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Spacetrucker57
unregistriert

...   Erstellt am 20.10.2006 - 19:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


"Lauft nur alle diesem Schlächter hinterher", dachte sich Leif im Stillen. Er war enttäuscht über seinen Bruder, doch er hätte es wissen sollen. Baerwulf hatte immer brav auf des Vaters Wort gehört und war stets in der Schmiede zu finden, bei all dem Rauch und der Hitze.
Doch das war nie nach Leif's Geschmack. Schon als kleiner Junge war er viel lieber mit Gunnar zusammen. Von dessen Vater hatte er den Umgang mit dem Schwerte erlernt, obwohl Torloff eigentlich erst dagegen war. Doch er hatte dem Drängen seines eigenen Sohnes nachgegeben und so hatte Leif das Kämpfen erlernt.
Er hielt große Stücke auf Gunnar's Vater und dessen Kumpane. Und der Schrecken und Zorn bei deren abrupten Ableben hatten sich tief ins Herz des Jungen gebrannt.
Abgrundtief haßte und verachtete er den Inquisitor und König Lancelot, der das Blutbad nicht verhindert hatte.
Thorus, Sentenza, Thorloff und sogar Lothar dagegen waren für ihn die wahren Helden Wallinors und er ließ keinerlei Tadel auf sie kommen.
Wehmütig dachte er an Brunhilde, die er heimlich bewundert und geliebt hatte. Sie war ein Engel für ihn. Doch nun war sie tot und würde von seiner Liebe nie erfahren.




Spacetrucker57
unregistriert

...   Erstellt am 20.10.2006 - 19:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Hagen rieb sich zufrieden die Hände. "Was klingende Münze doch alles zuwege bringen kann".
Doch er war noch nicht ganz zufrieden. Er brauchte mehr Sicherheit vor seinem, wie er glaubte, heroischen Auftritt vor dem Inquisitor und dem König.
"Hey ? Kennst du Torloff's Sohn ? Wenn du ihn siehst, sag ihm schöne Grüße von mir".

Eine Hand schob sich ihm wortlos entgegen.
"Moment, erst will ich den Burschen sehen. Woher weiß ich, daß du mich nicht an den Pfaffen verrätst oder mit meinem Geld das Weite suchst"?
Lange sahen sich die beiden Männer wortlos an und maßen stumm ihre Kräfte. Doch dann gab der Bärtige mit einem Seufzer nach.
"Zehn Taler, wenn ich dir den Knaben bringe. Ich riskiere jetzt schon viel zu viel".
"Abgemacht, und noch mal zehn dazu, wenn du mich eine Viertelstunde mit ihm reden läßßt, ohne daß uns jemand stört".




Savertin ...
Der Burgvogt (coAdmin)
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...   Erstellt am 22.10.2006 - 10:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Galahad hatte die Befehle seines Vaters ausführen lassen. Seit zwei Tagen waren die Zimmerleute damit beschäftigt, den Galgen zu errichten. Ganz so, als ob das Urteil schon fest stünde. Schuldig war der Truchseß sicherlich, dachte Galahad , und den Tod hat er tausende Male verdient. Dennoch umschlich ihn der Gedanke, der Tronjer könnte dem Schafott entkommen und doch nicht hängen. Die nächsten Tage suchte er Trost bei Gerrit.

Der Großinquisitor war überrascht, wieviele Klagen einfacher Bürger Wallinors gegen von Tronje noch in den Akten zu lesen waren. Diese Aufgabe schien zu einfach für ihn. Dieser Mann war jetzt schon totes Fleisch und dem Himmel ferner, als der Herr der Hölle selbst. Bernardo Gui mußte nachdenken. Was nützte ihm dieser Mann am Galgen?





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Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf)

Spacetrucker57
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...   Erstellt am 22.10.2006 - 14:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Lothar wurde durch leisen Gesang geweckt.
Lange hatte er geschlafen. Vorsichtig öffnete er die Augen und sah sich um.
Die Raubkatze war verschwunden. Der Alte atmete erleichtert auf.
Seine Kehle war ausgetrocknet und er mußte husten.
Einen Augenblick später schob Jemand die Felle am Eingang der Laubhütte zur Seite und ein jugendliches Gesicht, von braunem, glatten Haar umrahmt, erschien in der Öffnung.
"Ah, du bist aufgewacht. Das ist gut. Isa hat gerade Essen fertig. Möchtest du ein Pfefferminz-Sud trinken"?
Lothar nickte heftig, denn sprechen konnte er nicht.
Isa bemerkte, daß der Alte argwöhnisch um sich blickte und verstand.
"Du mußt nicht suchen. Zitza ist nicht hier. Keine Angst. Er ist in Wald gegangen. Vieleicht er hat auch Hunger. Kommt zurück, wenn Sonne geht schlafen". Dabei lachte sie ein silberhelles Lachen, das ansteckend wirkte.

