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| Ersteller | Thema » Beitrag als Abo bestellen |  | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 01.05.2007 - 20:01 | |
LOthar atmete tief ei und sah Bernardo Gui wortlos an.Ein zorniger Blick traf den Inquisitor. Der Schwertmeister hatte nichts vergessen.
Alsdann wandete er sich an Lancelot.
"Herr, vergebt mir meine Dreistigkeit, doch mein Gewissen zwingt mich, solches zu tun".
Der König machte ein unwilliges Gesicht und forderte den Alten mit einer unwirschen Handbewegung auf, endlich zur Sache zu kommen.
"Nun, so will ich kundtun, was ich weiß".
Er räusperte sich und hub an:
"Der Vorwurf des Giftmordes an König Gareth und seiner Tochter Brunhild ist unhaltbar, wenn Ihr erlaubt. Ich selbst habe den wahren Mörder mit meinem Schwert zur Strecke gebracht.
Der Herr stehe mir bei, daß ich nicht in Versuchung gelange, auf Grund übler Gerüchte einen Menschen zu verurteilen.
Ich tötete den Alchimisten der Burg, weil er der Einzige war, der die Kenntnisse besaß, sowohl Heiltränke als auch Gifte zu brauen.
Er sah den Truchseß eindringlich an.
"Hagen von Tronje hat einst dem König als auch später unserer geliebten Brunhild Treue und Beistand geschworen. Ich glaube nicht, daß er versucht hat,sich Beider zu entledigen, um selbst König zu werden. Dies wäre ein Bruch des Rittereides, den er in meinem Beisein einst geleistet".
| Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
        

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4932 Nachricht senden | Erstellt am 01.05.2007 - 20:21 | |
Das Parkett wurde für Gui wieder sicherer, er atmete tief ein, lächelte den alten Schwertmeister an und erwiderte in Richtung des Königs:
"Majestät, damit bin ich vertraut. Natürlich wurden die königlichen Majestäten nicht vom Tronjer selbst umgebracht - dazu ist er viel zu feige!"
Bei diesen Worten schaute er den Schwertmeister mitleidig an und Hagen feindselig.
"Wenn Ihr nichts Neues anzubieten habt..." er schaute den alten Mann lange an. Zum König gewandt meinte er dann schließlich:
"Erlaubt, Majestät, dass ich Euch an den nächsten Tagen, wie es ursprünglich auch geplant war, die Beweise, Zeugenaussagen und Indizien vorlegen werde."
Er war zufrieden, niemand sprach mehr über seine Affäre und Hagens Getreue verstrickten sich in altbekanntem...
Signatur Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2724 Nachricht senden | Erstellt am 02.05.2007 - 09:46 | |
König Lancelot hatte genug von diesem Gefasel. Seine Stirn war von Zornesfalten zerfurcht.
Nochmals griff er mit fester sonorer Stimme in das zu eskalieren drohende Geschehen ein; er wunderte sich auch über die Inkonsequenz des Inquisitors, der heute nicht ganz bei der Sache zu sein schien.
" Bernardo Gui, so waltet Eures Amtes , und dies nun ohne weitere unnötige Verzögerungen !"
Zu Hagen gewandt : " Schluss jetzt, Hagen von Tronje, diese Impertinenz und Ignoranz gegenüber der Obrigkeit hat ab sofort ein Ende ! Andernfalls werdet Ihr ohne weitere Umschweife am Galgen enden !"
"Der Bruch seines Rittereides mache diesem Mann noch etwas aus ? Was redet Ihr da Lothar, Ihr redet wohl im Wahn !? Es braucht keinerlei Beweise mehr , die Taten dieses Mannes schönzureden oder zu entschuldigen. Der Alchimist hat in seinem Auftrag die feigen Morde an König Gareth und seiner Tochter Prinzessin Brunhild vorbereitet, weil er von Hagen bezahlt und angestiftet worden war. Sein Tod durch Euer Schwert entschuldigt nicht den Angeklagten, eher sind seine Taten noch verwerflicher, da er sich nicht eigenhändig versündigen wollte, sondern andere in seine Vorhaben mit hineinzog. Er hat vor Gott und allen weltlichen Gerichten Schändliches begangen, das mit Nichts zu entschuldigen ist.
Dieser Angeklagte hat seinen Schwur viele Male gebrochen und stets Leute gekauft, die seinen Leumund bislang halbwegs wieder zurechtrückten."
[Dieser Beitrag wurde am 02.05.2007 - 09:49 von WHISPER aktualisiert]
Signatur Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier... | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 04.05.2007 - 18:27 | |
Lothar trotzte den Blicken Lancelots, doch er ließ ihn ausreden.
Als der König geendet hatte, sah Lothar Hagen an und zuckte fast unmerklich mit den Schultern.
