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...   Erstellt am 20.01.2013 - 14:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die siebente Ausstellung der Impressionisten


Die Vorbereitung der nächsten Ausstellung gestaltete sich schwierig, da die Künstler sehr unterschiedliche Ansichten darüber hatten, wer wirklicher Impressionist sei und deshalb sich in der Ausstellung präsentieren dürfe. Caillebotte hatte ja schon zur 6. Ausstellung versucht, eine klare Vorgabe zu machen, konnte sich aber bei Pissarro nicht durchsetzen und hatte deshalb selbst verzichtet.

Die Künstler traten auch fast ausschließlich nur noch brieflich in Kontakt miteinander. So versuchte Caillebotte in einem Schreiben Pissarro zu überzeugen, nachdem er bei Degas sich schon eine Abfuhr eingehandelt hatte, mit der Bitte auf ‪Raffaëll‬i zu verzichten.
Im Brief an Pissarro schriebt er: "Degas gibt ‪Raffaëlli‬ aus dem einzigen Grunde nicht auf, weil man ihn darum bittet und umso mehr man ihn darum bittet, umso weniger wird er nachgeben."
Pissarro setzte Gauguin von dieser Nachricht in Kenntnis und bekam folgende Antwort: "Gestern sagte mir Degas wütend, er würde lieber selbst verzichten, als auf ‪Raffaëll‬i zu verzichten!" Und er schrieb weiter: "Wenn ich mir Ihre Stellung nach zehn Jahren, in denen Sie sich mit der Organisation dieser Ausstellungen befassten, in Ruhe betrachte, fällt mir auf, dass die Zahl der Impressionisten zunahm… Dagegen von Degas Seite her – und nur durch seine Schuld – hat sich die Situation immer mehr verschlechtert; jedes Jahr fiel ein Impressionist ab, und an seine Stelle trat irgend eine Null oder ein Schüler der Ecole des Beaux-Arts. Noch zwei Jahre und Sie werden allein inmitten von Intriganten schlimmster Art stehen. Trotz guten Willens kann ich nicht länger als Hanswurst von ‪Raffaëlli‬ und Konsorten dienen. Nehmen Sie bitte meinen Austritt entgegen." Diese Schritt ist Gauguin sicher nicht leicht gefallen, denn die Ausstellungen waren für ihn sehr wichtig.

Pissarro, als Hauptorganisator der Ausstellungen, befand sich nun in einer schwierigen Lage, denn er musste einsehen, dass das impressionistische Element fast nur noch von ihm vertreten wurde, wenn er Glück hätte, noch durch Berthe Morisot, die aber auf Reisen war und deren Teilnahme nicht gesichert war. Andererseits war ihm das Mitwirken von Degas sehr wichtig. Letztendlich entschied er sich aber für die Vorschläge von Caillebotte. Doch hatten die gewünschten Teilnehmer bisher nicht zugesagt.

Es gab also noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten…




[Dieser Beitrag wurde am 11.12.2017 - 16:18 von streiflicht aktualisiert]





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...   Erstellt am 21.01.2013 - 10:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Caillebotte schlug folgende Teilnehmerliste vor: Pissarro, Monet, Renoir, Cézanne, Sisley, Berthe Morisot, Gauguin und Caillebotte selbst. Dazu sollte vielleicht Mary Cassatt kommen, wenn sie ohne Degas mitmachen würde.

Berthe Morisot war in Nizza und Pissarro bemühte sich über ihren Schwager Manet um ihre Teilnahme. Monet hatte Bedingungen gestellt, bezüglich der anderen Künstler, wollte aber nicht zusagen. Renoir teilte mit, dass er krank sei und nicht kommen könne. Nachdem keiner so richtig zusagte, wollte Caillebotte den Plan einer Ausstellung schon aufgeben.

Doch nun nahm Durand-Ruel, der Galerist, der sich immer schon für die Impressionisten eingesetzt hatte und auch bei den Ausstellungen immer aushalf, die Sache in die Hand. Sicher war es auch der geschäftliche Gedanke, der ihn antrieb, denn die letzten Jahre waren für die Galerie finanziell eher katastrophal.
Durand-Ruel schrieb an Monet und Renoir, um sie von der Ausstellung zu überzeugen. Die Antwort von Renoir war weitgehend positiv, aber er wollte mit den Kollegen selbst nicht mehr verhandeln. Er hatte sich geärgert, weil die Besprechungen zu einer Ausstellung ohne ihn abgehalten wurden und glaubte nur als Lückenbüßer zu fungieren.



Paul Durand-Ruel


Monet äußerte sich ähnlich wie Renoir und wollte auf keinen Fall mit Künstlern (wie eben ‪Raffaëll‬i) ausstellen, die nicht zur engeren Gruppe der Impressionisten gehörten. Da er aber Durand-Ruel, als seinem Gönner, sehr verpflichtet war, konnte er nicht ablehnen. Er stellte nur die Bedingung, dass Caillebotte sicher mitmachen würde, dafür sollten aus Monets Sicht Guillaumin, Gauguin und Vignon ausgeschlossen werden. Pissarro war darüber sehr ungehalten und schrieb wieder an Monet: "… denn wir wollten Caillebotte niemals von unserer Gruppe ausschließen." und hängte noch die voraussichtlichen Teilnehmer an: "Monet, Renoir, Sisley, Pissarro, Caillebotte, Mme Morisot (wenn möglich), Guillaumin, Vignon, Gauguin, Cézanne (wenn möglich)."

