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WHISPER ...
Hohepriesterin
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...   Erstellt am 04.01.2006 - 16:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Yggdrasil, der Weltenbaum

Eine Esche weiss ich,
Yggdrasil heisst die hohe,
umhüllt von hellem Nebel.
Von dort kommt der Tau,
der in die Täler fällt.
Immergrün steht sie
am Brunnen der Urd.

In der Edda wird die Weltenesche Yggdrasil als der schönste und heiligste aller Bäume beschrieben. Dieser Baum trägt die Welt, seine Zweige breiten sich über den Himmel aus bis zur Erde, sie verbinden das Götterland Asgard mit dem Menschenland Midgard und beide mit den unterirdischen Reichen Hel und Niflheim. Auf drei Wurzeln steht der hochaufgerichtete Stamm, und unter jeder von ihnen entspringt ein Quell. Der erste ist Hwergelmir, das heisst der brausende Kessel, das Wasser des Werdens. Aus dem zweiten trinkt Mimir, das zur göttlichen Gestalt gewordene Gedächtnis, sein Wissen um die Geheimnisse der Welt. Der dritte, der Quell des Schicksals, wird Urdbrunnen genannt. Im höchsten Geäst der Weltenesche sitzt ein Adler, der um viele Dinge weiss und zwischen seinen Augen ein Habicht namens Wederfölnir, der Wettermacher.

Viele Gefahren bedrohen den Baum. Auf seinen Zweigen weidet die Ziege Heidrun. Vier Hirsche beissen ihm die jungen Schösslinge ab. Unter seinen Wurzeln nistet Nidhöggr, der Neiddrache. Er und anderes Schlangengewürm benagen Yggdrasil ständig. Fehde herrscht zwischen dem Adler in der Höhe und dem Drachen in der Tiefe. Und ein Eichhörnchen, Ratatöskr, der Rattenzahn, raschelt am Stamm der Esche auf und nieder und trägt dem einen zu, was der andere sagt, unaufhörlich neuen Zwist in der Welt säend.
Und doch grünt der Baum und wird grünen bis zur Götterdämmerung, denn er steht im Schutze der Nornen, die das Schicksal kennen.






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Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier...

Savertin ...
Der Burgvogt (coAdmin)
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...   Erstellt am 05.01.2006 - 11:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Gibt es da verwandtschaftliche Beziehungen zur Irminsul?





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Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf)

WHISPER ...
Hohepriesterin
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...   Erstellt am 05.01.2006 - 14:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Heilige Haine (meist Eichen) als Kultstätten oder einzelne Bäume, die verehrt wurden, gab es ja eine Menge.
Über Yggdrasil findet man eine Riesenmenge an Infomaterial , im Gegensatz zum
heiligen Holzstamm der Sachsen "Irminsuhl" , der 772 unter Karl dem Großen durch die Franken zerstört wurde.
Würde mich freuen, wenn jemand mehr dazu posten könnte, und suche selbst auch mal weiter.





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WHISPER ...
Hohepriesterin
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...   Erstellt am 08.01.2006 - 13:49Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


...zu Irminsul :

Die Irminsul der alten Sachsen war kein Baum, sondern ein Baumstamm, ein uraltes Heiligtum. Sie war von zwei Säulen umgeben und rechts und links war eine pfahlartige Götterdarstellung .
Sie sollte gleichsam das Weltall tragen. Es ist ungewiß, ob sie mit dem Kult eines bestimmten Gottes verbunden war, etwa des Irmin, des "Großen, Erhabenen".
Die Ahnenblöcke oder -pfähle wurden in fortgeschrittener Zeit weiterentwickelt, indem man auch Pfähle mit oberem menschlichen Haupt schnitzte........usw.

[Dieser Beitrag wurde am 08.01.2006 - 14:06 von WHISPER aktualisiert]





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witchi ...
Der Burgherr (Admin) freier Ritter
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...   Erstellt am 04.02.2006 - 19:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Irminsul
(Irmansûl, Yrmensûl, Ermensul, ahd., „allgemeine, alles tragende Säule”, Irminsäule) Bei den Sachsen war Irminsul, benannt nach dem Kriegsgott Irmin, ein großer und heiliger Baumstamm, Sinnbild des Weltbaumes. Irmin (der Erhabene) war als Sohn des Mannus der Stammvater der germanischen Stammesgruppe der Herminonen.