"Nun, so ich denn im Wahn spreche, wie man mir bescheinigt, werde ich mich, mit Eurer Erlaubnis, Mylord", dabei blickte er den König direkt an," entfernen. Ich möchte der hohen Gerichtsbarkeit nicht mit dem Gefasel eines alten, senilen Mannes im Wege stehen".
Er verneigte sich und verließ das Podest. "Komm", sagte er leise zu Isa. "Dies ist nicht mehr Wallinor und wird es auch nie mehr werden. Ich hatte einst eine Heimat, doch sie starb zusammen mit Deiner Halbschwester".
[Dieser Beitrag wurde am 04.05.2007 - 18:27 von Spacetrucker57 aktualisiert]
| Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
        

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4932 Nachricht senden | Erstellt am 04.05.2007 - 18:49 | |
Bernardo Gui war zufrieden, denn das Eingreifen des Königs hatte vollständig von Tessa abgelenkt.
Er war vom König geheißen worden, den Prozeß schon heute zu Ende zu bringen, was ihm sicherlich einige Mühe bereiten würde, doch waren seine Wachen bereits losgeschickt, die nötigen Unterlagen zu holen.
Nach kurzer Zeit kam Tessa selbst, um sie zu bringen und stieg aufs Podest. Nach den üblichen Ehrenbekundungen dem König, dem Nuntius und dem Inquisitor gegenüber, gab sie Bernardo einen Stapel Papier und wollte wieder das Podest verlassen.
Signatur Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 18.05.2007 - 11:57 | |
"Seid mir herzlich gegrüßt, holde Maid"!
Schneidend und voller Verachtung hallten diese wenigen Worte über den Platz. Fast schlagartig legte sich angespannte Ruhe auf die Menge. Es war eine Ungeheuerlichkeit, den jungen Kämpen in aller Öffentlichkeit vorzuführen und das Volk wartete angespannt, welches Schauspiel ihnen dort plötzlich geboten wurde.
Lothar, am Fuße des Podium's , blickte zurück. Es lag kein Erstaunen in seinem Blick, nur Resignation. Tadelnd sah er der Sprecher an, um dessen Mundwinkel ein hämisches Lächeln zuckte.
Hagen hatte den Kopf zwischen die Schultern gezogen und funkelte den Inquisitor kampfeslustig an.
| Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
        

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4932 Nachricht senden | Erstellt am 18.05.2007 - 16:02 | |
Bernardo reagierte nicht und auch Tessa alias Andreas schien nicht auf Hagens Provokation zu reagieren. Doch dann erhob sich Alejandro Orsini schwerfällig von seinem Sitz und gebot den Wachen, das Podest abzusperren, um niemanden hoch oder hinunter kommen zu lassen.
"Was bringt Ihr für Anschuldigungen vor, Tronjer? Könnt Ihr Eure Worte beweisen?"
Gespannte Ruhe legte sich über das Geschehen.
"Denk nach, Bernardo, denk nach was du tun wirst!" dachte der Inquisitor aufgeregt.
Signatur Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 18.05.2007 - 21:40 | |
Unterwürfig,ja fast hündisch ergeben beugte Hagen von Tronje das Haupt.
"Vergebt mir, Emminenz, jedoch ist mir zu Ohren gekommen, daß sich unter dem Gewand dieses Kämpen", damit deutete er auf Tessa, "ein Weibsbild verbirgt, mit dem unser hochwohlgelobter Bernardo Gui", dabei warf er einen giftigen Blick auf den Inquisitor, "desweilen seine Zeit verbringt. Den Beweis dazu könnt ihr selbst erbringen, so ihr den Recken wohl auffordern würdet, seinen Waffenrock abzulegen und Euch zu beweisen, daß er ein Mann ist".
Häme überzog sein Gesicht. "Vieleicht wird Euch aber auch die Natur eines Besseren belehren und der Schein trügt Euer Auge".
"Einen anderen Beweis habe ich nicht vorzubringen, ebenso wie sich die Anklage nur auf Gerüchte zu stützen scheint".
| Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
        

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4932 Nachricht senden | Erstellt am 19.05.2007 - 09:53 | |
Orsini schaute verwirrt drein.
"Erlaubt Euch kein Urteil über Dinge, die Ihr offenbar nicht versteht, Tronjer. Die gegen Euch vorgebrachten Anschuldigungen werden entweder von vielen oder von äußerst ehrenwerten und untadeligen Menschen bestätigt. Das ist Beweis genug. Doch sollt Ihr nicht behaupten, dieses Gericht wäre eine Verschwörung, weshalb ich Eurem Ersinnen nachgebe. Solltet Ihr aber erneut gelogen haben, werdet Ihr hier sogleich die Peitsche zu spüren bekommen."
