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| Ersteller | Thema » Beitrag als Abo bestellen |  | Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
         

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4974 Nachricht senden | Erstellt am 20.04.2007 - 15:54 | |
"Soweit ich weiß, Vater, sind sich die beiden Kirchenmänner nicht grün. Man sagt, Orsini warte nur darauf, dass Gui einen Fehler macht. Wie dem auch sei, das Problem Hagen von Tronje wird bald Geschichte sein. Ich werde noch etwas trainieren, auf bald, Majestät."
Galahad verließ den Thronsaal und wäre beinahe über einen Knaben gestolpert. Es war der Knabe, den Lothar geschickt hatte. Nachdem er sein Anliegen vorgetragen hatte, gab ihm Galahad seine Antwort:
"Sage dem Schwertmeister, dass ich bereit bin, ihn anzuhören, um der alten Zeiten Willen. Sage ihm, er soll mich in den Stallungen des Königs treffen, wenn heute die Sonne untergeht - allein."
Der Junge nickte eifrig und ging in Erwartung des übrigen Lohns stracks zum "Roten Hahn".
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(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 20.04.2007 - 17:41 | |
Hochrot im Gesicht vom Lauf stürzte der Knabe durch die Tür und eilte auf den Tisch der Vier zu.
Lothar konnte sich das Lachen nicht verbeißen.
"Hey, niemand hat Dir geheißen, Dich derart zu Schanden zu rennen. Langsam, Bursche, sonst bekomme ich noch Ärger mit Deinem Vater".
Atemlos berichtete der Junge, wie er Galahad getroffen hatte und was Jener ihm als Antwort mit auf den Weg gegeben hatte.
"Gut gemacht, mein Kleiner. Doch nun setz' Dich herzu und ruhe Dich aus. Du hast es Dir verdient. Und Dies hier war versprochen".
Mit diesen Worten drückte er dem Knaben drei Münzen in die Hand.
"Herr, das ist zuviel. Ihr hattet mir einen Kreutzer zugesagt. Dies sind aber mehr. Ich kann es nicht annehmen".
"Ruhig, mein Sohn". Väterlich legte Lothar ihm die Hand auf die Schulter. "Hier, trink einen Schluck. Du hast mir einen guten Dienst erwiesen und ich meine, Dein Lohn ist angemessen".
Er lächelte. "Ich kannte Deinen Vater gut und war einst sein Kamerad. Es ist nur Recht, wenn Du dies Geld nach Hause trägst. Und richte Deiner Mutter einen Gruß von Lothar aus. Sie weiß dann schon Bescheid".
"Habt Dank, Herr und Gott vergelt's Euch hundertfach".
Der Knabe verbeugte sich artig und schlüpfte dann geschwind zur Tür hinaus.
| Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
         

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4974 Nachricht senden | Erstellt am 21.04.2007 - 12:11 | |
Der junge Ritter ging mit vielen Gedanken im Kopf zum Turnierplatz nahe den königlichen Stallungen, um dort mit einigen Freunden zu trainieren. Auch wenn zunächst der Minnesang im Vordergrund stehen sollte, so mußte man doch beizeiten anfangen, die Lanzenhaltung beim Tjost einzuüben.
Thorn von der Trutz stellte sich als Gegenüber von Galahad zur Verfügung.
Nach einigen gebrochenen Lanzen machten beide eine Pause.
"Man hört so einiges über dich, Galahad...Du sollst heiraten?!" plauderte Thorn drauf los.
"Naja, ich glaube schon, dass Vater es gerne sehen würde. Doch war ich bereits kurz davor. Das Schicksal wollte es aber anders..." sagte Galahad düster.
Thorn hörte die ganze Geschichte, doch war er kein Mann von Traurigkeit.
"Was soll's, Galahad? Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Man muss sich zu trösten wissen!" polterte er und schlug ihm auf die Schulter.
"Lass uns weiter proben, Thorn! Wenn die Gerüchte stimmen, muss ich Übermorgen gegen den Herrn von Tarent antreten!" erwiderte Galahad.
