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| Ersteller | Thema » Beitrag als Abo bestellen |  | Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
        

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4947 Nachricht senden | Erstellt am 24.04.2007 - 09:45 | |
Am nächsten Morgen schien die Sonne. Die Morgenkühle drang Galahad in die Lungen und machte ihm zugleich den Kopf frei.
Die Kirchenglocken riefen die Gläubigen zum Gottesdienst, mit dem die Wettbewerbe und der Prozeß gegen Hagen von Tronje eingeläutet werden sollten.
Galahad sah auch Isa und Lothar, welcher ihm zur Begrüßung von ferne zunickte. Zum Gruß erhob der Ritter den Arm und auch Isa winkte zurück.
"Gut, dass dies geklärt ist." dachte er bei sich. Als er die Kirche betrat und in der Loge des Hauses du Lac Platz nahm, sah er, dass er bereits spät dran war. Außer dem König selbst, der mit den Zelebranten einziehen würde, fehlte noch Solivai, die aber just die Kirche betrat und in der Nähe der Edelfräulein Platz nahm. Schon hoben die Fanfaren an zu spielen und der König, nebst Gefolge und Zelebranten betrat die Kirche.
Ein imposanter Anblick bot sich der Kirchengemeinde.
Bernardo Gui war wütend. Alejandro Orsini hatte darauf bestanden, selbst den Gottesdienst zu leiten - Gui durfte ihm allerdings ministrieren. In Bernardos Augen eine bewußte Herbsetzung seiner Person. Doch der päpstliche Legat war nun einmal mit mehr Vollmachten ausgestattet, als er selbst. Zerknirscht fügte er sich also in sein Schicksal.
Gegen Ende des Gottesdienstes wurden die Turnierwaffen gesegnet und auch Bernardo Gui bekam die Hand des Nuntius aufgelegt, während er Gottes Segen auf ihn herabbeschwor.
Genauso feierlich, wie der Einzug wurde der Auszug in einer Prozession zum Gerichtsplatz, wo die Führungsgewalt von den geistlichen Würdenträgern auf den weltlichen überging.
Galahad hielt sich immer in der Nähe seines Vater, der auf dem Gerichtsplatz das Wort an die Menge richtete...
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(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2735 Nachricht senden | Erstellt am 24.04.2007 - 10:50 | |
"Das Königreich Wallinor , vertreten durch meine Person und im Namen des Volkes: hiermit eröffnen wir, König Lancelot du Lac den Prozess gegen den schändlichen Königsmörder und Vergewaltiger Hagen von Tronje !
Bis zu meinem Entschluss und Urteilsspruch wird der päpstliche Legat Orsini als Prozessführer die Leitung übernehmen sowie der ermittelnde Großinquisitor Gui an seiner Seite als Ankläger den Prozess führen.
Der Gerechtigkeit halber : der Angeklagte, dem diese ungeheuren Vorwürfe zur Last gelegt werden, hat seinerzeit zu König Gareths Amtszeiten gewisse Verdienste erworben. In Anbetracht dessen sei es ihm gewährt, einige Worte zu seiner Verteidigung vorzubringen.
Die Fanfaren sollen erklingen und die Beteiligten sollen sich stantepede einfinden und ihre Plätze einnehmen sowie der Beschuldigte hier auf dem Gerichtsplatz vorgeführt werden.
Der König hob die Hand - der Prozess möge beginnen und seinen Lauf nehmen."
Die Fanfaren erklangen und brachten Kunde weit über das Land hinaus vom Prozessbeginn gegen den Königsmörder Hagen von Tronje.
Signatur Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier... | Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
        

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4947 Nachricht senden | Erstellt am 24.04.2007 - 11:20 | |
Alejandro Orsini und Bernardo Gui erhoben sich, bei der Nennung ihres Namens und nahmen ihre Plätze ein. Orsini setzte sich neben den König und Bernardo Gui stellte sich an ein Katheder.
"Majestät, Exzellenz Orsini, edle Damen und Herren, Volk von Wallinor! Unglaubliches hat sich während der vergangenen Monate hier abgespielt. Glaubten die arglosen Menschen Anfangs an das Wirken gemeinener Verbrecher oder einer Räuberbande, so stellte sich alsbald heraus, dass der Satan selbst, der Herr der Hölle in Person des Truchseß Wallinors hier Verbrechen von grausamer Art verübte."
Bernardo Gui nutzte das aufbrandende Gemurmel der Menge, um den Wachen das Zeichen zu geben, Hagen vorzuführen.
