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mam Moderatorin a.D. ![]() ![]() ![]() Status: Offline Registriert seit: 29.06.2006 Beiträge: 572 Nachricht senden |
Über Macht und Vorherrschaft mag es sich in jeglicher Beziehung streiten. Signatur Praesis ut prosis, non ut imperes (Stehe an der Spitze um zu dienen, nicht um zu herrschen) | ||||
Minotaurus ![]() Hausherr und Gastgeber ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Status: Offline Registriert seit: 13.06.2006 Beiträge: 1550 Nachricht senden |
Ich denke, Machtausübung in irgendeiner Art passiert in jedem Bereich unseres Lebens. Sie beginnt bereits vor unserer Geburt und endet keineswegs erst bei unserem Tod. Signatur ![]() Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke. (Marcel Reich-Ranicki) | ||||
Charon unregistriert |
Kritik ist etwas sehr wichtiges für den Künstler selbst. Sie hilft Ihm dabei, das eigene Werk auch aus den Augen der Anderen betrachten zu können. Unter anderem hilft Kritik auch dabei sich evtl zu verbessern und zu lernen. Ein Künstler der keine Kritik verträgt, sollte seine Werke (egal welcher Art) besser nicht unter die Leute bringen. Kritiker die selbst nix schaffen ... habt Ihr hier angesprochen ... boooooaaahhh ... nee ... Wir hatten erst ein solches Thema und ich kann zu "solchen Kritikern" nur sagen : "Meine Münzen sind nicht auf Hochglanz poliert, doch vorhanden ... jetzt zeig mir Deine !" Manche glauben auch, das alles was man künstlerisch schafft zur Perfektion gebracht werden sollte. In der Perfektion würde das Gesamtbild sterben, denn es gäbe nichtsmehr daran auszusetzen und somit würde das Werk eher uninteressant rüber kommen. Außerdem betrachtet Jeder anders ... Für mich gibt es daher nichts perfektes. Kritik ist etwas wertvolles, doch ausüben sollte sie nur Diejenigen, welche selbst was konstruktives auf die Beine stellen können ! Zum Thema Kritiker gibts nen guten alten Film ... mit Vincent Price " Theater des Grauens " Sollten sich so einige Kritiker Unserer Welt mal zu Gemüte führen ... *grins* ![]() LG Charon | ||||
Brigitte ![]() Registriertes Mitglied ![]() Status: Offline Registriert seit: 03.07.2006 Beiträge: 104 Nachricht senden |
Hier lässt sich der "Papst der Kritiker" Reich-Ranicki über unsere mieserable Fernsehkultur aus: Signatur Am liebsten ist mir derjenige, der gerade bei mir ist. (Hermann Hesse) | ||||
<streiflicht> unregistriert |
Wenn ich mich recht erinnere, so wurde bei der Einführung der Privatsender gejubelt, eine viel größere Vielfalt würde den hausbackenen öffentlich-rechtlichen Sendern Beine machen. Die Qualität der Sendungen würde steigen und was es sonst noch an tollen Ideen und Wünschen so gab. Das Gegenteil (bis auf wenige Ausnahmen) ist eingetreten: Versimpelung, Einheitsbrei, Unterhaltungsmüll. | ||||
Minotaurus ![]() Hausherr und Gastgeber ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Status: Offline Registriert seit: 13.06.2006 Beiträge: 1550 Nachricht senden |
So würde ich das auch sehen. ![]() Zur Person von MRR habe ich ja ein sehr ambivalentes Verhältnis: ![]() Einerseits schätze ich die Struktur seiner Persönlichkeit nicht so sehr, weil er mir viel zu egozentrisch, rechthaberisch und dogmatisch ist; mit seiner Kritik (oder sollte man es besser "Verrisse" nennen?) sehr oft hart an der Grenze zu persönlichen Beleidigungen. Anderseits bewundere ich seine treffenden Analysen und klaren Aussagen, sowie seine Art, sich mit seinen Ansichten nicht zu verbiegen und in seinen Äußerungen kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Er redet Klartext und das ist in der heutigen Zeit sehr selten geworden. Und genau diesen Klartext hat er auch anläßlich seiner Ehrung gesprochen, das hat mir imponiert. Immer wieder liest man in diversen Foren und Medien, daß MRR vielleicht nur deswegen so unleidlich gewesen sei, weil er vier Stunden warten mußte, bevor er an die Reihe kam. Noch dazu sei es leider kein Geldpreis gewesen, den er bekam, sondern "nur" ein symbolischer Wert. Auch daß man auf seine Äußerungen Rücksicht nehmen sollte, weil er doch bereits ein alter Mann sei und er vielleicht wirklich nicht wußte, was ihn dort erwartete. Ich sehe das nicht so und ich möchte auch erklären, warum: MRR ist nicht nur ein gnadenloser Literaturkritiker, sondern auch ein alter Medienfuchs, der ganz genau wußte, in welchem Umfeld er sich bewegte und was ihn dort erwartete. Schon allein aus diesen Gründen bin ich nicht so "gnädig" mit ihm wie so manch Anderer. Trotz seines hohen Alters hatte ich aber keineswegs den Eindruck, daß er bereits zu senil sein würde, um diese Zusammenhänge nicht mehr zu begreifen. Ganz im Gegenteil: Diese Ansprache zeugt vielmehr von einem wachen Geist und davon, daß er ganz genau wußte, wovon er sprach. Seine "Dankesrede" hätte nicht besser und klarer ausfallen können und sogar das Wort "Blödsinn" war genau an der passenden Stelle und mit dem richtigen Tonfall angebracht. Den Verantwortlichen für diesen Blödsinn und dem Publikum blieb gar nichts anderes übrig, als zu Applaudieren, auch wenn man am Mienenspiel des Einen oder Anderen etwas ganz Anderes ablesen konnte. ![]() Nein, es war keine Dankesrede, sondern sozusagen eine "öffentliche Hinrichtung" genau nach dem Muster, das man von ihm bereits aus dem Literarischen Quartett gut kennt. Sehr gut inszeniert und genau zum richtigen Zeitpunkt und an der richtigen Stelle rübergebracht. Nur mit dem Unterschied, daß es dieses Mal eben keinen Autor oder Schriftsteller traf, sondern die Medienwelt des Fernsehens und zwar nicht nur die Privatsender, sondern auch die öffentlich-rechtlichen Sender. Sowohl deren Darsteller und Moderatoren als auch deren Produzenten und "Macher." Und nicht zuletzt das Publikum dieser Sender. ![]() Diese Sendung hatte aber gleich zwei Gewinner: Zum Einen den Träger des Ehrenpreises Marcel Reich-Ranicki, zum Anderen den Moderator dieser Sendung Thomas Gottschalk, der die Situation ziemlich souverän gemeistert hatte. Ich persönlich bin ja der Meinung, daß Thomas Gottschalk (neben Günter Jauch und wenigen anderen) einen der fähigsten Köpfe in dieser platten Wüstenlandschaft des Fernsehens darstellt. Das angebotene "Du" von MRR war also völlig berechtigt. Aber auch diese Köpfe müssen sich letztendlich dem Kommerz und den Einschaltquoten beugen, wenn sie überleben möchten. MRR hat es auf eine eindrucksvolle Weise in seinem Buch beschrieben. Die Überschrift dieses Threads aber lautet: "Die Macht der Kritiker." Ob dieser "Eklat" wirklich eine nachhaltige Veränderung in der Medienwelt bewirkt, das wage ich zu bezweifeln. Zu groß sind die kommerziellen Kriterien, nach denen die Programmdirektoren ihre Sendungen gestalten, bzw. gestalten lassen. Was gesehen werden möchte, das wird auch gesendet und wer Müll sehen möchte, der bekommt genau diesen Müll. So einfach ist das. Und somit ist auch die Macht der (oder des) Kritiker(s) nur sehr begrenzt. Na gut, das mag jetzt vielleicht ziemlich provokativ klingen, aber im Grunde ist der Zuschauer selbst dafür verantwortlich, was er vorgesetzt bekommt. Prost - Mahlzeit! ![]() Daß die Medienwelt der ehemals "altbackenen Sender" wie ARD und ZDF, sowie der diversen Regionalprogramme und des ORF mit der Einführung des Privatfernsehens vielfältiger (und damit "besser") werden würde, das hatten wir vermutlich alle mal gehofft. Leider ist aber genau das Gegenteil eingetreten! ![]() Nur der Einheitsbrei von diversen Koch- und Talksendungen, sowie die vermeintlichen "Gerichtssendungen" und die Daily-Soaps wurden mehr. Das Streiflicht hat diese negative Entwicklung des TV bereits recht treffend geschildert. Der Begriff "Flachbildschirm" bekommt dadurch eine beinahe schon zynisch anmutende Doppelbedeutung. ![]() Doppeldeutige Grüße vom "lieben" Mino. ![]() Signatur ![]() Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke. (Marcel Reich-Ranicki) | ||||
<streiflicht> unregistriert |
Nachdem Elke Heidenreich sich der Kritik von MRR angeschlossen hat und eine recht drastische Meinung zum Besten gab, | ||||
<streiflicht> unregistriert |
Nun hat er an seinem "Ausbruch" noch verdient, der MRR. Elke Heidenreich hat am Dienstag, 14. Oktober 2008, den Hans Bausch Mediapreis 2008 erhalten. Die Auszeichnung der Stiftung Hans Bausch Mediapreis zur Förderung von Medienpublizistik, Medienforschung und -pädagogik wurde damit zum 15. Mal vergeben. Mit Verweis auf ihren "Wutausbruch" in der FAZ betonte Heidenreich, dass sie nicht die Absicht gehabt habe, das Fernsehen an sich zu verteufeln. Es müsse sich jedoch mit der Vergabe von Fernsehpreisen etwas ändern. Heidenreich: "Die öffentlich-rechtlichen Sender sollen sich nicht gemein machen mit den Privaten. Wenn man sich aber mit ihnen an einen Tisch setzt, um den Deutschen Fernsehpreis zu vergeben, dann muss man sich über das Ergebnis nicht wundern." Ihre Kritik ziele in erster Line darauf, dass die Öffentlich-Rechtlichen ihren Kulturauftrag ernst nehmen müssten. Gleichwohl sehe sie das Fernsehen nicht als Volkshochschule der Nation. Heidenreich: "Kultur kann doch auch eine gute Unterhaltungssendung sein." PS: Nicht nur fürs Archiv .... | ||||
Brigitte ![]() Registriertes Mitglied ![]() Status: Offline Registriert seit: 03.07.2006 Beiträge: 104 Nachricht senden |
HIER der komplette Wortlaut von Elke Heidenreich: Signatur Am liebsten ist mir derjenige, der gerade bei mir ist. (Hermann Hesse) | ||||
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Nun ist sie ja ihren Job beim ZDF auch los und MRR klatscht dazu: | ||||
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