Übersicht News Suche registrieren Login Homepage


Neuer Thread ...
More : [1] [2] [3]


ErstellerThema » Beitrag als Abo bestellenThread schließen Thread verschieben Festpinnen Druckansicht Thread löschen

streiflicht ...

...

...

Status: Offline
Registriert seit: 04.12.2017
Beiträge: 9
Nachricht senden
...   Erstellt am 25.01.2013 - 20:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Es gibt, Raja, wie Du weißt, mindestens zwei verschiedene Perioden im Schaffen von Paul Gauguin. Deine Kritik macht sich meist an der zweiten Periode aus der Südsee fest. Aber eins bleibt dabei: Es ist Deine singuläre Sicht, die ich wie erwähnt nicht teile.

Nehmen wir mal ein Beispiel aus dem Musikquiz hier: Es gibt sicher viele Menschen die Enigma (nach denen wohl gefragt war) und ihre Musik mögen, es gibt welche, die sie nicht so toll finden, wie mich, die ich das als ziemlich öde und langweilige Angelegenheit ansehe und es gibt auch welche denen diese Musik von Enigma schlicht (man verzeihe den Ausdruck) am Arsch vorbei geht.
Aber was sagt das über die musikalische Qualität dieser Gruppe aus? Nichts!
Es sagt ausschließlich über das Gefallen und Nichtgefallen, die Emotion des einzelnen Zuhörers etwas aus. Aber nicht über Enigma und die Güte ihrer Musik.

Genau so ist es in der bildenden Kunst: Es gibt Menschen die Bilder von Gauguin nicht mögen, andere die sie mögen und wieder anderen ist es schlicht egal. Das "Mögen" ist aber kein Kriterium für die Güte der Arbeit. Es hat eher etwas mit der emotionalen und geschmacklichen Akzeptanz oder Nichtakzeptanz der Betrachter zu tun und deren eigene sehr private Kunstsicht.

Auch wenn es an Gauguin die eine oder anderen handwerkliche und inhaltliche Kritik gibt, an den Arbeiten in der Zeit bis ca 1888, so ist das künstlerische Grundlevel dieses Künstlers doch so hoch, weshalb er in der Welt als anerkannt gilt (zurecht wie ich finde, auch in den späteren Bildern, bei allen von mir erwähnten Einschränkungen).

Es wird in der langen Geschichte der Kunst keinen Künstler aus der malenden oder bildhauernden Zunft geben, der nicht auch schwache Werke (manchmal katastrophal schlechte) in seinem Oeuvre hat. Das ist auch in den anderen Künsten wie Musik oder Dichtung so.





Signatur
Nur wer nicht mehr die Neugierde hat zu lernen, ist alt.

streiflicht ...

...

...

Status: Offline
Registriert seit: 04.12.2017
Beiträge: 9
Nachricht senden
...   Erstellt am 26.01.2013 - 12:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Camille Pissarro




Deux jeunes paysannes causant sous les arbres



La bergère



La paysanne au chapeau



La conversation



La mère larchevéque





[Dieser Beitrag wurde am 11.12.2017 - 16:55 von streiflicht aktualisiert]





Signatur
Nur wer nicht mehr die Neugierde hat zu lernen, ist alt.

streiflicht ...

...

...

Status: Offline
Registriert seit: 04.12.2017
Beiträge: 9
Nachricht senden
...   Erstellt am 27.01.2013 - 12:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Auguste Renoir




Blick auf Venedig



Pivoines



Les deux sœurs



Le déjeuner des canotiers




[Dieser Beitrag wurde am 11.12.2017 - 16:58 von streiflicht aktualisiert]





Signatur
Nur wer nicht mehr die Neugierde hat zu lernen, ist alt.

streiflicht ...

...

...

