Wege aus der Essstörung - das Forum für eine tolerante und offene Diskussion rund um das Thema und Erfahrungsaustausch über Wege aus der ES. ************************************************************************************************************************************************************************************************************************************* Wir freuen uns auf einen regen Austausch mit Esssüchtigen, die auf dem Weg aus der Esssucht sind und mit ehemaligen Esssüchtigen, die dabei sind nach dem psychischen jetzt auch den körperlichen Ballast abzuwerfen. Wir wollen uns gegenseitig auf diesem Weg unterstützen. Führt Euer Online-Tagebuch bei uns, gebt Euch gegenseitig Tipps und Tricks und Feedback zu dem, was bei Euch so läuft. Gemeinsam sind wir stark!!

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Ulli 
Glühwürmchen vom Dienst :-))
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...   Erstellt am 11.05.2006 - 19:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich kann Euch gar nicht sagen wie maßlos es mir auf den Senkel geht, immer die Schuld bei anderen zu suchen - bei anderen Menschen, bei anderen Umständen, bei anderen Ursachen
Hauptsache man kann sich gemütlich in der Opferrolle einrichten und muß nichts selber tun

O-Ton-Schwiegermutter:
"Es ist ja schön, dass Du offensichtlich gute Gene hast und jetzt abnimmst bei mir ist das leider ganz anders (Leidensmiene an ).
Ich kann machen was ich will bei mir setzt das alles an (ja klar, sie ernährt sich ja auch so bewußt )."
Fazit: Dass ich vorher fett war, war natürlich meine Schuld. Dass ich jetzt Gewicht verliere liegt natürlich an meinen Genen

Wenn ich dann noch lese, dass Dicke von Viren fett werden oder von Pollen oder irgendwelchen Infektionen dann kräuseln sich mir die Fußnägel

Es geht doch gar nicht um die "Schuldfrage" - es geht darum, dass man aktiv etwas verändert...und dass kann man nun mal nur höchstpersönlich selbst erledigen - warum ist das so schwer zu begreifen???

Ich kann mich ein Leben lang hinsetzen und mich darüber beklagen wie schlecht meine Eltern zu mir waren und wie dreckig es mir in meiner Kindheit ging. Das ist die Vergangenheit, die kann ich nicht mehr ändern. Aber ich kann an mir und meiner Vergangenheit arbeiten und kann lernen im Hier und Jetzt zu leben und etwas daraus zu machen!!
Immer noch besser als in der Opferrolle zu sitzen und das bis zum Lebensende zu bleiben. Alle und alles haben schuld - na prima, und was bringt mir das? Gar nichts, ich bin mein Leben lang unglücklich aber ich habe nicht schuld. Na Bravo!




Caliope ...
fühlt sich hier sowas von wohl...:-))
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...   Erstellt am 11.05.2006 - 21:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


In gewisser Weise gebe ich Dir schon recht, die Suche nach Gründen fürs dicksein ist bei einigen Leuten schon fast wie die krampfhafte Suche nach Schuldigen. Jeder ist "schuld" nur nicht man selber.
Soweit so gut. Andererseits sage ich mir das man alle Leute nicht so über einen Kamm scheren kann. Jeder reagiert anders oder verarbeitet anders.
Wer so richtig von seinen Eltern getriggert oder gar misshandelt wurde der braucht sicherlich eine Therapie um das aufzuarbeiten. Da ist der Weg zum Griff zu Schoki und Co. schon naheliegend.