"Der wird nicht dein Problem sein. Glennir oder ich werden dir Konkurrenz machen!!!" rief Thorn. Beide lachten und stiegen wieder auf ihre Pferde. Sie übten bis zum späten Nachmittag.
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(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 21.04.2007 - 14:12 | |
Was die Beiden nicht sehen konnten war die Gestalt, welche sich rasch wieder in den Schatten zurückzog, um nicht erkannt zu werden.
Sicher war es keine leichte Aufgabe,dessen war er sich klar, doch man mußte frühzeitig seinen Gegner studieren, um mögliche Schwächen zu erkennen und für sich zu nutzen.
Bohemund war gespannt, was Galahad ihm unfreiwillig zeigen würde und er hatte genug gesehen.
Langsam und unauffällig zog er sich ins Dunkel zurück und beschleunigte seinen Schritt, als er außerhalb der Gefahr, gesehen zu werden, war.
Als die Sonne sich anschickte, ihre letzten Strahlen über die Natur zu werfen, kleidete sich Lothar an. Isa hatte ihm über den Tag geholfen, sein Gewand zu reinigen.
Er wollte nicht verschmutzt und zerlumpt vor den Ritter hintreten.
Auch Isa hatte ihr hellblaues Kleid zurechtgelegt, daß sie einst getragen hatte, als sie Galahad das erste Mal begegnet war. Dazu hatte sie das rote Bändchen ihrer Mutter getan.
Dieses hätte einst beinahe dazu geführt, daß sie den Ritter als Dieb verdächtigt hätte.
Es klopfte an der Tür. "Isa, es wird Zeit. Wir wollen den hohen Herrn nicht zu lange warten lassen."Lothar strich sich noch einmal über sein Wams.
"Bin gleich soweit", tönte es von drinnen.
Alsbald ging die Tür auf und Isa erschien, strahlend schön. Lothar verschlug es die Sprache.
Das Mädchen hatte ihr Haar zu einem schweren Zopf geflochten, der über ihre Schulter hing und ihr fast bis zum schmalen Gürtel gereichte, mit dem sie gekonnt ihre Taille betonte.
Das rote Band hatte sie sich um den rechten Oberarm geschlungen und so einen wunderbaren Kontrast geschaffen.
Im selben Moment kam Bohemund die Stiege herauf.
Abrupt stoppte er und klappte den Mund auf.
Isa lächelte dezent, hakte sich bei dem Schwertmeister unter und sie liefen an dem sprachlos Staunenden vorbei. Im Vorübergehen drückte sie Bohemund mit der freien Hand den Kiefer nach oben. Mit einem gekonnten Augenaufschlag bemerkte sie:
"Herr, Ihr möget Euch in dieser Stellung erkälten". Schamesröte überzog sein Gesicht und er schloß den Mund.
Sie winkte leicht zum Abschied.
In der Schankstube trat man zur Seite, als die Gäste dem Paar ansichtig wurden und ein staunendes Raunen ging durch den Raum.
Bereitwillig eilte der Wirt zur Tür und riss sie mit einer weitausholenden Verbeugung auf.
Auch er fand nicht die rechten Worte und krächzte nur mit rauher Stimme: "Herr Schwertmeister, edle Dame".
Isa mußte lächeln. Sie genoss die Wirkung, die sie hinterließ.
[Dieser Beitrag wurde am 21.04.2007 - 14:24 von Spacetrucker57 aktualisiert]
| Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
         

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4974 Nachricht senden | Erstellt am 21.04.2007 - 16:15 | |
Zoltan von der Breite kam zu den beiden übenden Rittern herüber geschlendert. Diese waren gerade abgesessen und hatten ihre Übungseinheit auf Wunsch des Königssohnes beendet. Als Zoltan bei ihnen ankam reichten sie ihm einen Becher Weins. "Und, wie fandest du uns? Haben wir eine Chance beim Tjost?" fragte Thorn.
Gelangweilt gab Zoltan zurück: "Ach, Euch habe ich gar nicht gesehen. Mich interessierte eher dieser heimliche Beobachter, der sich so unheimlich heimlich verhielt!"
