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NOTIS ...

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...   Erstellt am 06.02.2015 - 20:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo,
hier noch eine andere Karte von Koeru.
Gruss
Notis





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Tot ist man erst,wenn keiner mehr an dich Denkt!
Jeder hat das Recht auf ein würdiges Begräbnis!

Pietzbv300 

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...   Erstellt am 07.02.2015 - 04:16Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Danke NOTIS, danke AO, danke AlAvo,
hier habe ich es wohl mit alten Spezies zu zu tun. Eine große Freude. Ich werde das Bild aus Schnepele, was ja einen familienhistorischen Wert hat, zeitnah digitalisieren und zusenden. es handelt sich eindeutig um das Gutshaus. Mein Opa war dort sowas wie ein Versorgungs-Uffz, obwohl er "nur"" Obergefreiter war. Das Treffen muß im Winter 44/45 stattgefunden haben. Mein Vater erzählte, dass er eine neue Ausrüstung/ Bekleidung (Versorgungs-Uffz !) und einen Karabiner G 43 dort erhalten hat. Es war das letzte Treffen. Mein Großvater starb am 01. Februar 1946 in einem Lager bei Solschnigorsk , 80 km vor Moskau,. Verhungert und erfroren. 500 Mann, 3 Überlebende. Schneehütten. Ein Überlebender hat seinen Tod bescheinigt. Er war Schneider und den Russen nützlich. Grab unauffindbar, denn Gefangene wurden anonym verscharrt. Jahrelang hing ein Bild mit Trauerflor bei uns Zuhause. Vielleicht auch ein Grund für mich in diesem Forum zu sein.
PS: Bin Oberfeldwebel d.R. , ex. PzZgFhr u. insofern leicht vorgebildet. Bin zeitnah auch an einem Buchprojekt beteiligt.
Grüße Piet




AlAvo 

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...   Erstellt am 07.02.2015 - 11:59Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Piet,

vielen Dank für deine Rückmeldung und weiteren Informationen.

Bitte schön, ist doch gerne geschehen

Notis und meine Person kennen uns zwar nicht persönlich, dennoch ergänzen wir uns stets zu Gunsten der Anfragenden und möglichen Lösungen.

Ich selber bin ungedient, jedoch seit vielen Jahren mit dem Baltikum eng verbunden, da mein Vater Lette war, ich intensiv ehrenamtlich Ahnenforschung und Hilfestellung für Suchende betreibe. Ebenso unterstütze ich das Lettische Historische Staatsarchiv und die lettische Kriegsgräberfürsorge mit Projekten. In Lettland war ich seit 1996 auch schon 16 mal.
Diese Erfahrungen sind oftmals hilfreich.

Ich bin sehr gespannt auf das Bild mit dem Gutshaus.
Eventuell kann ich dann noch weitere Informationen dazu liefern.

Bis dahin...
..viele Grüße

AlAvo




NOTIS ...

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...   Erstellt am 07.02.2015 - 12:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Piet,
freue mich für dich,das wir dir alle helfen können.
Leider hat AlAvo recht,das wir uns nicht Persönlich kennen aber wir arbeiten eben gerne zusammen um Lösungen zu finden.
Mein Spezialgebiet ist das Baltikum,da mein Großvater dort gefallen ist und ich dieses Thema für mein Studium / Geschichte ( Verschollene Orte im Baltikum ) brauchte.
Das Lager wo dein Großvater verstorben ist, gibt es von dort eine Lagernummer?
Deine Angabe war:
Bei Solschnigorsk,Moskau,Russland,500 Mann.
Ich habe mal in meinen Unterlagen geschaut und Übereinstimmungen mit folgenden Lager gefunden.
Kreis: Solnetschnogorsk, Ort: Krjukowo
Lager-Nr.:435/4
Betriebszeit 08.12.1945 - 19.08.1949
Belegung : 300 - 500 Personen
Dieses Lager hat ab den 06.11.1947 eine Standortverlegung nach Podolsk.

Gruß
Notis

[Dieser Beitrag wurde am 07.02.2015 - 12:22 von NOTIS aktualisiert]





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AlAvo 

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...   Erstellt am 07.02.2015 - 14:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Piet,
hallo Notis,

zur Ergänzung von Notis' Erwähnung des Gefangenenlagers in Krjukowo/Kryukovo erlaube ich mir einen Kartenausschnitt von 1942 einzustellen.

