Maiden  In Sorte Diaboli


Status: Offline Registriert seit: 27.12.2005 Beiträge: 551701 Nachricht senden | Erstellt am 08.06.2007 - 14:32 |  |
Das beste Ergebnis seit 19 Jahren und trotdem stand das Krefelder Eishockey nach 1978 , vor dieser Spielzeit vor dem erneuten Aus . Als im Frühjahr 1995 , nach den Play Offs eine erste Bilanz gezogen wurde , stellte sich heraus , das der KEV vor einem fast unübersehbar hohen Schuldenturm stand . Die ehrgeizigen Pläne , den sportlichen Erfolg mit einem hohen Risiko zu erreichen , waren fehlgeschlagen . Ein letzter versuch , die Finanzen zu ordnen und eine Lösungsmöglichkeit zu finden , scheiterte , da die Banken nicht mehr mitzogen , Sponsoren ausblieben und auch ein Zuschauerrückgang zu befürchten war . Auf einen Eishockey Hearing mit 300 Eishockeyfans im ´´ Goldenen Hirschen ´´ in Hüls am 30 Mai 1995 sprach Vorsitzender Uli Urban von Siegen , Pech und Pannen . Siege : Das beste Ergebnis seit 19 Jahren . Pech : Hauptsponsor Maoam war abgesprungen . Pannen : Finanzielle Einbussen ausbleibende Sponsorengelder und viele kurzfristige Verbindlichkeiten . In den Tagen darauf gab es zahlreiche Nackenschläge , der Optimismus verflog . Da half auch nicht , das Chris Lindberg sein erneutes kommen zusagte , mit dem Kanadier Perry Pearn schon der Trainer für die kommende Saison gefunden schien . Die KEV Verantwortlichen blieb letzlich nur der Versuch , die kurzfristigen in langfristigen Verbindlichkeiten umzuwandeln , doch auch das scheiterte . Vorsitzender Uli Urban stellte darauf am 16 Juni 1995 beim Amtsgericht Krefeld für den Krefelder EV 81 den Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens . Zudem legte er sein Amt als 1. Vorsitzender des Krefelder Eislauf Verein 1981 e.v. nieder . In einem offenen Brief liess er dies am 17 Juni die Öffentlichkeit wissen , bat um Verständnis . Das sportliche Krefeld war geschockt , der Sportart Nummer eins drohte das Ende .
Scon am Tage des Konkursantrages liefen die ersten Rettungsversuche an . Doch es zeigte sich , das mit dem Konkursantrag nicht nur die finanzielle Abwicklung riesige Schwierigkeiten bringen sollte , auch die sportrechtlichen und satzungsbedingten Voraussetzungen hatten sich durch den Antrag verändert und verschlechtert . Es wurde praktisch eine Rettungsversuch an meheren Fronten .
Um die Nachwuchsabteilung mit den zehn Jugendmannschaften zu retten , wurde spontan ein neuer Verein unter den Namen Krefelder Eishockey Verein 1995 ins Leben gerufen und am 18 Juni gegründet . Vorsitzender wurde Hans Peter Langenkamp .
Derweil suchte auch die politische Szene und hier , vornehmlich Wilfrid Fabel , Fraktionschef der CDU , nach einer Rettungsmöglichkeit für das Krefelder Eishockey . Als langjähriger Eishockey Fan suchte und fand er letzlich eine Lösungsmöglichkeit über die Gründung der ´´ KEV Pinguine Eishockey GMBH ´´ . Doch es gab nicht nur Turbulenzen in Krefeld , auch die Eishockeyführung in Deutschland war gespalten , eine neue Nationale Eishockey Liga sollte gegründet werden . Wilfrid Fabel versuchte in diesen Schwierigen Zeiten , die Chancen für das Krefelder Eishockey auszuloten ., führte viele Gespräche . Durch einen geschickten Schachzug gelang es Fabel Oberbürgermeister Dieter Pützhofen , die finanzielle Basis durch die Schaffung der Gmbh mit entsprechenden Gesellschaftern zu finden . Dazu luden beide die entsprechenden Sponsoren , GFönner und Werbeträger in das Krefelder Rathhaus ein , setzten die zu erwartenden Gesellschafter um den grossen Ratstisch , und nach eingehender Beratung konnte das Ergebnis verkündet werden : Es wird eine Gmbh gegründet , in der Gesellschafter Anteile zeichnen . Bestellt wird ein Geschäftsführer , der vom Aufsichtsrat der Gmbh kontrolliert wird . Letzlich waren es 13 Gesellschafter ( inkl. des Stammvereins ) die am 7 July 1995 ein Stammkapital von 1,6 Millionen Mark zeichneten . Den Aufsichtsrat führte Dr. Dolf Stockhausen , Geschäftsführer wurde Wilfrid Fabel , die Geschäftsstelle wurde von Wolfgang Schäfer geleitet . Der neue KEV 1995 wurde mit einer Stimme in der Gesellschaft aufgenommen . Fabel übernahm später die Vertretung dr Interessen im Aufsichtsrat der DEL . Das dies der richtige Weg war , verdeutlicht , das die KEV Pinguine Eishockey Gmbh auch heute noch Bestand hat .
Doch dies war nur der erse wichtige finanzielle Schritt hin zur Gesundung . Wie ein Damoklessschwert schwebte weiterhin der von Uli Urban gestellte Konkusantrag , verwaltet vom Sequestor Eberhard Stock , und natürlich der hohe Schuldenstand über dem Krefelder Eishockey . Der Versuch , die Lizenz über die neue Gesellschaft ohne Schuldenübernahme zu erhalten , scheiterte letzlich . Unermüdlich war Fabel bemüht , den tatsächlichen Schuldenstand zu ermitteln , eine vernünftige , akzeptble und auch lösbare Regelung , der Verbindlichkeiten zu finden . Die Deutsche Eishockey Liga liess letzlich trotz einer Klage der Krefelder gegen den drohenden Ausschluss keine andere Möglichkeit zu , als Profi Eishockey in ein alzeptables Entschuldungskonzept sowie das Erfüllen der Liga Richtlinien zu bekommen . Anfang August zug Uli Urban auf Drängen den Konkursantrag zurück , die Retter des Krefelder Eishockeys hatten ein akzeptables , wenn auch finanziell auf Jahre hinaus sehr scherzhaftes Konzept gefunden : Eishockey auf höchstem Niveau war gerettet , die Spielzeit 1995/96 konnte beginnen . Am 1 August 1995 kam die erlösende Nachricht : ´´ Der KEV bleibt in der DEL ´´.
Signatur

R.I.P. Midnight ( 29.04.1962 - 08.07.2009 )
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