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| Ersteller | Thema » Beitrag als Abo bestellen |  | WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2735 Nachricht senden | Erstellt am 22.04.2006 - 13:46 | |
Der fromme Knappe hatte jedoch an der Tür gelauscht und vernommen, dass die Mission des gütigen Pater Anselm gescheitert war. Dieser war höchstselbst zum Schwertmeister und seinen Getreuen geeilt, um ihn rechtzeitig wieder auf den rechten Pfad zu führen. Sie sollten ihre ketzerischen und aufrührerischen Anzetteleien bereuen und Buße tun, hatten ihn jedoch nur verhöhnt und fortgeschickt.
Dabei wollte der gute Pater sie nur vor der hl. Inquisition bewahren, die bereits aufmerksam geworden war.
Es hielt den Pagen ihn nicht länger.Unbemerkt eilte er zum König Lancelot. Als er in den Thronsaal stürzte, quollen die Worte nur so aus seinem entsetzten Mund: " Majestät,Herr, Meuterei auf Wallinor ! Der Schwertmeister erkennt die Autorität des hohen Inquisitors nicht an und zweifelt somit auch an Eurer Kompetenz ! Einige andere Verräter haben sich ihm angeschlossen !"
Lancelots sonst so gütigen Gesichtszüge verzogen sich zu einer wütenden Gebärde. der Knappe hatte ein loses Mundwerk, aber er hatte nicht unrecht. Er runzelte erzürnt die Stirn, Zornesröte überzog seine Wangen. Meuterei, genau so etwas konnten sie in diesen unruhigen Zeiten nicht gebrauchen. An die Wache gewandt, schallte seine sonore Bassstimme durch den Raum: "Ergreift sie ohne Aufhebens und grossen Lärm, dass niemand weiter beunruhigt wird, schnell ! Die ganze Bande ist in Einzelverliese zu verbringen, dass keine weitere Konspiration stattfinden kann."
Die Wachsoldaten machten sich flugs auf den Weg und taten, wie ihnen geheissen.
Auf dem Weg zu Lothars`Räumen nahmen sie auf befehl von Lancelot noch weitere bewaffnete Männer mit, die ihnen bei der Festnahme behilflich sein sollten. Dieser großen Übermacht hatte die kleine Schar der Meuterer nichts entgegenzustellen.
[Dieser Beitrag wurde am 23.04.2006 - 12:42 von WHISPER aktualisiert]
Signatur Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier... | Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
        

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4947 Nachricht senden | Erstellt am 23.04.2006 - 12:45 | |
Inzwischen waren Galahad und Isa auf den Burghof getreten, um voneinander Abschied zu nehmen. Eine Antwort blieb Isa Galahad bis dahin schuldig, doch das störte den Ritter wenig, denn er wußte sie auf Wallinor in sicherer Obhut. Er gab ihr einen letzten Kuß auf Augenhöhe, bevor er auf sein treues Pferd stieg und im Sattel Platz nahm. Nocheinmal kam er näher an Isa heran, da er meinte, sie wolle ihm noch etwas mit auf den Weg geben.
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(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
        

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4947 Nachricht senden | Erstellt am 23.04.2006 - 12:51 | |
Bernardo ließ einige Spähtrupps aussenden, die ihm Bericht über die Aktivitäten der Sachsen ablegen sollten. Nach allem, was er nun wußte, bewegten sich die Sachsen genau so, wie von Lancelot in der Besprechung vorher gesagt - völlig ohne taktischen Verstand und langsam, aber mit unwiederstehlicher Gewalt. Die List und Tücke war diesen Heiden offenbar fremd, denn es fehlte ihnen an einer zentralen Gestalt, welche die Befehle gab. Es waren am sächsischen Unternehmen zu viele Stämme und zu viele Häuptlinge beteiligt, die alle andere, egoistische Ziele verfolgten.Lancelot würde es zwar schwer haben, aber er würde sie besiegen.
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(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | Spacetrucker57 unregistriert
| Erstellt am 23.04.2006 - 19:36 | |
Isa kramte in ihren Gewändern und hatte bald gefunden, wonach sie suchte.
"Du mußt das mitnehmen und Isa will, daß du gesund und ....und...und ganz wiederkommst".
