

;
Ttsg

 |
|  |
| Ersteller | Thema » Beitrag als Abo bestellen |  | WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2753 Nachricht senden | Erstellt am 04.05.2006 - 10:15 | |
Gerrit und Isa waren sehr traurig, dass Isa eine Fehlgeburt erlitten hatte. Und alles, weil sie unbedingt dem Tumult auf dem Hinrichtungsplatz beiwohnen wollte, wie die vorwitzigen Mägde.
Gerrit hatte geahnt, dass es Isa auf die ein oder andere Art in ihrem Zustand zuviel werden würde.Die vielen blutgierigen Menschen, die armen Opfer und all das.
Es war zwar nicht üblich, aber sie wollten das winzige Etwas im Schlossgarten bei der kleinen Kapelle mit einer kleinen Zeremonie begraben.
Sie pflückten auf ihrem Weg die schönsten Blumen, die die Gärtner gepflanzt hatten. Gerrit hatte ein weisses Leinendeckchen aus der Kleiderkammer ergattert und sie hatten den leblosen Körper darin eingehüllt.
Als sie gemeinsam ein kleines Loch gegraben und alles hineingelegt hatten, bedeckten sie es wieder mit Erde und sanken auf die Knie. Eine eingepflanzte weisse Rose sollte das Zeichen für die Stelle sein. Ein kurzes Gebet würde die reine Seele, sofern denn schon eine vorhanden war, ins Himmelreich begleiten.
"Die Engel werden es aufnehmen und behüten, Isa. Sei nicht zu traurig, du wirst neue Kinder empfangen und gesund auf die Welt bringen."
Signatur Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier... | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 05.05.2006 - 18:57 | |
Vier Augen hatten das Geschehen auf dem Schafott verfolgt und vier Hände sich in ohnmächtiger Wut über die Anmaßung des Inquisitors geballt.
Ein Blick genügte und zwei Männer schworen blutige Rache für den Frevel an Wallinor und seinen Bewohnern.
"Verräter" zischte Derjenige, der sich nur mühsam aufrecht hielt und den ein dicker Verband um seine Brust zierte, als Onar sich heuchlerisch bei Bernardo anbiederte.
"Vergiß ihn" meinte der Stämmige, während er den Anderen stützte.
Hagen hatte genug gesehen. Er war schwer enttäuscht, daß auch Lothar sich diesem Mörder unterworfen hatte.
Aus den Augenwinkeln hatte er Isa's Zusammenbruch registriert, auch wenn ihn das Geschehen am Galgen gefesselt hatte.Doch konnte er nicht erkennen, welches die Ursache ihrer Unpäßlichkeit war. Zuviel Volk nahm ihm die Sicht.
"Sentenza und die Zwillinge sind für Wallinor in den Tod gegangen. Sie werden in unseren Herzen ewig weiterleben. Bengar, ich brauche Informationen, wer für den Verrat an unseren besten Männern verantwortlich ist. Er soll ihnen so schnell wie möglich folgen".
Der stämnmige Skalde und Giftmischer nickte stumm.
"Außerdem muß ich dringend mit Isa reden".
Mehr zu sich selbst meinte Hagen verächtlich:"König von Wallinor,pah. Noch ist er nicht gekrönt und legitim.Und ich werde es zu verhindern wissen".
Isa stöhnte auf vor Herzeleid und in einer jähen Anwandlung schrie sie Gerrit an.
"Nie wieder wird Isa ein Kind haben.Alles ist kaputt. Und das alles ist Schuld von Mann mit Kreuz.Gute Männer sterben ohne Sinn".
Sie besann sich und fügte leiser hinzu:
"Warum, Gerrit, warum?"
Isa begann zu schluchzen.
"Torloff hat mir vor zwei Tagen Blumen gebracht und Thorus hat gemacht ein Spielding aus Holz für Kind".
Sie holte aus ihrem Gewand ein kunstvoll geschnitztes Pferd mit wallender Mähne aus echtem Roßhaaar hervor.
Sie heulte los: "Nun er kann nicht mehr sehen, wie Kind spielt mit kleines Pferd. Warum muß sterben Alles um Isa, warum? Isa bringt kein Glück nach Wallinor. Isa will gehen zurück in Wald. Dann nix mehr sterben Leute hier. JA, Isa wird gehen".
Mit teils trauriger, teils trotziger Miene schaute sie Gerrit ins Gesicht.
