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mam 
Moderatorin a.D.
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...   Erstellt am 20.08.2006 - 14:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Über Macht und Vorherrschaft mag es sich in jeglicher Beziehung streiten.

Glaubt Ihr, dass es eine "Machtausübung" in Bezug auf Kunst und Künste gibt?

Was haltet Ihr von Kunstkritikern, die selbst nur rumlabern, jedoch niemals einen Pinsel oder einen Bleistift in der Hand hielten?

[Dieser Beitrag wurde am 21.04.2007 - 19:29 von Minotaurus aktualisiert]





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Praesis ut prosis, non ut imperes (Stehe an der Spitze um zu dienen, nicht um zu herrschen)

Minotaurus ...
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...   Erstellt am 20.08.2006 - 14:24Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich denke, Machtausübung in irgendeiner Art passiert in jedem Bereich unseres Lebens. Sie beginnt bereits vor unserer Geburt und endet keineswegs erst bei unserem Tod.
Warum also sollte gerade der Bereich der Kunst oder der Literatur davon ausgenommen sein?

Zum Wert eines Kritikers, der selbst nichts schafft, sondern nur die Werke anderer Menschen kritisiert, ohne sich der Herausforderung zu stellen, es selbst besser zu machen, habe ich mich bereits an anderer Stelle genügend ausgelassen.
Um es auf einen kurzen Nenner zu bringen: Wer selbst nicht schreiben kann, der wird Lehrer - oder Kritiker.
Trotzdem sollte man auch den (ehrlichen und konstruktiven) Kritiker nicht völlig verachten, auch wenn dieser selbst nicht in der Lage ist, es besser zu machen.
Woran sonst sollte ein Autor oder Künstler sich orientieren können, wo sonst bekommt er eine Rückmeldung über die Qualität seines Werkes/seiner Werke oder dessen Eindrücke auf den Leser/Betrachter, woran sonst sollte er "wachsen" und sich eventuell sogar verbessern können?
Das Unvermögen oder die Perversionen des Künstlers sollte man bei dieser kritischen Betrachtung der Kritiker auch nicht völlig außenvor lassen.

Kritische Grüße vom Minotaurus.





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Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke.
(Marcel Reich-Ranicki)

Charon
unregistriert

...   Erstellt am 19.08.2008 - 19:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen




Kritik ist etwas sehr wichtiges für den Künstler selbst.
Sie hilft Ihm dabei, das eigene Werk auch aus den Augen der Anderen betrachten zu können.

Unter anderem hilft Kritik auch dabei sich evtl zu verbessern und zu lernen.

Ein Künstler der keine Kritik verträgt, sollte seine Werke (egal welcher Art)
besser nicht unter die Leute bringen.



Kritiker die selbst nix schaffen ... habt Ihr hier angesprochen ...

boooooaaahhh ... nee ... Wir hatten erst ein solches Thema und ich kann zu
"solchen Kritikern" nur sagen :

"Meine Münzen sind nicht auf Hochglanz poliert, doch vorhanden ... jetzt zeig mir Deine !"


Manche glauben auch, das alles was man künstlerisch schafft zur Perfektion gebracht werden sollte.

In der Perfektion würde das Gesamtbild sterben,
denn es gäbe nichtsmehr daran auszusetzen
und somit würde das Werk eher uninteressant rüber kommen.

Außerdem betrachtet Jeder anders ...

Für mich gibt es daher nichts perfektes.


Kritik ist etwas wertvolles, doch ausüben sollte sie nur Diejenigen, welche selbst was konstruktives auf die Beine stellen können !


Zum Thema Kritiker gibts nen guten alten Film ... mit Vincent Price

" Theater des Grauens "

Sollten sich so einige Kritiker Unserer Welt mal zu Gemüte führen ... *grins*





LG
Charon




Brigitte ...
Registriertes Mitglied
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...   Erstellt am 14.10.2008 - 20:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hier lässt sich der "Papst der Kritiker" Reich-Ranicki über unsere mieserable Fernsehkultur aus:
http://de.youtube.com/watch?v=KWuinyJgKew

Ob diese Kritik etwas Positives bewirkt?
Wir werden sehen ...





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Am liebsten ist mir derjenige, der gerade bei mir ist.
(Hermann Hesse)

<streiflicht>
unregistriert

...   Erstellt am 15.10.2008 - 15:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wenn ich mich recht erinnere, so wurde bei der Einführung der Privatsender gejubelt, eine viel größere Vielfalt würde den hausbackenen öffentlich-rechtlichen Sendern Beine machen. Die Qualität der Sendungen würde steigen und was es sonst noch an tollen Ideen und Wünschen so gab. Das Gegenteil (bis auf wenige Ausnahmen) ist eingetreten: Versimpelung, Einheitsbrei, Unterhaltungsmüll.

