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Anira ...
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...   Erstellt am 24.01.2007 - 20:51Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Titel: Die Wege trennen sich
Autor: Anira Telemnar
Type: Kurzgeschichte / OneShot
Figuren: Bill Weasley, Lena Proctor (OC)
ZuFa: Eine Kurzgeschichte über Bills letzten Schultag… und den Abschied von seiner besten Freundin.
Disclaimer: Harry Potters Universum gehört allein J.K. Rowling



Die Wege trennen sich


Und dann, nach einer Ewigkeit, wie es schien, kam der letzte Schultag. Ich stand spät auf und ging als einer der Letzten zum Frühstück. Lena mußte schon fort sein, zumindest konnte ich sie nirgends in der großen Halle entdecken, auch nicht drüben am Slytherin-Tisch.
Der Tisch der Gryffindors war bereits fast leer, also nutze ich die Gelegenheit und suchte mir einen Platz etwas abseits der anderen.
Ich ließ mich auf den Stuhl fallen, häufte Rührei auf meinen Teller und stopfte es gedankenversunken in mich hinein.
Die verzauberte Decke war von eisgrauen Wolkenbergen verhangen, ganz so, als wäre selbst der Himmel nicht so recht mit unserem Abschied einverstanden.
Ich war gerade beim zweiten Toast, als eine amtlich wirkende Schleiereule vor mir auf dem Tisch landete, um ein Haar meinen Kürbissaft umstieß und mir stolz ihr Bein entgegenstreckte. Der Brief, der daran festgebunden war, trug das Siegel von Gringotts. Ich nahm ihn ihr ab, öffnete ihn und begann zögernd zu lesen.

Sehr geehrter Mr. Weasley,

Wir freuen uns, zu erfahren, daß Sie nach Abschluß Ihrer schulischen Laufbahn eine Ausbildung zum Fluchbrecher für die Gringotts Zaubererbank anstreben.
Ihre Hauslehrerin Professor M. McGonagall hat uns bereits im Vorfeld Ihre Absicht mitgeteilt und uns Ihre vorläufigen Prüfungsergebnisse zukommen lassen.
Wir sind hocherfreut über Ihre Leistungen und bieten Ihnen nun im Gegenzug eine Lehrstelle an. Sollten sich Ihre Absichten geändert haben, teilen Sie uns dies bitte eulenwendend mit.
Andernfalls erwarten wir Sie am 1. September pünktlich um 08.15 Uhr in den Räumlichkeiten der Gringotts Bank in London, wo sie in Ihre Tätigkeit eingeführt werden. Die einfache Grundausbildung bei Gringotts beträgt vier Monate, anschließend folgt eine dreimonatige, intensive Spezialausbildung zum Fluchbrecher.
Die derzeit begehrtesten Arbeitsplätze in diesem Bereich finden sich natürlich an den Schatzkammern altägyptischer Pyramiden.
Wir hoffen, Sie mögen Sand.

Mit besten Wünschen,
Larck N. Preskwood
Leiter des Personalbüros
Der Gringotts Zaubererbank


Ich schluckte schwer. Genau das war es, was ich mir so sehnlich gewünscht hatte, doch jetzt, wo mein Ziel so greifbar nahe vor mir lang, machte es mir ein wenig Angst.
Ägypten? Das war schon verdammt weit weg.
Sicher nicht uninteressant, vielleicht sogar verlockend, aber irgendwie doch beängstigend.
…Ihre vorläufigen Prüfungsergebnisse zukommen lassen… Wie gemein eigentlich, daß ich sie selbst nicht einmal kannte, lagen die UTZ-Prüfungen doch noch nicht einmal zwei Wochen zurück. Aber zumindest kann ich nicht überall durchgerasselt sein, dachte ich überdreht. Keine Frage. Ich wollte diesen Job.
Während ich in meinen Kürbissaft stierte, kam Carl an den Tisch und begann, auf mich einzureden. Doch ich antwortete nur einsilbig, und er verstand es und gab schließlich auf.
Schweigend gingen wir zu unserer allerletzten Verwandlungsstunde.
Der Unterricht fiel aus, statt dessen nutzte McGonagall die Stunde, um uns für unser Leben nach Hogwarts Glück und, vor allem, Erfolg zu wünschen.
Ich hörte nur mit einem Ohr hin, zu beschäftigt war ich damit, aus dem Fenster zu starren. Es war ungewöhnlich kühl für diese Jahreszeit und über den Ländereien hingen Nebelfetzen. Es sah aus, als würde es bald regnen.
Mein Leben nach Hogwarts.
Bis vor kurzem war mir gar nicht klar gewesen, daß es so etwas überhaupt gab.