"Isa kommt und Gerrit sterben. Dann Brunhild sehr krank und vieleicht auch bald sterben. Hagen vieleicht sterben und jetzt die drei Männer auch tot und Kind auch tot.Isa bringt kein Glück nach Wallior. Isa geht weit weg. Du bist gute Freundin, du vieleicht verstehst Isa".
Sie schluchzte auf und barg ihr Antlitz in den Händen.
| WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2753 Nachricht senden | Erstellt am 08.05.2006 - 16:48 | |
Gerrit nahm die schluchzende Isa in den Arm und versuchte sie dann durch kleine Anekdoten und Kunststückchen einige Zeit wenig von ihrem Schmerz abzulenken.
"Komm nun, Isa, wir haben eine schwere Aufgabe zu erfüllen. Du musst es Galahad sagen, dass du das Kind durch den Tumult verloren hast. Ausserdem muss ich meinem Oheim König Lancelot meine Anwesenheit melden, er weiss noch nicht, dass ich wieder auf Wallinor bin."
Signatur Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier... | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 13.05.2006 - 11:02 | |
Isa sah die Freundin mit großen Augen an.
"Nein, Isa kann nicht sagen das Galahad. Isa ist schuld und hat nicht aufgepasst. Isa ist böse und muß gehen. Bitte, verzeih mir, aber kann nicht bleiben länger hier. Du bist gute Freundin und verstehst. Isa weiß, du wirst sagen Galahad, das er wird nicht sein ein Vater. Isa kann nicht".
Das Mädchen zitterte am ganzen Leib und ihre Hände krallten sich in die Unterarme Gerrits.Angst flackerte in ihren Augen als sie eindringlich auf die Freundin einredete.
"Isa geht weit weg und niemand mehr muß sterben auf Wallinor. Isa bringt Tod für alle hier. Auch für dich".
Sie sprach voller Überzeugung und es schien, als glaubte sie selbst, was sie sagte.
Isa achtete nicht auf das heftige Kopfschütteln Gerrits.
"Isa nur noch einmal geht zu Brunhild, dann Alles wird wieder gut in Wallinor".
Bengar prüfte mit Kennerblick die fast farblose Flüssigkeit in der Phiole und grunzte zufrieden.
Es war wieder einmal ein Meisterwerk geworden.
Nur wenige Tropfen würden genügen, um den Priester,welcher die Kameraden an den Galgen geliefert hatte, einen gräßlichen Tod sterben zu lassen. Sein Leib würde von innen heraus verbrennen und er würde die Qualen der Hölle schon auf Erden zu spüren bekommen.
Leichtes Spiel hatte er mit dem verräterischen Knappen gehabt. Jener hatte ihm nur die Hand gereicht. Doch dies hatte genügt.Das Gift wirkte schnell und er war qualvoll vor seinen Füßen erstickt.Bengar hatte zugesehen, wie sich der Körper des Jungen in Krämpfen gewunden und er verzweifelt nach Luft gerungen hatte.
Befriedigt über dasResultat seiner Arbeit hatte er anschließend den vergifteten Handschuh in den Burggraben geworfen.
Nun also sollte der Priester sein nächstes Opfer sein, denn ein weiterer Auftrag Hagens wartete schon. Bernardo Gui.
| Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
         

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4974 Nachricht senden | Erstellt am 13.05.2006 - 14:43 | |
Galahad wollte nicht länger der Predigt des Inquisitors zuhören, da dieser nur von dem Jüngsten Gericht und Gottes Strafe sprach, die den Sünder erwarten würde. Waren nicht alle Menschen sündig?
Galahad ging mit gesenktem Haupt zur Burgkapelle, um dort zur Beichte zu gehen. Pater Anselm, der Burggeistliche empfing ihn freundlich in der kleinen Kapelle. "Vater, ich habe gesündigt..." begann der Ritter seine Beichte. Der Geistliche nahm gelassen Galahads Beichte auf und erteilte nur eine geringe Buße in Form von Gebeten. "Aber mein sohn, dich belastet doch sicherlich noch etwas..."
Galahad erzählte ihm, dass ihm die Hinrichtung sehr nahe gegangen war. Anselm berichtete nun seinerseits, dass er Lothar noch gewarnt hatte, dieser ihn aber verspottete. Ungläubig lauschte der Ritter der Geschichte des Anselm, um sich dann zu verabschieden und Lothar aufzusuchen, um seine Geschichte zu hören...
Signatur Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 13.05.2006 - 14:53 | |
Hagen stand vor dem Lager und blickte auf das Häuflein Elend zwischen den Laken herab.