Die beiden Tjoster schauten sich gegenseitig an, ehe Galahad antwortete: "Wir haben niemanden gesehen. Bist du sicher?"
"Aber ja. Ich frage mich nur, warum Euch jemand beobachten sollte..." strich sich Zoltan nachdenklich über seinen Bart.
"Wie auch immer, es wird ihm oder ihr keinen Vorteil bringen. Ein Gestech gewinnt man nicht durch Beobachtungen, sondern durch eine gute Mischung Kraft, Können und Glück." erwiderte Thorn.
Man prostete sich gegenseitig zu: "Auf König Lancelot!"
Dann leerte Galahad den Becher in einem Zug und verabschiedete sich von seinen Freunden.
Dann brachte er sein Pferd in die Stallungen des Königs. Die Sonne war im Begriff, unterzugehen.
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(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 22.04.2007 - 15:53 | |
Ein leises Räuspern ließ ihn herumfahren. Aus dem Schatten einer Box trat die Gestalt des Schwertmeisters hervor.
"Bitte, erschreckt nicht meinetwegen, edler Galahad du Lac. Ich bin es, Lothar, der einstige Schwertmeister und Leibwächter König Gareth's".
Er trat an den Ritter heran.
"Doch nicht ich wünsche Euch zu sprechen. Viel eher komme ich im Auftrage einer jungen Dame, die Euch fragen läßt durch meinen Mund, ob Ihr bereit wäret, sie anzuhören".
Erwartungsvoll schaute Lothar den Ritter an.
"Ihr kennt die Dame von früher und ich soll Euch inständig darum bitten, Ihr Gehör zu schenken. Sie meinet, es wäre von höchster Wichtigkeit".
| Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
         

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4974 Nachricht senden | Erstellt am 22.04.2007 - 16:41 | |
Galahad war erschrocken über das Aussehen des ehemaligen Schwertmeisters. Er sah verwildert aus und hatte tiefe Ringe unter den Augen, die aber immer noch die gleiche Verschmitztheit ausstrahlten.
"Handelt es sich um Isa?" fragte Galahad.
Lothar nickte ernst.
"Was will sie von mir so kurz vor den Wettkämpfen?" fragte er abermals.
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(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 22.04.2007 - 16:53 | |
Isa hielt es nicht mehr in der Pferdebox aus. Alle ihre Sinne strebten zu dem Manne, den sie einst geliebt hatte und immer noch von Herzen liebte.
Die Seelenqual stand ihr ins Gesicht geschrieben, als sie langsam auf die Beiden zukam. Nur mühsam hielt sie sich aufrecht.
Lothar kam nicht mehr dazu, auf Galahads Frage zu antworten.
Ihre Beine drohten ihr den Dienst zu versagen und sie mußte sich an der Holzwand festhalten.
Lothar, der dies gewahr wurde, wollte ihr zu Hilfe eilen, doch mit einer müden Handbewegung und einem flehenden Blick in den dunklen Augen gebot sie ihm Einhalt.
"Die Dame, von der der Schwertmeister sprach, bin ich. Ja, Galahad, Ich, Isabella Hunyadi bitte Dich um Gehör".
Leise und schleppend sprach sie. Dabei schaute sie dem Ritter geradeheraus ins Gesicht.
"Ich weiß, ich habe Vieles falsch gemacht und Dir sehr großen Schmerz bereitet".
Galahad wollte etwas entgegnen, doch sie unterbrach ihn: "Bitte, laß mich reden. Mach es mir nicht noch schwerer, als es jetzt schon ist"
Ihre Hand krampfte sich um die Bretterwand.
"Einst habe ich Dich geliebt und auch Du hast mich geliebt und begehrt. Du warst der erste Mann, dem ich mich freudig hingegeben habe. Und ich liebe Dich immer noch aus tiefster Seele".
Sie stockte kurz.
"Doch ich habe Deine Liebe zu mir verraten, als ich in Angst aus Wallinor fortlief. Wie gern würde ich Alles ungeschehen machen. Doch ich hatte Angst, Du würdest mich strafen dafür, daß ich Dein Kind verloren habe".
