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| Ersteller | Thema » Beitrag als Abo bestellen |  | Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
        

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4932 Nachricht senden | Erstellt am 27.04.2006 - 15:31 | |
Gerne hätte Bernardo Gui mehr erfahren über die verräterischen Ketzer auf Wallinor, doch Lancelot war zu gut gelaunt, um jetzt mehr darüber zu reden. Dennoch gemahnte Bernardo zu höherer Eile, um alsbald die Ermittlungen aufzunehmen. Doch er mußte wissen, um wen es sich handelte - als er Lancelots Antwort hörte, traute er seinen Ohren kaum. Der Schwertmeister hatte vor Zeugen am christlichen Glauben gezweifelt? Er mußte ein Exempel statuieren, soviel war für Bernardo klar.
Er gab seinem Pferd die Sporen und kam noch vor dem König und Galahad und den Rittern auf Wallinor an. Sogleich übergab er sein schnaubendes Pferd einem Stallburschen und eilte in die Verliese, um sich dort von seinen auf der Burg verbliebenen Inquisitoren in Kenntnis setzen zu lassen. Auf dem Weg dorthin fiel ihm die überaus starke Bewachung auf, die Lancelot offenbar veranlaßt hatte.
Nach einigen Stunden sah sich Gui ins Bild gesetzt und sann über eine geeignete Strafe nach, bevor er sich Lothar den Aufrührer in Ketten in die Folterkammer kommen ließ. Lothar war so gefesselt, dass er sich kaum bewegen konnte - auch das verwunderte den Großinquisitor.
"Nehmt ihm die schwersten Ketten ab, schließlich ist er ein verdienter Kämpe des Königreichs!" herrschte er die Knechte an, die im Raum waren. Setzt Euch, Sir Lothar!" Bernardo bot dem Gefangenen einen Becher Wein dar. "Es mag Euch erfreuen zu hören, dass König Lancelot die Sachsen vernichtend geschlagen hat." Gui machte eine Handbewegung zu den innen stehenden Wachen, die ihnen deutlich machte, draußen die Wachen zu verstärken - nocheinmal wollte sich Bernardo nicht von irgendwem stören lassen. Nach kurzer Zeit kam die Wache wieder und nickte dem Inquisitor zu. "Ihr wißt, was man Euch vorwirft, Sir Lothar?"
Signatur Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 28.04.2006 - 20:57 | |
Und doch kreisten die Gedanken Hagens um diese Person, welche ihm den Tee gegeben und sein Lager gerichtzet, sowie die Verbände gewechselt hatte.
Irgend etwas an ihr war ihm vertraut.Doch was war es nur.
Nervös wälzte er sich auf seinem Lager umher.Es hatte den Anschein, er würde fiebern, doch dem war nicht so.
Hagen hielt die Augen geschlossen, um den Eindruck seines Fieberwahnes zu verstärken.
Doch sein Verstand arbeitete auf vollen Touren und signalisierte ihm Gefahr.
Wer war dieses Weib? Diese Stimme, mit der sie ihm vorgelogen hatte, sie wäre eine barmherzige Schwester. Er kannte sowohl Stimme als auch den Geruch dieses Körpers.
Er hatte ihn schon einmal intensiv verspürt. Doch wann und wo?
Der Truchseß hatte in den vielen Kämpfen oft Schweiß und Blut gerochen und täuschte sich nur selten.War auch sein Auge nicht mehr das eines Falken, so hatte doch sein Gespür im Alter nicht nachgelassen.
Angestrengt überlegte er und wie ein Blitz überkam ihn die Erkenntnis. Siedend heiß und doch eiskalt kroch es ihm über die Haut.
"Nein, das ist unmöglich. Sie hat sich selbst entleibt und wurde in unheiliger Erde verscharrt, wie es sich für eine Selbstmörderin gehört".
Er hatte Alles geplant und es hätte nichts fehl gehen können.Doch wie kam dieses Weib plötzlich nach Wallinor zurück und was wollte sie von ihm?
Er mußte es wissen.
"Du sagst, Du kommst aus dem Kloster der barmherzigen Schwestern"?
Damit hatte das Mädchen nicht gerechnet. Mit einem erschreckten Aufschrei fuhr Gerrit aus ihrer Lektüre auf.
Hagen konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
"Nun, Du brauchst mir nicht zu antworten, Gerrit Gänsemagd, ich kenne dich.Sehr gut sogar".
Er dachte an den Moment im Pferdestall, als er das Mädchen benutzt hatte, um seinen Zorn als auch seinen Körper zu befriedigen.
