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lebenslust  Administrator

Status: Offline Registriert seit: 19.11.2005 Beiträge: 5047 Nachricht senden | Erstellt am 17.12.2007 - 18:12 |  |
"Wir tun alles, um nichts zu tun"
Der Philosoph Klaus Michael Meyer-Abich über Gewinner und Verlierer beim Klimaschutz.
Herr Meyer-Abich, die Welt schaut auf die Klima-Konferenz nach Bali. Alle sagen, es muss etwas geschehen. Sie sagen, es wird nichts geschehen. Warum sind Sie so pessimistisch?
Das ist kein Pessimismus, sondern Realismus. Wir sagen aus Anstand, und weil die Öffentlichkeit dies auch meint, es müsse etwas geschehen. Und das stimmt ja auch. Aber wir retten durch die Klimapolitik allenfalls unser Gewissen, nicht das Klima. Es wird nichts geschehen, weil wir, die Industrieländer, kein Interesse daran haben und auch unsere Öffentlichkeit nicht einmal zur Hälfte auf das Autofahren verzichten wird. Denn wir sind nicht nur die Verursacher, sondern zum großen Teil auch die Gewinner der Klimaveränderung, und die Entwicklungsländer sind die Verlierer. Die Frage ist: Was soll uns bewegen, wirklich etwas zu tun?
Das ganze Interview gibts bei fr-online
Signatur Andre Voigt, Gesundheitsberater für Zellular Medizin
Repräsentant des AEVU (Allg. Europ. Verbund f. Umweltschutz )
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lebenslust  Administrator

Status: Offline Registriert seit: 19.11.2005 Beiträge: 5047 Nachricht senden | Erstellt am 22.12.2007 - 19:17 |  |
Götter und Götzen
Klimakonferenz: Bali - die historische Fußnote der Klimapolitik
Die Frage, warum Gesellschaften dumme Dinge tun, beantwortet Jared Diamond in seinem Buch Kollaps mit einer Stufentheorie: (1) Es kann sein, dass eine Gesellschaft ein Problem nicht voraussieht; (2) sie mag ein Problem nicht wahrnehmen, selbst wenn es bereits eingetreten ist; (3) sie mag ein Problem zwar erkennen, aber keine Anstrengungen unternehmen, es auch zu lösen; (4) die Eliten der Gesellschaft schotten sich von den Folgen ihrer eigenen Handlungen ab, was den Kollaps beschleunigt.
weiter: lebenshaus-alb.de/
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lebenslust  Administrator

Status: Offline Registriert seit: 19.11.2005 Beiträge: 5047 Nachricht senden | Erstellt am 04.03.2008 - 23:43 |  |
Schutz der Arktis aufgeschoben
Arktischer Rat musste sich Öl- und Gasinteressen einiger Mitglieder beugen
Von Andreas Knudsen
Der Wettlauf um die Reichtümer der Arktis hat längst begonnen, doch weite Gebiete unterliegen keinem staatlichen Schutz. Dieser Aufgabe hat sich der Arktische Rat verschrieben, doch sein Einfluss hängt vom guten Willen seiner Mitglieder, der Anrainerstaaten der Arktis, ab. Dies zeigte sich kürzlich wieder auf einer Konferenz im norwegischen Tromsø, wo Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie diskutiert – und erst einmal wieder in die Schublade gelegt wurden.
2009 werden sich die zuständigen Minister der Mitgliedsländer des Arktischen Rats turnusmäßig treffen. Erst dort soll nach dem Willen Schwedens und der USA der wissenschaftliche Bericht angenommen und freigegeben werden. Einige der an der Ausarbeitung beteiligten Wissenschaftler befürchten, dass bis dahin die Schlussfolgerungen soweit politisch entschärft werden, dass sie ihre Arbeit nicht mehr wiedererkennen.
weiter: Neues Deutschland
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lebenslust  Administrator

