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...   Erstellt am 02.01.2013 - 13:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die sechste Impressionisten-Ausstellung 1881



Hatte die fünfte Ausstellung schon zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Künstlern geführt, schon allein über die Bezeichnungen "Impressionist" oder "Unabhängig" für den Titel der Veranstaltung gab es wieder viel Streit, so waren von den bekannten impressionistischen Malern nur noch zwei geblieben, die sich über all die Jahre mit Leib und Seele für die Ausstellungen einsetzten und sie organisierten: Pissarro und Caillebotte.

Doch auch zwischen ihnen gab es Meinungsunterschiede, als sie die sechste Ausstellung planten. In einem erhaltenen Brief an Pissarro erklärte Caillebotte seinen Standpunkt. Er war sehr verärgert, wie Degas seine Freunde in die Ausstellungen brachte, die nach Ansicht aller jedoch keine Impressionisten waren, wie ‪Raffaëlli‬, Rouart, Tillot, Vidal oder Zandomeneghi u.a.. So schlug er vor, nur diejenigen für eine neue Ausstellung zu gewinnen, die wirkliches Interesse am Impressionismus hätten. Er legte Pissarro folgende Liste vor: "Sie (Pissarro), Monet, Renoir, Sisley, Mme Morisot, Mlle Cassatt, Cézanne, Guilaumin; wenn Sie wollen Gauguin… und ich. Das wären alle, da Degas eine solche Veranstaltung ablehnen wird." Er setzte noch hinzu: "Degas stiftete Uneinigkeit unter uns. Es ist ein Jammer, dass er einen so unerfreulichen Charakter hat."

Pissarro konnte und wollte Degas nicht verärgern und schrieb zurück: "Er (Degas) ist ein schrecklicher Mensch, aber aufrichtig und anständig!" Pissarro war eben Degas verpflichtet, weil in schweren finanziellen Zeiten hatte er ihm sehr geholfen.

Auch wenn die Voraussetzungen schwierig waren, kam dann doch eine Ausstellung zustande, in einem Hinterhof-Haus am Boulevard de Capucines. Caillebotte hatte nach der Absage durch Pissarro abgelehnt teilzunehmen. So verblieben von den bekannten impressionistischen Malern nurmehr: Mary Cassatt, Edgar Degas, Paul Gauguin, Berthe Morisot und Camille Pissarro. Es waren also, bis auf Pissarro, nur diejenigen verblieben, die finanziell immer schon gut situiert waren.
Insgesamt haben 13 Künstler ihre Werke gezeigt. Allerdings war der Beitrag von Degas, um den der Streit ja ging, recht kümmerlich, auch Berthe Morisot hat nur wenige Bilder beigesteuert. Pissarro zeigte mit 27 Bildern am meisten.
Emile Zola schrieb darauf in der Zeitung, dass die Gruppe der Impressionisten nicht mehr existiere.





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Nur wer nicht mehr die Neugierde hat zu lernen, ist alt.

Judith7 



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...   Erstellt am 02.01.2013 - 14:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Sehr interessant, streiflicht!
War d a s nicht auch die Ausstellung, in der Degas diese Tänzerin zeigte?



Vierzehnjährige Tänzerin - Degas




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...   Erstellt am 02.01.2013 - 19:24Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die Tänzerin war Degas einziger wichtiger Beitrag zu dieser Ausstellung. Allerdings nicht als Gus, sondern als Wachsmodell mit Tüllrock und Haarschleife. Ob dieses Modell noch existiert, ist mir unbekannt. Das was man im Museum bewundern kann, ist ein späterer Abguss.



Eine Vorzeichnung von Degas zu der Figur (nicht in der Ausstellung zu sehen)



Die kleine Tänzerin (Petite danseuse de 14 ans)
Eine der heute bekannten Abgüsse

Ansonsten lieferte Degas nur ein paar Zeichnungen, weil er von dem Streit zwischen Caillebotte und Pissarro erfahren hatte und meinte, sich zurückhalten zu müssen.