Er dachte an das Schreiben, daß er ihr diktiert hatte, nachdem er ihren Willen mittels eines speziellen Trankes gebrochen hatte und an die folgende Nacht, die er mit ihr verbracht hatte.
Sie hatte ihn in Trance wirklich geliebt und ihn fast seiner Männlichkeit beraubt.
Im Geist sah er wieder ihren nackten Leib, spürte die Wollust und Gier, die der Trank in der Gänsemagd entfacht hatte.Als sie erwacht und sich ihrer Schande gewahr wurde, blieb ihr kein anderer Weg, als sich zu erhängen
Doch dies war sein bestgehütetstes Geheimnis.
"Sie würde mich sofort töten, wüßte sie, daß ich sie mir gefügig gemacht.
Doch etwas muß ich übersehen haben, sonst wäre sie schon lang Futter für die Würmer. Doch was ist schief gelaufen"?
Hagen wußte sich keinen Reim auf Gerrit's Erscheinen.
"Eure Vorwürfe sind unhaltbar", Lothar war sichtlich erbost, vor dem Inquisitor, statt vor König Lancelot zu stehen.
"Ihr verdreht die Tatsachen zu Euren Gunsten und bedient Euch dabei solcher billigen Lakaien wie diesen windigen Priester und einem Knappen, der nicht weiß, was er spricht".
"Stellt uns gegeneinander und sehet selbst, wer wahr spricht und wer nicht.Wieviel Zeugen bringt Euer Priester auf oder dieser grüne Junge?
Bei mir waren drei meiner treuesten Gefährten, die für Wallinor gekämpft und auch gestorben wären.
Doch hielt es Euer König für klüger, uns vom Kampfe fernzuhalten um vieleicht..........".
Hier stockte Lothar. Sein Haß auf die verlogenen Kirchenväter hätten ihn beinahe zu einer Torheit verführt.
Selbst auf die bohrende Frage Bernardo Gui's: "...um vieleicht was"? schwieg der Schwertmeister beharrlich.
Er war in einer denkbar ungünstigen Lage und sann nach einem Ausweg.
"Aber beeil Dich. Wir geben Dir nicht unbegrenzt Zeit".
Die beiden Wachen wandten sich lachend dem Krug zu, dessen verführerischer Duft ihre Nase kitzelte.
Der kleine Mann huschte in den Zellentrakt.
"Ihr werdet Euch wundern, wielange ich Zeit habe".
Er hatte zusammen mit Bengar den Wein etwas "gestreckt und verfeinert" wie Bengar es nannte. Bald würden die Wachen selig schlafen.
Sentenza war schon oft hier unten und so fand er sich schnell zurecht.
"Lothar?......................Lothar"?
Ein Zischen ließ ihn verharren. "Torloff"? "Sentenza"?
"Ich bin hier und Thorus ist neben mir in der Zelle. Onar ist am Ende des Ganges neben Lothars Zelle. Doch der wurde vor Kurzem abgeholt".
Sentenza war bei der Zelle angekommen und hob die Klappe auf.
Man hatte den Hünen so straff gefesselt, daß er sich kaum bewegen konnte.
"Verdammt, die haben Euch aber übel mitgespielt".
"Hey, Kleiner, hol uns hier raus", Torloff bettelte.
"Geht noch nicht. Die Truppen haben die Sachsen geschlagen und lagern vor der Burg.
Habt Geduld. Wir lassen Euch nicht im Stich. Aber jetzt können wir Euch unmöglich da raus holen. Wir wären allesamt binnen weniger Augenblicke Futter für die Geier".
Torloff nickte enttäuscht.
"Wer hat euch verraten"?
"Ich nehme an, dieser Knappe, Sekob.Und dann war noch dieser aufdringliche Pfaffe.Ich hätte ihn auf der Stelle töten sollen".
"Bleib ruhig, Torloff", Sentenza trat ganz dicht an die Öffnung.
"Sekob wird die morgige Sonne nicht mehr sehen.
Nur,den Priester töten, heißt, meine Seele aufs Spiel zu setzen. Nein, das mache ich nicht. Aber er wird den morgigen Tag auf dem Donnerbalken zubringen": Der Drahtige grinste. "Bengar wird ihm einen guten Wein kredenzen.
"Das ist dann die Strafe Gottes für seinen Verrat".
Auch Torloff lächelte.
"So ich schaue noch nach den Anderen. Doch ist Eile geboten. Ihr werdet oben gebraucht.
Wir versuchen Alles, Euch bald wieder bei uns zu haben".
Torloff knurrte etwas Unverständliches.