Status: Offline Registriert seit: 19.11.2005 Beiträge: 5047 Nachricht senden | Erstellt am 26.07.2008 - 21:44 |  |
Klima auf dem Sprung
Man kann nicht nur das Rad neu erfinden. Klimatologe aus den USA hat, ohne es zu merken, Marx für sich entdeckt und nennt es verbrecherisch, »daß in Washington Geld spricht«
Der US-amerikanische Klimawissenschaftler James E. Hansen kann getrost zur akademischen Elite seines Landes gezählt werden. Er ist Professor für Erd- und Umweltwissenschaften an der renommierten Columbia University und steht bei der US-Raumfahrtagentur NASA dem Goddard Institute for Space Studies vor. In den 80er Jahren war Hansen einer der ersten Wissenschaftler, die eindringlich vor den Folgen der Erderwärmung warnten.
Anläßlich des 20. Jahrestages seiner ersten Anhörung zu Ursachen und Folgen des Klimawandels vor dem US-Kongreß sprach er kürzlich erneut vor dem Unterhaus in Washington. Seine Rede war diesmal deutlich unversöhnlicher. Die Chefs der wichtigsten Energieunternehmen und Ölkonzerne gehörten angeklagt wegen »Verbrechen gegen Menschheit und die Natur«, erklärte der Klimatologe. Ölmultis hätten durch die Finanzierung von Klimaskeptikern die Debatte um die Erderwärumg verzerrt und wirksame Gegenmaßnahmen über Jahre verhindert.
zum ganzen Artikel:: Junge Welt
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Status: Offline Registriert seit: 19.11.2005 Beiträge: 5047 Nachricht senden | Erstellt am 05.09.2008 - 06:22 |  |
Nur extreme Maßnahmen können weltweite Erwärmung noch stoppen
Weltweit kritisieren Forscher das Versagen der Politik in Sachen Klimaveränderung.
Diese Inaktivität werde zwangsläufig dazu führen, dass extreme und auch gefährliche Aktionen zur Klimarettung durchgeführt werden müssen, berichtet der Guardian. Gemeint sind damit so genannte Geo-Engineering-Methoden wie etwa das Abblocken der Sonneneinstrahlung oder eine großräumige Düngung der Ozeane mit Eisen. Damit soll verhindert werden, dass die CO2-Konzentration in der Atmosphäre die kritische Zahl von 650 ppm (Parts-Per-Million) überschreitet. Derzeit liegt die Konzentration bei rund 385 ppm.
Die Wissenschaftler Brian Launder von der Universität Manchester und Michael Thompson von der Universität Cambridge haben in einer Studie der Royal Society zwar vor den negativen Folgen solcher Geo-Engineering-Aktivitäten gewarnt, dennoch sei dies besser als gar nichts zu tun. Dass etwas getan werden müsse, ist auch für den Wiener Klimatologen Herbert Formayer von der Universität für Bodenkultur klar. "Wir wissen allerdings viel zu wenig darüber, wann der kritische Moment erreicht ist", so Formayer gegenüber pressetext. Man arbeite mit verschiedenen Modellen und versuche in etwa zu verstehen, wie sich das Klima verhalte und wann dieser Point-Of-No-Return erreicht sein werde. "Doch auch hier gibt es viele Ungenauigkeiten", bestätigt Formayer. So habe man den starken Rückgang des Arktis-Eises, der in diesem Sommer stattgefunden hat, erst für 2040 bis 2060 vorhergesagt.
Trotz dieser Ungenauigkeiten ist Formayer kein Befürworter solcher Geo-Engineering-Methoden. Auch hier gebe es viel zu viele Unsicherheiten. "Wenn man Ozeane großräumig mit Eisen düngt, weiß man nicht, welche Auswirkungen dies auf die Meeresökologie hat. Auch wenn solche Methoden im Kleinen funktionieren, übersieht man in der globalen Anwendung allzu leicht eine Wechselwirkung." Und das könne wiederum fatale Folgen haben. Die Idee der Geo-Engineering-Methoden ist allerdings schon alt. Schon während der 30er-Jahre hatten russische Forscher vorgeschlagen Ruß in die Atmosphäre zu blasen, um Sibirien wärmer zu machen. Auch Martin Rees, Präsident der Royal Society, sieht den großen Unsicherheitsfaktor solcher globaler Maßnahmen als Problem.
Formayer kritisiert in diesem Zusammenhang zudem auch die Machbarkeit solcher großräumig angelegter Maßnahmen. "Wenn die Politik schon bei der Verringerung der Treibhausgasemissionen versagt, stellt sich die Frage, wer denn diese groß angelegten Geo-Engineering-Projekte durchführen wird." Einzelne Personen oder Unternehmen wären dazu wohl kaum in der Lage: "Alles in allem bleiben diese Maßnahmen skurrile Ideen." Die einzige noch denkbare Variante sei die CO2-Sequestrierung - darunter versteht man die Deponierung von Kohlendioxid, das beispielsweise in Kraftwerken entstanden ist.
In einem scharf formulierten offenen Brief im Philosophical Transactions Journal schrieb Kevin Anderson gemeinsam mit seiner Forscherkollegin Alice Bows vom Tyndall Centre for Climate Research an der University of Manchester, dass die Politik die Folgen der Klimaerwärmung signifikant unterschätze. Das sehe man am Beispiel des G8-Ziels die Emissionen bis 2050 um 50 Prozent zu senken, um die Erwärmung auf zwei Grad zu beschränken. Diese Maßnahme basiere auf keinerlei wissenschaftlichem Hintergrund und sei Ausdruck einer gefährlich-törichten Strategie.
Quelle:
pressetext.austria 2008
Wolfgang Weitlaner 2008
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