Zu Andreas gewandt sagte er:
"Würdet Ihr bitte Euren Wappenrock und Gambeson ablegen?!"
Dann trat Bernardo Gui dazwischen:
"Das wird nicht nötig sein, Exzellenz. Der Tronjer spricht die Wahrheit, dieser Mann ist eine Frau und ich habe mit ihr in unzüchtiger Weise verkehrt, da..."
Weiter kam Gui nicht, denn Tessa begann nahezu unmenschlich zu kreischen:
"JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA! Mein Herr und Meister hat es mir befohlen: Wirf dich dem Inquisitor an die Brust, treibe mit ihm Unzucht, mache ihn zu deinem Sklaven! Er soll meine Kreise nicht mehr stören!
Das tat ich und nun ist er mir ergeben, wie ein Hund!"
Ihre gebrüllte Antwort endete in Schluchzen. Auf einen Wink von Orsini nahmen einige Wachen sie widerwillig in Gewahrsam und umringten nun auch den Inquisitor. Die Menge rief Gott um Schutz an, einige verhüllten ihre Gesichter, andere kreischten.
Orsini hob an zu sprechen: "Ist das wahr, Gui?"
Bernardo Gui hatte Tessas Taktik durchaus verstanden: Sie wollte sich opfern, damit er ungeschoren davon kam. Wie grausam doch manchmal sein Gott sein konnte. Denn er konnte sich ausmalen, wie es nun weiter ging, zu lange war er schon Inquisitor. Zuerst weitere Verhöre unter Umständen unter der Folter, dann ein Richterspruch und letztlich der Scheiterhaufen. Orsini würde ihn sicherlich zwingen, selbst die Fackel zu werfen...
Er hörte sich von ferne selbst sagen:
"Ja Herr, es ist wahr, jetzt ist der Bann von mir gefallen, wo die Hexe gestanden hat. Legt sie in Ketten und bereitet alles weitere vor.", sagte er dann zu seinen treuen Wachen.
Orsini hob abermals an:"Nun, denn sollten wir den Prozeß gegen Hagen von Tronje auf Morgen verschieben und Ihr, Gui werdet Eure Seele von jetzt bis zum nächsten Morgen reinigen im Gebet und tuet Buße, damit Euch der Geist dieser Hexe und ihres Herrn nicht abermals überraschen kann!"
Demütig senkte Gui den Kopf. Als er ihn hob sah er Hagen von Tronje in die Augen, der noch niemals in seinem Leben einen solchen Haß in den Augen eines Menschen lesen konnte, wie in diesem Augenblick bei Bernardo Gui.
Signatur Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 20.05.2007 - 11:33 | |
Doch Hagen widerstand dem Blick. Nein, mehr noch. Der Haß und die Verachtung, die aus seinen Augen sprach, waren denen des Inquisitors ebenbürtig.
Dieser Blick sagte: "Meine Rache dafür, daß du mich derart erniedrigst und mir Alles genommen, wofür ich gekämpft habe.Du sollst leiden, wie ich leiden muß"
Hätte man Beiden in just dem Moment ein Schwert in die Hand gegeben, so wäre zu gleicher Zeit ein Blutbad entstanden.
Vor der Empore wandte sich Isa an Lothar und fragte leise: "Sag mir, warum ist es böse, wenn sich zwei Menschen lieben? Warum tut der Mann jetzt so schlimme Sachen und kämpft nicht um seine Liebste".
Der Schwertmeister wollte antworten, doch Isa sprach mit Nachdruck weiter.
"Ist das die Religion, die ihr vertretet? Lüge und Verrat"?
Lothar war entsetzt über derart offene Worte, daß ihm vor Schreck die Luft wegblieb.
Eine behandschuhte Hand legte sich von hinten auf Isa's Mund und eine Stimme flüsterte ihr ins Ohr: "Isa, bitte, kein Wort mehr. Komm, wir müssen gehen".
Bohemund packte Isa an den Schultern und zog sie herum. "Deine Fragen sind berechtigt, doch du darfst sie nicht laut aussprechen sonst wird man dich mit mit dieser jungen Frau zusammen verbrennen".
Isa schaute erschrocken auf: "Aber wa........". Doch der Ritter verbot ihr mit einem Blick, weiterzusprechen.
"Komm jetzt, ich erkläre es dir später.
Er zog das Mädchen durch die Menge und Lothar folgte auf dem Fuße,emsig darauf bedacht, daß ihnen niemand folgte, während sich Hagen und Bernardo immer noch ein tödlich, stummes Blickduell lieferten.
[Dieser Beitrag wurde am 20.05.2007 - 13:07 von Spacetrucker57 aktualisiert]
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