Tränen standen ihr in den Augen, als sie Galahad das rote Band hinaufreichte, welches die Beiden vor noch nicht allzu langer Zeit fast entzweit hatte.
"Isa wird warten und immer schauen nach Dir".
Sie schniefte und wischte sich mit dem Handrücken über die Augen.
"Bitte, du sollst aufpassen und wiederkommen. Dein Kind", dabei strich sie sich über den gewölbten Bauch, "braucht auch einen Vater".
In einer plötzlichen Aufwallung schlug sie dem Pferd mit der flachen Hand auf's Hinterteil, worauf Dieses einen Satz nach vorn machte und Galahad alle Mühe hatte, es wieder zu zügeln.
Als er sich umdrehte, sah er das Mädchen heulend davonrennen.Die weiten Ärmel ihres Gewandes flatterten ihm einen letzten Abschiedsgruß zu.
Lothar wehrte sich mit aller Kraft, jedoch hatte man ihn, sowie seine kleine Schar Getreuer, im Handstreich überwältigt.
Mit der List einer königlichen Audienz hatte man die Streiter aus Lothars Kammer gelockt und im Handumdrehen entwaffnet.
Es war kein Blut geflossen, jedoch waren vier Männer jeweils von Nöten, die beiden bärenstarken Zwillinge Thorus und Torloff zu bändigen.Stumm, bis auf das Keuchen der Kämpfenden, verlief die Festnahme.
Nun lagen Beide gefesselt am Boden und funkelten ihre Peiniger wütend an.
Laut rief der Schwertmeister dem Anführer zu:
"Feiges Pack. Bindet mich los. Oder bringt mich zu Eurem König, damit wir uns verteidigen können".
"Was, zum Teufel, werft Ihr uns vor"?
"Ich befehle Euch, mich zu Lancelot zu bringen".
Eine Faust in seinem Gesicht ließ ihn verstummen.
Blut quoll aus dem Mundwinkel und tropfte über das Kinn zu Boden.
Ein Augenpaar beobachtete die Szenerie. Jedoch hielt sich Sentenza wohlweislich im Hintergrund.
Blitzschnell hatte der kleine, drahtige Mann erkannt, daß er seinen Kameraden nicht helfen konnte.
"Ich muß die Anderen informieren", dachte er im Stillen. "Silvio wird wissen, was zu tun ist".
Behutsam zog er sich in die Mauernische zurück und steckte die beiden Wurfmesser wieder weg, die er im ersten Moment gezogen hatte.
Lothar und seine drei Gefährten wurden ins Verlies gebracht. Auf dem Weg dorthin kam ihnen eine Frau entgegen, die des Schwertmeisters Aufmerksamkeit erregte.
Er versuchte sich gegen seine Bewacher zu stemmen, um das Mädchen näher betrachten zu können, doch sie schoben ihn vorwärts.
"Gerrit"? Die Frage schwebte in der Luft.
Die Angesprochene verbarg ihr Gesicht und beeilte sich, an dem Troß vorbeizukommen.
Lothar drehte den Kopf soweit es ihm möglich war.
" G E R R I T " ! Doch die Frau verdoppelte nur ihre Schritte und war im nächsten Moment hinter einer Biegung verschwunden.
"Los, vorwärts", herrschte ihn einer der Wächter an.
"Da, wo Du hinkommst, kann Dir das Weib nicht folgen".
Rauh lachte der Büttel und ein derber Stoß in den Rücken ließ den Schwertmeister vorwärtstaumeln.
| WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2735 Nachricht senden | Erstellt am 27.04.2006 - 08:47 | |
Lancelot hatte sich inzwischen zum Ausritt entschieden. Bernardo Gui hatte ihnen die wenigen, allzu nah auf den Pelz rückenden Sachsen bereits aus dem Weg geräumt. So konnten sie besonnen ausschwärmen mit allen Rittern, die dann die entsprechenden Befehle an die schlachthungrigen Heidenblutgierigen Söldner weitergaben.
Bald war das Gebiet um Wallinor durch die gut gerüsteten Truppen umstellt.
Bernardo, der mit seinen Leuten vorausgeritten war, würde den Sachsen gleichzeitig in den Rücken fallen.
