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derchefderII ...
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...   Erstellt am 04.02.2009 - 11:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das Doppelrundenwochenende gegen Coswig war für die beteiligten abstiegsgefährdeten Mannschaften (Golis II, Coswig und wir) von existenzieller Bedeutung. Ziel war natürlich für alle "Big Points" gegen die unmittelbaren Mitstreiter zu erringen. Bei Gohlis I konnten Coswig und wir maximal etwas für die kleinen Punkte und das eigene Selbstbewustsein tun.
Allen voran gibt es einen großen Verlierer dieser Runde und das ist Coswig. Mit dem wahnsinnig unglücklichen Verlust gegen Gohlis II wird es mit z.Z. zwei Punkten richtig eng, zumahl sie auch schon gegen uns und Ebersbach gespielt haben.


Tag 1, gegen Gohlis II


Weitzer,Steffen 1 : 0 Fuchs,Judith

Ein wichtiger Sieg. Steffen kam mit Schwarz im Sizilianer mit unsymmetrischen Rochaden etwas unter Druck aber vermutlich nicht in wirklichen Nachteil. Judith spielte sehr energisch, aber vielleicht etwas zu ergeizig. Mit jeder Vereinfachung wog der geopferte Bauer mehr. Im übriggebliebenen Schwerfigurenendspiel ging jegliche Kompensation verloren und Steffen realisierte diesen Vorteil technisch sauber. Klasse!

Braun,Gottfried ½ : ½ Klemm,Dietmar

Gottfrieds Partie war das Finale beim Stand von 4:3.
Aus der Eröffnung noch gut gestartet musste er mit dem Übergang zum Endspiel schon zwei Figuren für den Turm geben und hatte wohl auch einen Bauern weniger. Das ganze war also technisch verloren. Dietmar erlaubte aber, dass sich der vorletzte weiße Bauer opfert und damit der letzte ein nicht zu unterschätzender Fraubauer wird. Das ganze musste dennoch noch vorteilhaft für Schwarz sein, aber Dietmar verlor etwas den Faden und aktivierte den weißen König mit z.T. unnötigen Schachgeboten. Letztendlich musste er den Turm für den Fraubauern opfern und das Endspiel mit verbundenen g- und h- sowie a-Bauern und Springer war wegen des noch passiven Königs gegen den Turm nicht zu gewinnen.
Große Kampfmoral !

Römling,Sven 1 : 0 Otto,Andreas

Sven spielte sein Spezialsystem auf den Durchzugs-Caro-Kann und auch wenn ich es als Caro-Kann-Spieler nicht so mag kam er gut aus den Startlöchern. Andreas bekam einigen Druck auf die Zentrumsbauern und verlor auch folgerichtig einen davon. Im weiteren Verlauf basierte der Schwarze Stellungsvorteil vor allem auf einem unglaublich traurigen Läuferstellung. Dies bekam Andreas irgendwie nicht gelöst und daher resignierte er auch nach einigen weiteren Versuchen des aktiven Spiels. Im richtigen Moment wieder eine starke Vorstellung !

Schirrmeister, Ralf ½ : ½ Schötzig,Andreas

Die zweite Partie mit viel Dusel. Ralf kam aus seinem Reti mit einem zumindest optischen Vorteil. Im Versuch diesen konkreter zu gestalten, ging er fehl und kam in Bedrängnis. In der Folge ging ein Bauer verloren und das Leichtfigurenendspiel war sicherlich technisch für Andreas gewonnen.
Irgendwie schaffte es Ralf (bzw. ließ es Andreas zu), den Freibauern gegen einen der verleibenden verbundenen abzutauschen. Die damit günstigere Königsstellung ermöglichte den Abtausch der Leichtfigen und den Gewinn/Abtausch der verbleibenden Bauern.
Ralf hatte sicherlich etwas mit seiner langen Wettkampfpaus zu kämpfen, hoffentlich wird es jetzt besser!

Limpert,Michael 1 : 0 Ulms,Sandra

Sandra kam schon mit tropfender Nase und tränenden Augen ans Brett, war also offensichtlich nicht auf dem Posten.
Wie sicherlich der Gang zum Spiellokal wirkte auch ihr Spiel gequält. Das Bauernopfer in der Eröffnung ist ja Theorie, aber danach spielte sie viel Schema und hatte eigentlich keine Kompensation. Um den stärker werdenden Druck und einem weiteren Bauernverlust zu entgehen musste sie vereinfachen, die Bauernstruktur war aber einfach zu kaputt. Im Turmendspiel drohte dann gar ein Endspiel von einem Freibauern gegen 4 (!) verbundene Freibauern. Bei dieser Aussicht gab Sandra auf und konnte sich endlich zum wohlverdienten Krankenlager begeben.