Die Irminsul war ein Heiligtum heidnischer Germanen. Die gewaltige Säule soll die Verbindung des Himmels mit der Erde symbolisiert haben. Wenn diese Verbindung unterbrochen ist, gerate die Welt ins wanken. Irminsul wird daher als sächsische Entsprechung der eddischen Yggdrasil betrachtet. Diese soll zu Beginn des Weltenbrandes erbeben und das die Götterdämmerung (Ragnarök) ankündigen (Völuspá, 39).

Es soll mit der Irminsul eine hölzerne Säule gemeint gewesen sein, auf deren Spitze ein Götterbild stand. J. GRIMM stellt den Begriff ins Umfeld von altn. iörmungrund (terra, Erde), iörmungandr (anguis maximus, s. Midgardschlange) und iörmunrekr (taurus (Stier) maximus) sowie des römischen Händler- und Botengottes Merkur, der bei den Griechen Hermes hieß und dessen „Hermen” genannte Bildsäulen Wegmarkierungen waren (Deutsche Myth. (Bd. I, S. 96).
Als Verwandte dieser Säulen können die Donareichen angesehen werden, später die Rolandssäulen, die noch vielerorts zu sehen sind (Wedel in Holstein, Bremen).

Es gibt Vermutungen, die Irminsul könnte bei bzw. auf den Externsteinen bei Detmold gestanden haben. Den Triumph des Christentums über den eingesessenen Glauben soll das in dieses Naturmonument gemeißelte Kreuzabnahmerelief aus dem 12. Jh. zeigen. Umstritten ist, ob die gebogene Darstellung eines Baumes zu Füßen des Nikodemus eine orientalische Palme oder die gedemütigte Irminsul darstellen soll.

GRIMM führt in seiner Deutschen Mythologie (Bd. I, S. 96) die „Kaiserchronik” aus dem 12. Jahrhundert an, worin Hinweise auf mehrere Irminsäulen zu finden sind. Offenbar war die Bedeutung dieser Säule(n) im 12. Jahrhundert noch wohlbekannt.

zu Mercur heißt es dort:

„ûf einir yrmensûle
stuont ein abgot ungehiure,
den hiezen sie ir koufman;” (Massm. 624)

über Julius Cäsar heißt es:

„Rômere in ungetrûwelîche sluogen,
ûf einir yrmensûl sie in begruoben;” (Massm. 624)

und vom Zauberer Simon:

„ûf eine yrmensûl er steic,
daz lantvolc im allesamt neic;” (Massm. 4432)

Kaiser Karl („der Große”) bekämpfte in seinem Reich das Heidentum. Ein Schlüsselereignis dabei war die Zerstörung der Irminsul 772, nahe der sächsischen Hauptfestung Eresburg (Heresburg) in Westfalen. Dieser Ort liegt nahe Stadtbergen, doch merkt GRIMM dazu an, „gute gründe rathen, die seule sechs stunden tiefer im Osning anzusetzen” (Deut. Mythol., I, S. 96). Eresburg ist heute Obermarsberg, Irmin könnte statt dem Mercur/Hermes auch dem römischen Kriegsgott Mars nahegestanden haben.
An der Unstrut hatten die Sachsen ihrem Irmin eine Säule aufgerichtet (ebd., 293), in England gab es altenglischen Quellen zufolge vier Straßen, die die in Insel in alle vier Richtungen durchschnitten, eine davon war die Ermingestrete, die von Norden nach Süden verlief (ebd., 295.). Das erinnert an die drei Wurzeln am Stamm des nordischen Weltbaums Yggdrasil (ebd., I., S. 300 u. II., S. 667).

An Stelle des Heidentums etablierte Karl mit teils brutaler Gewalt das Christentum und entschied den Kampf zwischen Franken einerseits und Sachsen sowie Friesen andererseits für sich.
Die Zerstörung heiliger Stätten und Symbole hatte System, wenn der allmächtige Gott verbreitet wurde: Antiken Götterstandbildern wurden Köpfe und Brüste abgeschlagen, bei den Germanen traf es die heiligen Haine und Bäume. So fiel beispielsweise die Donareiche der Axt des Bonifatius zum Opfer.





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Der Schmerz von heute ist die Kraft von morgen.

WHISPER ...
Hohepriesterin
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...   Erstellt am 05.06.2006 - 17:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Schöne Ergänzung, witchi. Haben ganz sicher noch nicht alle gewusst.





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Zahir 
Der Falkenkaiser
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...   Erstellt am 09.06.2006 - 09:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lesenswerte Beiträge, in der Tat. Danke den Postern





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