Von einem Sender (Sat1) wurde noch vor gar nicht langer Zeit von seinen neuen Besitzern verlangt über 20% Rendite einzuspielen. Dabei gingen dann alle "überflüssigen Sendungen"(weil sie nicht zu bewerben sind) wie z.B. Nachrichten oder Magazine über Bord. Nur mehr flachsinniges Billig-TV war angesagt. Kultur und Rendite ist offensichtlich nicht vereinbar.

Wo er Recht hat, der MRR, da hat er Recht ...




Minotaurus ...
Hausherr und Gastgeber
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...   Erstellt am 16.10.2008 - 15:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


streiflicht schrieb
    Wo er Recht hat, der MRR, da hat er Recht ...

So würde ich das auch sehen.

Zur Person von MRR habe ich ja ein sehr ambivalentes Verhältnis:
Einerseits schätze ich die Struktur seiner Persönlichkeit nicht so sehr, weil er mir viel zu egozentrisch, rechthaberisch und dogmatisch ist; mit seiner Kritik (oder sollte man es besser "Verrisse" nennen?) sehr oft hart an der Grenze zu persönlichen Beleidigungen.
Anderseits bewundere ich seine treffenden Analysen und klaren Aussagen, sowie seine Art, sich mit seinen Ansichten nicht zu verbiegen und in seinen Äußerungen kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Er redet Klartext und das ist in der heutigen Zeit sehr selten geworden.
Und genau diesen Klartext hat er auch anläßlich seiner Ehrung gesprochen, das hat mir imponiert.

Immer wieder liest man in diversen Foren und Medien, daß MRR vielleicht nur deswegen so unleidlich gewesen sei, weil er vier Stunden warten mußte, bevor er an die Reihe kam. Noch dazu sei es leider kein Geldpreis gewesen, den er bekam, sondern "nur" ein symbolischer Wert.
Auch daß man auf seine Äußerungen Rücksicht nehmen sollte, weil er doch bereits ein alter Mann sei und er vielleicht wirklich nicht wußte, was ihn dort erwartete.

Ich sehe das nicht so und ich möchte auch erklären, warum:
MRR ist nicht nur ein gnadenloser Literaturkritiker, sondern auch ein alter Medienfuchs, der ganz genau wußte, in welchem Umfeld er sich bewegte und was ihn dort erwartete. Schon allein aus diesen Gründen bin ich nicht so "gnädig" mit ihm wie so manch Anderer.

Trotz seines hohen Alters hatte ich aber keineswegs den Eindruck, daß er bereits zu senil sein würde, um diese Zusammenhänge nicht mehr zu begreifen.
Ganz im Gegenteil: Diese Ansprache zeugt vielmehr von einem wachen Geist und davon, daß er ganz genau wußte, wovon er sprach. Seine "Dankesrede" hätte nicht besser und klarer ausfallen können und sogar das Wort "Blödsinn" war genau an der passenden Stelle und mit dem richtigen Tonfall angebracht.
Den Verantwortlichen für diesen Blödsinn und dem Publikum blieb gar nichts anderes übrig, als zu Applaudieren, auch wenn man am Mienenspiel des Einen oder Anderen etwas ganz Anderes ablesen konnte.

Nein, es war keine Dankesrede, sondern sozusagen eine "öffentliche Hinrichtung" genau nach dem Muster, das man von ihm bereits aus dem Literarischen Quartett gut kennt. Sehr gut inszeniert und genau zum richtigen Zeitpunkt und an der richtigen Stelle rübergebracht.
Nur mit dem Unterschied, daß es dieses Mal eben keinen Autor oder Schriftsteller traf, sondern die Medienwelt des Fernsehens und zwar nicht nur die Privatsender, sondern auch die öffentlich-rechtlichen Sender. Sowohl deren Darsteller und Moderatoren als auch deren Produzenten und "Macher."
Und nicht zuletzt das Publikum dieser Sender.

Chapeau, Marceli!


Diese Sendung hatte aber gleich zwei Gewinner: Zum Einen den Träger des Ehrenpreises Marcel Reich-Ranicki, zum Anderen den Moderator dieser Sendung Thomas Gottschalk, der die Situation ziemlich souverän gemeistert hatte.
Ich persönlich bin ja der Meinung, daß Thomas Gottschalk (neben Günter Jauch und wenigen anderen) einen der fähigsten Köpfe in dieser platten Wüstenlandschaft des Fernsehens darstellt. Das angebotene "Du" von MRR war also völlig berechtigt.
Aber auch diese Köpfe müssen sich letztendlich dem Kommerz und den Einschaltquoten beugen, wenn sie überleben möchten. MRR hat es auf eine eindrucksvolle Weise in seinem Buch beschrieben.

