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Savertin ...
Der Burgvogt (coAdmin)
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...   Erstellt am 02.01.2007 - 17:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Bernardo Gui verneigte sich demütig, denn es war seine Schuld gewesen, dass sich der Prozess nun schon mehrere Tage verzögert hatte. "Verzeiht Majestät, doch mußten zunächst alle Zeugen befragt und Beweise gesichtet werden. Nun würde ich vorschlagen, dass möglichst nach einer Frist von drei Tagen der Prozess beginnen soll. Dann werden alle Zeugen zugegen sein, ich die Anklage verfasst und Ihr Euren Richterstuhl eingenommen haben. Der Tronjer muss auch noch heute seinen Verteidiger bestimmen, der ihm in diesem Prozess beiseite gestellt werden soll - sprechen muss er allerdings höchstselbst. Galahad, würdet Ihr ihm diese Nachricht überbringen?" "Gern, Exzellenz." antwortete Galahad knapp und machte sich auf, den Kerker aufzusuchen...





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Homo homini lupus
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Spacetrucker57
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...   Erstellt am 04.01.2007 - 19:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Hagen von Tronje war nurmehr ein blutendes Häuflein Elend, daß sich, so schnell es ihm möglich war, in einen Winkel der Zelle zurückzog, als erneut der Schlüssel im Schloß rasselte und sich jemand anschickte, seinen Kerker zu betreten.
Seine Augen waren fast zugeschwollen und er schmeckte Blut in seinem Mund.Gern hätte er einen Schluck Wasser gehabt, doch den hatten ihm die Schergen verweigert.
Sein Mut war erloschen und er sah keinen Ausweg aus seiner Lage. So wie er in seinen besten Tagen niemanden zum Freunde haben wollte rächte sich nun das Schicksal und keine Menschenseele stand ihm mehr bei. Isa und auch Lothar, sein treuer Gefolgsmann waren schon lang nicht mehr auf der Burg, die Söldner um Torloff waren der Inquisittion anheim gefallen und jene Maid, die ihn vieleicht hätte retten können, hatte er selbst zum Schweigen gebracht.




Spacetrucker57
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...   Erstellt am 04.01.2007 - 19:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


"Sag, Kind, ist es wahr, daß Du eine Tochter König Gareth's bist?"
Isa sah auf und lachte hell: "Ich weiß nicht. Sagitta ....verzeih.. meine Mutter gab mir einst einen Ring. Udn Galahad hat ihn gesehen und gesagt, es sei ein Siegelring des Königs".
Sie schnitt Wurzelwerk in den Kessel, der über dem Feuer hing.Seit Lothar bei ihr war, hatte sie gelernt, wie er zu sprechen und es ging recht fließend. Ihr Lehrmeister war sehr zufrieden.
Lothar sah abwechselnd auf ihre Finger und in ihr Antlitz.
"Ich weiß nur, daß Gareth eine Tochter hatte, nämlich Brunhild. Doch wenn deine Mutter einen Ring des Königs hatte, müssen sich die Beiden gekannt haben. Weißt du, woher Sagitta den Ring hatte"?
"Ich glaube, sie hat ihn schon von zu Hause mitgebracht. Sie sagte, sie hat ihn schon lange und von einem sehr lieben Menschen erhalten".
"Sie hat ihn sehr geliebt, auch wenn er sie später verlassen hat, um in seine Heimat zu reisen. Heute weiß ich, daß Liebe auch dazu führen kann, ein Kind zu bekommen".
Ein Schatten legte sich über ihr Gesicht, als sie fortfuhr: "Mag sein, ich bin vom Blute Gareths, doch ich habe keine Beweise mehr und möchte auch keine Königin sein. Vieleicht muß ich dann auch sterben, wie Brunhild".

Lothar sinnierte halblaut: "Und doch wärest du legitime Nachfolgerin auf Wallinor's Thron und das Land hätte wieder eine Herrscherin, die gütig ist und die das Volk lieben könnte".