Das einstmals anmutige Gesicht war nur noch eine starre Maske. Die Augen lagen tief in den Höhlen.Die einst zart-rosa Wangen waren fahl und eingefallen.
Ihr Haar war glanzlos und spröde geworden.
Lange stand der Truchseß schweigend und betrachtete sein Werk.
leise sprach er, mehr zu sich als zu der Person auf dem Lager: "Auch Dein Vater hat in seinen letzten Tagen so ausgesehen, meine Liebe. Auch er ging den Weg, den Du nun bald beschreiten wirst.Eigentlich ist es schade um Dich. Du hättest mit Deinem Leib eine wunderbare Mätresse abgegeben. Doch Dein Starrsinn brachte Dich zu Fall.
Ach, Brunhild, warum hast Du nicht einmal auf Deinen Oheim gehört? All dies wäre Dir erspart geblieben.
Doch Du wolltest unbedingt das Zepter, das Dir nicht zusteht. Mein ist Wallinor und soll es auch bleiben.
Ich war so nahe. Doch du wolltest mir Alles kaputt machen. Du hast Hagen von Tronje unterschätzt.
Schade, nun wirst du sterben und dein wunderbar junger Leib in der Erde verfaulen. Ich werde für Dich beten,schönste Brunhild, doch Deine Zeit ist Vorbei. Nicht einmal Isa, Deine Halbschwester kann Dir jetzt noch mit ihren Kräutern helfen. Es ist zu spät, Brunhild, Königin von Wallinor, zu spät".
Mit einem hämischen Grinsen wandte sich Hagen zur Tür und verschloß sie leise, während die wahre Herrin Wallinors drinnen mit dem Tode kämpfte.
| Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
         

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4974 Nachricht senden | Erstellt am 13.05.2006 - 15:13 | |
Galahad war schließlich an Lothars Kammer angelangt und betrat sie nach kurzem Klopfen. Er sah Lothar am Fenster stehen, in die Weite starrend. Er drehte sich auch nicht um, als Galahad anfing zu sprechen: "Lothar, was ist geschehen? Wie konnte es dazu kommen, dass du als Verräter angeklagt wirst? Ich kannnicht glauben, was ich gehört habe. Die anderen, ja, aber du...?" Endlich war Galahad an Lothar heran und legte seine Hand auf des Waffenmeisters Schulter.
Signatur Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2753 Nachricht senden | Erstellt am 13.05.2006 - 15:31 | |
König Lancelot begegnete den beiden traurigen jungen Frauen als er auf dem Rückweg von der kleinen Kapelle kam, in der er lange gebetet und nachgedacht hatte.
Er war einigermassen überrascht, als er in einer der beiden seine Nichte Gerrit erkannte. Wie hatte sie aus dem schottischen Kloster entfliehen können ?
Und Isa sah furchtbar aufgelöst aus.
"Nun setzt euch erstmal nieder und berichtet mir alles. Was ist denn nur geschehen ? "
Gerrit erzählte ihrem Oheim die ganze lange Geschichte, wie sie die Rachegelüste gepackt hatten und sie nicht anders konnte, als unter schrecklichen Strapazen nach Wallinor zurückzugehen, von Isas unglücklicher Fehlgeburt auf dem Schloßhof und über alles, was sie auf dem Herzen hatte.
"Das ist eine äusserst bewegende Geschichte, Ihr Mädchen," Lancelot überlegte nicht lange. "Zuerst müssen wir Galahad davon berichten. Das übernehme ich wohl am besten; wir müssen sowieso eine Menge besprechen. Ihr zieht euch erstmal in die Frauengemächer zurück, um etwas neue Kräfte zu sammeln und zur Besinnung zu kommen."
Signatur Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier... | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 14.05.2006 - 11:55 | |
Der Schwertmeister zuckte unter der Berührung zusammen, doch versuchte er, aufrecht stehen zu bleiben.Unverwandt starrte er hinaus in die Landschaft. Galahad spürte, wie der alte Körper erbebte, als Lothar mit tonloser Stimme zu reden anhub.
"Was wißt Ihr, junger Ritter, über Jene, welche dort am Strick Ihr Leben gaben! Ihr seid ein Fremder in diesen Mauern, auch wenn Ihr schon so lange hier verweilt.Diese Tapferen waren einst meine Kampfgefährten und sie waren wie dieses Land.
Rauh und spröde, jedoch voll von Liebe und Seele".