Später saßen sie am Feuer vor der Hütte und Lothar hatte viele Fragen, die das Mädchen geduldig beantwortete, während sie an einem großen Korb flocht.
So erfuhr der alte Mann Vieles aus Isa's bisherigen Leben, daß ihn in großes Erstaunen versetzte.
Sie hatte den Berglöwen als Jungtier neben seiner toten Mutter gefunden und mit genommen.
Seither war er ihr treuer Begleiter und Beschützer, der sie auch nicht vergessen hatte, als sie auf Wallinor weilte.
Jondar, ihr Bruder hatte sich auf Tarendt als Jäger und Fallensteller verdingt und besuchte sie öfters.
Nur Isa mochte nicht mehr zu den Menschen gehen.
Zu viel Böses und Unrecht hatte sie gesehen.
Als Lothar auf Galahad und ihr verlorenes Kind zu sprechen kam, begann Isa zu schluchzen.
"Isa liebt Galahad immer noch, aber hat getötet sein Kind, weil nicht aufgepasst. Kann nicht mehr gehen nach Wallinor. Böser Mann ist dort und verbrennt alle, die getötet haben. Isa will nicht verbrennen. Isa will leben".
Abrupt brach sie ab und barg ihr Gesicht in den Händen.




Spacetrucker57
unregistriert

...   Erstellt am 28.10.2006 - 16:19Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


"Nein, ich werde Euer Intrigenspiel nicht mitspielen".
Der junge Mann versteifte sich.
"Verdammt, ich muß hier raus und du kannst mir dabei helfen. Ein angesehener Posten ist dir gewiß, wenn wir erst den Pfaffen der Burg verwiesen haben und Lancelot wieder abgereist ist".

Hagen sah seine Hoffnungen schwinden.
"Willst du, das der Tod deines Vaters ungesühnt bleibt"?

Mit wenigen Schritten war Gunnar bei dem Tronjer. Seine Finger umspannten mit hartem Griff dessen Kehle.
"Erwähne nie wieder meinen Vater", zischte er wütend. "Er war ein wahrer Held und gab sein Leben für Wallinor. Nie hat er sich an einem Weibe mit Gewalt vergangen und auch kein Gift verwandt, um seine Gegner zu bezwingen".
Die Augen des Jungen funkelten vor Zorn, während Hagen von Tronje nach Luft rang und versuchte, die Finger Gunnars aufzubiegen.

Wütend stieß der junge Mann den Truchseß von sich, der hustend gegen die Wand taumelte.
"Alles Lüge und Falschrede", keuchte er.
"Und was war dann mit Jungfer Gerrit"?
"Wäre das Waldmädchen nicht gewesen, würde sie schon lange von Würmern zerfressen sein", schleuderte Gunnar dem Tronjer entgegen.
"Und ich wette, Ihr hattet auch Eure schmutzigen Finger im Spiel, als unsere Herrin schwer erkrankte und so plötzlich von uns ging".
"Ich bin unschuldig am Tod Brunhilds", sagte Hagen leise, doch es klang nicht sehr überzeugend.

"Hagen von Tronje, ich glaube Euch kein Wort. Er wird schon die Wahrheit sein, was die Leut' über Euch reden und wenn es wahr ist, so gebe ich auf Euer Leben keinen müden Heller mehr. Erwartet keine Hilfe von mir".

Gunnar schlug mit der Faust gegen die Tür, man möge ihn herauslassen.
"Überleg' es Dir noch einmal", rief Hagen hinterher, " du könntest der neue Schwertmeister auf Wallinor sein und viele Taler verdienen".
Doch schon krachte die Tür ins Schloß und der Tronjer sah seine Chancen dahinschwinden.




WHISPER ...
Hohepriesterin
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...   Erstellt am 02.11.2006 - 13:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Es raubte König Lancelot den wohlverdienten Schlaf. Was für ein Mensch, dieser Hagen von Tronje, wie tief musste man sinken, um dem einfachen Volk soviel Leid und Ungemach zufügen zu können: war v.Tronje doch seinerzeit ein angesehener Truchseß gewesen ?!
Bernardo würde sicher bereits ganze Arbeit geleistet haben, und eine ansehnliche Liste von Hagens schmählichen Taten am kleinsten Bürger über brave Mädchen und Frauen bis hin zum Königsmord würde gemeinsam mit Zeugen zusammengestellt worden sein.
Man sollte sich zur Beratung zusammensetzen, es war an der Zeit.
Lancelot liess Gui einen Boten mit entsprechender Nachricht senden .





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Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier...