Als sich die Pforten des Kerkerturmes öffneten und sich die kleine Schar mit dem ehemaligen Truchseß in Bewegung setzte, warfen die Leute bereits faule Eier und Salat nach dem Tronjer, der nur leidlich von den Wachen geschützt wurde. Nachdem einige Minuten vergangen waren, war der Troß mit dem Deliquenten am Gerichtsplatz angekommen. Bernardo Gui gebot der Menge Ruhe, um mit der Anklage fortfahren zu können:
"Hagen von Tronje, Ihr seid heute hier mehrerer Verbrechen angeklagt. Die Beweislast ist erdrückend, soviel sei Euch gesagt. Höret nun, was Euch vorgeworfen wird!
Primus: Euch wird vorgeworfen in schändlicher Weise König Gareth und seine Tochter Brunhild mit Gift umgebracht zu haben, um selbst König zu sein.
Secundus: Desweiteren habt Ihr zumindest einen feigen Anschlag auf einen Ritter aus dem Hinterhalte geplant und in Auftrag gegeben zu haben, um Eurer Hoffart nachzugeben.
Tertius: Ihr habt Euch in lästerlicher Weise gegenüber Gott und der Heiligen Mutter Kirche geäußert und ward mehrfach frech und unfolgsam gegenüber ihren Würdenträgern, um Eurem wahren Herrn, dem Satan, zu dienen.
Quartus: Mehrere Weiber haben Klage erhoben, dass Ihr gegen ihren Willen mit ihnen Unzucht getrieben habt, um Eure Geilheit zu befriedigen.
Es ließen sich derlei Verbrechen noch mehrfach belegen, doch schon allein einer dieser Anklagepunkte würde genügen, Euch der ewigen Verdammnis anheim fallen zu lassen. Der Tod steht auf jede einzelne dieser Taten. Nun hat der König in seiner umfassenden Güte beschlossen, Euch Gehör zu gewähren. Hagen von Tronje, was sagt Ihr zu den Euch zur Last gelegten Verbrechen - bekennt Ihr Euch schuldig?"
Stille legte sich nach der Rede des Inquisitors über den Platz...
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(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 28.04.2007 - 09:30 | |
Hagen sah sich um. Lange schweifte sein Blick über die Menge, die ihn soeben noch mit Unrat beworfen hatte.
Doch er war nicht in der Lage, Dieses angemessen zu vergelten. So ruhte nur sein Blick auf den Gesichtern und Viele schlugen beschämt die Augen nieder, als er sie direkt anblickte.
Tief atmete er durch, um sich dann dem Ankläger zuzuwenden.
"Haltlose Verdächtigungen", knurrte er. "Ihr inszeniert eine Anklage, die kaum Bestand haben wird, Bernardo Gui".
"Doch will ich Euch gebührend antworten".
Er sah dem Inquisitor fest in die Augen.
"Nehmen wir Euren ersten Punkt. Es ist wahr, daß König Gareth als auch seine Tochter Brunhild nicht mehr am Leben sind. Doch wer beweist Euch, daß ich der Mörder bin"?
Er richtete sich etwas auf. "Wer, unter Euch hier", dabei blickte er in die Runde,"zeigt mit dem Finger auf mich und beweist Euch, daß ich sowohl Gift gebraut als auch verabreicht habe"?
Seine Stimme wurde lauter. "Wo ist Raven, die Frau an Brunhild's Seite und Kundige in Sachen Tränke und Gifte". "Wo ist der Alchimist Wallinor's, der mit seiner Heilkunst schon so oft die Bewohner dieser Burg vor'm sicheren Tod gerettet hat"?
Triumphierend sah er auf. "Ich sehe sie nicht. Habt Ihr sie bewußt ausgeschlossen oder nur vergessen, sie als Fachkundige hinzuzuziehen".
Leiser fügte er hinzu: "Niemand kann euren Verdacht beweisen. Ergo gründen sich Eure Anschuldigungen auf haltlose Vermutungen".
"Doch sei es drum, kommen wir zu Punkt zwei".
Er blickte die hohen Herren der Reihe nach an. Sein Blick verweilte einen Augenblick bei Galahad, der etwas abseits seines Vaters stand.
"Bezeigt mir jenen Ritter, der meint, einem feigen Anschlag meinerseits zum Opfer gefallen zu sein".
"Ich sehe niemanden, auf den Dies zutreffen würde".
Noch einmal sah er Galahad in die Augen. Dieser hielt jedoch dem Blick stand.
"Nun, es sind der Punkte vier. Also werde ich auch dazu bekennen".
Hagen wandte sich direkt an Bernardo Gui.
"Ihr meint sicher, ich wäre Euch übers Maul gefahren, werter Herr, oder wie soll ich Euren dritten Punkt verstehen".
"Bis zum heutigen Tage wart allein Ihr Derjenige, welcher die geistliche Macht auf Wallinor innehatte, seit dem unseligen Tage Eurer Ankunft hier".