~*~

Als ich später, während der Pause, draußen im kalten Nieselregen stand, kam Lena auf mich zugelaufen. Sie hielt ein schweres Buch schützend vor die Brust gepreßt, der Wind zerrte an ihrem Umhang und zerzauste ihr das Haar.
„Bill.“ Es klang etwas atemlos. Einen Moment lang sah sie mich fragend an, ehe sie halblaut fragte: „Was geschieht jetzt?“
Ich strich ihr eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht. „Man hat mir einen Ausbildungsplatz bei Gringotts angeboten. Ich fange dort am 1. September an.“
„Wie lange?“, flüsterte sie.
„Sieben Monate. Und danach schicken sie mich wahrscheinlich nach Ägypten.“
Ich beobachtete sie, und glaubte zu sehen, wie sie innerlich mit sich kämpfte.
„Ägypten“, sagte sie schließlich sachlich. „Das ist eine ganze Ecke weg.“
Es schien mir dumm, einfach mit ‚Ja’ zu antworten, und etwas Klügeres fiel mir nicht ein, also schwieg ich.
„So geht es also“, fuhr sie fort, und ihre Stimme schwankte, bemüht, die aufgesetzte, und irgendwie albern wirkende Sachlichkeit beizubehalten; doch dahinter klang sie ehrlich – und bekümmert.
„Irgendwann trennen sich die Wege. Aus den Kindern von gestern werden die Erwachsenen von heute, und die Spießer von morgen.“
Sie machte eine Pause und blickte mich unverwandt an. Ich wußte keine Antwort darauf.
„Aber das ist es nicht was zählt, oder? Alles, was zählt-“
„Ist Freundschaft.“ beendete ich ihren angefangenen Satz.
„Ist Freundschaft“, wiederholte sie leise und nickte. Auf ihrem Gesicht breitete sich ein zaghaftes Lächeln aus, doch in ihren Augen glänzten Tränen, und schließlich löste sich eine von ihnen und kullerte ihre Wange hinab.
Ich nahm ihr das Buch aus der Hand und drückte sie an mich. „Na, na, wozu denn die Krokodilstränen?“, murmelte ich tröstend, während ich ihr mit der freien Hand streichelnd über den Rücken fuhr. Sie schluchzte erstickt an meiner Schulter.
„Es ist ja nicht so, als würde ich sterben oder so was.“
Zwischen zwei Schluchzern entfuhr ihr ein unterdrücktes Lachen.
Ich umarmte sie noch fester und fühlte mich plötzlich, als würde tatsächlich etwas in mir sterben.

