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| Ersteller | Thema » Beitrag als Abo bestellen |  | WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2724 Nachricht senden | Erstellt am 02.06.2006 - 09:03 | |
Lancelot du Lac, den man den Gerechten nannte, war die prekäre Lage der Situation natürlich nicht entgangen, lebenserfahren und weise, wie er war.
Ein kurzer Blickkontakt mit Gerrit - diese schaute ihn unverblümt leicht amusiert von der Seite an. Auch sie hatte mit ihren geschärften Sinnen und ihrem messerscharfen Verstand erfasst, was hier gespielt wurde. Wie würde ihr Oheim entscheiden ? Jetzt mochte sie nicht in seiner Haut stecken....
Lancelot schaute bedächtig von einem zum anderen.
Schwertmeister Lothar versuchte plötzlich merkwürdigerweise, seinem Blick auszuweichen. Bernardo Gui schien tief in sein Glas versunken und der junge Hauptmann an dessen Seite nestelte scheinbar verunsichert am Ärmel seines Gewandes herum.
So höret denn meinen Entschluss:
"Lothar, unserem vorausgehenden eindringlichen Gespräch habe ich entnommen, dass Ihr trotz verbliebener gewisser Zweifel an den Methoden der Inquisition fest im Glauben, ein guter Christ und treuer Anhänger Wallinors geblieben seid. Da jedoch Eure Behinderung und das fortgeschrittene Alter nicht mehr dem Kampfe förderlich sein werden, werdet Ihr mit folgender Aufgabe betraut:
künftig sollt Ihr eine speziell gekleidete und ausgerüstete Gardistentruppe befehligen, die Frauen und Kinder auf Wallinor vor Unbill schützen soll. Wie mir zu Ohren kam, ist Euch an einer Beschützerrolle gelegen. Es bleibt zu hoffen, dass mir nun keine weiteren Aufrührereien Eurerseits zugetragen werden müssen.
Bernardo, Eure Aufgabe auf Wallinor sehe ich als erfüllt an. Ihr habt an unserer Seite mutig wie ich Euch kenne, gegen die Sachsen gekämpft und mit uns gesiegt. Verräter und Ketzer sind überführt und gerichtet worden. Das Land ist befreit von heidnischem Gesocks.
Wir werden jedoch, wie stets bisher, in enger Verbindung miteinander bleiben. Die erzbischöflichen Truppen sollen wieder nach Köln abziehen. Ihr selbst werdet Euch dann sicher in einer der kommenden Wochen mit Euren Gefolgsleuten auf den Weg zu weiteren dringlichen Missionen begeben. Solange seid unser Gst und nehmt an den Festivitäten und der bevorstehenden Jagd teil.
Und ihr, Junker...Lancelot blickte Tessa fest und tief in die Augen...er hob leicht die rechte Augenbraue....folgt dem Großinquisitor in all`seinen Anliegen. Wie mir scheint, seid Ihr ihm besonders gern und in Treue ergeben."
Die Audienz ist beendet.
Signatur Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier... | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 02.06.2006 - 11:05 | |
Lothar traute seinen Ohren kaum. Konnte es Wirklichkeit sein? Gab es noch Gerechtigkeit unter Gottes Himmel?
Innerlich hatte er mit schärferer Strafe oder gar Verbannung gerechnet. Das Bernardo ihn gerne hätte brennen sehen, war ihm klar und er hatte auch diese Möglichkeit erwägt. Doch nun war ein Urteil gesprochen und auch der Inquisitor mußte dies akzeptieren. Zumal ihm damit eindeutig die Tür gewiesen wurde.
Leicht erhob er sich und verbeugte sich vor dm König: "Euer Wille sei mir Befehl, Sire".
Blitzartig kam ihm eine Idee, die es vieleicht ermöglichen könnte, Rache an Bernardo Gui zu nehmen für seine toten Kameraden.