Die Überschrift dieses Threads aber lautet: "Die Macht der Kritiker."
Ob dieser "Eklat" wirklich eine nachhaltige Veränderung in der Medienwelt bewirkt, das wage ich zu bezweifeln. Zu groß sind die kommerziellen Kriterien, nach denen die Programmdirektoren ihre Sendungen gestalten, bzw. gestalten lassen.
Was gesehen werden möchte, das wird auch gesendet und wer Müll sehen möchte, der bekommt genau diesen Müll. So einfach ist das. Und somit ist auch die Macht der (oder des) Kritiker(s) nur sehr begrenzt.

Na gut, das mag jetzt vielleicht ziemlich provokativ klingen, aber im Grunde ist der Zuschauer selbst dafür verantwortlich, was er vorgesetzt bekommt.
Prost - Mahlzeit!

Daß die Medienwelt der ehemals "altbackenen Sender" wie ARD und ZDF, sowie der diversen Regionalprogramme und des ORF mit der Einführung des Privatfernsehens vielfältiger (und damit "besser") werden würde, das hatten wir vermutlich alle mal gehofft. Leider ist aber genau das Gegenteil eingetreten!
Nur der Einheitsbrei von diversen Koch- und Talksendungen, sowie die vermeintlichen "Gerichtssendungen" und die Daily-Soaps wurden mehr. Das Streiflicht hat diese negative Entwicklung des TV bereits recht treffend geschildert.
Der Begriff "Flachbildschirm" bekommt dadurch eine beinahe schon zynisch anmutende Doppelbedeutung.

Doppeldeutige Grüße vom "lieben" Mino.





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Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke.
(Marcel Reich-Ranicki)

<streiflicht>
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...   Erstellt am 18.10.2008 - 19:29Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nachdem Elke Heidenreich sich der Kritik von MRR angeschlossen hat und eine recht drastische Meinung zum Besten gab,

http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha … 71,00.html

wird ihr nun nahegelegt ihren Abschied vom TV zu nehmen. Sie zeigt sich kampfeslustig:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha … 16,00.html

Erstaunlich schnell reagieren da die TV-Oberen! Beim Radsport und dem kriminellen Doping haben sie keine solche Eile gezeigt.
Naja. Kritik eben unerwünscht und weiterso wie bisher, die Quote ist das golden Kalb!




<streiflicht>
unregistriert

...   Erstellt am 22.10.2008 - 19:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nun hat er an seinem "Ausbruch" noch verdient, der MRR.
Zwei Firmen haben das Fernsehbild für Werbung benützt, was aber nach MRR ein Missverständnis sei, das ihn nicht hinderte das Honorar anzunehmen...

---


Elke Heidenreich hat am Dienstag, 14. Oktober 2008, den Hans Bausch Mediapreis 2008 erhalten. Die Auszeichnung der Stiftung Hans Bausch Mediapreis zur Förderung von Medienpublizistik, Medienforschung und -pädagogik wurde damit zum 15. Mal vergeben.
Mit Verweis auf ihren "Wutausbruch" in der FAZ betonte Heidenreich, dass sie nicht die Absicht gehabt habe, das Fernsehen an sich zu verteufeln. Es müsse sich jedoch mit der Vergabe von Fernsehpreisen etwas ändern. Heidenreich: "Die öffentlich-rechtlichen Sender sollen sich nicht gemein machen mit den Privaten. Wenn man sich aber mit ihnen an einen Tisch setzt, um den Deutschen Fernsehpreis zu vergeben, dann muss man sich über das Ergebnis nicht wundern." Ihre Kritik ziele in erster Line darauf, dass die Öffentlich-Rechtlichen ihren Kulturauftrag ernst nehmen müssten. Gleichwohl sehe sie das Fernsehen nicht als Volkshochschule der Nation. Heidenreich: "Kultur kann doch auch eine gute Unterhaltungssendung sein."


PS: Nicht nur fürs Archiv ....




Brigitte ...
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...   Erstellt am 24.10.2008 - 11:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


HIER der komplette Wortlaut von Elke Heidenreich:
http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC2486 … ntent.html
Schließlich sollte diese Diskussion nicht um Sprachfetzen, Textauszüge und "potemkinsche Dörfer", sondern um eine konkrete Kritik am Müll-TV gehen.

Was mich betrifft, so kann ich ihre Meinung gut nachvollziehen, aber ich glaube, sie hat einfach ein bisschen zu hoch gepokert. Vielleicht, um im Kielwasser von Reich-Ranicki ihren "Marktwert" ein wenig zu erhöhen.
Aber das Fernsehen, bzw. das Unterhaltungsfernsehen wird es auch ohne eine Elke Heidenreich noch geben. Das Zielpublikum und die Einschaltquoten werden dafür sorgen.





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Am liebsten ist mir derjenige, der gerade bei mir ist.
(Hermann Hesse)

<streiflicht>
unregistriert

...   Erstellt am 24.10.2008 - 13:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nun ist sie ja ihren Job beim ZDF auch los und MRR klatscht dazu:

http://www.rp-online.de/public/article/ … Folge.html




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