In und um Solschnigorsk/Solnechnogorsk gab es allerdings einige zugeordnete KGF-Lager, wobei Krjukowo doch ziemlich wahrscheinlich ist.

Ich hoffe, mit diesen Angaben ein wenig zu helfen?


Viele Grüße
AlAvo




NOTIS ...

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...   Erstellt am 07.02.2015 - 14:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo AlAvo,
natürlich wie immer sind deine Ausführungen gut und sehr hilfreich!!
In Solnetschnogorsk selbst konnte ich drei Lager finden.
Lager 435/21 ist erst am 14.07.1948 in Betrieb gegangen.
Lager 435/89 hatte eine Belegung von 250 - 1000 Mann.
Nur das Lager 435/4 kommt auch mit der Belegung hin.
Gruß
Notis

[Dieser Beitrag wurde am 07.02.2015 - 14:24 von NOTIS aktualisiert]





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Pietzbv300 

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...   Erstellt am 07.02.2015 - 17:16Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Vielen Dank meine neuen Freunde,
das Lager 435/4 scheint plausibel. Wie zu vermuten gibt es kein Grab und wenn ist dort heute ein Parkplatz.
Da mein Großvater damals schon Mitte 40 war, haben ihm die Zustände mit Mangelernährung und Unterbringung den Rest gegeben, Distrophie.
Mein alter Freund Günter Adam sagte einmal: " Weißt du Peter, in Russland liegen so viele Knochen von so Vielen. Laß sie einfach dort liegen und in Frieden ruhen" Irgendwie hatte er Recht.(Günter Adam "Ich habe meine Pflicht erfüllt" Buch, Erinnerungen authentisch) Günter starb am 12.07.2014 mit 91 Jahren.
Morgen werde ich mal meinen anderen Computer anschmeissen und das Bild von Schnepele rüberschieben.
Ich hoffe noch einmal das Baltikum zu bereisen und neben Narva auch Kurland besuchen zu können.Einmal dort zu sein, wo so viel der kollektiven Erinnerung stattgefunden hat. Könnte mir denken, dass es mir dort gefallen könnte.
MfG Piet




AlAvo 

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...   Erstellt am 07.02.2015 - 18:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Piet,

vielen Dank für deine weitere Rückmeldung.

Bitte schön, ist doch gerne geschehen. Helfen zu dürfen ist immer ein Vergnügen.

In Estland war ich leider nur einmal für einen Tag, allerdings ist es, genauso wie Lettland, echt liebreizend.

Lettland, egal in welcher Region, empfinde ich als eine Bereicherung für das Herz und die Seele. Das Land und die Menschen begeistern mich jedesmal auf's Neue, obgleich mir bewusst ist, dass es die Vergangenheit nicht immer gut mit allen Beteilgten meinte.


Viele Grüße
AlAvo




NOTIS ...

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...   Erstellt am 07.02.2015 - 22:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo ihr beiden,
ich schließe mich den Beitrag von AlAvo voll an!
Helfen ist immer ein Vergnügen um Licht ins dunkle zu bringen und eine Herzenssache.
Das Baltikum und Ihre Bewohner hatten es nie leicht.
Wer das Land sieht glaubt nicht, das dieses Land (Leute) so viele Wunden und Schicksale ertragen hat, von wem auch immer.

Hab noch ein Lager gefunden,das hätte gut gepasst aber es kommt mit dem Sterbedatum nicht ganz hin.
Ort : Krjukuwo
Lager 90/8
Kapazität: 500 Personen
Betriebszeit: 08.06.1945 - 08.12.1945