Portraits im Fries (Pastellzeichnung)



[Dieser Beitrag wurde am 09.12.2017 - 15:44 von streiflicht aktualisiert]





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...   Erstellt am 03.01.2013 - 19:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mary Cassatt


Mit Degas verband Mary Cassatt eine bewundernde Freundschaft, in der es infolge der Natur des Malers oft zu Brüchen kam. Umgekehrt bewunderte Degas die amerikanische Malerin, die doch so ganz »Dame« war. Er malte sie mehrmals, benutzte sie als Modell für seine Hutmacherinnenserie und verewigte sie in den schönen Zeichnungen »Mary Cassatt im Louvre«, die aber nicht in der sechsten Ausstellung zu sehen waren.









Mary Cassatt rechnete sich nicht zu den Impressionisten, mit denen sie ausstellte. Dennoch ist der Einfluss von Renoir und Degas sehr klar in den Bildern zu sehen. Sie übersetzte den Stil der beiden Maler ins weibliche. Seitdem sie Manet, Renoir und Degas folgte, konzentrierte sie sich ausschließlich auf Porträts. Vom Künstlergetriebe ihrer Impressionisten Kollegen hielt sie sich jedoch fern. In ihrer Wohnungen war sie für Staatsmänner, Dichter und berühmte Künstler eine souveräne Gastgeberin.

Bilder die Mary Cassatt in der Impressionisten Ausstellung gezeigt hat:



L'Automne



Le jardin à Marli - Lydia



Lecture




[Dieser Beitrag wurde am 09.12.2017 - 17:43 von streiflicht aktualisiert]





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...   Erstellt am 04.01.2013 - 15:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Paul Gauguin


Ein Kritiker, der bis zur Ausstellung 1881 mit den Impressionisten wenig anfangen konnte, Joris Karl Huysmans, schrieb in einer Zeitung zu 6. Ausstellung: "die neue, lang gesuchte Formel ist ganz verwirklicht…". Der Impressionismus habe sich von der Aphasie abgewandt und sei durch ein Wunder verständlich geworden. Die Statuette von Degas empfand er als "den einzigen wirklich modernen Versuch, den ich in Plastik kenne,…"
Auch über Paul Gauguin war er des Lobes voll. Einen Akt beschrieb er ausführlich:



Étude de Nu


"Hier ist ein Mädchen unserer Tage, ein Mädchen, das nicht für das Publikum posiert, das, weder unzüchtig noch geziert, schlicht mit dem Ausbessern seiner Kleidung beschäftigt ist … Die nackte Frau! Wer hat sie, wie sie ist, herrlich und echt, ungekünstelt, ohne Verfälschung ihrer Gesichtszüge und Körper, gemalt?" Die Leistung von Gauguin ist da wohl von Huysmans ein wenig übertrieben, wenn man die mit der von Degas oder Renoir vergleicht.

Insgesamt war aber eine Art Trendwende erkennbar in der Beurteilung der impressionistischen Malerei durch Presse und Öffentlichkeit. Im offiziellen Salon waren Manet und Renoir inzwischen anerkannt und es gab dort schon einige Maler, die sich an der impressionistischen Art zu malen anfingen zu orientieren.

Weitere Bilder von Paul Gauguin aus dem Jahr 1881:



Sur une chaise (La Mandoline)



Le Terrain de ma Propriétaire



La Chanteuse (Médaillon)
Portrait Valérie Roumi



[Dieser Beitrag wurde am 09.12.2017 - 16:01 von streiflicht aktualisiert]





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RAJABEAT
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...   Erstellt am 04.01.2013 - 15:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


"Die Leistung von Gauguin ist da wohl von Huysmans ein wenig übertrieben, wenn man die mit der von Degas oder Renoir vergleicht."

Warum Streiflicht?
Gaugin ist nicht gerade einer meiner Lieblinge, doch hier hat er wohl das Genre genau getroffen.
Das Mädchen ist keine klassische Schönheit, die Hüften zu dick, die Brüste eher als Acessoir gemalt, das Haar nicht nach der damaligen Mode - und doch geht davon eine gewisse Erotik aus.
Vielleicht hat auch Huysmann so empfunden?




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...   Erstellt am 04.01.2013 - 19:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wenn man das Bild betrachtet, so bekommt man den Eindruck eines "zufällig" oder "gewollt" nackten Mädchens beim Nähen - könnte für die Pose also genauso gut angezogen sein.

