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...   Erstellt am 31.07.2012 - 16:10Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Im Jahr davor



Nach der ersten misslungenen Ausstellung der Impressionisten, veranstalteten im Jahr 1875 die Maler Monet, Sisley, Renoir und Berthe Morisot eine Versteigerung ihrer Bilder. Der Verkauf von insgesamt 73 Werken sollte der doch verzweifelten finanziellen Lage der Malerfreunde ein wenig helfen. Berthe Morisot hat dabei aus Solidarität mitgemacht, da sie selbst nicht in Geldverlegenheit war.

Die Veranstaltung im Hotel Drouot wurde zu einem Eklat bisher nicht dagewesenen Ausmaßes. Wohl auch angestachelt von einer Zeitungsmeldung des damals mächtigen Kunstkritikers Albert Wolff, der mit den Worten schloss: "... Die Impression, die die Impressionisten erzielen, ist diejenige einer auf den Tasten des Klaviers herumspazierenden Katze oder eines Affen, der sich eines Farbkastens bemächtigt hat!"
Der Saal füllte sich mit einer johlenden Menge, die jede Auktion niederbrüllte, bis der Auktionator die Polizei holen musste. Die erzielten Preise waren dementsprechend niedrig.

Beispiele aus der Auktion:



Berthe Moriso - Lesende



Renoir - Le grand vent



Claude Monet - La Seine a Asnieres





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...   Erstellt am 02.08.2012 - 15:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Noch eine Zwischenbemerkung:

Victor Chocquet


Direkt nach der oben geschilderten Szene sprach Renoir ein Mann an. Er stellte sich als Victor Chocquet vor und bat Renoir ein Portrait seiner Frau zu malen.



Auguste Renoir - Mdm Chocquet


Chocquet, geboren in Lille, war Zollinspektor mit einem Gehalt von ca 300 Franc. Ein bescheidener Mann, der trotz seines geringen Einkommens eine Sammlung von Bildern sich zulegte. Angefangen mit Werken von Delacroix über Courbet und Corot bis zu den Künstlern von Barbizon, fing er nun nach der ersten Ausstellung der Impressionisten, Bilder der Maler dieser Richtung zu kaufen. Er war ihnen später allen sehr freundschaftlich verbunden.
Am Schluss besaß er 30 Gemälde von Cezanne, 23 von Delacroix, 5 Manets und je 10 von Renoir und Monet. Cezanne und Renoir haben ihn ihn auch porträtiert.
Nach dem Tod seiner Witwe wurde die Sammlung vom Staat versteigert, da keine Nachkommen da waren.



Paul Cezanne - Victor Chocquet



Auguste Renoir - Victor Chocquet


[Dieser Beitrag wurde am 06.12.2017 - 15:48 von streiflicht aktualisiert]





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...   Erstellt am 03.08.2012 - 14:24Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die zweite Ausstellung der Impressionisten fand in der Galerie von Paul Durand-Ruel statt in der Rue de Peletier.

Paul Durand-Ruel,


der als ein Begründer des heutigen Galeriewesens gilt, hatte sich früh für die Maler von Barbizon eingesetzt und ihnen in der Kunstwelt damit einen Platz und Geltung verschafft. Auch Courbet und Corot vertrat er als Galerist.



Marcel Desboutin - Portrait Paul Durand-Ruel


Nun setzte er sich für die impressionistischen Maler ein. Zunächst gab er ihnen Raum zum Ausstellen ihrer Werke. Ununterbrochen war seine Werbung für die Malergruppe. Später verschaffte er den Malern auch den Durchbruch in Amerika.
Bis zu seinem Lebensende verkaufte er tausende Bilder der impressionistischen und nach-impressionistischen Ära für die Künstler. Er veranstaltete an die 200 Ausstellungen. Sein Name ist untrennbar mit den Impressionisten verbunden und die Kunstwelt verdankt ihm viel.



Paul Durand-Ruel





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...   Erstellt am 04.08.2012 - 13:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


In der zweiten Ausstellung der Impressionisten im April 1876 in den Räumen von der Galerie Durand-Ruel waren sehr viel weniger Künstler vertreten, wie in der ersten. Viele hatten abgesagt, weil sie nicht mit den so in der Öffentlichkeit beschimpften Künstlern, wie Degas oder Monet, in Zusammenhang gebracht werden wollten.
Auch diesmal war der Begriff Impressionismus im Titel der Ausstellung nicht enthalten. Sie nannte sich: Société Générale des Arts.