Schönen Abend noch.
Notis





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Pietzbv300 

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...   Erstellt am 09.02.2015 - 22:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo meine Freunde,
die Bevölkerung des Baltikums wird bei Tacitus als "Finnen" bezeichnet. Tacitus, alter Klassiker und römischer Reisebeschreiber des 1. Jahrhunderts n.Chr. beschreibt sie als Menschen die glücklich mit ihrem bescheidenen Leben im Wald sind und kein Interesse an größeren Organisationseinheiten (Stämme) hat. Später, wohl im 500 oder 600 Jahrhundert kamen die "Ruderer", die "Rouwer", die "Russ". Leute aus Skaninavien Vorfahren der Wikinger. Viel des Charakters der Wikinger hat sich im russischen Wesen erhalten. Die Unbeugsamkeit, die Leidensfähigkeit, der Wille. Blonde Balten und ihre schönen Frauen unterstreichen das noch. Wenn ich das schreibe hat das nichts mit irgendeiner Form von Rassismus oder falscher nationaler Überzeugungen zu tun, sondern eher mit einer tiefen Sympathie mit dieser Gegend und dem europäischem Nordraum.
Wie ich schon sagte möchte ich gerne mal diese Länder bereisen. Dänemark, Norwegen und Schweden konnte ich schon besuchen.
Nun, diese Ausführungen haben natürlich nichts mit euren Nachforschungen zu tun.
Ich kann das Schicksal meines Großvaters nicht besser beschreiben, denn es gibt keine weiteren Erkenntnisse. Aufgrund seines Alters und seiner Vorgeschichte war er natürlich den extremen Umständen der Gefangenschaft länger nicht gewachsen. Obwohl er ein sehr kräftiger und üportlicher Mann war hat die Mangelernährung und die Kälte ihm letztlich den Rest gegeben. Als Soldat in einem Lazarett hat er sicherlich nicht die Entbehrungen der Fronttruppen geteilt. Aus der Literatur weiß ich, dass als erstes die Alten und die ganz Jungen in der Gefangenschaft starben.In einem Kriegsheimkehrerbrief von 1952 , den ich noch besitze, steht zu lesen : "Wo blieb das Brot der Schwachen und Sterbenden? Frag die Überlebenden!" An anderer Stelle die Worte:" Brot, was ist um dich geschehen?" Hunger. Sie sind verhungert und Hunger macht den Menschen zum Tier.
Später, in der Gefangenschaft, erzählte mein Vater von Folgendem: Ehemalige russ. Soldaten, die sich zu sehr mit dem "Klassenfeind" verbündet hatten, kamen auch in die Bergwerke bei Schachty und Karaganda. Sie prahlten von den Freuden des Vergewaltigens in Frankfurt a.d.Oder und anderswo. Sie fielen in den "Schacht". Hunderte Meter tief. Abgerutscht. Arbeitsunfall. Sowas passiert in einem Bergwerk...! - Nun, nach diesen Erlebnissen kam mein Vater nach Lübeck 1948/49. Auf dem Bahnhof gab es Gepäckträger die ihre Dienste anboten. Mein Vater antwortete auf Russisch. Er war noch nicht angekommen. Mein Vater aß niemals Kohl. Ihm wurde davon schlecht. Monatelang gab es nur Kohl in der Gefangenschaft. Ich habe meinen Vater einmal gefragt:" Papa, was war schlimmer, der Krieg oder die Gefangenschaft?" Er sagte:" Die Gefangenschaft, wir konnten uns nicht mehr wehren."
An anderer Stelle werde ich es noch einmal erzählen, aber es hat Jahre gedauert bis mein Vater soweit sozialisiert war um mit den zivilisierten Verhältnissen der 50er Jahre klarzukommen. Posttraumatisiert würde man heute sagen. Psychologische Therapien damals unbekannt. Klapsmühle oder normal. Alle waren irgendwie traumatisiert. Wen hat es damals interessiert?
Ich kann der jüngeren Generation sagen:" Über den Krieg wurde damals nicht gesprochen. Es war höchstens ein "Raunen". Ich als Kind Ende der 50er hörte dann mal leise..."ja, kam aus Ostpreußen..mit dem Treck...war in Stalingrad.. war in Hamburg damals beim Feuersturm." Und ich als Kind empfand diese Schwere diese seltsame Bedeutungschwere ohne sie zu verstehen.
Unabhängig von unserem Thema, hoffe ich auch jüngere Interessierte zu erreichen und ihnen das Schicksal meiner und wohl auch euer Nachkriegsgeneration, den Söhnen und Töchtern der Kriegsteilnehmer nahe zu bringen. Der Wunsch und das Interesse zu verstehen, was wir eigentlich nicht verstehen können.

Vielen Dank.
Viele Grüße, Piet




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