"Ihr seid bald wieder frei oder wir alle tot", Sentenza ließ die Klappe los und huschte noch schnell zu Onar, bevor er an den schlafenden Wachen vorbei den Zellentrakt verließ.
| Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
        

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4932 Nachricht senden | Erstellt am 29.04.2006 - 10:06 | |
"Vermutlich eher letzteres, dreckiges Verräterpack!" rief Galahad. Er hatte von seinem Vater Befehl bekommen, Bernardo Gui noch einmal zu einer Besprechung der Vorgänge auf Wallinor zu holen. Als er tuschelnde Stimmen hörte, holte er vom Burghof einen Trupp Wachen, die sich jetzt auf die Befreier stürzten. Ein kurzes Handgemenge im Zellengang entbrannte, denn Schwerter konnte man in dieser Enge kaum ziehen. Doch schon bald hatten die Burgwachen die Überhand gewonnen. Nachdem Sentenza den Widerstand aufgab, als er einen Dolch am Hals hatte, wurden auch er in eine andere Zelle gesteckt und angekettet. "Eine weitere Meuterei, das werde ich König Lancelot berichten müssen - er muss etwas unternehmen, bevor er die Feierlichkeiten für unseren Sieg einläutet. Verstärkt hier die Wachen und schafft Eure schlafenden Kollegen hier raus!"
Wütend machte sich Galahad auf den Weg. Er begriff nicht, warum Lothar sich gegen Lancelot und den Inquisitor so ereifern konnte...doch noch konnte er noch kein Wort mit Lothar wechseln.
Derweil im Folterkeller:
Bernardo war ehrlich erstaunt, da Lothar ihm Informationen gab, die er noch nicht wußte. "Wie kommt Ihr darauf, dass ich Euch einen Priester geschickt hätte? Hätte ich von eurem schändlichen Tun gewußt, so hätte ich Euch einige meiner Söldner geschickt, nicht einen Priester! Und Ihr sagt "Euer" König?" Nun erhob Bernardo wütend die Stimme: "Lancelot ist auch der Eurige, Lothar! Bedenket, was er für Wallinor getan hat! Brunhild selbst bat ihn, die Regierungsgeschäfte zu übernehmen und sie vertraut ihm! Er hat nur Gutes in dieser schweren Zeit getan und Ihr dankt es ihm mit Verrat! Doch ist das eine andere Sache, die der König zu entscheiden hat. Ich richte hier über Eure vergehen gegen das Christentum." Bernardo wurde wieder ruhiger: " Ihr habt die heilige Inquisition in Frage gestellt. Zwei Männer können dies bezeugen und haben dies auch schon getan. Ich will Euch, ob Eurer Verdienste für Wallinor aber noch eine Gelegenheit geben, Euch zu rechtfertigen. Doch bedenket: Nehmt Ihr diese nicht wahr, so ist der Stab über Euch gebrochen. Geht auf die Knie, Lothar Schwertmeister und beuget Euer stolzes Haupt! Küßt diesen Ring und fleht um Vergebung und ich werde Euch eine Buße auferlegen und Euch Absolution erteilen." Bernardo wartete Gespannt auf Lothars Reaktion - Niemals, so glaubte Gui, würde er sich darauf einlassen...
[Dieser Beitrag wurde am 29.04.2006 - 11:29 von Savertin aktualisiert]
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(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2724 Nachricht senden | Erstellt am 29.04.2006 - 10:51 | |
Gerrits geschultem, wachsamen Blick war nicht entgangen, dass Hagen sie aus den Augenwinkeln heraus ständig fixiert hatte. Sie tat jedoch weiterhin so, als sei sie in das Buch vertieft.
Sie versuchte, als er für einen Moment erwachte , vorsichtig auf seine sofort einsetzenden, hinterhältigen, misstrauischen Fragen zu antworten.
Als er einen Moment anfing zu schwächeln, nahm sie den dicken Wälzer und schlug, so fest sie es vermochte, (und sie war durchtrainiert und kräftig)damit auf seinen heuchlerischen Schädel ein.
Er sank tief in sein Kissen zurück.
Das war der rechte Moment, wieder in ihren Kräuterbeutel zu greifen. Das Kraut des Vergessens würde ihn von allen aufkeimenden Gedanken an die Vergangenheit befreien. Sie hatte es schnell gefunden und pulverisierte es in einem kleinen Mörser. Es hinterliess keine Spuren in einem menschlichen Körper und auch späteres Erbrechen würde ihm nichts nützen. Einmal geschluckt, verbreitete sich die Wirkung des Vergessens augenblicklich und festsitzend im Hirn. Ein Gegenmittel war auf der ganzen Welt nicht gewachsen.