Greger,Ubald 0 : 1 Beltz,Franzis

Ubald sollte die tragische Figur des Wochenendes werden und wurde dabei nur von Lucas Böttger getoppt, der am Sonntag eine vorteilhafte Stellung gegen Franziska einzügig wegschmiss und damit Coswigs Abstieg (fast) besiegelt hat.
Ubald erspielte sich in seinem Anti-Sizilianer eine vorteilhafte Stellung und war Chef im Ring. Aber wieder suchte vergaß er auf der Suche nach dem optimalen Zug (den Spieler unserer Stärke meist eh nicht finden ) völlig die Zeit und wurde unsanft aus den Träumen gerissen, als sein Blättchen eine knappe Minute vor der Zeit fiel. Er bekam durch Schiedsrichterentscheid (der durchaus auch hätte anders ausfallen können) eine zweite Chance und musste mit der restlichen Zeit ca. 15 Züge bewältigen. Im Blitzen war die Stellung aber schwer zu verwalten und folgerichtig ging entscheidend Matrerial verloren. Schade!

Just,Wolfgang ½ : ½ Schirmer,Raik

Auch eine knappe und glückliche Partie. Raik, dessen Anreise aus Dresden die Wichtigkeit des Matches unterstreicht, erpielte sich einen soliden Vorteil mit Mehrbauern. Für uns glücklicherweise lies er aber den Duchmarsch des schwarzen Randbauern bis h3 zu, sodass im D+L Endspielder der König auf der Grundlinie gebunden war und bei offener Rochadestellung immer mal Matt auf g2 drohte. Damit war die Stellung in einem sehr dynamischen Gleichgewicht und ein weiterer glücklicher Halber ging an uns.

Dobierzin,Olaf 0 : 1 Schellig,Andreas

Olaf spielte die vorletzte Partie. Er hatte aus der Eröffnung einigen (großen ?) Vorteil. Der Qualitätsgewinn war aber mit einem Bauern, aber vor allem mit der offenen Königsstellung gegen das Läuferpaar teuer, vielleicht zu teuer erkauft.
Die praktischen Probleme waren jedenfalls groß und folgerichtig ging die Qualle wieder weg und des Bauernminus blieb. Das ganze wickelte Andreas das sauber ab und gewann ohne Probleme.
Schade!

In der Summe aufgrund der zwischenzeitlichen Aussichten ein seeeehr glücklicher, aber auch wichtiger Erfolg für uns und einige graue Haare mehr für den Manschaftsleiter.

[Dieser Beitrag wurde am 04.02.2009 - 12:42 von derchefderII aktualisiert]





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Man hat vom Schach gesagt, dass das Leben nicht lang genug dazu ist, -
aber das ist ein Fehler des Lebens, nicht des Schachs. - Christian Morgenstern

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...   Erstellt am 06.02.2009 - 08:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Tag 2, gegen Gohlis I

Nun ja, gegen die erste von Gohlis ging es in erster Linie für jeden darum, die Klötzer zusammenzuhalten und nicht zu verlieren. Das ist auch vergleichsweise gut gelungen. Die Einschätzungen der anderen Partien müssen etwas kürzer ausfallen, da ich selbst wirklich intensiv beschäftigt war.

Voigt,Roland 1 : 0 Weitzer,Steffen

Roland ist schon ein harter Brocken. Zu seiner unzweifelsfreien Klasse kommt auch noch Sitzfleich (Gedult) und absoluter Kampfeswille. Wie häufig mit Schwarz spielte er auf Steffens 1.e4 irgendetwas Igelartiges. Mein Eindruck war eigentlich nicht so verheerend, aber in jedem Fall war Steffen in der Verteidigung. Ob ihm dann ein schwererer Fehler unterlaufen war, oder der Verlust eine langfristig-logische Ursache hat, vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls war es plötzlich vorbei.

Ohme,Melanie ½ : ½ Braun,Gottfried

Auch eine Partie, für die ein "zweiter Analyseblick" lohnt. Gottfried hatte m.E. immer guten Ausgleich bis ins Turmendspiel. Hier waren noch einige Fallstricke zu umgehen, da Melanie einen entfernten Freibauern bekam. Aber nach meinem Motto: "Turmendspiele sind immer Remis" (Ausnahmen bestätigen die Regel, siehe Tag 1 Ulms vs Limpert) war für keinen der Beiden noch was zu holen und daher Remis.

Hoffmann,Hendrik 1 : 0 Römling,Sven

Bei meinem ersten Blick auf's Brett war ich schon nicht optimistisch: Bauer weniger und passive Stellung, da lief etwas in der Eröffnung schief. Sven wehrte sich in bekannter Manier tapfer aber gegen Hendrik war wirklich nichts zu machen. Nach jedem Ausbruchsversuch wurde es schlimmer und Sven fügte sich seinem Schicksal ...

