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Mondnixe
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...   Erstellt am 11.11.2008 - 16:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Als Kind habe ich zu oft gehört : Du darfst nicht dieses, du darfst nicht jenes machen, sein oder wollen.

„Kinder mit nem Willen, kriegen was auf die Brillen, Kinder, die was wollen, kriegen es auf die Bollen“, hieß es bei uns zu Hause.

Und deswegen brauche ich für mich ganz viele Erlaubnisse statt Verbote und Gebote, um so zu leben, wie ich möchte. Und ich habe das Gefühl, vielen anderen Menschen geht es ganz genau so.

Ich musste mir aus meiner Biographie heraus erlauben, zu glauben, dass ich etwas ganz Besonderes bin. Ein ganz wichtiger Punkt war, mir zu erlauben, Nein zu sagen.
Das musste ich ganz lange lernen.

Ich musste mir erlauben, Risiken einzugehen , also nicht immer zu gucken, dass alles ordentlich ist und überschaubar, sondern die großmöglichsten Schritte zu machen.

Und das habe ich gelernt beruflich und privat.
Die Menschen, die mich mit Verboten und mangelndem Zutrauen ausgestattet haben, wollten mein Leben nach ihren Vorstellungen gelebt sehen.

Meine Eltern hätten am liebsten gehabt, dass ich einen Ausbildungsplatz 20 km von meinem Elternhaus entfernt finde.

Das hätte bedeutet, dass ich zu Hause wohnen geblieben wäre, immer schön in der Obhut der Eltern.

Und was habe ich gemacht? Ich bin weit weg gegangen.

Und das war gut so. Mit 20 Jahren von zu Hause weg, habe ich mich ganz, ganz langsam freigeschwommen, aber es hat schon gedauert.

Es war nicht leicht. Es war schmerzhaft, traurig. Andererseits war ich unbedacht, habe das Großstadtleben sehr genossen.

Und heute denke ich immer wieder, dass ich eigentlich nicht vorbereitet war auf das Leben.

Im Laufe der Jahre habe ich eine sehr positive Sicht auf das Leben entwickelt.

Und genau das ist der Weg. Wenn ich es immer nur leicht gehabt hätte, wäre im Schutz meiner Eltern geblieben, hätte ich nie bemerkt, wo noch Freiräume sind, die ich noch nutzen kann.

Durch die Hindernisse habe ich gelernt, anzukämpfen.

Ich habe gespürt, wenn mich einer begrenzen wollte und konnte etwas dagegen tun.

Ein goldener Käfig war noch nie gut für einen Menschen.

Ich bin sehr dankbar für alle Löcher, in die ich in meinem Leben hineingefallen bin, und da waren auch richtig tiefe Existenz vernichtende Löcher drin, und jetzt kann ich sagen,
was soll mir noch eigentlich noch passieren?





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