Das pulverisierte Kräutlein vermengte sie mit einigen Tropfen Wein und benetzte damit Hagens Zunge. Dann hielt sie ihm die Nase zu, dass er nicht anders konnte, als durch den Schluckreflex alles zu schlucken. Etwas Flüssigkeit hinterher half noch nach.
Gut so, mein "Freund". Du hast mich zu etwas gezwungen, das ich nicht wollte, ich hab dich zu etwas gezwungen, das du gewiss nicht wolltest.
Wir sind fast quitt.
[Dieser Beitrag wurde am 29.04.2006 - 10:58 von WHISPER aktualisiert]
Signatur Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier... | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 29.04.2006 - 12:11 | |
Lothar sah dem Inquisitor fest in die Augen und ignorierte die dargereichte Hand.
"Dies ist nicht Euer Ernst, Eminenz"?
"Ich soll das Knie vor Euch, einem Sterblichen beugen und die Hand küssen, die so viele unschuldige Leben beendet hat"?
"Einzig vor meinem Herrn, Jesus Christus und vor dem künftigen König Wallinors werde ich niederknien".
Lothar schüttelte den Kopf und sprach weiter, während sein Gegenüber langsam die Gesichtsfarbe wechselte. Jedoch blieb Gui weiterhin ruhig, was Lothar die Möglichkeit gab, weiterzusprechen.
"Ihr seid ungebeten auf Wallinor erschienen.Niemand hat Euch gerufen. Ihr seid über dieses Land hergefallen und habt Wehrlose gefoltert und verbrannt. Ihr seid es nicht wert, den Namen unseres Herrn im Munde zu führen.
Eure niederen Gelüste sind niemals gottgefällig und einst wird Euch der Herr strafen für die Frevel, die Ihr in seinem Namen begangen habt.
Nein, Bernardo Gui. Seid Ihr auch von Rom gesandt, was ich bezweifle, so handelt Ihr nicht im Namen Christus und ich sterbe lieber, als die blutbesudelte Hand eines Mörders zu küssen".
Stolz aufgerichtet stand Lothar vor dem Inquisitor und sah ihm furchtlos ins Gesicht.
"Wallinor ist unsere Heimat und dafür kämpfen wir.
Doch Ihr seid kein Bewohner dieses Landes und habt kein Recht, in diesen Mauern Gericht zu halten".
Die Tür öffnete sich knarrend und vorsichtig steckte Isa den Kopf ins Zimmer, hoffend, daß Hagen von Tronje noch schliefe.
Nahe am Bett saß eine Gestalt und las in einem Almanach.
Isa stutzte. Hatte eine von den Mägden Krankenwache?
Das war ungewöhnlich. Das Mädchen öffnete die Tür ein wenig mehr. In diesem Moment hob die Gestalt den Kopf und sah der Eintretenden entgegen.
Isa durchzuckte es: "Nein, das nicht wahr".
Sie hatte das Gesicht erkannt, auch wenn die Frau ihr gegenüber eine andere Haarfarbe hatte.
Langsam, fast zögernd setzte sie einen Fuß vor den anderen und kam langsam auf die Frau zu, die sich gleichfalls langsam erhob.Eine Hand verbarg sie unter ihrem Gewand, so als hielte sie einen Dolch verborgen, bereit, jederzeit sich zu verteidigen.
Isa war bis auf drei Schritte heran und streckte beide Hände aus, die Handflächen nach oben.
"Gerrit? Bist du wirklich? Isa glaubt fast nicht. GERRIT "!
Sie wollte die Freundin umarmen, jedoch wich diese einen Schritt zurück.
"Was ist los? Ich bin - Isa? Kennst du nicht mehr Isa? Ich habe dich geholt aus Erde und gemacht wieder leben".
Is war enttäuscht. Hatte sie doch erwartet, daß Gerrit sie gleichfalls erkennen würde.
| WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2724 Nachricht senden | Erstellt am 29.04.2006 - 12:35 | |
Doch Gerrit legte den Finger an die Lippen. "Psst, Hagen schläft. Wir wollen ihn nicht wecken, er soll ruhig schlafen".
Erst dann schloss sie Isa in ihre Arme. "Bald wird alles gut, flüsterte sie ihr ins Ohr.....lass´mich mal machen"
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Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4932 Nachricht senden | Erstellt am 29.04.2006 - 12:36 | |
Bernardo Gui schlug dem alten Mann mit seiner flachen Hand ins Gesicht.