"Majestät, mit Verlaub würde ich gern eine bescheidene Bitte an Sire Bernardo Gui richten".
| Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 02.06.2006 - 11:21 | |
Langsam wurde es hell. Das Mädchen lief leichtfüßig durch den Tann. Vor Glück jauchzend umarmte sie den Stamm einer Birke, nur um gleich darauf mit beiden Füßen in ein Bächlein zu springen, so daß das Wasser hoch aufspritzte.
Ohne Pause war sie gelaufen und fühlte sich mit jedem Schritt freier.
Leicht erschöpft, doch überglücklich lehnte sie sich an den rissigen Stamm einer Buche und suchte im Blattwerk nach den ersten Sonnenstrahlen.
Ein Eichhörnchen lugte neugierig vom Ast auf diesen morgentlichen Störenfried.
Dem entrüsteten Pfeifen des Tieres antwortete Isa mit einem lustigen Keckern. Erbost über die Störung suchte das Eichhorn das Weite und verschwand im Geäst.
Hell lachte Isa auf und sah dem Tier nach.
Sie ließ sich zu Boden sinken und ihre Hände strichen sanft über das taufeuchte Moos.
Die junge Frau war zu Hause angekommen.
Nun mußte sie nur noch ihren Bruder finden und Alles würde wieder so werden wie früher,dachte sie im Stillen.
Laut hallte der Ruf des Pirol durch den Wald. Isa lauschte, doch es kam keine Antwort.
Noch einmal rief das Mädchen. Dann trieb sie die Sorge und Vorfreude auf ein Wiedersehen vorwärts.
| WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2724 Nachricht senden | Erstellt am 02.06.2006 - 11:50 | |
Gerrit hatte den Thronsaal verlassen und war im Schloss herumgestreift, um nach Isa zu sehen. Offenbar war diese tatsächlich in ihre geliebte Waldheimat zurückgekehrt. Sicher war es im Augenblick besser für sie.
Noch ganz in Gedanken versunken, fiel ihr plötzlich Galahad ein. Gerrit hatte sich immer gut mit ihm verstanden, ein kameradschaftliches Verhältnis verband sie seit langer Zeit. Sicher hatte man ihm inzwischen zugetragen, dass sie wieder auf Wallinor weilte. Leise öffnete sie die schwere Tür seines Schlafgemaches und fand ihn auf dem Bette liegend vor. Da er gerade am erwachen war,sich reckte und streckte, setzte sie sich ohne Umschweife zu ihm auf den Bettrand.
Galahad schien einigermassen überrascht aber erfreut, sie wiederzusehen. "Gal, begann Gerrit, "ich muss Dir unerfreuliche Kunde von Isa bringen. Sie selbst war nicht imstande, Dir diese Nachricht zu überbringen.........
Signatur Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier... | WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2724 Nachricht senden | Erstellt am 02.06.2006 - 14:18 | |
Lancelot hörte die Bitte des alten Meisters und erteilte ihm das Wort
Signatur Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier... | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 02.06.2006 - 14:43 | |
Der Schwertmeister räusperte sich. Alsdann bedachte er den jungen Hauptmann mit einem Lächeln und wandte sich dem Inquisitor zu.
"Was gewesen, soll fortan vergessen sein.Ein ehrlich Herz muß vergeben können. Doch ich habe eine dringende Bitte an Euch. Ihr, Sire Bernardo Gui verfügt im Moment über ein großes Heer. Nun so lasset mich erklären, worum ich Euch bitte.
Seit geraumer Zeit weilt ein junger Ritter unter uns, der Euch sicher schon aufgefallen ist, obwohl er sehr schweigsam ist. Sein Name ist "Aragorn de Bouillon", doch in Wahrheit ist er "Steven the Bruce" aus dem Geschlecht der "the Bruce". Seine Schwester wurde vor vielen Monden verschleppt.