~*~

Das Wetter hatte sich nicht gebessert, als wir am nächsten Morgen zum Bahnhof Hogsmeade trotteten.
Die Zugfahrt war eine lustige Angelegenheit; wir spielten Snape explodiert, scherzten, redeten und lachten. Vor allem wenn Tonks bei uns war, die von Zeit zu Zeit zwischen uns und einigen Freunden aus Hufflepuff pendelte, vergaßen wir manchmal für beinahe eine ganze Stunde, daß dies unsere letzte gemeinsame Fahrt mit dem Hogwarts-Express war. Dann fiel es uns wieder ein, und wir starrten minutenlang nur aus dem Fenster, sahen die Landschaft draußen vorbeiziehen und sprachen kein Wort.
Kurz nach Mittag, als die Hexe mit dem Imbißwagen dagewesen war und wir unser Abteil mit Süßigkeiten beladen hatten, bis wir kaum noch die Köpfe aus den Sitzen herausstrecken konnten, begann Lena unsere traditionelle Kesselkuchenschlacht. Wir kicherten und quietschten wie pubertierende Mädchen, doch eines ließ sich nicht verhehlen; irgend etwas war diesmal falsch daran. Es war zum einen die leicht gezwungene Heiterkeit zwischen uns, und zum anderen natürlich der Gedanke an das Ende der Fahrt, der uns nicht losließ, und so hörten wir schnell wieder damit auf.
Als wir keuchend auf unsere Plätze zurücksanken, fischte ich ein Stück Zuckerguß aus Lenas Haaren, und es entstand ein unangenehmes Schweigen.
Schließlich schrie Tonks auf und fragte uns, ob wir uns, zum Teufel, eigentlich darüber klar wären, was für eine Schweinerei wir veranstaltet hätten. Da sahen wir die verschmierten Fenster und Sitze und mußten lachen. Genau das paßte zu mir, dem vorbildlichen Herrn Schulsprecher.
Als es draußen dämmerte und die Lichter im Zug angingen, schob die Hexe ihren Imbißwagen noch einmal auf dem Gang vor unserem Abteil vorbei, und ich deckte mich ein zweites Mal mit Schokofröschen und Bertie Botts Bohnen ein. Einen der Frösche reichte ich Lena, die ihn schweigend nahm und in ihre Tasche gleiten ließ. Ich fragte mich, ob sie ihn wohl essen würde.
Dann war es dunkel, und der Hogwarts-Express fuhr in London ein.

~*~

Auf dem zugigen Bahngleis blieben wir noch einmal stehen. Ich schulterte meinen Rucksack und sah meine beste Freundin schwermütig an.
„Ich schreibe Dir.“ versicherte ich.
Sie antwortete nicht, vielleicht, weil sie es nicht konnte. Ihre Augen waren wieder feucht, doch sie schien bemüht, sich nichts anmerken zu lassen, also versuchte ich, es zu ignorieren.
„Versprochen“, fügte ich hinzu.
Sie lächelte. „Ich weiß“, sagte sie schlicht.
Ich umarmte sie noch einmal und küßte sie auf die Stirn, ehe ich mich schweren Herzens zum Gehen wandte. Ich konnte ihren Blick noch in meinem Rücken spüren, als ich mit Mum, Percy und den Zwillingen den Bahnsteig verließ.

~*~*~*~





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...   Erstellt am 01.02.2007 - 16:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ach, ich kann's gar nicht oft genug sagen.. Du kannst einfach wunderbar schreiben. Obwohl mich hier die Geschichte inhaltlich nicht wirklich anspricht, habe ich sie gierig gelesen. Das liegt einfach daran, dass es Spaß macht, deine Worte zu überfliegen. Du hast dieses gewisse Talent dafür, etwas spannend und deutlich auszudrücken. Wahnsinn..





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Ist Realität nur die Folge der Notwendigkeit..?

Anira ...
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...   Erstellt am 01.02.2007 - 18:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Juhu, ich wurde gelesen! ^^
Ich muss zugeben, dass im Moment für mich einiges Herzblut in dieser Geschichte steckt. Ich weiß nicht, ich mags, auch wenn die Meisten es bisher
a) langweilig fanden oder sich zumindest
b) darüber mokierten, mit Lena nichts anfangen zu können. Zweites ließe sich natürlich leicht beheben, da etwa 200 Geschichten um und über Lena in meinem Kopf rumschwirren und ich nur darauf warte, dass jemand sagt, "Los! Schreibs auf!"