Er breitete die Arme aus und sprach laut und beschwörend: "Jeder hier weiß, daß Ihr ein Mann seit, der scheinbar das wahre Recht Gottes für sich gekauft zuu haben scheint. Die Wahrheit des Herrn ist lediglich Eure eigene Wahrheit und ihr entledigt Euch eurer Feinde auf eine sehr spektakuläre Art".
Er sah auf und rief: "Sie müssen alle brennen".
Gemurmel im Volk wurde laut.
Hagen trat einen Schritt auf Bernardo Gui zu und sprach so laut, daß es Jeder auf dem Platz hören mußte. "Auch mich wollt Ihr auf diese Weise aus dem Wege räumen, weil nicht Sein kann, was nichr Sein darf. Doch ist Eure Treue zu Gott selbst sehr anfällig, Sire". Fest sah er den Inquisitor an und sprach etwas leiser, doch noch immer hörbar: " Ich sehe Euren Schildknappen nicht, Bruder Gui. Kann es sein, daß Ihr ihn weggeschickt habt, damit kein Makel auf Euch fällt"?
Sein Blick wanderte zu Alejandro Orsini, doch er sprach weiter zu Bernardo: "Sicher hat außer Euch noch niemand bemerkt, daß dieser Knappe in Wahrheit ein Weib ist, mit dem Ihr eine doch recht innige Beziehung pflegt".
"Oder habt Ihr Euerm Keuschheitsgelübde abgeschworen"?
Es war heraus und Tumult brach los. Doch Hagen übertönte Alles als er rief: "Und gerade dieser "aufrichtige Kirchenmann" klagt mich der Vergewaltigung und Unzucht an"?
"Ja, ich habe wider ihn gesprochen und dies ist seine Antwort, Jeden zu vernichten, der ihm nicht vollends zu Willen ist". "Plötzlich glaubt dieser treue Kirchenmann vieleicht einem einzelnen Weibe, nachdem er vorher Hunderten ihre Unschuld nicht geglaubt hat und sie alle brennen mußten"?
Er sah den Inquisitor an: "Eure Anklage ist grotesk und völlig haltlos".
"Ich , Hagen von Tronje, Berater des König's Gareth, Vormund der Prinzessin Brunhild", er bekreuzigte sich, "Gott möge ihren Seelen gnädig sein, Truchseß von Wallinor und Verwalter der Burg und der Ländereien bekenne mich in keinem dieser Punkte als schuldig. Es ist dies eine böse Verschwörung und ich verlange meine sofortige Freilassung".
| Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 28.04.2007 - 09:39 | |
Eine zweite, donnernde Stimme hallte aus dem Volke über den Platz: "Hagen von Tronje".
Doch nur der Angesprochene schien sie zu vernehmen. Blitzartig drehte er sich um und seine Augen bohrten sich in die des Schwertmeisters. Es war ein tödlicher Kampf, den sie mit Blicken fochten und Hagen hatte sichtliche Mühe, standzuhalten. Furcht kroch seinen Eingeweiden aufwärts. Dieser einarmige Mann dort,der ihm einst die Treue geschworen hatte, konnte nun sein Untergang werden.
Neben ihm entdeckte er ein vertrautes Gesicht. Er kannte dieses Mädchen und erschrak zutiefst.
Im Innersten betete er zu Gott, daß diese Beiden vor Gericht nie gehört werden würden.
| WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2735 Nachricht senden | Erstellt am 28.04.2007 - 11:11 | |
König Lancelots geübtes Jägerauge und seine wachen Sinne hatten ihn nicht im Stich gelassen. Er blickte zu dem alten Schwertmeister Lothar hinüber, der soeben seine Stimme erhoben hatte.
"Nun, Lothar, so tretet jetzt vor und gebt uns kund, was Ihr und Eure Begleitung in diesem Moment zur Sache vorzutragen habt !"
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Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4947 Nachricht senden | Erstellt am 30.04.2007 - 16:28 | |
Innerlich war Bernardo Gui taumelnd, doch nach außen verzog er keine Miene. Er trat vor, bevor Lothar und Isa das Podest erreichten.
"Majestät! Erlaubt, dass ich antworte!" er wartete nicht auf Lancelots Erlaubnis, zu schwer wogen die Vorwürfe.
"Hagen von Tronje! Ihr plustert Euch auf wie ein Hahn in der Balz! Nichts habt Ihr entkräftet, nicht einen Punkt der Anklage. Die Zeugenanhörung hat längstens statt gefunden und die Zeugen werden hier vor Gericht auflaufen. Habt Ihr Zeugen, die Eure Unschuld bezeugen würden? Bislang habt Ihr keine benannt. Hier wird nicht der größte Maulheld ausgezeichnet - der wäret Ihr bestimmt - sondern vom König Recht gesprochen. Die Anzahl und Qualität der Zeugen wird für sich sprechen.