Titelblatt des Katalogs


Auch Cézanne machte nicht mit, er wollte nur Bilder im offiziellen Salon des Jahres einreichen. Er war allerdings nicht überrascht, dort wieder nicht angenommen zu werden. Eduard Manet ließ sich wiederum nicht überreden, bei den Malerfreunden mit auszustellen, obwohl er in diesem Jahr auch kein Bild im Salon unterbringen konnte. Die beiden dort eingereichten Werke zeigte er auch im April 1876 dann in seinem eigenen Atelier, wo tausende Besucher sie sahen, von den Zeitungen spöttisch kommentiert.



Eduard Manet - Die Wäsche



Eduard Manet - Portrait von Marcellin Desboutin



Hatten in der ersten Gruppenausstellung noch 30 Künstler teilgenommen, waren es jetzt nur 18, die ihre Werke bei Durand-Ruel zeigten, davon einige Neue, wie Gustave Caillebotte.





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...   Erstellt am 05.08.2012 - 20:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Im Folgenden einige Teilnehmer an der zweiten Ausstellung 1876 mit den dort gezeigten Werken.

Zuerst einen Neuen, nicht so beaknnt gewordenen:

Gustave Caillebotte


* 19. August 1848 in Paris; † 21. Februar 1894 in Gennevilliers




Er wurde durch Renoir der Gruppe empfohlen. Neben seiner Malerei, die er zu fünf Impressionisten Ausstellungen beisteuerte, war er auch ein Unterstützer in finanzieller Hinsicht. Mit 25 Jahren hatte er ein Gut geerbt, welches ihn unabhängig machte. Er malte Bilder, sammelte aber auch die der Anderen. Er half, wo er konnte, mietete Ausstellungsräume an (so auch die für die erste Ausstellung beim Fotografen Nadar).



Gustave Caillebotte - Les Raboteurs de parquet


Nach einer akademischen Ausbildung wurde er beeinflusst von Degas, Monet und Renoir und glich seinen Stil ab 1875 dem der Impressionisten an.

Seine umfangreiche Bildersammlung vermachte er dem französischen Staat, der zunächst ablehnte. Heute hängen viele Bilder seiner Sammlung im Musée d'Orsay.



Gustave Caillebotte - Junger Mann am Fenster



Gustave Caillebotte - Raboteurs de parquets (Version 2)


[Dieser Beitrag wurde am 06.12.2017 - 15:57 von streiflicht aktualisiert]





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...   Erstellt am 10.08.2012 - 15:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


In der Ausstellung, die 252 Werke umfasste, wurden die Bilder nach Künstler geschlossen gezeigt - nicht wie in der ersten Ausstellung durcheinander. Edgar Degas war mit etwa 24 Arbeiten vertreten.

Edgar Degas





Foto ca 1874




Tänzerin des Ballets



Baumwoll-Kontor (Gemalt während) seines Amerikaaufenthaltes)



Examen de danse



Melancholie



Zeigt ein sich nicht mehr wahrnehmendes, apathisch nebeneinander sitzendes Paar in einer französischen Bar. Als Modell wird Ellen Andrée vermutet, gemeinsam mit Marcellin Desboutin, der an dieser zweiten Ausstellung teilnahm


Marcellin Desboutin
1823 - 1902




Portrait Edgar Degas 1875 (Kaltnadelradierung)


Desboutin hat im Salon des öfteren teilgenommen und wurde auch mit einer Silbermedaille ausgezeichent. Er hat viele Radierungen angefertigt.

[Dieser Beitrag wurde am 06.12.2017 - 16:04 von streiflicht aktualisiert]





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...   Erstellt am 11.08.2012 - 14:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Claude Monet




Selbstbildnis


Claude Monet zeigte in der Ausstellung 18 Bilder, die er zum Teil ausgeliehen hatte, von einem Sänger, Faure, und auch von Chocquet. Das Bild welches die größte Aufmerksamkeit in der Ausstellung erregte, war "La Japonaise", welches seine Frau Camille in einem reich bestickten Kimono darstellt. Es wurde für die hohe Summe von 2000 Franc verkauft.