Berthe Morisot, die noch immer auf einer Reise im Süden Frankreichs war, wartete mit ihrer Entscheidung ab, bis sie definitiv wusste, dass Monet mitmacht. Cézanne schrieb, er habe nichts zum Ausstellen. Nun machte Monet die Bedingung, Renoir müsse unbedingt mit ausstellen. Dieser gab nun endlich seine Zusage und ermächtigte Durand-Ruel Bilder zu zeigen. Damit war auch Monet mit einer Ausstellung endlich einverstanden. Auch von Cézanne kam jetzt eine Zusage.

Degas lehnte endgültig ab, da seine Freunde ausgeschlossen waren. Treu Degas ergeben, sagte nun auch Mary Cassatt ab. Manet, der ebenfalls wieder gefragt wurde, mochte wieder nicht zusagen, obwohl ihm diese Entscheidung später wohl leid tat.

So kam es nach vielem Hin und Her zur vielleicht einheitlichsten Impressionisten-Ausstellung überhaupt, die am 1. März 1882 eröffnet wurde. Die nur acht Teilnehmer waren: Caillebotte, Gauguin, Guillaumin, Monet, Morisot, Pissarro, Sisley und Vignon.
Durand-Ruel konnte zufrieden sein: Es erschienen einige sehr wohlwollende Presseartikel (die Stimmung gegen die Impressionisten in der Bevölkerung und der Kritik wandelte sich nun doch) und es waren mehr Verkäufe zu verzeichnen.




[Dieser Beitrag wurde am 11.12.2017 - 16:26 von streiflicht aktualisiert]





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...   Erstellt am 22.01.2013 - 14:54Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Gustave Caillebotte




Homme au balcon



La partie de bézigue



Früchte auf einem Verkaufsstand



Un Balcon, Boulevard Haussmann





[Dieser Beitrag wurde am 11.12.2017 - 16:31 von streiflicht aktualisiert]





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Judith7 



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...   Erstellt am 22.01.2013 - 15:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich freue mich, daß Du uns Einblicke gibst, streiflicht, und ich danke Dir dafür.




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...   Erstellt am 23.01.2013 - 11:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Paul Gauguin




Un Morceau du jardin



Die Gartenmauer



Nature morte aux oranges



Wohnzimmer im Haus von Gauguin an der Rue Carcel





[Dieser Beitrag wurde am 11.12.2017 - 16:35 von streiflicht aktualisiert]





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RAJABEAT
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...   Erstellt am 24.01.2013 - 19:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


"Im Garten des Künstlers" von Gaugin weckt starke Assoziationen zur "Naiven Malerei", wie Gottfried Kumpf.
Als Beispiel für Impressionismus ist das eher weniger geignet,um es höflich auszudrücken.




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...   Erstellt am 24.01.2013 - 21:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nun hast Du, Raja, schon mehrfach Deine völlige Ablehnung Gauguins geäußert.
Diese Sicht teile ich nicht.

Ob er aber die hohe malerische Qualität eines Monet oder Renoir erreicht in seiner impressionistischen Phase, das würde ich für mich persönlich verneinen, dennoch sind seine Bilder den meisten anderen Impressionisten sonst ebenbürtig, Er wurde besonders deshalb von der Impressionisten-Gruppe selbst auch anerkannt und aufgenommen.

Das beanstandete Bild war jedenfalls 1882 in der 7. Ausstellung zu sehen.
Wie ich mich bemühe, mit meinen bescheidenen Mitteln die Bilder heraus zu suchen, die auch wirklich in den Ausstellungen zu sehen waren. Da sind deshalb immer auch Bilder der Impressionisten dabei, die nicht so berühmt sind oder vielleicht nicht dem Standart gegenüber dem gesamten Oeuvre der einzelnen Maler entsprechen.





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...   Erstellt am 24.01.2013 - 21:32Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Claude Monet




Entrée du petit bras de la Seine à Vétheuil



Sur la falaise de Grainval



Femme lisant dans un jardin



Un coin du jardin à Vétheuil



Sonneblumen





[Dieser Beitrag wurde am 11.12.2017 - 16:44 von streiflicht aktualisiert]





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...   Erstellt am 25.01.2013 - 14:16Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Berthe Morisot



Après le déjeuner



Beim Wäschaufhängen



Port de Nice



Auf dem Balkon von Manets Zimmer in Bougival





[Dieser Beitrag wurde am 11.12.2017 - 16:49 von streiflicht aktualisiert]





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RAJABEAT
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...   Erstellt am 25.01.2013 - 19:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die Kritik am Bild richtet sich ausschliesslich gegen das eine von Gaugin, keinesfalls gegen deinen Thread, Streiflicht.
Prinzuipiell lehne ich Gaugins Malerei nicht ab, doch ist er manchmal meilenweit von Kunst entfernt. Klar waren barbusige Haiterinnen sehr interessant im lebenslustigen Paris, doch als Kunst kann man die grossflächigen Kleckse kaum bezeichnen, das ist das von dir eingestellte eher noch akzeptabel.




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