Jedenfalls vielen lieben Dank für Dein Kompliment.





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...   Erstellt am 01.02.2007 - 18:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich würde Lenas Geschichten gerne lesen, wenn du sie irgendwann nieder geschrieben hast, denn ich mag deinen Stil total und da macht es auch nichts, wenn ich mit dem Inhalt mal nicht so viel anfangen kann. (Was nicht heißt, dass der Inhalt schlecht war. Das hab ich nicht gesagt und ich hoffe auch, dass du es nicht so aufgefasst hast..)





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Anira ...
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...   Erstellt am 02.02.2007 - 17:48Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hab ich nicht





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...   Erstellt am 02.02.2007 - 17:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich dachte schon *g*





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Ginns ...
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...   Erstellt am 15.02.2007 - 19:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Huhu du!
Kann das sein, dass ich deine Geschichte schon mal irgendwo gelesen habe?
*überleg*
FF.de?
FF.net??
Naja, wenn, auch egal,
ich liebe einfach deinen Schreibstil!
Und das Thema *g*
-.~
Und ich würde auch gerne Lenad Geschichte lesen...
*wart*
Ich finds nämlich nicht langweilig, ich steh zwar nicht besonders auf Eigene Charaktere in Fanficiotn, aber ich mach mal eine Ausnahme^_^




Anira ...
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...   Erstellt am 29.03.2007 - 20:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ja, mmmh, die steht auf ff.de UND ff.net, daher wahrscheinlich *grins*
Schön, dass es Dir gefällt. Ich hatte gerade einen mehrwöchigen Blackout, aber vielleicht raff ich mich demnächst ma wieder auf und bring was zu Papier...
Es ist mir ein bisschen unangenehm, wie komplex Lena in meiner Phantasie geworden ist, denn das wird langsam ziemlich persönlich... tjaaah...
Übrigens, ich mag eigene Charaktere in FFs grundsätzlich auch überhaupt nicht, weil solche Charaktere meistens im Vergleich zu den Originalen keinerlei Tiefe besitzen ähm und von Satzzeichen halt ich sowieso nichts.
(Dieser Satz kein Verb. Verzeihung, ich bin gerade ein bisschen durcheinander.)
Für Lena dagegen hab ich eine Ausnahme gemacht, denn sie hatte schon eine komplette Biographie und Persönlichkeit, ehe ich sie zum ersten Mal erwähnt habe...





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...   Erstellt am 30.03.2007 - 19:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Anira!
Es sollte dir gar nicht unangenehm sein, dass Lena so präsent in deinen Geschichten und Gedanken ist. Bis zu einem gewissen Maße ist es völlig normal, die gesamte Geschichte einer Figur im Kopf zu haben, ehe man ihr einen Namen oder eine Geschichte geschrieben hat. Das geht sehr vielen Schreibern so und daran ist wirklich gar nichts unangenehmes

Und ich schließe mich Ginns an.. Lenas Geschichte ist sicher interessant.





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Anira ...
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...   Erstellt am 31.03.2007 - 17:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das habe ich so eigentlich auch nicht gemeint.
Ich meinte viel mehr, Lena hat (eben sehr komplexe) Charakterzüge erhalten, die ich auch habe, und da sind ziemlich persönliche Dinge dabei. Es ist mir deshalb unangenehm, weil ich Lena bis zu einem gewissen Grad mir annähere, sehalb es mir schwerer fällt, über sie zu schreiben. Da ich das Gefühl habe, wenn ich persönliche Dinge über sie verrate, auch persönliche Dinge von mir zu verraten, die eigentlich niemand wissen soll... ähm... wenn Du verstehst, was ich meine.
Natürlich kanns im Grunde niemand beurteilen. Es ist mir auch nicht ernsthaft "geheim", sonst würd ich das ja gerade nicht erzählen (nee, ist klar ), es wird nur schwieriger, die Geschichten auszusprechen. Klingt das unsinnig?





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