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Ein Produkt, welches 500 Jahre eine Erfolgsgeschichte war, das gedruckte Buch, bekommt nun auch Konkurrenz im elektronischen Bereich. Das "Elektronische Buch" greift nach den Sparten Musik oder Foto die letzte Bastion des Analogen an. Zur Buchmesse sollen die Geräte im Taschnebuchformat vorgestellt werden hier in Deutschland, in Amerika sind schon ca 500.000 verkauft worden. | |||||||||
Minotaurus ![]() Hausherr und Gastgeber ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Status: Offline Registriert seit: 13.06.2006 Beiträge: 1550 Nachricht senden |
Kann ich natürlich nur aus meiner ganz persönlichen Sicht beantworten. Mich wundert es eher, daß dieses Medium so lange gebraucht hat, um endlich bekannt und akzeptiert zu werden, schließlich gab es die ersten Anfänge bereits in den 70-ern (Project Gutenberg). Nach einer längeren Phase des Dahindümpelns schaffte das eBook um die Jahrtausendwende 1999-2001 den ersten größeren Durchbruch. Heutzutage also durchaus nichts Neues mehr. Gebundene Bücher werden wahrscheinlich eh bald der Vergangenheit angehören, denn sie sind der Stand der Technik von gestern (oder bereits vorgestern?) und wenn ich ganz ehrlich sein soll, dann weine ich ihnen nicht allzuviele Tränen hinterher. Die Buchdruckerkunst des Johannes Gensfleisch ist bereits über 500 Jahre alt. Höchste Zeit also für eine Ablösung ins moderne Medienzeitalter. Gerade bei Sachbüchern und Nachschlagewerken werden die Halbwertszeiten von aktuellen Informationen und Erkenntnissen eh immer kürzer und zwar in rasanter Geschwindigkeit. Übrig bleibt da nur noch die Belletristik. Aber auch dort bleibt die Zeit nicht völlig stehen: Neuere Medien wie e-Book, Hörbuch, sowie PDAs, usw. werden in Zukunft die literarische Welt bestimmen, da können die Schriftsteller noch so zappeln und strampeln - es wird ihnen nichts nützen. Wer es nicht rechtzeitig schafft, auf diesen Zug aufzuspringen, der muß eben zusehen, wie der Zug ohne ihn abfährt. So einfach ist das. Davon abgesehen wird der Wert des gedruckten Wortes ohnehin immer geringer, denn auch hier bleibt die Zeit nicht stehen. Aber auch vorher schon gab es nicht sehr viele Schreiberlinge, die von ihrer Schreibkunst wirklich leben konnten. Nicht umsonst wird diese Kunstrichtung schon seit jeher als "Brotlose Zunft" bezeichnet. Wenige Ausnahmen bestätigen diese Regel. Obwohl ich selbst einige Schrankwände voller Bücher der verschiedensten Gattungen besitze, wird mir der Abschied vermutlich nicht allzu schwer fallen. Tja, ich bin eben ein Kind des digitalen Zeitalters. ![]() Na gut, bin ja auch noch jung. ![]() Jugendliche Grüße vom Mino. Signatur ![]() Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke. (Marcel Reich-Ranicki) | |||||||||
Minotaurus ![]() Hausherr und Gastgeber ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Status: Offline Registriert seit: 13.06.2006 Beiträge: 1550 Nachricht senden |
Das mag schon sein, aber auch hier bleibt die Zeit nicht stehen. ![]() Kuckstu: ![]()
Das Ende des klassischen Buchdruckes scheint gekommen zu sein und die Erfindung des Johannes Gensfleisch ist bestenfalls noch ein Relikt für´s Technikmuseum. Museumsreife Grüße auch vom Mino. Signatur ![]() Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke. (Marcel Reich-Ranicki) | |||||||||
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Da haben wir eine sehr enthusiastische Stimme vor uns, die dem guten alten Buch schon das Grabliedlein singt. Jung sei er, meint er und es ist ihm zu gönnen, dass er sich so fühlt (nach den zwickenden Zimperlein wollen wir da höflicher Weise nicht fragen!) | |||||||||
Leseratte ![]() Registriertes Mitglied ![]() Status: Offline Registriert seit: 04.01.2008 Beiträge: 31 Nachricht senden |
Also, ich habe noch nie so ein Ding in den Händen gehabt, aber ich glaube, dass ich mich mich mit so einem "elektronischen Buch" nicht anfreunden könnte. Signatur Lesen bildet, BILD nicht! | |||||||||
Minotaurus ![]() Hausherr und Gastgeber ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Status: Offline Registriert seit: 13.06.2006 Beiträge: 1550 Nachricht senden |
Nun, ich glaube, daß der "Göttliche Mino" seine getroffenen Aussagen ein wenig erläutern sollte? ![]() Das Grabliedlein wollte ich dem gedruckten Buch keineswegs singen, aber nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, daß - auch in diesem Bereich - in den nächsten Jahren ein gravierender Wandel stattfinden wird. Und das wird keine Frage des Alters sein. Es ist schon richtig, daß die älteren von uns das Ende des gedruckten Buches wahrscheinlich nicht mehr erleben werden, aber die digitale Entwicklung wird deshalb kaum aufzuhalten sein. Die Zukunft wartet nicht auf uns.
