalbereich „geplagt“ werden ^^) Die Story kann natürlich genau so gut auf Arbeit und Uni bezogen werden!
Der Wecker klingelte schrill. Larissa wollte ihn am liebsten gegen die Wand werfen und rollte sich noch einmal auf die andere Seite. Das durfte doch alles nicht wahr sein. Es war Montag und auf sie warteten 7 Stunden Schule und der Sportunterricht am Nachmittag. Ob faules Fieber gut genug als Ausrede war? Wahrscheinlich nicht. Missmutig richtete sich Larissa im Bett auf und schob die Decke widerwillig beiseite. Warum musste es auch so schön warm und gemütlich im Bett sein… Sie sollte lieber aufstehen, bevor ihre Mutter kam, um sie noch unsanfter aus dem Bett zu werfen. Doch zu spät. Ihre Mutter riss die Tür auf und rief laut: „Mein Kind, man schläft hier nicht so lang! Um 6 Uhr früh beginnt der Tag pünktlich beim Weckerschlag jeden Morgen!“
Bildete sie sich das nur ein oder klang das wirklich wie die fiese Erzherzogin Sophie aus dem Musical „Elisabeth“ ?! Nur, dass der Songtext auf ihre Situation passte. Vielleicht hätte sie gestern die Elisabeth-DVD nicht zum wiederholten Male anschauen sollen. Zumindest zauberte dieser Songtext ein kleines Grinsen auf Larissas Gesicht.
Das Mädchen antwortete singend: „Ich will heut ausschlafen!“ und schälte sich aus dem Bett. Fehlte nur noch, dass ein Pulk Hofdamen aus dem Nichts auftauchte und über sie zu lästern begann. Nein, das wollte sie jetzt nicht weiterdenken. An diesem seltsamen Tag konnte ja fast alles passieren.
„Ordinär! Und jetzt ab ins Bad. Sonst kommst du noch zu spät zur ersten Stunde!“ Ihre Mutter warf der Schülerin ein Paar Socken an den Kopf und verschwand lachend aus dem Zimmer, denn Rache war bekanntlich süß. Larissa rief ihr hinterher: „Na warte. Heute droht dir noch ein Schlachtfeld!“
Larissa warf die Socken neben ihre anderen Sachen und trottete ins Bad. Ihre dunklen Locken standen in alle Richtungen ab. Na klasse, für Scaramouche brauch ich nicht mal eine Perücke, die Frisur hab ich auch so, dachte sie und bürstete energisch ihr Haar.
Each Morning I get up and die a little. Can barely stand on my feet. Take a look in the mirror and cry. Lord what you're doing to me?? I have to spend all my years in believing you. But I just can't get no relief Lord...Can anybody find me somebody to love?
Sie wusch sich noch und ging dann rüber in ihr Zimmer, um sich etwas zum Anziehen herauszusuchen. Lieber trag ich eine Tonne als das Outfit einer Nonne... dachte sie, als die schwarzen Sachen sah, die noch übrig waren. Na klasse, nicht mal ihre Lieblingssachen waren aus der Wäsche wieder da. Meine größte Gabe ist mein Sinn für Stil, na ja, heute definitiv nicht!
Noch immer komisch gelaunt zog sie sich an und setzte sich an den Frühstückstisch. Mensch, das sah ja lecker aus. Von irgendwoher schien Musik zu kommen.
Die Serviette um den Hals, Cherie, dass du hier nichts verpasst. Sei hier Gast, Sei hier Gast. Schenk der Seele etwas Rast...
Das Angebot konnte man sich doch nicht entgehen lassen. Sie genoss das Frühstück und nahm dann ihre Tasche, weil es Zeit wurde, loszugehen. Klar, es regnete wie aus Kübeln. Passte ja zum Anfang einer solchen Woche. Larissa nahm ihren langen, grauen Regenmantel und setzte die Kapuze auf. Na ja, der Regen lässt die Blumen blümen, dachte sie. Außerdem schmerzte der Regen dank ihrer neuen Jacke nicht mehr.
Sie öffnete die Tür und trat in die morgendliche Kälte hinaus.
Und wieder bin ich ganz allein. Ein Schulweg mit Höllenqualen. Ich will keinen langen Stundenplan, Mounsieur, das kann ich sowieso nicht ertragen. Das Ende ist nicht nah, fast könnt ich glauben, es wäre da. Ich ziehe oft allein umher, wenn alle anderen Menschen (noch) schlafen. Wie oft hab ich von genug Schlaf geträumt…Ja, ich weiß, die Freizeit hat mich übersehen. Ganz egal, ich muss zu ihr stehen… Die Welt ist voller Seligkeit und ich darf nicht hinein…
Unwillkürlich ging sie einen Schritt schneller. Die ersten beiden Stunden Geschichte. Da konnte sie ja eigentlich weiterschlafen, nur war das am Tisch so schrecklich unbequem.