[Dieser Beitrag wurde am 04.01.2007 - 19:18 von Spacetrucker57 aktualisiert]




Savertin ...
Der Burgvogt (coAdmin)
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...   Erstellt am 04.01.2007 - 23:00Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Galahad hatte einen verprügelten Tronjer erwartet, doch dass er so zugerichtet war, überstieg seine Fassung und Mitgefühl regte sich in ihm. "Holt einen Eimer Wasser!" rief er den Bütteln zu, die seinem Befehl schnell gehorchten. Galahad stellte den Eimer vor Hagen ab, der mit seinen blutigen Händen Wasser schöpfte, ohne zunächst Galahad, seinen Erzfeind wahrzunehmen. Als man wieder halbwegs die Gesichtszüge des Tronjers erkennen konnte und der Ritter bemerkte, dass er nicht wirklich vor einem Schwerverletzten stand, sog Galahad vernehmlich Luft ein. "Innerhalb von drei Tagen wird Euer Urteil gesprochen sein. Noch heute seid Ihr dazu angehalten, einen zu benennen, der Euer Verteidiger vor Gericht sein soll und Euch dem römischen Rechte nach beraten soll. Vor dem hohen Gericht sprecht Ihr allerdings selbst. Wißt Ihr einen, der Euer Berater sein soll?"





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Spacetrucker57
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...   Erstellt am 07.01.2007 - 20:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Hagen sah auf. Erkennen malte sich in seinen Zügen.
Krächzend antwortete er: "Ah, Ihr seid das ,junger Ritter".
Noch einmal schöpfte er mit den Händen Wasser und spülte sich den Mund damit. Bewußt ließ er Galahad warten. Wußte er doch, daß von Ihm keine unmittelbare Gefahr ausging.
Nachdem er das Wasser ausgespien hatte, wandte er sich erneut an ihn.
"Was brauche ich einen Verteidiger, wo ich doch unschuldig bin? Eure......nein, die Büttel des Pfaffen haben doch schon versucht, mir ein Geständnis abzuringen. Doch ", er sah Galahad in die Augen, " wo es nichts zu gestehen gibt, helfen auch Folter und Marter nicht".
Hagen lehnte sich mit dem Rücken an die Wand. Die Kühle tat seinem geschundenen Körper wohl.
"Junger Herr, wo in Gottes Namen soll ich auch einen Verteidiger herbekommen, wenn ein Monsignore Bernardo Gui mir all meine treuen Kameraden genommen hat? Sagt Ihr es mir. Wo sind all die guten Männer dieser Mauern?
Starben sie nicht durch die mittelbare Hand des Inquisitors? Nur weil sie mehr Ehre und Treue zu Wallinor im Herzen hatten denn Erfurcht vor einem Manne aus der ewigen Stadt"?

"Nun, Ihr seht mich hier, gefangen, gefoltert und schon zu Lebzeit auserkoren, zu euer aller Belustigung sterben zu müssen. Was bitte, verlangt ihr noch? Euer Vater hat Wallinor dazugewonnen. Die letzte vieleicht würdige Nachfolgerin auf den Thron wurde durch euren Freund Bernardo Gui vertrieben, der Tod eures Kindes geht mit Sicherheit auch auf sein Konto.
Galahad, oh Galahad, wie blind seid ihr, daß Ihr nicht seht"!

Hagen von Tronje schüttelte den Kopf.Er mußte versuchen, den jungen Ritter zweifelnd zu machen.
Von unten herauf sah er ihn an und fragte leise: "Ihr habt dieses Mädchen Isa sehr geliebt, nicht wahr"?
"Und nun ist sie weg und es zerreißt euch das Herz.
Ihr glaubt, sie hat euch freiwillig verlassen?
Hat euch verstoßen? Nein, mein Freund. Sie konnte euch die Schande nicht gestehen, zu sorglos gegen euer Kind gewesen zu sein. Sie hat es verloren, ja.
Doch ist's nicht ihr Verschulden, mein Freund.
All die Greuel, die sie hat mit ansehen müssen und die dieser Kirchenmann auf dem Schafott befahl, haben den Verlust eures Sproßes zur Folge gehabt. Es war nicht Isa's Schuld, sondern vieleicht Gottes Wille, aufzuzeigen, man möge aufhören, Menschen nur ihres Irrglaubens oder ihrer Treue zur Heimat wegen zu morden".

