rukiluise shoshínsha

Status: Offline Registriert seit: 25.12.2005 Beiträge: 7 Nachricht senden | Erstellt am 25.12.2005 - 15:11 |  |
Das hier wird eine neue Staffel zu Digimon und heißt "Digimon Lights". Hier kommt das erste Kapitel:
Kapitel 1: Ausflug im Wald
Es war der erste Schultag nach den Ferien und mein erster Tag in der achten Klasse. Ach übrigens, ich bin Kai Iki-Sakanna und fast 14 Jahre alt. Ich ging den gewohnten Weg zum Klassenraum, an dem ein schön verziertes Schild hing mit der Aufschrift: 7a. Erst da fiel mir auf, dass ich in die 8. Klasse musste, und ich kannte nicht einmal den Weg in unseren Raum. Mein erster Tag in der Mittelstufe und ich kam zu spät. Das konnte aber auch nur großartig werden. Klasse. “Hi, Kai.” hörte ich eine zarte Stimme von hinten. Beau Tyful, ein Mädchen, klein und zierlich, lange blonde Haare, Stupsnase, hübsch. “Hi Beau.” murmelte ich. Sie bringt einen total aus der Fassung mit dieser Engelsstimme. “Kennst du den Weg zu unserem neuen Klassenzimmer?” fragte sie. “Klar doch!” meinte ich ohne nach zu denken. Ich und meine große Klappe. Ich ging die Treppe herauf, den Raum finde ich schon, dachte ich, so schwer kann es nicht sein. Und bei dem Ansporn... “Hey Alter!” Chari Ami, mein bester Kumpel. Wir sind Nachbarn, gingen zusammen in den Kindergarten, gemeinsam zur Grundschule, in die 7. .... Und nun halt gemeinsam in die Achte. Er kam wie gerufen. Ich begrüßte ihn mit einem “Hey Mann.” “Haste schon den Neuen gesehen?” Er redete immer in so einem Eiltempo, da verstand man gerade das erste Wort, und er war schon bei so vielen, dass man sie nicht mehr zählen konnte. “Sieht aus wie voll die fiese Type, voll konkret, aber is wahrscheinlich ganz harmlos. Macht einen auf still un schweigsam, aber wie der einen anguckt, denkste, der würd sofort mit’m Messer auf dich zu gehen. Steht davorn vorm Raum. Frag ihn so, wer isser, sagter: Saien. Er is der Neue, sagter, mehr aber sagter nicht, weisstu...” “Wo?” fragte ich. “Sag ich doch, vorm Klassenraum...” Bevor er wieder anfangen konnte zu reden, fragte ich: “Der Klassenraum.” “Der Klassenraum?” “Ja, wo?” “Gleich da vorne.” Ich ging mit ihm und Beau zum Raum, und da steht er. Ein Junge, soweit man es erkennen kann, schwarze Mütze, ausgeleierte schwarze Jeansjacke, unter der eine lange schwarze Hose, Samt, wie es aussah, hervorguckte, schwarze Haare, zu einem Zopf gebunden. “Hi.” ging ich ran. “Hi” sagte er leise, fast unhörbar, doch gleichzeitig lag etwas unterschwellig-aggressives darin, doch ich Trottel bemerkte es natürlich nicht. “Wie heißt du?” fragte ich. “Saien.” “Ich bin Kai. Bist du neu hier, Saien?” “Jaaaaa.” Er klang irgendwie genervt. “Steht das neuerdings unter Strafe?” “Ähm... tja... nein.” “Na dann. Tschüss.” Er hatte die Arme vor der Brust verschränkt. Es klingelte, und die Lehrerin Frau Fröhlich rief: “Saien Anbishasu, kommst du nach vorne? Du möchtest dich doch sicher deinen neuen Klassenkameraden vorstellen.” Saien nickte kurz, kam nach vorne und sagte: “Ich bin Saien. Ich habe die Siebte übersprungen.” Eine Stille, so still, dass sie schon wieder fast ohrenbetäubend laut war. “Was machst du denn gerne in deiner Freizeit, Saien?” fragte die Lehrerin nach einer Weile. “Ich hocke viel vor dem PC und ich mache Karate. Und ich lese ziemlich viel.” “Interessante Beschäftigungen für ein junges Mädchen.” “Ja, ganz interessant” meinte er. Frau Fröhlich immer mit ihrer überfreundlichen Art. Da biss man bei jemandem wie Saien doch auf Beton. Doch eins hatte mich stutzig gemacht: Saien Anbishasu... ein Mädchen????? Er, also, nein, sie hatte sich auf ihren Stuhl gesetzt und die Jacke ausgezogen und die Mütze abgesetzt, und auch unter dem weiten schwarzen Shirt, auf dem in dicken Lettern “Fuck you” geschrieben stand, war keine Art von den Formen zu erkennen, die Mädchen in diesem Alter oft haben, als Frau Fröhlich einen Wandertag ankündigte. In der Klasse hörte man nur allgemeines Seufzen. Wir gingen in den Wald, um uns verschiedene äußerst uninteressante Pflanzen anzusehen und zu sammeln. Toll. Als es nun soweit