Tränen standen in ihren Augen. "Doch es war auch mein Kind und ich wußte mir keinen Ausweg".
Sie fasste sich ein Herz und ließ den Verschlag los.
Langsam sank sie vor dem Ritter auf die Knie und umfasste seine Beine,während sie zu ihm aufsah.
"ich weiß, daß ich dich mit meiner Flucht verraten habe und ich habe kein Recht, Deine Liebe erneut zu fordern. Ich bitte Dich nur um Eines".
Isa schluchzte auf.
"Ich bitte Dich nur um Vergebung für meinen Verrat. Mehr wage ich nicht zu hoffen. Töte mich, wenn Du es für richtig hältst, doch wenn Du noch ein wenig für mich empfindest, bitte, vergib mir und ich werde aus Deinem Leben für immer verschwinden".
Sie zitterte am ganzen Körper und sah Galahad flehend an.
| Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
         

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4974 Nachricht senden | Erstellt am 22.04.2007 - 17:00 | |
Dem Ritter schossen die Tränen in die Augen, doch wischte er sie nicht fort. Sie tropften herunter. Mühsam beherrschte er sich einige Worte zu formen. Es gelang ihm ohne zu Schluchzen:
"Isa, ich hätte nicht gedacht, dich noch einmal in meinem Leben wiederzusehen. Es stimmt, du hast falsch gehandelt und mir sehr weh getan. Ich war bereit, mit dir den Bund der Ehe einzugehen. Doch dieser Vertrauensbruch war tief und es kann nicht mehr werden, wie es war."
Galahad machte eine Pause und hörte Isa schluchzen. Lothar verschwnd indes im Dunkeln und ließ die beiden allein.
"Ich vergebe dir. Du brauchst noch nicht einmal von hier zu verschwinden, so du mich denn frei gibst und akzeptierst, dass wir nie wieder ein Paar sein werden." Vorsichtig hob er die am ganzen Leib Zitternde auf und schaute ihr ins Gesicht.
"Versprich mir das, bei allem was dir heilig ist!" bat Galahad inständig.
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(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 22.04.2007 - 17:25 | |
Blitzschnell schlang sie die Arme um seinen Hals und begann haltlos zu weinen. Ihr schlanker Körper wurde vom Weinkrampf geschüttelt und sie spürte seine starken Arme, die sie an sich gedrückt hielten.
Langsam verebbte ihr Weinen. Mühsam, fast widerstrebend löste sie sich von ihm und sprach leise, mit tränenverschleierten Augen:
"Ich habe kein Recht, Dich freizugeben, denn ich habe Dich verraten, Liebster. Doch ich werde Dir nicht im Wege stehen, wenn Du eine bessere Frau findest, als ich es gewesen bin"
Sacht lehnte sie den Kopf an sine Brust.
"Ich will es zufrieden sein ,daß Du mir vergibst und mir nicht mehr zürnst".
Sie löste sich gänzlich von Galahad und srach leise:
"Ich wünsche Dir alles Glück dieser Welt und ......".
Es war zu viel. Isa hatte all ihre Kraft aufgebraucht.Haltlos brach sie zusammen.
Lothar hatte das Ganze aus gebührender Entfernung verfolgt. Erschrocken eilte er zu dem liegenden Mädchen, neben dem der Ritter schon erschrocken kniete, ihren Kopf auf seinem Schoß haltend.
"Geht nun Herr, ich werde mich um Isa kümmern.
Ich hätte nie gedacht, das solch zartes Wesen so viel Kraft besitz. Sicher wäre sie Euch eine gute Frau geworden, hätte sie nicht diesen scheußlichen Fehler begangen".
Mit sichtlicher Anstrengung hob er die Leblose auf und legte sie sanft auf das Stroh.
Hilflos stand Galahad daneben. "Es ist in Ordnung, Herr Ritter. Geht! Ihr habt Euch vorzubereiten. Auch ich habe Euch zu danken, daß Ihre meiner Ziehtochter vergeben habt".
Lothar verbeugte sich und sah alsdann nach Isa.
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