Sie schüttelte den nassen Mantel auf und legte ihn auf die Heizung neben ihrem Stuhl. Vielleicht würde das Ding ja wenigstens trocken. Der Geschichtslehrer kam herein. Oh Mann, sein Gesicht sah schlimmer aus als sieben Tage Regenwetter. Das konnte ja nicht gut enden.
Denn die einzige Lösung wäre Schwänzen. Doch zum Schwänzen fehlt mir der Mut… So spiel ich die Interessierte und tu, was ich tu. Als wäre Langeweile genug…
Je länger sie dem Monolog des Lehrers zuhörte bzw. so tat, desto näher kam ihr Kopf der Tischplatte.
I want to break free… I want to break free…I want to break free from your lies. You’re so self-satisfied. I don’t need you!
Larissa erwischte sich dabei, wie sie leise summte und den Songtext auf ihren Block schrieb. Die anderen Schüler schienen auch nicht interessierter. Also machte sie weiter. Ja, das lenkte sie wunderbar ab. Schon bald hatte sie die Band Queen vor Augen und sah sich auf einem Konzert. Hach ja, wie schön könnte das Leben sein, wenn es keinen Geschichtsunterricht geben würde.
„LARISSA!“, donnerte plötzlich der Lehrer. Ihr Kopf schnellte hoch. Gott, warum erinnerte sie das jetzt so an das böse Biest, das eigentlich gar nicht so böse war? Ein verwunschener Prinz war dieser halb eingerostete Lehrer mit seinem Bäuchlein sicher nicht. Sein Gesicht verhieß wieder mal nichts Gutes. Kein Lächeln war je so kalt, wie gut hab ich es gekannt…
Sie lächelte unschuldig und schaute ihn an. Er riss ihr den Block aus der Hand und hob diesen halb amüsiert, halb wütend an, um zu lesen, was sie da fabriziert hat. Seine Stimme war immer noch laut neben ihrem Ohr: „So, so. Hier möchtest du also raus. Glaubst du nicht, dass wir alle lieber ein längeres Wochende gehabt hätten? Zur Strafe schreibst du einen Aufsatz über Bismarck und sein politisches Engagement!“ Böse grinsend gab er ihr den Block zurück und wanderte zurück zu seinem Pult, um seinen einschläfernden Monolog fortzusetzen.
Macht irgendwer Mist, dann steh ich bestimmt immer mittendrin. Dafür bin ich immer gut. Denn Tatsache ist, ich habe für Pech einen siebten Sinn. Ich bin zwei Mal links beschuht…
Mein Gott, warum ausgerechnet Bismarck? Warum heut? Wer war das überhaupt? Larissa kannte nur den Bismarckhering, denn das war ein Lieblingsgericht ihres Vaters.
Nach der Geschichtshölle ging der Rest des Tages relativ ereignislos weiter, bis auch schon der Sportunterricht stattfand. Der Regen prasselte immer noch auf das Dach der marode erscheinenden Sporthalle. Warum fiel die eigentlich nicht auseinander? Dann würde im Winter wenigstens der Unterricht nicht stattfinden können. Larissa konnte wunderbar turnen, aber alles andere war nicht ihr Fall.
Heute stand Tanzen auf dem Plan… Auch das noch!
Wenn ich tanzen will, dann tanz ich so, wie’s mir gefällt. Ich allein bestimm die Stunde, ich allein wähl die Musik. Wenn ich tanzen will, dann tanz ich auf meine ganz besondre Art. Am Rand des Abgrunds oder nur in deinem Blick.
Hatte sie das jetzt laut gesungen? Ach, du meine Güte! Ja, sie hatte eins ihrer Lieblingslieder laut vor sich hin gesungen, als gerade die Lehrerin neben ihr stand und die Paare zusammen stellen wollte. Die ganze Klasse brach in Gelächter aus. Larissas Gesichtsfarbe wechselte von knallrot zu leichenblass. Dass auch immer ihr so etwas passieren musste.
Den Rest der Stunde wich sie den Blicken der anderen Schüler aus und war froh, als die Stunde zu Ende zu war.
Was für ein Tag… Zu Hause schmiss sie ihre Sachen in eine Ecke und machte ihren CD-Player an. Irgendwann ging es ihr besser, als sie zu den Klängen von Maya Hakvoorts Solo-CD entspannte. „You can get to know better days, if you make it truth the night… Yes, you do…“
Larissa schreckte hoch. Der Wecker klingelte. Es war Montag und auf sie warteten zwei Stunden Geschichte. Gott, was hatte sie denn da geträumt? Zum Glück passierte ihr so etwas nicht wirklich.
Signatur "Könntest du einmal nur durch meine Augen sehn,
dann würdest du mich nicht länger missverstehn."

2. Mitglied des 1. inoffiziellen Friedooooo-for-Tarzan Club
Coco, mein du bist im Himmel!!! |