Lancelot hob sein Signalhorn und verkündete den Beginn. Gui liess ebenfalls sein Horn erschallen, und die Befreiungsschlacht um Wallinor nahm ihren Lauf.
[Dieser Beitrag wurde am 27.04.2006 - 08:54 von WHISPER aktualisiert]
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Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4947 Nachricht senden | Erstellt am 27.04.2006 - 09:01 | |
"Endlich ging es los!" dachte Bernardo Gui. Er antwortete Lancelots Signalhorn und die zur Schlacht gestellten Sachsen staunten nicht schlecht, als sie aus Ihrem Rücken ebenfalls Truppen herannahen sahen. Bernardo Gui hatte nur wenig Berittene um sich, doch die Pikeniere aus den Reihen des Erzbischofs und dessen vorzüglich ausgebildeten Bogenschützen stifteten Verwirrung unter den Heiden.
Als sie die Hügelkuppe erreicht hatten, gab Bernardo den Befehl zum Feuern und seine Bogenschützen hielten blutige Ernte. Die Pikeniere schnitten den Sachsen den Rückzug ab - sie hielten ihre Position. Nun war es an Lancelot, seinen Kavallerieangriff vorzutragen und die Schlacht zu entscheiden.
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Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2735 Nachricht senden | Erstellt am 27.04.2006 - 09:12 | |
Und da kam sie - Lancelots Kavallerie stürmte mit ihren feurigen Rossen unter lautem Kriegsgeschrei über die Ebene, große Staubwolken hinter sich lassend.
Den überraschten Sachsen verging Hören und Sehen, und ehe sie sich recht besinnen konnten, waren die Reiter mit ihren Lanzen heran und richteten ein verhehrendes Blutbad an. "Keine Gefangenen" brüllte Lancelot noch ins Getöse, doch das Problem hätte sich sicher von selbst erledigt. Sie wollten ihre Feinde im Kampfe besiegen, nicht in Verliesen elend verschmachten lassen. Die Sachsen waren ein tapferes Heidenvolk, sie hatten den Ehrentod auf dem Schlachtfeld verdient.
Einige Männer waren von den Pferden gestiegen und kämpften mit dem Schwert weiter, Mann gegen Mann.
Das Scharmützel währte nur einige Stunden, dann war der Feind besiegt.
Allzu grosse Verluste waren nicht zu beklagen.
Die wenigen Männer, die gefallen waren, würden gesammelt werden und ehrenvoll bestattet.
Ermattet und glücklich über den Sieg ritten sie zurück zur Burg. Die Belagerung konnte aufgelöst werden. Wallinor war gerettet.
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Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4947 Nachricht senden | Erstellt am 27.04.2006 - 09:22 | |
Galahad war leicht verwundet worden - ein Sachse hatte mit seinem Beil sein Bein verletzt, als er nach Galahads Pferd schlug. Dennoch war er glücklich, dass die Gefahr für das Erste gebannt war. Die Sachsen hatten tapfer gekämpft, doch unterlagen sie schließlich, wegen ihrer Undiszipliniertheit. Gerade wollten alle zurück zur Burg reiten, als Bernardo Gui, der Großinquisitor, der großen Anteil am Sieg hatte, alle Ritter und Söldner aufforderte niederzuknien und Gott für diesen Sieg zu danken. Die triumphierende Kirche, so hatte sie sich Bernardo immer vorgestellt. Das Kriegsvolk kam seinem Aufruf nach, es wurde ein Gebet gesprochen und gemeinsam sangen sie alle einen Jubelchoral, als sie heimwärts nach Wallinor zogen.
Bernardo lenkte sein Pferd neben das des siegreichen Königs, neben dem auch Galahad ritt.
Bernardo hub an zu sprechen: "Meine Gratulation, Sire, zu diesem grandiosen Sieg. Die Heiden werden nun auf lange Sicht keinen Fuß mehr nach Wallinor setzen."
Galahad lächelte, ob der Schmeicheleien des Inquisitors.
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Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2735 Nachricht senden | Erstellt am 27.04.2006 - 10:04 | |
Inzwischen war es Gerrit gelungen, forschen Schrittes Hagens Gemächer zu betreten. Der Schwertmeister Lothar schien sie auf dem Gang erkannt zu haben, konnte sich jedoch bei der Flüchtigkeit der Begegnung nicht sicher sein. Egal, Lothar war ihr immer wohlgesonnen gewesen. Was war nur vorgefallen, dass er verhaftet wurde...?