Und was Eure haltlosen Anschuldigungen angeht: Wo ist dort Euer Zeuge? Hat Euch der Satan ins Ohr geflüstert?"
Wieder murmelte das Volk zustimmend - es liebte derlei Schlagabtausche. Gui sah sich wieder im Vorteil, auch wenn Orsini auf seinem Platze unruhig hin und her rutschte...
Gui winkte derweil Lothar und Isa aufs Podest.
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| Erstellt am 30.04.2007 - 19:32 | |
Hagen mußte alles auf eine Karte setzen. Er hatte nichts mehr zu verlieren, doch er konnte vieleicht etwas gewinnen.
Also sprach er schnell, noch bevor die Beiden sich näherten:
"Nun, Bernardo Gui, Ich sehe weder Eure Zeugen, noch eure Ordonanz. Mich deucht, Andreas war sein Name, zumindest in der Öffentlichkeit. Es würde sicher nicht nur mich interessieren, wie der wirkliche Name lautet. Und eine Person wird sich doch wohl finden, die das wahre Geschlecht feststellen kann".
"Jedenfalls sind es im Moment nur bloße Beschuldigungen sowohl Eurer- als auch meinerseits. Es fehlen die Beweise, und solange sie nicht erbracht sind, kann kein weltliches oder geistliches Gericht einen Menschen verurteilen".
Hagen hielt kurz inne. "Oh, ich vergaß. Vergebt mir. Euch als geistlicher Richter ist es selbstverständlich möglich, Urteile auch ohne schlüssige Beweise zu fällen. Die vielen Scheiterhaufen im Land sind doch wohl Beweis genug".
Er sah den Inquisitor vorwurfsvoll an. "Oder sollte ich mich so irren"? Hagen schüttelte den Kopf. "Und Ihr wollt mich des Mordes bezichtigen? Begeht Ihr da nicht einen kleinen Fehler?
Denkt doch nur an die treuen Mannen des Königs Gareth, die ihr habt hinrichten lassen".
In diesem Augenblick erreichte Lothar das Podest, auf dem die grotestke Vorstellung stattfand.
Er sah Hagen von Tronje lange schweigend an, der abrupt verstummte.
"Ihr redet Euch um Kopf und Kragen, Truchseß", meinte er kopfschüttelnd.
Isa war derweil vor der Empore stehengeblieben. Sie wußte nicht, was dort eigentlich geschah und beobachtete nur verstört die Szenerie.
"Emminenz, König Lancelot", Lothar verbeugte sich vor den Beiden und nickte in Richtung Orsini und Galahad höflich.
"Meine Herren, Ihr habt mich rufen lassen? Hier bin ich also".
| WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2735 Nachricht senden | Erstellt am 01.05.2007 - 10:54 | |
"Von rufen lassen war keine Rede Schwertmeister Lothar," König Lancelot wirkte nun bereits ungehalten ob der unglaublichen Frechheit des Angeklagten Hagen von Tronje, " ich gewährte Euch lediglich vorzutragen, was Ihr und Eure Begleitung in diesem Fall zur Beschuldigung wisset. So tut es uns ohne Umschweife kund !"
Er machte eine Handbewegung, die kein Herumgerede von irgendeiner Seite mehr zulies : Los, los, rede er endlich !"
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Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4947 Nachricht senden | Erstellt am 01.05.2007 - 15:10 | |
Nun erhob sich auch Orsini mit einem gequälten Lächeln in Richtung Lancelot. "Verzeiht, Majestät," sagte er nahezu akzentfrei, "aber ich verstehe nicht recht, wie diese Anhörung von statten geht." Mit grimmiger Miene schaute er auf Bernardo Gui, deutete auf Hagen und sprach leise zu Gui, dass nur die auf dem Podest stehenden verstanden:"Weshalb gestattet Ihr diesem Mann hier Beweise zu fordern? Warum gestattet Ihr ihm, sich derart zu rechtfertigen? Warum erlaubt Ihr ihm, solche Behauptungen laut auszusprechen?"
Bernardo Gui wurde blaß. So etwas war ihm selten passiert, dass der Prozeß sich so seinen Händen entwandte. "Exzellenz, verzeiht, aber offenbar ist diesem Manne nicht bewußt, wie es um ihn steht. Er faselt hier von Beweisen, doch haben wir genügend Indizien und Zeugen, ihn für jedes dieser Verbrechen aufzuhängen." Dann wandte er sich dem König zu, welcher ihm mit einer unwirschen Handbewegung zu Lothar heranwinkte, um die Aussage aufzunehmen.
Bernardo Gui trat professionell an den ehemaligen Schwertmeister heran: "Was habt Ihr zu sagen, Lothar? Was würde diesem Prozeß noch eine andere Wendung geben?"
Signatur Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) |
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