WHISPER ...
Hohepriesterin
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...   Erstellt am 02.11.2006 - 13:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Galahad war zu Gerrit gekommen, um Trost zu suchen und zu finden. Niemand verstand ihn so gut wie sie, kannten sie sich doch seit frühester Kindheit und waren in Gedanken einander stets nahe gewesen.
Gerrit hatte viel gelernt bei ihrem Oheim König Lancelot und in dem fernen schottischen Kloster, wo sie viele Fertigkeiten erworben hatte. Es gab immer viel zu berichten und zu erzählen.
Sie war geschickt im Umgang mit Waffen, edlen Pferden, Jagdfalken und Hunden. Sie hatte ferner gute Umgangsformen und alle Tugenden erlernt, die für eine Frau von Wichtigkeit waren . Auch kümmerte sie sich gern darum, dass die Gärten und Anlagen gepflegt wurden und alles im Schloss ansprechend dekoriert wurde.
Da sie im Umgang mit den Mägden und Knechten niemals schnippisch oder ungehalten war, war sie auch bei diesen gern gesehen. Als ehemalige Kammerzofe Brunhilds war ihr nicht fremd, wie man sich als Domestike fühlte.
Nun kam wieder einmal Galahad zu ihr und sie verstand es wieder einmal, ihn auf angenehme Gedanken und zur Entspannung zu bringen.
Im Raum duftete es nach Räucherwerk und wohlriechenden Salben und Ölen.
Gerrit nahm ihre Gambe und sang ihm leise ein inniges Minnelied.





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Savertin ...
Der Burgvogt (coAdmin)
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...   Erstellt am 03.11.2006 - 09:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Als es an seiner Türe klopfte, schrak Gui hoch. Wer mochte zu dieser Zeit etwas von ihm wollen? Tessa öffnete für ihn die Türe un ein Bote Lancelots überbrachte die Nachricht, dass ihn der König bald sehen wollte. Deshalb raffte er seine Akten zusammen und machte sich bald auf, den König zu treffen. Um keinen Menschen aufmerksam zu machen, ging er allein im Morgengrauen zum Thronsaal, wwwwo er auf Lancelot traf, der diese Nacht offensichtlich nur wenig Schlaf gefunden hatte.
"Majestät, Ihr habt mich rufen lassen. Hier bin ich." sagte Bernardo ruhig.





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Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf)

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...   Erstellt am 03.11.2006 - 19:19Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Hagen lief in seiner Zelle auf und ab. Doch alle Überlegung half ihm nicht, solange er nicht genau wußte, was man gegen ihn vorbringen würde.
Gunnar hatte zwar Einiges angedeutet, doch kannte der Tronjer nicht den wahren Wortlaut der Anklage.

Lothar hatte den Arm um das Mädchen gelegt und sprach beruhigend auf sie ein. Langsam verebbte ihr Weinen.
"Es ist passiert und Du trägst sicher keine Schuld daran. Es war Gottes Wille, daß Du dein Kind nicht zur Welt bringen durftest", tröstete er die zarte Gestalt.
Sanft strich er ihr mit seiner schwieligen Hand über das Haar.
"Was ist das für ein böser Gott, wenn Kind nicht darf leben", fragte Isa verbittert.
"Sprich nicht so über den Herrn", beharrte der Schwertmeister. "Wir Alle sind seine Schöpfung und ihm verpflichtet. Zweifelst Du an Gott, so zweifelst Du an Dir selbst".
Das Mädchen hob den Kopf und sah den Alten mit verheulten Augen fragend an.
Lothar gab auf. "Ich bin nicht der Richtige, Dir dies zu erklären. Wäre Sir Galahad jetzt hier, er könnte es Dir sicher sagen. Doch mir fehlen die Worte. Ich war nie ein guter Christ".
Lothar seufzte auf."Ach, kleine Isa, das Leben ist nie leicht zu ertragen. Doch ich will versuchen, es Dir so gut ich kann beizubringen".
Er nahm ihren Kopf zwischen seine verbliebene Hand und den Armstumpf und küßte sie auf die Stirn.
Sie lächelte leicht und antwortete leise:
"Es ist schön, daß Isa dich gefunden hat. Nun wir bleiben immer zusammen. Du bist jetzt meine Vater".
Dabei sah sie den Schwertmeister zärtlich an.
"Ja, Isa, ich werde von nun an auf dich acht geben".
Er legte seinen Arm um ihre Schulter, das Mädchen schmiegte sich an seine Brust und sie starrten gemeinsam schweigend in die Flammen.




Rose ...
Burgbesucher
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...   Erstellt am 17.11.2006 - 20:19Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Laura näherte sich ihrem Ziel.
Rasch ritt sie auf die Burg zu, die noch weit entfernt lag.

"Mein Kind.", hörte sie eine tadelnde Stimme. Es war ihre Begleiterin. Genauer gesagt: Una, ihre Wächterin und Amme.
Laura war vielleicht eine Prinzessin, doch der letzte Befehl ihrer Mutter war gewesen,bevor diese starb, dass sie auf Una hören müsse, bis die gute Alte am Sterbebett liege.

"Reite nicht so geschwind!Du fällst noch!"
Laura tat so als habe sie sie nicht gehört.

Sie musste so schnell wie möglich nach Wallinor.
Denn wenn die Geschichten, die ihr erzählt wurden, wahr waren, hoffte sie nicht zu spät zu kommen.





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Carpe diem!

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