Nun erreichte mich kürzlich eine geheime Depesche, wonach "Sophia the Bruce" auf Tarendt gefangen gehalten wird und in eine Ehe mit "Bohemund von Tarendt" gezwungen ward. Dies geschah ohne den Segen der Kirche".
"Ich bitte Euch, helft diesen armen Seelen, wieder eine Familie zu werden und erlöst Sophia aus der schmachvollen Beziehung, die Gott nicht gesegnet hat".
Lothars Blick wurde lauernd. Wie würde der Inquisitor reagieren? Er durfte diese ketzerische Ehe nicht auf sich beruhen lassen, sollte aber gleichzeitig Wallinor den Rücken kehren. Es war ein Spiel mit dem Feuer, welches Lothar trieb.
Der Schwertmeister senkte den Blick, um sich nicht noch mehr zu verraten.
| Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
        

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4932 Nachricht senden | Erstellt am 02.06.2006 - 15:10 | |
Bernardo Gui war zwar innerlich erschüttert, dass Lancelot ihm die Türe wies, aber er wußte auch genau, dass der König keine Handhabe hatte, ihn aus Wallinor zu bannen, weshalb er äußerlich keine Mühen hatte, den Schein zu wahren. Er erhob sich und verneigte sich in Richtung Lancelot: "Majestät, Ihr selbst wißt, wem ich zu Gehorsam verpflichtet bin. Der Heilige Vater in Rom selbst hat mich beauftragt." Bernardo bekreuzigte sich, als die Sprache auf den Papst kam. "Er wird mir zu gegebener Zeit Kunde zukommen lassen, wann ich hier aufbrechen darf. Bis dahin, fürchte ich, muss ich Eure Gastfreundschaft auf Wallinor ausdehnen. Aufgrund meines speziellen Auftrags ist es mir auch nicht möglich, mich mit dem Anliegen des ehemaligen Schwertmeisters zu befassen. Dies kann sicherlich Pater Anselm besser verfolgen. Die erzbischöflichen Truppen werden noch heute nach der Morgenmesse den Befehl erhalten, abzumarschieren. Verzeiht, doch nun muss ich mich sputen, denn die Messe will gelesen sein. Werden wir Euch dort sehen?" Er schaute vom König zu Lothar, dann ging er mit Hauptmann Andreas aus dem Saal.
Als er sicher war, dass niemand außer seine Getreuen ihn hören konnten, sagte er: "Habt mir stetig ein Auge auf diesen Ketzer! Wie kommt es, dass Lancelot diesem Phantasten Glauben schenkt?" Bernardo war aufs Blut gereizt.
Signatur Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
        

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4932 Nachricht senden | Erstellt am 02.06.2006 - 15:27 | |
Galahad erschrak:" Was machst du hier Gerrit? Was ist mit Isa, sprich endlich, ich habe sie lange Zeit nicht gesehen."
Signatur Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 02.06.2006 - 15:31 | |
"Ehemaliger Schwertmeister!" Lothar war entrüstet.
Dieser aufgeblasene Pfaffe verstand jedoch sein Handwerk und ließ sich nicht so leicht verjagen.
"Nimm Dir ein Schwert und stelle Dich mir im ehrlichen Kampfe. Habe ich auch die Schwerthand verloren, so würde ich Dich mit Freuden dorthin senden, wohin vor Dir schon viele gegangen sind".
Doch Lothar sprach diese Gedanken nicht aus.
Stattdessen wandte er sich an Lancelot:"Sire , erlaubt, daß ich mich entferne. Ich muß nach meiner Ziehtochter sehen. Seit sie ihr Kind verlor, bedecken dunkle Wolken ihre Seele".
"Ich will versuchen, sie zu bewegen, gemeinsam mit uns die heilige Messe zu feiern".
Abwartend sah Lothar den König an.
| WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2724 Nachricht senden | Erstellt am 02.06.2006 - 15:35 | |
"Es sei, Meister Lothar", mit einer zur Tür weisenden Handbewegung entliess Lancelot Lothar.
Signatur Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier... |
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