Hagen von Tronje lauschte seinen eigenen Worten nach und hoffte auf ein Wunder.




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...   Erstellt am 08.01.2007 - 19:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Galahad schwieg einen Moment ehe er antwortete: "Tronje, ich bin nicht gekommen, um Euer Gift zu hören. Ihr seid ein alter Sünder und solltet beizeiten Eure Sünden bereuen - doch bin ich kein Priester, der Euch die Beichte abnehmen kann. Ich bin hier, um zu hören, wer Euch mit Rat und Tat beiseite stehen soll. Könnt Ihr niemanden nennen, so müßt Ihr wohl auf Rechtsbeistand verzichten. Ich höre!" Galahad verzog keine Miene.





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...   Erstellt am 09.01.2007 - 20:24Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Hagen von Tronje sah erstaunt auf.
"Habt Ihr mir überhaupt zugehört, junger Ritter, oder hat Bernardo Gui Euer aller Ohren mit Wachs verklebt, auf das Ihr blind und taub für die Welt um Euch herum einhergehet"?
"Die letzten Mannen, welche mir hätten beistehen können, habt Ihr auf dem Schafott sterben sehen".
"Was Ihr mir vorwerft, sind Gerüchte und keine glaubhaften Beweise. Dies ist die Art der Inquisition. Was zählt da ein Menschenleben, auch wenn man noch so sehr beteuert, unschuldig zu sein.
Gui hat mich erwählt, und Ihr seid der Sache nicht abgeneigt,mich sterben zu sehen, also werde ich stolzen Hauptes zum Schafott gehen, sicher im Herzen, nichts Unrechtes getan zu haben. Wählte ich mir dennoch einen Streiter, welcher meine Unschuld beteuern würde, so wäre doch Jener schon vor meiner Hinrichtung ein toter Mann".
Der Truchseß schüttelte den Kopf. "Sir Galahad, ich muß mich über Euch wundern. Glaubt Ihr ernstlich, man ließe einen Verteidiger für mich zu"?




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...   Erstellt am 16.01.2007 - 14:59Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


"Tronjer, ich höre!" sagte Galahad. Nachdem immer noch keine befriedigende Antwort auf sein Ansinnen von Hagen von Tronje kam, erhob er abermals seine Stimme:"Jedermann leihe ich mein Ohr für seine Anliegen, Tronje. Doch einem feigen Mann, wie Euch, der sich Frauen nimmt, wenn er will, der gedungene Mörder auf ehrenvolle Rittersleut ansetzt, anstatt die Traute zu haben, selbst zu kämpfen - einem solchen Manne schenke ich kein Gehör, denn alles was er sagt, ist Lüge und er wird zu seinem Vater, dem Vater aller Lügen heimfahren. Hagen von Tronje, ich frage Euch ein letztes Mal: Nennt Ihr einen Mann, der Euch als Rechtsbeistand helfen soll oder nicht?" Galhad drehte sich zum Gehen...