"Ihr irrt, Lothar! Die Kirche ist eine universelle und da Ihr Euch gegen sie, nun auch in meinem und im Beisein dieser Knechte, vergangen habt, werde ich Euer Richter sein. Überall, wo gegen Gottes Gebote verstoßen wird, bin ich befugt, zu richten, doch muss ich mich vor Euch armseliger Kreatur nicht rechtfertigen. Brunhild hat die päpstliche Note eingesehen, die mein Amt hier legitimiert. Seid zudem gewahr: Wallinor hat einen König, dessen seid gewiß und selbst diesen habt Ihr gegen Euch aufgebracht, verstockter Ketzer!"
Er bedeutete den Folterknechten, Lothar auf die Streckbank zu legen, was sie sofort und ohne Zögern auch taten. Sie zogen den Schwertmeister in die Länge, bis Bernardo Gui ein Zeichen gab, dass es genug sei.
"Ich habe Euch die Möglichkeit gegeben, wieder in den Schoß der Kirche zurückzukehren, doch Ihr habt es vorgezogen, Euren Stolz herauszukehren." Bernardo Gui wäre längst zu einem Urteil gelangt, doch Lancelot würde es nicht dulden, wenn er hier ohne Rücksprache Todesurteile verhängen würde. Deshalb schickte Gui einen Boten zu König Lancelot, welcher ihm bestellen sollte, alsbald als möglich in den Folterkeller zu kommen, um Rücksprache zu halten und den verstockten Ketzer selbst in Augenschein zu nehmen.
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| Erstellt am 29.04.2006 - 12:40 | |
Tränen standen in Isa's Augen, als sie die Freundin in ihren Armen spürte.
"Wir wollen nicht aufwecken den Mannn"
"Aber du mußt Isa viel erzählen. Komm' gehen vor die Tür. Isa will alles wissen. Wo warst du? wie bist du gekommen wieder hierher. Was hast du gemacht. Komm' sag mir"!
Sie öffnete die Tür und ließ Gerrit vorangehen.
Ungeheure Schmerzen fuhren dem Alten durch den Leib, als die Folterknechte das knarrende Rad drehten und sein Körper grausam in die Länge gezogen wurde.Zum Zerreißen gespannt waren Sehnen und Gelenke und der Schmerz trieb ihn fast zum Wahnsinn.
Nur sein altes Kämpferherz mahnte ihn zur Ruhe und so kam nur ein unterdrücktes Stöhnen über Lothars Lippen.
Er hielt die Augen geschlossen während er plötzlich mühsam zu beten begann.
"Vater unser im Himmel. Ich bitte dich demütig, nimm die Pein von unserem Land und strafe Jenen, der in Deinem Namen so viele Schandtaten verübt. Ich bitte nicht für mich. In Deine Hände lege ich mein Schicksal und mein Leben. Doch bitt' ich dich um die Gnade, Wallinor von diesem Scheusal zu befreien.
Ich sterbe mit Freuden für meine Heimat".
Ein letzter Seufzer, dann wurde der Schwertmeister ohnmächtig.
[Dieser Beitrag wurde am 29.04.2006 - 12:52 von Spacetrucker57 aktualisiert]
| WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2724 Nachricht senden | Erstellt am 29.04.2006 - 12:45 | |
Es war zwar nicht Lancelots Manier, sich herabzulassen den Folterkeller aufzusuchen, aber in diesem Falle. Hoffentlich war Gui nicht wieder mal übers Ziel hinausgeschossen.
Also eilte er die Treppe nach unten und fand Lothar auf der Streckbank liegend vor. "Lass gut sein, Folterknecht, bindet ihn los und lasst ihn sich rechtfertigen. " So geschehen. Lancelot hörte sich an, was der alte Schwertmeister zu sagen hatte und entschied: "Meister Lothar, wegen Eurer Verdienste um Wallinor will ich Euch nicht sterben sehen und vorm Tode begnadigen. Dies ist allerdings nur eine weltliche Begnadigung wegen Eurer Auflehnung gegen den rechtmässig eingesetzten König von Wallinor. Vorm Angesicht Gottes werdet Ihr Euch wegen Eurer Ketzerei jedoch verantworten müssen. Bernardo, was habt Ihr in diesen Dingen vorzutragen ?"
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Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2724 Nachricht senden | Erstellt am 29.04.2006 - 12:49 | |
"Ach, Isa, seufzte Gerrit," das ist eine lange, lange Geschichte. Lass uns in den Schlossgarten hinausgehen und uns an der frischen Luft auf eine Bank setzen. Ich will Dir alles erzählen....."
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