Über einen Zusammenhang zwischen dicksein und Viren, Pollen oder Infektionen kann ich nur




Ulli 
Glühwürmchen vom Dienst :-))
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...   Erstellt am 11.05.2006 - 22:16Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@ Caliope
Keine Frage, dass man Kindheitstraumata nur mit Hilfe von Therapie aufarbeiten kann. Das habe ich auch nicht gemeint, dass ich nicht verstehen kann, dass man in Essstörungen landet, weil man Schlimmes durchgemacht hat als Kind.
Die Frage ist nur wie gehe ich damit um? Bleibe ich in der Rolle des ewigen Opfers oder bemühe ich mich (aktiv!) um Hilfe durch Therapie und gehe dann meinen Weg




Caliope ...
fühlt sich hier sowas von wohl...:-))
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...   Erstellt am 12.05.2006 - 08:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich hatte auch angenommendaß Du das so gemeint hattest .
Mich nerven auch die Leute die ewig herumjammern und selbst nichts ändern Ulli.
Oftmals reiben sich solche Leute an Kleinigkeiten aus dem Alltag auf und machen einen riesigen Zirkus um diese Sachen.

Nervig finde ich auch wenn man solchen Leuten Wege zeigt und diese wieder sofort irgendwelche Gründe finden, warum das bei ihnen nun gerade nicht geht oder die Situation anders ist als bei allen anderen. Da kann man schon irgendwann die Lust verlieren sich überhaupt noch Gedanken über die Person zu machen.




Holly ...
die nur nach ihrer eigenen Pfeife tanzt...
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...   Erstellt am 12.05.2006 - 12:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ulli schrieb
    ich bin mein Leben lang unglücklich aber ich habe nicht schuld


Aber immerhin hat man dann schon einen schönen Spruch für den Grabstein.


Meine Meinung dazu ist, daß die Klärung der 'Schuld'-Frage oder besser einfach 'Ursache' erst der Anfang von allem ist, und nicht das Ende. Wenn man erst begriffen hat, welche Auslöser (oder vielmehr welche Konstellation von Lebensumständen, denn ich denke nicht, daß ein einziges Erlebnis in der Kindheit zur ES führt) es für die ES gibt kann man anfangen, sich damit auseinander zu setzen. Und daß das nicht angenehm wird, die alten Geschichten wieder hochzuholen, die negativen Gefühle, die man damals erlebt hat erneut zu durchleben, darüber sollte man sich im Klaren sein.

@Caliope
Ich denke, daß die Überbewertung negativer Erlebnisse aus dem Alltag eine Art Ersatzhandlung oder Ventil ist, seine schlechten Gefühle losuwerden, damit man sich nicht den ursprünglichen 'großen' Erlebnissen von früher emotional widmen muss.

@Ulli
Deine liebe Schwiegermama tut sich wohl einfach nur schrecklich schwer damit einfach mal zu sagen: Ja, super Ulli, ich sehe, daß es Dir gut geht, daß Du Dich wohlfühlst etc.pp.... wie gemeingemeingemein aber auch von Dir, daß Du sie so vorführst und ihr einen Grund genommen hast, über Dich herzufallen. Aber lass doch nächstes Mal eine Staubmaus auf dem Wohnzimmerteppich liegen, dann gehts ihr vielleicht wieder besser





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Freier Willen!

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Katzen denken sie wären Gott

Omega ...
bleibt ein Weilchen...
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...   Erstellt am 12.05.2006 - 20:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ulli schrieb
    Ich kann mich ein Leben lang hinsetzen und mich darüber beklagen wie schlecht meine Eltern zu mir waren und wie dreckig es mir in meiner Kindheit ging. Das ist die Vergangenheit, die kann ich nicht mehr ändern. Aber ich kann an mir und meiner Vergangenheit arbeiten und kann lernen im Hier und Jetzt zu leben und etwas daraus zu machen!!
    Immer noch besser als in der Opferrolle zu sitzen und das bis zum Lebensende zu bleiben. Alle und alles haben schuld - na prima, und was bringt mir das? Gar nichts, ich bin mein Leben lang unglücklich aber ich habe nicht schuld. Na Bravo!


Ich denke da in zwei Richtungen. Es gibt Frauen, die es einfach nicht besser wissen, lediglich ihre "Opferrolle" kennen und sie auch leben.