Nimmt man dagegen Bilder der beiden anderen erwähnten Maler aus der Zeit, merkt man den wesentlich unfehlbareren Sinn für typische (weibliche) Haltungen und Bewegungen und ein größeres Gespür für Form und Komposition. Diese Qualität wird Gauguin erst Jahre später erreichen.

Das Bild von Gauguin ist durchaus bemerkenswert, aber zur Übertreibung a la Huysmanns ("Die nackte Frau!") ist da kein Platz.





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...   Erstellt am 05.01.2013 - 19:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die Titelseite des Katalogs zur 6. Ausstellung



Armand Guillaumin


Guillaumin hatte schon an vorhergehenden Ausstellungen der Impressionisten teilgenommen. Auch wenn nicht so bekannt ist, kann man ihn als einen Maler dieser Kunstrichtung bezeichnen. Die Ausbildung war zunächst autodidaktisch, da er seinen Lebensunterhalt bei der Eisenbahngesellschaft oder einem Straßenbauamt erarbeiten musste. An der Akademie Suisse begegnete er Cézanne und Pissarro, mit denen er lebenslang befreundet blieb.

Guillaumin malte hauptsächlich Landschaften.



Quai Sully




[Dieser Beitrag wurde am 09.12.2017 - 16:03 von streiflicht aktualisiert]





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Berthe Morisot


Die Besonderheit Berthe Morisots bestand darin, ihre Malerei gelebt und ihr Leben gemalt zu haben, als wäre für sie die Wechelbeziehung zwischen Beobachtung und Handlung, zwischen Schöpferwille und Licht eine natürliche und notwendige Funktion gewesen, die engstens mit ihrem Lebensplan zusammenhing. Wie wir einen Gedanken aufgreifen und wieder fallen lassen, so griff sie zum Pinsel und legte ihn wieder nieder. (Paul Valery)

Sie soll willensstark und selbstkritisch gewesen sein. Um als Künstlerin bestehen zu können, musste sie sich gegen Vorurteile der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts behaupten. Dank ihrer Herkunft aus gutbürgerlichem Haus war sie materiell abgesichert. Es war deshalb einfacher für sie, ein umfangreiches Werk zu schaffen.
Ihre Motive beschränkten sich auf Porträts und Landschaften ihrer Umgebung. Mit zarter Farbpalette hielt sie alle Nuancen fest. Durch das Vorbild ihrer Freunde Edouard Manet, Pierre-Auguste Renoir und Claude Monet änderten sich Farben und Pinselstrich im Laufe der Jahre, wobei sie aber immer ihren sehr eigenen Stil in ihre Arbeit einfließen ließ.



Nourrice et bébé



Dame à l'ombrelle



[Dieser Beitrag wurde am 09.12.2017 - 16:13 von streiflicht aktualisiert]





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Camille Pissarro


Etwa um 1880/1881 ändert Camille Pissarro seinen Malstil. Er studiert intensiv wieder die Farbenlehre und arbeitet nun mit reinen unvermischten Komplementärfarben. Auch einen immer kürzeren Pinselstrich setzt er ein, um eine Vermischung der reinen Farben zu einer Gesamtharmonie beim Betrachter zu erreichen. Inhaltlich beschreibt er unpathetisch das bäuerliche Leben. Die Bäuerinnen mit ihren Hauben und langen Kleidern, weisen darauf hin, dass er seine Lehrmeister, Courbet und Millet, nie in seiner Arbeit vergessen hat.

Théodore Duret schrieb, Pissarros Impressionismus entbehre jeglicher Vergänglichkeit: „…seine Naturbeschreibungen zeichnen sich durch ihre Vereinfachung aus, bei der jedoch auch der Aspekt der Beständigkeit zum Ausdruck kommt. (…) Pissarros Gemälde vermitteln im höchsten Maße den Eindruck von Weitläufigkeit und Einsamkeit, es geht eine gewisse Melancholie von ihnen aus”.



Chaumières au Val Hermé



La foire de la Saint-Martin, Pontoise
La Marchande de Marrons



La ravoudeuse



Le Boulevard de Clichy, effet de soleil d'hiver



[Dieser Beitrag wurde am 09.12.2017 - 16:17 von streiflicht aktualisiert]





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