Liedtke,Matthias ½ : ½ Schirrmeister

Auch hier sah ich für Ralf nach der Eröffnung klaren Nachteil. Matthias hatte mit Mehrbauern und aktiver Stellung beste Gewinnchancen. Aber entweder ihm unterlief mindestens eine Ungenauigkeit oder es waren tatsächlich Kompensationen vorhanden. Jedenfalls bekam Ralf trotz weiterer hängender Bauern Angriff gegen den König und eine Art Remisschaukel hin. Stark gespielt !

Rausch,Stephan ½ : ½ Limpert,Michael

Stephan ist der "Schrecken des Oberligaunterhauses" hatte bis dato 6 aus 6 Punkten. Unabhängig davon ist er bekanntermaßen ein starker Spieler. Zum Glück hatte ich Weiß und spielte den Angsthasen-Abtauschfranzosen. Tatsächlich musste Stephan schon in der Eröffnung nach einer Ungenauigkeit zweitbeste Züge machen, um einer Remisschaukel auszuweichen. In dieser Phase war ich weiterhin auf ausgleichende Remisvarianten geeicht, hätte - wie er selbst nach der Partie sagte - schon soliden Vorteil erlangen können. Am Schluss blieb ein Leichtfigurenendspiel übrig, in welchem ich es noch einmal sehr spannend machte. Ich musste nach einer längeren (aber nun nicht rasend komplizierten) Variante einen Bauern geben. Die Remischancen blieben aber vital, da neben einem aktiven König der Abtausch der Bauern eines Flügels und Figurenopfer gegen den verbleibenden Freibauern droht. So kam es letzendlich auch, ich denke, das Endspiel habe ich dann einmal fehlerfrei gespielt.

Schunk,Thomas 1 : 0 Greger,Ubald

Thema Tragik, die II. Ubald und Thomas bauten sich ein Leichtfigurenendspiel mit jeweils sieben Bauern auf. Thonmas spielte sicherlich ein wenig auf den Zeitnotfehler, statt dessen zauberte Ubald ein starkes Figurenopfer gegen drei Bauern aus dem Hut.
Ganauigkeit war aber gefordert, da Thomas selbst zwei Bauern am anderen Flügel gewann und der Vormarsch eines Beuern drohte. Mit einem Zwischenzug hätte Ubald diesen Bauern befragen müssen und entweder er wird gedeckt, was warscheinlich verliert, oder geopfert, danach kann Ubald nicht mehr verlieren. Ubald jedenfalls lies gleich einen Freibauern laufen und bekam anschließend noch ungerechtfertige Angst selbst Matt zu werden. Der Superzwischenzug ist zwei Züge später dann der entscheidende Fehler. Schade!!

Doberitz,Paul 1 : 0 Just,Wolfgang

Wolfgang hatte Schwarz und von Anfang an seine Schwierigkeiten. Die entscheidenden Stellungen habe ich nicht mitbekommen, aber ich erspähte immer chancenlose Stellungen. Paul tat sich zum Schluss noch etwas schwer, das glatt gewonnene Endspiel Dame gegen b-Bauern (auf b3) zu gewinnen, bei dem Wolfgang noch zwei verbundene Freibauern auf g und h hat. Aber im zweiten Anlauf hatte er dann die richtige Idee...

Meissner,Felix ½ : ½ Dobierzin,Olaf

Auch der zweite Nachwuchsspieler zeigte seine Qualitäten. Olaf stand relativ schnell schwierig, ein Bauer ging verloren. Immerhin gelang es Ihm in ein Turmendsoiel abzuwickeln und Hoffnung keimte (siehe Motto oben). Als dann aber drei gegen einen Bauern wurden war das ganze eingentlich gegessen. Da war schon der Einsteller des am weitesten vorgerückten Bauern notwendig um Olaf in's Spiel zurückzuholen und tatsächlich ging dann gewinntechnisch nichts mehr. Also doch (siehe Motto oben).

Mit dem 2:6 sind wir also gut bedient, Ubalds Gewinnstellung kann man ja mit den glücklichen Remisen gegenrechnen. Unser Gesamtwochenendeglückspotetial war einfach am Samstag aufgebraucht und das war auch gut so!

So langsam geht die Meisterschaft in das Finale. Anfang März spielen wir gegen das Sangerhäuser Team, welches am Wochenende 4:0 (!!!) Punkte erreichte und nun plötzlich kurz vor dem Klassenerhalt stehen. Respekt!
In den verbleibenden Wettkämpfen haben wir in jedem Fall unsere Chancen, es sind immer Punkte möglich.

Dies bedarf aber ein wenig mehr Stabilität und wieder etwas Wettkampfglück. Ich bin aber optimistisch!





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Man hat vom Schach gesagt, dass das Leben nicht lang genug dazu ist, -
aber das ist ein Fehler des Lebens, nicht des Schachs. - Christian Morgenstern


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