Dann gibt es Frauen, die irgendwann gemerkt haben, dass es Wege aus der Situation gibt, vielleicht haben sie auch schon versucht einen Anfang zu machen; dann haben sie schnell gemerkt, wieviel Arbeit das macht und haben sich in ihre frühere Rolle zurückfallen lassen. Das hat einige "Vorteile" für sie: Zum Einen bekommen sie als "Opfer" Aufmerksamkeit und Mitleid ( das sind, in meinen Augen, gestohlene Energien, die Gutmütigen abgezogen werden und von denen das Opfer lebt) und zum Anderen braucht das "Opfer" keine Verantwortung für das eigene Leben zu tragen. Es gibt sie einfach ab und harrt in seiner Ecke aus. Von dort kann dann bequem jeder und alles beschuldigt werden.

@ Ulli: Ich kenne zwar Deine Schwiegermutter nicht, aber alleine das, was Du geschrieben hast, reicht für einen Brechreiz aus .





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Grade weil wir alle in einem Boot sitzen, ist es schön, daß nicht jeder auf meiner Seite steht.

Ulli 
Glühwürmchen vom Dienst :-))
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...   Erstellt am 12.05.2006 - 21:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Omega schrieb

    Ich denke da in zwei Richtungen. Es gibt Frauen, die es einfach nicht besser wissen, lediglich ihre "Opferrolle" kennen und sie auch leben.

    Dann gibt es Frauen, die irgendwann gemerkt haben, dass es Wege aus der Situation gibt, vielleicht haben sie auch schon versucht einen Anfang zu machen; dann haben sie schnell gemerkt, wieviel Arbeit das macht und haben sich in ihre frühere Rolle zurückfallen lassen. Das hat einige "Vorteile" für sie: Zum Einen bekommen sie als "Opfer" Aufmerksamkeit und Mitleid ( das sind, in meinen Augen, gestohlene Energien, die Gutmütigen abgezogen werden und von denen das Opfer lebt) und zum Anderen braucht das "Opfer" keine Verantwortung für das eigene Leben zu tragen. Es gibt sie einfach ab und harrt in seiner Ecke aus. Von dort kann dann bequem jeder und alles beschuldigt werden.



Das hast Du sehr gut beschrieben
Das ist ja auch das was Holly mit "Seelenvampiren" meinte...




Ulli 
Glühwürmchen vom Dienst :-))
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...   Erstellt am 12.05.2006 - 21:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Holly schrieb

    Aber immerhin hat man dann schon einen schönen Spruch für den Grabstein.




Holly schrieb

    Meine Meinung dazu ist, daß die Klärung der 'Schuld'-Frage oder besser einfach 'Ursache' erst der Anfang von allem ist, und nicht das Ende. Wenn man erst begriffen hat, welche Auslöser (oder vielmehr welche Konstellation von Lebensumständen, denn ich denke nicht, daß ein einziges Erlebnis in der Kindheit zur ES führt) es für die ES gibt kann man anfangen, sich damit auseinander zu setzen. Und daß das nicht angenehm wird, die alten Geschichten wieder hochzuholen, die negativen Gefühle, die man damals erlebt hat erneut zu durchleben, darüber sollte man sich im Klaren sein.


Es ist nicht einfach aber es ist in meinen Augen der einzig mögliche Weg.
Das Nachreifen, das in der Therapie möglich ist, das Begreifen dass man jetzt als erwachsene Frau ganz andere Möglichkeiten hat mit Situationen umzugehen als als Kind ist auch befreiend!

Holly schrieb

    Deine liebe Schwiegermama tut sich wohl einfach nur schrecklich schwer damit einfach mal zu sagen: Ja, super Ulli, ich sehe, daß es Dir gut geht, daß Du Dich wohlfühlst etc.pp.... wie gemeingemeingemein aber auch von Dir, daß Du sie so vorführst und ihr einen Grund genommen hast, über Dich herzufallen. Aber lass doch nächstes Mal eine Staubmaus auf dem Wohnzimmerteppich liegen, dann gehts ihr vielleicht wieder besser


Hehe, das mit der Staubmaus ist eine gute Idee
Ich weiß ja, dass sie eine arme Socke ist eigentlich aber mein Temperament geht immer wieder mit mir durch bei ihr





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