Ich nicht, denn auch noch in tausend Jahren wird eine digitale "Eins" noch eine "Eins" und eine digitale "Null" eine "Null" sein. Und zwar völlig unabhängig davon, welche Datenträger und Lesegeräte es in ferner Zukunft geben wird. Das digitale Zeitalter ist ja mit knapp 30 Jahren noch nicht so alt und wir haben bereits jede Menge verschiedenster Systeme kommen und auch wieder verschwinden gesehen. Trotzdem ist es kein Problem, ältere (und älteste) Daten zu rekonstruieren und in ein neues Datensystem zu übertragen, bzw. zu konvertieren. Ob man damit den Bereich von Computern, von Musiksystemen oder der digitalen Fotographie meint, das ist relativ egal. Zum Teil funktioniert das sogar mit analogen Daten noch ganz passabel, wie uns digitale Fotoscanner, Diascanner, OCR-Software und die Sprachausgabe am PC zeigen. Wer von uns hätte noch vor zehn Jahren gedacht, daß er heute vor einem Computer sitzt und sich via Internet mit anderen - ihm völlig unbekannten Menschen - über solche Themen unterhält, wie wir es hier gerade tun?Na? ![]()
Gerade diese Ökobilanz würde eigentlich für die Verwendung digitaler Datensysteme sprechen. Wenn man allein die Wälder betrachtet, die jährlich nur zur Herstellung von Papier gerodet werden, so lassen diese Zahlen jedem Ökofreak die Haare zu Berge stehen, sofern er noch welche hat.Gut, Papier läßt sich zwar in einem gewissen Maße recyclen, aber nicht bis in die letzte Instanz. Es wird immer noch jede Menge frischer Zellulose zu dessen Herstellung benötigt, der Rest wandert bestenfalls noch als Klopapier in die Kanalisation oder als Kartonagen durch den Schlot. Digitale Daten hingegen produzieren keine Abfälle, sie lassen sich völlig rückstandsfrei wieder löschen. Die einzigen Abfälle werden durch Datenträger und Lesegeräte produziert, aber auch in diesen Bereichen kann ein Recycling betrieben werden, falls unsere Gesellschaft das wirklich möchte. Letztendlich wird es aber eine Frage des Preises sein, denn Silizium ist relativ billig und die Vorräte nahezu unerschöpflich. Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern wie z.B. Öl oder Gas. Die Ästhetik von gedruckten Büchern und das hapitische Element ist eine ganz andere Frage, auch wenn man gedruckte Buchstaben ebenso wenig anfassen kann wie digitale Pixel. Über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Systeme brauchen wir uns sicher nicht zanken und streiten, denn die gibt es natürlich. Aber auch hier wird es vermutlich nur eine Frage der Zeit sein, bis sich sowohl der Konsument, als auch die Industrie auf eine "allgemeinverträgliche Lösung" verständigt haben. Erinnern wir uns kurz an die ersten Anfänge der digitalen Uhren und Radiowecker: Was ging damals für ein Aufschrei um die Uhrenwelt, weil man plötzlich keine wohlbekannten analogen Zeiger mehr hatte, sondern nur noch digitale Zahlen und diese sogar noch in schlecht lesbarer Qualität! Und was war die Lösung? Heute gibt es jede Menge digitaler Uhren, welche die Zeit mit lesefreundlichen Zeigern darstellen können. Der Unterschied zu analogen Uhren ist heutzutage kaum mehr feststellbar, außer daß die Digitalknechte wesentlich genauer und zuverlässiger funktionieren als ihre analogen Pendanten. Nicht anders wird es mittelfristig auch bei Büchern sein, aber ohnehin sehe ich den Buchmarkt nicht so sehr im Fokus des Geschehens, sondern vielmehr den Zeitungsmarkt. Dort werden täglich mehrere Tonnen mit Druckerschwärze verunreinigte Papierabfälle produziert, die danach entsorgt sein wollen. Und damit meine ich nicht nur das Passauer Bistumsblatt, die PNP oder die BLÖD-Zeitung, sondern alle Arten von Tageszeitungen. Wenn ich mein eigenes Konsumverhalten bezüglich von Tageszeitungen mal etwas genauer hinterfrage, so muß ich zugeben, daß ich bereits seit mehreren Jahren keine gedruckte Ausgabe mehr gekauft habe. Lediglich die regionalen Anzeigenblätter flattern noch auf meinen Tisch, aber auch auf diese könnte ich getrost verzichten, denn was ich wirklich wissen möchte, das erfahre ich im Internet wesentlich schneller und zielgerichteter. Digitale Grüße zur Nacht vom "jugendlichen" Mino. Signatur ![]() Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke. (Marcel Reich-Ranicki) | |||||||||
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Die Medien waren ja nun voll mit diesem Thema E-Book beschäftigt. | |||||||||
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