Status: Offline
Registriert seit: 04.12.2017
Beiträge: 9
Nachricht senden
...   Erstellt am 28.01.2013 - 14:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Alfred Sisley




Après-midi d'août



En canot à Veneux (Après-midi de septembre)




-----



An der Ausstellung nahmen noch Victor Vignon und Armand Guillaumin teil. Von beiden ist kein Bildbeispiel aus der Präsentation im Jahr 1883 gesichert. Deshalb nur jeweils ein Beispiel der Maler aus der Zeit:




Armand Guillaumin: Paris: Pont Marie - 1882



Victor Vignon: Hameau du valhermeil a Auvers sur Oise - 1880



Die Aufnahme der Ausstellung beim Publikum war lange nicht mehr so ablehnend den Malern gegenüber. Durand-Ruel, der diese siebte Ausstellung letztendlich organisiert hatte und aus dessen Beständen die Exponate zum großen Teil auch kamen, konnte einige Verkäufe melden. Finanziell wurden die Kosten in etwa aufgehoben, dennoch stand der Kunsthändler, der die Impressionisten immer vertreten hatte vor dem Ruin. Es heißt, er hätte damals eine Million Schulden gehabt. Zumal andere Händler den Malern eigene Möglichkeiten boten, wie Petit aber auch Theo van Gogh, der eine große Galerie vertrat.

Mit der siebten Ausstellung endet die Serie der wirklichen Impressionisten Ausstellungen. Es folgt zwar vier Jahre später noch eine Ausstellung, die gemeinhin als die Achte gezählt wird. Doch hat diese Ausstellung nur noch wenig mit der impressionistischen Malerei zu tun. Die siebte Ausstellung hatten auch Georges Seurat und Paul Signac gesehen, sowie Odilon Redon, die alle später an der achten Ausstellung teilnehmen werden.

Nach der siebenten Ausstellung gingen die Maler des Impressionismus weitgehend ihre eigenen Wege. Manche verließen den einmal eingeschlagenen Pfad um Neues zu erproben, manche, wie Monet, werden bis zu ihrem Lebensende dem Impressionismus treu bleiben. Hin und wieder traf man sich bei unterschiedlichsten Ausstellungen zu denen sie eingeladen wurden, aber der persönliche Kontakt brach vielfach ab.




[Dieser Beitrag wurde am 11.12.2017 - 17:08 von streiflicht aktualisiert]





Signatur
Nur wer nicht mehr die Neugierde hat zu lernen, ist alt.

streiflicht ...

...

...

Status: Offline
Registriert seit: 04.12.2017
Beiträge: 9
Nachricht senden
...   Erstellt am 30.01.2013 - 18:35Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mit Victor Vignon sind alle Teilnehemer an der Ausstellung vorgestellt. Die Aufnahme beim Publikum war lange nicht mehr so ablehnend den Malern gegenüber.

Durant-Ruell, der diese siebte Ausstellung letztendlich organisiert hatte und aus dessen Beständen die Exponate zum großen Teil kamen, konnte auch einige Verkäufe melden. Finanziell wurden die Kosten in etwa aufgehoben, dennoch stand der Kunsthändler, der die Impressionisten immer vertreten hatte vor dem Ruin. Es heißt, er hätte damals eine Million Schulden gehabt. Einmal weil andere Händler den Malern eigene Möglichkeiten boten, wie Petit aber auch Theo van Gogh der eine große Galerie vertrat.

Die Ausstellung hatten auch Georges Seurat und Paul Signac gesehen, sowie Odilon Redon, die alle später an der achten Ausstellung teilnehmen werden.

Die siebte Ausstellung gilt aus heutiger Sicht wohl als die reinste im impressionistischen Sinn. Auch wenn wichtige Künstler der Richtung fehlten wie Edouard Manet, Mary Cassatt oder Edgar Degas. Im Folgenden Werke von diesen aus dem Jahr 1882.

Edouard Manet



La Vienneuse - Portrait Irma Brunner 1882



Pfingstrosen


Mary Cassatt



Lydia auf der Veranda sitzend



In der Opernloge



Edgar Degas




Tänzerinnen




[Dieser Beitrag wurde am 11.12.2017 - 17:25 von streiflicht aktualisiert]





Signatur
Nur wer nicht mehr die Neugierde hat zu lernen, ist alt.

streiflicht ...

...

...

Status: Offline
Registriert seit: 04.12.2017
Beiträge: 9
Nachricht senden
...   Erstellt am 31.01.2013 - 20:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mit der siebenten Ausstellung endet die Serie der wirklichen Impressionisten Ausstellungen.

Es folgt zwar 4 Jahre später noch eine Ausstellung, die gemeinhin als die Achte gezählt wird. Doch hat diese Ausstellung nur noch sehr wenig mit der impressionistischen Malerei zu tun.