war, wurden wir erfreut mit der Nachricht, Fünfergruppen bilden zu müssen. Und da alle anderen Gruppen dicht besetzt waren, bekamen wir, das heißt, Chari, Beau und ich, zwei der eher nicht besonders beliebten Schüler in die Gruppe: Boris, ein kleiner, schmächtiger Junge, schüchtern, still, ein Streber, aber eigentlich ganz okay, - und Saien. Da waren wir also in diesem beknackten Wald. Saien war, wie immer sehr ruhig, erst als ich bekannt gab, den Weg nicht mehr weiter zu wissen, ließ sie sich herab, ihre Meinung zu äußern. "Wir müssen nach links." meinte sie. "Warum?" fragte ich. "Weil wir immer rechts abbiegen und im Kreis laufen." "Wir laufen nicht im Kreis." "Doch das tun wir. Wir waren schon vier mal an diesem Baum hier vorbei, und wir sind immer rechts abgebogen." "Mach du doch was du willst. Ist mir scheißegal was du machst." “Ich gehe.” "Unsinn, du findest doch nicht einmal den Weg." “Ich finde den Weg. Wenn ich bei Frau Fröhlich bin, erkläre ich ihr die Umstände.” Sie wollte gerade gehen, als Beau meinte: “Reg dich mal ab. Wir finden ganz bestimmt eine Lösung.” “Ich möchte bis dahin aber nicht warten.“ "Kai, vielleicht hat Saien Recht." meinte Boris. "Wir haben keine Ahnung wie wir zurück kommen, und den Baum habe ich sogar schon fünf mal gesehen." "Also wenn du meinst, du müsstest..." begann ich. "Da ist doch was dran", meinte Beau, "warum gehst du nicht nach links nur weil du nicht einsehen kannst, das du vielleicht nicht Recht hast." Das war zu viel für mich. "Es geht doch nicht darum, ob sie Recht hat, ich... na gut.. seid ihr eben alle gegen mich." "Niemand ist gegen dich, nur weil du mal Unrecht hast." versicherte mir Beau. "Geht ihr doch hin wo ihr wollt." hörte ich Saien. Man hatte fast vergessen, dass sie auch noch da war. Sie sah mich entnervt an und fügte hinzu: "Ich sagte, ich finde schon den Weg. Du hast mir überhaupt nichts zu sagen, Kai, und ich dir auch nicht. Falls ihr mit kommen wollt ist mir das nur genau so egal, ich habe belastbare Nerven, was man von manchen anderen hier wohl nicht sagen kann. Ich mach mich jetzt auf die Socken." Neben mir trat mir jemand ganz zart auf den Fuß. Beau. "Kai", meinte sie. "Was?" fragte ich. Und dann, nach einigem nachdenken: "nein, ganz sicher nicht." "Du bist sowas von stur!" meinte sie. Im ersten Moment stand ich einfach nur da. "Warte doch mal. Beau. ist ja gut, ich komm doch schon!" Schnell rannte ich den anderen hinterher. Saien blickte kurz nach hinten, erhaschte einen kurzen Blick auf mich, stöhnte genervt auf, sagte aber nichts. Dann ging sie den Weg zurück, oder zumindest glaubte sie das. Denn nach mehrmaligem Versichern, wir wären sicher wieder bald zurück, waren wir immer noch irgendwo im Wald, und es wurde immer dunkler. "Na bitte, toller Weg nach Hause!" meinte ich gereizt. "Deiner war ja auch viel besser. Wir sind so oft den selben Weg entlanggegangen, uns hat schon das Unkraut gegrüßt." meinte sie nur. "Wenigstens hab ich nicht so das Maul aufgerissen!" rief ich. Sie schüttelte nur den Kopf. Nach einer Weile sagte sie: "Du solltest mal was gegen deinen Realitätsverlust tun." "Realitätsverlust?", fragte ich schnaubend, "und was hast du? Du bist nur eine zickige, arrogante, egoistische Ziege und spielst dich auf als wärst du..." "Reg dich mal ab. Stimmt, es ist besser wenn man den weg kennt, denn wir sind ihn so lange gelatscht, bis wir ihn kannten. Schade nur, das wir nicht wussten, wie wir von ihm RUNTER kamen, aber Hauptsache, DU hast RECHT. Wir hätten weiter um diese scheißige Eiche latschen sollen und warten, bis wir verhungern." Plötzlich hörten wir ein Geräusch. Ein Knurren, laut wie ein Donnergrollen, das uns allen einen Schrecken einjagte. Und dann sahen wir es. Es war kein Bär und kein Wolf. Es war ein Vogel, ein riesiges Vieh, mit merkwürdiger Färbung. Es jagte über uns vorbei, weit weg. Und dann kamen sie vom Himmel. Kleine Minicomputer. Wir fingen sie auf. Es waren fünf. Einen für jeden von uns. Plötzlich hörten wir ein Rascheln.
So, bald kommt das zweite Kapitel.
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