Der bettlägerige Truchseß Hagen schien zu schlafen.
Gerrit hatte ihr Haar mit einem Sud aus Walnussschalen und Salbei geschwärzt und zusätzlich unter einer steifen Haube verborgen, die sie als barmherzige Krankenpflegerin auswies. Ferner trug sie das graue unscheinbare Gewand einer Beguine , das ihre schlanke, geschmeidige Gestalt fast völlig verborgen hielt. Eine Fibel hielt ihren Umhang zusammen, den sie in der Kammer beiseitelegte.
Da lag ihr Vergewaltiger aus vergangenen Tagen selbst verletzt wehrlos vor ihr. Ihre Hang fuhr unwillkürlich zu dem Dolch, den sie stets im Gewand bei sich zu tragen pflegte. Nein, feige einen Verletzten im Schlafe meucheln, das brachte selbst sie nicht zuwege, das verbot ihr ihre christliche Erziehung.
Aber ein rechter Denkzettel würde ihm gut anstehen. Sie mischte einige Kräutlein aus ihrer Lederkatze zusammen und brühte diese als Tee auf. Blassblaues Schlappkraut war darunter, in grosszügigen Prisen regelmässig dem Getränk zugefügt, würde es zum unwiederbringlichen Verlust der Manneskraft führen.
Als Hagen Anzeichen des baldigen Erwachens von sich gab, stützte sie ihn und half ihm aufsitzen.
Züchtig senkte sie die Lider, schüttelte den Strohsack auf und das zerdrückte Kissen.
Hagen schien sie nicht ohne Wohlwollen aus den Augenwinkeln zu betrachten. Auf seine , mit schwacher Stimme gehauchte Frage, wer und woher , antwortete sie wahrheitsgemäß, sie habe seit frühester Jugend in einem weit entfernten Kloster bei barmherzigen Schwestern die Kunst der Krankenpflege und den Gartenbau erlernt, und man habe sie der Wichtigkeit seiner Person wegen auf königliches Geheiss herbeordert.
"Trinkt, Herr, das wird Euch guttun". Hagen, der noch wie in Trance war, schluckte gierig den frischen Trunk.
Dann wechselte sie kunstvoll und mit geübten Griffen seinen Verband und unterstützte ihn beim Hinlegen.
Sie nahm sich ein dickes Buch vom Regal und liess sich auf einem Stuhl in der Nähe seines Lagers nieder. Scheinbar völlig in die Lektüre vertieft sass sie im Schein einer trüben Fackel.
Hagen war schon wieder im Reich der Fieberträume.
[Dieser Beitrag wurde am 27.04.2006 - 15:20 von WHISPER aktualisiert]
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Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2735 Nachricht senden | Erstellt am 27.04.2006 - 15:08 | |
König Lancelot sah die Beiden schon von Ferne und stiess übermütig und bestgelaunt in sein Horn.
"Der Sieg ist mal wieder unser, Freunde, wir haben sie besiegt.
Leider habe ich jedoch auch unerfreulichere Nachrichten. Es wurde mir Schlimmes zugetragen. Es hat ein Komplott gegeben in der Burg. Ketzerei und Meuterei. Ich habe die Hauptverdächtigen bereits in Einzelverliese bringen lassen. Wenn Ihr Euch geziemend gestärkt habt, kümmert Euch, das ist Euer Ressort, Bernardo.Doch bleibt besonnen, ich bitt`Euch."
Er stiess seinem treuen Rappen leicht in die Flanken und holte den nun in gebührendem Abstand vorausreitenden Galahad ein. "Nun, mein Sohn, Wallinor ist gerettet. Die Belagerung konnte zerschlagen werden. Mit dem augenscheinlichen Verrat werden wir auch noch fertig. Ich will meine Mission hier anständig und sauber erfüllen, das bin ich meinem Freund Gareth schuldig, damit er im Kreise seiner Ahnen wohlwollend auf uns herabblicken kann."
[Dieser Beitrag wurde am 27.04.2006 - 15:17 von WHISPER aktualisiert]
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