Er deutete mit der Hand hinaus, ohne sich Galahad zuzuwenden."Seht selbst. Dies ist Wallinor. Seine Wälder, Weiden und Seen. Seine Berge und Täler.
Und seine Menschen. Viele sagen, wir wären ein eigensinniges Volk. Mag sein, doch kein Fremder, der bisher an unsere Tore klopfte, wurde abgewiesen.Gestern starben drei kräftige Männer in der Blüte ihrer Kraft. Drei tapfere Helden ließen ihr Leben für Wallinor".
Abrupt wandte sich Lothar dem jungen Ritter zu und Galahad erschrak.
Lothars Augen waren glanzlos geworden und seine Haut zeigte die Färbung von altem Pergament.
Dieser Mann war binnen Stunden um Jahre gealtert.
"Ich wünschte, Ihr hättet mich einst im Kampf getötet, Galahad. So wäre mir dies erspart geblieben.
Wallinor ist ein freies Land und dieser Gesandte aus der Stadt Rom hat es mit Blut besudelt.
Seine Bewohner sind keine Heiden, jedoch tragen sie das Bildnis unseres Herrn in ihren Herzen und nicht auf der Zunge, wie dieser blutrünstige Bastard".
Ein kurzes Aufblitzen in Lothars Augen zeigte Galahad, daß dieser alte Mann einen unbändigen Hass auf den Inquisitor in seiner Seele trug.
"Ich beuge mich im Geiste diesem Hurensohn, jedoch bleibt mein Herz ein Reines und ich will lieber für Wallinor sterben, als mich diesen verlogenen Bastarden zu unterwerfen".
Mit diesen Worten wandte Lothar seinen Blick wieder nach draußen.
Galahad spürte, wie sich der alte Körper unter seiner Hand straffte.
"Mag man mich auch einen Ketzer nennen. Es kratzt mich nicht. Meine Tage sind gezählt. Doch würde ich mit Freuden dahinscheiden, könnte ich diesen Mörder mit mir nehmen und meinem geliebten Land den Frieden wiedergeben".
Die junge Frau schüttelte energisch den Kopf, daß ihre dunklen Haare umherflogen.
"Nein, Isa kann nicht bleiben. Isa will nicht bleiben. Isa bringt Unglück in Burg.Isa geht weg".
Trotzig blickte sei dem König in die Augen.
"Du sagen Galahad von Kind und Isa schon weit fort, ja? Keine Toten mehr , wenn Isa nicht mehr da".
Isa glaubte fest daran, daß sie die Schuld trug an all dem Unglück, was urplötzlich über Wallinor hereingebrochen war.
Man sah es in ihrem Gesicht, daß die Erlebnisse der letzten Wochen ihre Zeichen hinterlassen hatten.
Die Unschuld war aus ihrem Antlitz gewichen und ein herber Zug hatte sich in ihren Mundwinkeln eingegraben.
Mit einer schnellen Bewegung zog sie den Ring vom Finger und legte ihn in Lancelot's Hand.
Leise sprach sie: "Isa geht morgen, wenn Sonne kommt. Dann du geben Galahad Ring.Sag ihm", sie stockte und ihre Stimme drohte zu ersticken, während Tränen ihre Augen füllten, "sag ihm, Isa wird nie wieder anderen Mann lieben. Isa hat nur eine Liebe. Aber Kind ist tot und Isa ist schuld.
Isa wünscht Galahad viel Glück".
Sie drückte die Hand mit dem Ring zusammen. Dann sprang sie mit einer behenden Bewegung auf und rannte schluchzend aus dem Raum.
| Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
         

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4974 Nachricht senden | Erstellt am 15.05.2006 - 09:09 | |
Galahad stockte der Atem: "Lothar, bedenke was du sagst. Sicher habt Ihr Recht, wenn Ihr die Methoden des Inquisitors in Frage stellt und sie verdammt, aber ich bitte Euch, seid vorsichtig, was Ihr sagt. Gui hat überall seine Spitzel." Eine Pause entstand, als Galahad erneut anhub zu sprechen: "Es dauert mich sehr, Euren Freund Sentenza verhaftet zu haben, doch war mir nicht klar, aus welchem Grunde Ihr und Eure Leute angeklagt wurdet - mir sagte man, es handele sich um Verräter an der Krone..."
Abermals sahen sich die beiden Männer ins Angesicht.
Signatur Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) |
| Geburtstagsliste: | | ---------------------------------- |

Verwandte Suchbegriffe: burggeistliche im mittelalter |