Pissarro der unermüdliche Organisator, ist für einige Jahre zum Pointillismus gewechselt und stellt zusammen mit Seurat, Signac und seinem Sohn Lucien Pissarro in dieser Stilrichtung in einem eigenen Raum der Ausstellung 1886 aus.
Degas hat wieder seine Freunde mitgebracht, deren Ablehnung in der siebten Ausstellung ihn bewog da nicht mitzumachen.
Dazu kam noch Odilon Redon, der wohl nirgendwo in diesen Gruppen einzuordnen wäre.
So standen den fünf verbliebenen impressionistisch malenden Künstlern: Mme Bracquemond, Cassatt, Morisot, Guillaumin, Gauguin (bei Ihm inzwischen mit großer Einschränkung), 12 gegenüber, die dem Impressionismus nicht zugerechnet werden können. Degas selbst sah sich ja nicht als impressionistischen Maler.
Sich wegen dieser Konstellation geweigert teilzunehmen hatten: Caillebotte, Monet, Sisley und Renoir.

Nach der siebenten Ausstellung gingen die Maler des Impressionismus weitgehend ihre eigenen Wege. Manche verließen den einmal eingeschlagenen Pfad um Neues zu erproben, manche, wie Monet, werden bis zu ihrem Lebensende dem Impressionismus treu bleiben. Hin und wieder traf man sich bei unterschiedlichsten Ausstellungen zu denen sie eingeladen wurden, aber der persönliche Kontakt brach vielfach ab.
Für den Impressionismus begeisterten sich in der Folge viele Maler in Europa und Amerika.





Signatur
Nur wer nicht mehr die Neugierde hat zu lernen, ist alt.

RAJABEAT
unregistriert

...   Erstellt am 04.02.2013 - 19:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich würde mir wünschen, es hätte viel mehr Ausstellungen gegeben.
Einige der Bilder kannte ich im Original, manche waren mir unbekannt. Interessant waren manche Stiländerungen, vermutlich aus dem Zeitgeist geboren, denn die Werke sollten ja auch verkäuflich sein.
Irgendwie erinnert mich der Impressionismus an eine Massenproduktion für Neureiche oder selbsternannte Progressisten. Auftragsarbeiten.
Nichts gegen Auftragsarbeiten, die hatten Giotto und Da Vinci schon, Michelangelo und Rubens, Dürer und Mantegna.
Nur war es damals keine Massenproduktion, sonst hätten wir von Mike und Leo jeweils tausend Bilder.
Danke für dein Engagement, Streiflicht, und Fortsetzung gewünscht .................




streiflicht ...

...

...

Status: Offline
Registriert seit: 04.12.2017
Beiträge: 9
Nachricht senden
...   Erstellt am 06.02.2013 - 09:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Raja,

Du schreibst da:
"Irgendwie erinnert mich der Impressionismus an eine Massenproduktion für Neureiche oder selbsternannte Progressisten. Auftragsarbeiten."

Würdest Du erläutern was Du damit meinst?

Streiflicht





Signatur
Nur wer nicht mehr die Neugierde hat zu lernen, ist alt.

RAJABEAT
unregistriert

...   Erstellt am 10.02.2013 - 18:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Portraits für zahlende Kundschaft, Aufträge für Arbeitgeber, die damit ihre neuerworbene Kunstkenntnis zeigen wollen. Wenn sich niemand meldet eben Selbstportraits oder Portraits von Bekannten und immer die selben Sujets. Ballerinen, Brücken, Meer, Frau mit Kind, Spaziergänger - nicht wirklich etwas Innovatives, etwas Neues, Revolutionäres. Eine biedere und brave Malerei, doch genug um der kunstarmen Zeit einen eigenen Namen zu geben.
Ich finde den Jugendstil in all seinen Facetten bedeutsamer.




streiflicht ...

...

...

Status: Offline
Registriert seit: 04.12.2017
Beiträge: 9
Nachricht senden
...   Erstellt am 11.02.2013 - 13:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Läuft die Kritik und ihre Art nicht etwas an den Tatsachen vorbei?