La Japonaise



Le Pont d'Argenteuil



Le Dejeuner



La Liseeuse



Les bains de la Grenouillère



La Promenade




[Dieser Beitrag wurde am 06.12.2017 - 16:12 von streiflicht aktualisiert]





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Berthe Morisot




Berthe Morisot - Radierung von Eduard Manet



In der Zweiten Ausstellung der Gruppe zeigte Berthe Morisot 17 Werke.




Auf dem Ball




Un percher de blanchisseuses
Eines der selteneren Landschaftsmotive von Morisot



Avant le Théâtre




[Dieser Beitrag wurde am 06.12.2017 - 16:14 von streiflicht aktualisiert]





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...   Erstellt am 14.08.2012 - 17:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Zu dieser Ausstellung musste sich natürlich auch Albert Wolff zu Worte melden, der schon die erste völlig verrissen hatte:
"Neues Unheil ist über die Rue Peletier hereingebrochen. Fünf oder sechs Verrückte, darunter eine Frau, haben, von Ehrgeiz verblendet, hier ihre Werke ausgestellt, Viele Besucher bekommen vor diesen Machwerken Lachkrämpfe. Mir zieht es bei ihrem Anblick das Herz zusammen. Diese sogenannte Künstler bezeichnen sich als Umstürzler und Impressionisten. Sie nehmen Leinwand, Farbe, Pinsel, setzen, je nach Lust und Laune, einige Töne nebeneinander und glauben, sie hätten schon etwas Großes geleistet. Das Ganze erinnert an Ville Evrard (Name einer Irrenanstalt), wo die verwirrten Patienten Steine aufheben und sich einbilden, sie hätten Diamanten gefunden. [...]
Schaurige Beispiele menschlicher Eitelkeit. Wie soll man Pissarro erklären, dass Bäume nicht violett sind und der Himmel nicht die Farbe frischer Butter hat, dass die von ihm gemalten Dinge in keinem Land zu sehen sind und kein intelligenter Mensch derartige Verwirrungen akzeptieren kann. Verlorene Mühe."

Berthe Morisots Gatte Eugène Manet soll nur schwer davon abzuhalten gewesen sein den schmähenden "Kritiker" zum Duell zu fordern.
Diesem hier nur in Auszügen zitierten Artikel stehen ein paar positive Reaktionen wie von Emile Zola oder Georges Rivières entgegen, die sich sehr viel mehr mit der neuen Malerei und den einzelnen Künstlern auseinander setzten. Zola fand zwar die Werke von Caillebotte phantasielos, pries aber vor allem Berthe Morisot, Pissarro, Renoir und Sisley sowie ganz besonders Monet. Degas wurde allerdings scharf kritisiert, dessen Malerei Zola als kraftlos und beklagenswert bezeichnete.
Die meisten damals veröffentlichten Kritiken sahen allerdings wiederum in Degas, der ja die Freiluftmalerei der anderen ablehnte, als einzig akzeptablen Künstler an.
Auch der noch junge August Strindberg äußerte sich in einem Artikel über die Impressionisten: "Wir sahen wundervolle Bilder, …"

Allerdings stellten auch einige in ihren Artikeln fest, dass sich im offiziellen Salon doch ein Einfluss bemerkbar machte: … was den diesjährigen Salon charakterisiert, ist der Drang nach Licht und Wahrheit. Alles was an Überlieferung, Künstliches und Falsches erinnert, zählt nicht mehr … Nun wohl, die Impressionisten haben zu dieser Entwicklung beigetragen. Wer bei Durand-Ruel gewesen ist und die echten und wahren Landschaften … gesehen hat, wird dies nicht mehr bezweifeln." schrieb Castagnary.





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Auguste Renoir




Selbstportrait 1876


Der Maler stellte 15 Bilder aus, wobei er 6 von Chocquet auslieh.




Déjeûner chez Fournaise



Mdm Charpentier



Akt im Sonnnelicht


La Promenade



Liseuse


[Dieser Beitrag wurde am 06.12.2017 - 16:24 von streiflicht aktualisiert]





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