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...   Erstellt am 16.01.2007 - 20:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


"Ts,Ts,Ts". "Woher nehmt Ihr die Gewissheit für Eure Anschuldigungen? Seid Ihr Euch meiner Schuld ebenso bewußt, wie es Bernardo Gui ist, wenn er junge Frauen als Hexen brennen läßt, nur weil ein böser Nachbar sie nicht in sein Bett bekam, gleich ,ob sie ihre Unschuld beteuern oder nicht?
Ihr sprecht davon, daß ich Weiber mit Gewalt genommen? Hab' ich's doch, so blieben sie aber am Leben".
Hagen von Tronje richtete sich auf. "Junger Herr, so Ihr in die Augen dieser gequälten Seelen blickt, werdet ihr Wahrheit und Lüge erkennen.Tut Ihr es nicht, so seid Ihr ebenso verblendet wie Jener im Talar dort oben".
Die letzten Worte hatte der Truchseß laut und mit Nachdruck gesprochen.
"Sendet mir nach meinem Schwertmeister. Er wäre der Einzige, dem ich das Vertrauen und die Beichte meiner Verfehlungen angedeihen ließe. Doch Jenen habt Ihr ja gemeinsam in Schande vom Hof gejagt".

Hagen redete sich in Zorn. Er hatte sich erhoben und umfasste mit einer Hand die eiserne Kette, welche in der Wand eingelassen war.
Die Gleichgültigkeit des jungen Ritters brachte ihn aus der Fassung.
Sich nur mühsam beherrschend, zischte er: "Ihr glaubt, Ihr seid tugendhafter als ich, Galahad?
Doch wo ist nur Eure Tugend. Verblendet in Hörigkeit zu diesem Pfaffen habt Ihr Euer Herz und Euer Lieb verkauft. Ihr hättet ein schönes Weib, ein Kind und die Herrschaft über Wallinor haben können. Doch ihr habt Eure Seele dem Leibhaftigen in Menschengestalt verschachert. Dereinst wird er vieleicht auch Euch brennen lassen, um an Euer Geld und Gut zu gelangen".
"Geht mit Gott, Galahad, geht und sucht nach Eurer Liebe. Solltet Ihr Lothar unterwegs treffen, so sagt ihm, ich wünsche seinen Beistand in meinen letzten Stunden".
Hagen von Tronje versuchte zu lachen, doch es wurde ein Hustenanfall, der seinen Körper schüttelte.




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...   Erstellt am 19.01.2007 - 12:19Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


"Hagen, Hagen!" schüttelte Galahad den Kopf "Ich selbst habe Euch bei diesen Taten beobachtet. Dass die Frauen noch leben, ist nicht Euer Verdienst - sie wären wohl längst in Schande gestorben und Euch wäre es einerlei. Ihr seid ein Teufel und Ihr werdet zum Teufel fahren."
Als Hagen sich in seinen Ketten aufbäumte und sich mit Galahad verglich, mußte der Ritter unwillkürlich lachen. Doch sein Lachen klang bitter.
"Seid Ihr noch bei Trost, Tronjer? Wäret Ihr nicht in so jämmerlichen Zustand, so würde ich Euch hier zum Duell fordern, ob Eurer Frechheit. Das Ränkespiel ist nicht das meine. Doch Ihr versteht Euch vortrefflich darauf. Ich wüßte nicht, was es Euch angeht, was Isa getan hat oder nicht, aber es sei Euch gesagt: Sie hat die Treue gebrochen, indem sie mich nicht ins Vertrauen zog und statt dessen wegging. Wo einst die Liebe war, ist nunmehr Leere."
Hagens Äußerungen und der sich anschließende Hustenkrampf beendeten die laut gesprochenen Gedanken Galahads. Er kramte in seinem Wams und holte ein weißes Tuch hervor, dass er dem Tronjer zuwarf: "Hier! Wischt Euch damit Euer Blut von den Lippen." Hagen von Tronje tupfte mit dem Tuch auf seinen Mund und wischte sich so das Blut weg, welches er gehustet hatte. "Ich werde nun Eurem Wunsch entsprechen und Boten nach Lothar schicken. Je einen in eine Himmelrichtung. Doch sei Euch gesagt, nur drei Tage währet die Frist. Ist der ehemalige Waffenmeister bis dahin nicht vor Bernardo Gui erschienen, wird das Gericht tagen ohne eine Anhörung von Euch."
Galahd verließ die Zelle und schickte vom Burghof vier gute Reiter los, die nach Lothar suchen sollten.





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