Nimmt man in den Jahren von 1860 bis 1890 die damalige etablierte Bildende Kunst zum Vergleich, mit ihren rückwertsgewandten historisierenden Sujets, die eher einen Stillstand in der Kunst markierten, so hat sich durch die Impressionisten und ihren Vorläufern den Malern von Barbizon doch einiges geändert.

Es fängt mit der Malerei im Freien an, die Aufnahme der Eindrücke direkt vor Ort und ihrer sofortigen Umsetzung (was vorher farbentechnisch gar nicht möglich war). Es geht weiter, dass sich die Farben in ihrer Verwendung durch diese Künstler aufgehellt haben, leuchtender wurden, sich der wirklichen menschlichen Sicht annäherten. Und es haben sich die Bildinhalte geändert, es sind Motive, die aus der damaligen Gegenwart stammen, aus dem normalen Leben, der aktuellen Welt, was bis dahin nicht üblich war, ja abgelehnt wurde. Also haben sie sehr wohl Neues geschaffen.

Was die "Auftragslage" der Impressionisten betrifft, so ist festzuhalten, dass sie über Verkäufe (wenn sie überhaupt stattfanden!) ihr Leben zu der Zeit nicht bestreiten konnten, zum Teil in ärmlichsten Verhältnissen fristen mussten, wenn sie nicht (wie Morisot oder Degas) aus vermögendem Haus stammten. Die Preise für die Bilder stiegen erst nach 1882 signifikant an, erreichten aber lange nicht die der Maler, die im Salon ausstellen konnten. Eine wirkliche Anerkennung, die sich finanziell auswirkte, folgte erst um die Jahrhundertwende. Manche der Maler erlebten das nie.

Was den Jugendstil betrifft, so kann man im Sinne der Bildenden Kunst eigentlich fast nur vor Grafik sprechen, also ein technisch und künstlerisch sehr reduziertes Spektrum. Außerdem zeigt die nur kurze Zeit seines Auftretens, dass der fast ausschließlich dekorative ornamentale Ausdruck dieser Kunstrichtung, der sich auch im Kunsthandwerk manifestierte, sehr schnell totlief und von anderen Kunstrichtungen abgelöst wurde. Das mag bedauerlich sein, aber wenn man es versäumt, Kunst mit Leben zu füllen und nur die Oberfläche poliert, wird es die innere und äußere Qualität anderer Kunstrichtungen sicher nicht erreichen. (Das gilt auch heute für die Kunst noch!)

Nachdem die Vorstellung der Impressionisten und die Künstler von Barbizon, wohl nicht den Gusto hier findet, (wenn es vielleicht auch nur eine Einzelmeinung darstellt) sehe ich allerdings auch keinen großen Sinn in der eigenen Arbeit, die es ja doch macht, die Impressionisten einzeln sowie die Nachfolger vorzustellen, wie van Gogh, Toulouse-Lautrec, Munch u.a., oder den Fauvisten, den Malern der Brücke wie auch des Blauen Reiters, ja auch den Jugendstil (um nur einige direkt zu benennen).
Man muss nicht alles persönlich und mit seinem eigenen Geschmack für gut befinden, was in der Bildenden Kunst (oder in der Kunst überhaupt) entsteht, doch ein wenig Respekt gegenüber anerkanntem künstlerischem Tun wäre doch ganz schön.





Signatur
Nur wer nicht mehr die Neugierde hat zu lernen, ist alt.

More : [1] [2] [3]

Ähnliche Themen:
Thema Erstellt von Antworten Forumname
Die sechste Impressionisten-Ausstellung 1881 streiflicht 14 focour
Die dritte Impressionisten-Ausstellung 1877 streiflicht 16 focour
Die fünfte Impressionisten-Ausstellung 1880 streiflicht 22 focour
Die vierte Impressionisten-Ausstellung 1879 streiflicht 11 focour
Die zweite Impressionisten-Ausstellung 1876 streiflicht 11 focour
Neuer Thread ...

Geburtstagsliste:
Heute hat kein User Geburtstag!
----------------------------------


"Licht und Schatten" - Monatsthema Januar 2015


Impressum

Dieses Forum ist ein kostenloser Service von razyboard.com
Wollen Sie auch ein kostenloses Forum in weniger als 2 Minuten? Dann klicken Sie hier!



blank