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Antje ...

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...   Erstellt am 26.07.2006 - 19:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die Indische Republik

Gandhis Mitstreiter und Gefährte Jawahal Nehru führt von 1947 bis 1964 als Ministerpräsident und Außenminister die Regierung der 'Indischen Unionsrepublik', deren von Gandhi in den Grundzügen und nach englischem Recht entworfene Verfassung 1950 in Kraft tritt (siehe Staat).
Eine Verwaltungsreform reduziert die Zahl der Bundesstaaten von 27 auf 14 und sechs Unionsterritorien, die der Verwaltung der Zentralregierung unterstehen.
Trotz der Freundschaftspolitik mit China und gemeinsamer Verkündigung der 'Fünf Prinzipien der Koexistenz' kommt es zwischen 1959 und 1962 zu chinesischen Überfällen auf die Nordost-Provinzen und auf Ladakh, das seitdem teilweise chinesisch besetzt ist. Die Chinesen beherrschen damit strategisch und infrastrukturell wichtige Karakorum-Pässe zwischen Tibet und Sinkiang. Im Nordosten konnten die Differenzen dagegen weitgehend auf der Grundlage der ursprünglichen Grenzen wieder beigelegt werden.
Nach der Revolte von Hindu-Freiwilligen und afghanischen Stämmen, in die auch Indien und Pakistan eingreifen, besiegelt der 1948 von der UNO vermittelte Waffenstillstand die Teilung Kaschmirs, das nach Autonomie strebt. Nach der Verhaftung des Ministerpräsidenten Scheich Abdullah wird entgegen einer UN-Resolution der indisch besetzte Teil Kaschmirs von Indien annektiert. Es genießt innerhalb der Unionsrepublik jedoch einen autonomen Status. 1989 kam es hier allerdings wieder zu Unruhen.
In Pakistan wird anfangs die Atmosphäre durch permanente Staatskrisen und Auseinandersetzungen zwischen dem westlichen und dem östichen Teil des Landes bestimmt. 1956 wird die dem Commonwealth angeschlossene Islam-Republik proklamiert. Zwar werden verschiedene Grenzzwischenfälle und Auseinandersetzungen um das kostbare Indus-Wasser vertraglich geregelt, doch kommt es durch islamische Freischärler-Aktionen in Kaschmir 1965 zum indisch-pakistanischen Krieg, der auf sowjetische Initiative nach UN-Vermittlung 1966 auf der Konferenz von Taschkent beigelegt wird. 1971 flackern die Kämpfe jedoch wieder auf, denn Ostbengalen fühlt sich durch West-Pakistan bevormundet. Mit Hilfe des indischen Militärs erreicht Ostbengalen schließlich seine Unabhängigkeit. Ostpakistan heißt seitdem Bangladesh (oder Bangla Desh). Dieser große außenpolitische Erfolg Indira Gandhis läßt Indien eindeutig zur militärischen und wirtschaftlichen Vormacht Südasiens werden.
Das portugiesische Goa wird 1961 von den Indern gegen den Willen eines Großteils seiner Bevölkerung gewaltsam annektiert. Später folgt der völkerrechtliche Verzicht durch die ehemalige Kolonialmacht. Sikkim ergeht es ähnlich: Nachdem es 1948 zum indischen Protektorat erklärt worden war, wird es 1975 mehr oder minder freiwillig Teil der Indischen Union.
Indira Gandhi, Tochter Nehrus, wird 1966 zur Ministerpräsidentin gewählt und trotz der Spaltung ihrer Kongreßpartei 1970 wiedergewählt, was sie zu Recht als ganz persönliches Votum versteht. Ihre autoritäre Politik mit Verhaftung von Oppositionellen, häufiger Anwendung der 'president's rule' (siehe Der Staat), verstärkter Pressezensur sowie der rückhaltlosen Durchsetzung der Familienplanungs- und Sterilisationsprogramme durch ihren Sohn Sanjay führen zwar zu ihrer Abwahl, aber selbst am Tiefpunkt ihres Einflusses bei den Wahlen 1977 gewinnt sie noch 34,5 % der abgegebenen Stimmen. Ihre Niederlage ist nur möglich geworden, weil sich erstmals fast alle Oppositionsparteien durch Wahlabsprachen auf jeweils nur einen Gegenkandidaten zur Congress Partei einigen.
Der 1977 zum Ministerpräsidenten gewählte greise Moraji Desai (Janata Partei) entpuppt sich zwar als guter Verwaltungsfachmann, aber nicht als der Politiker, der es schafften würde, die vielen Strömungen des ihn tragenden Parteienbündnisses unter einen Hut zu bringen. Schließlich steht er ohne parlamentarische Mehrheit da, was ihn im Juli 1979 zum Rücktritt bewegt. Da der Präsident Sanjiva Reddy auch keinen anderen Kandidaten findet, der die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigen könnte, übernimmt bis zu den Unterhauswahlen im Januar 1980 Charan Singh die Übergangsregierung mit einem Minderheitenkabinett.
Die unsichere politische Situation kann Indira Gandhi erneut für sich nutzen. Ein überwältigender Sieg der Congress (I)-Partei macht sie erneut zur Ministerpräsidentin. Ende Juni des gleichen Jahres stürzt ihr Sohn Sanjay Gandhi mit seiner Kunstflugmaschine ab. Die Hoffnungen Frau Gandhis und der Mittel- und Oberschicht auf eine stabile Familiendynastie sind damit zunächst begraben. Die Gandhi-Gegner atmen auf. Zu früh, denn Indira baut ihren zweiten, bis dahin politisch vollkommen unambitionierten Sohn Rajiv schnell als Nachfolger des Bruders auf, wenngleich er bis zur Ermordung seiner Mutter am 31.10.1984 nie so stark im Rampenlicht steht wie ehedem sein Bruder Sanjay.
Ganz im Sinne seiner Mutter wird er jedoch schon am 2.11.1984 zum Vorsitzenden der Congress (I)-Partei gewählt und als Ministerpräsident vereidigt. Er bildet zunächst ein Übergangskabinett und erringt in den kurzfristig angesetzten Unterhauswahlen vom 24. und 27.12.1984 mit 401 von 508 Sitzen die Dreiviertel-Mehrheit. Seitdem entwickelt er ein erstaunliches politisches Profil, das dem seiner Mutter kaum nachsteht, wenngleich er einen vollkommen anderen, liberaleren Stil besitzt. Kampf gegen die Korruption, Straffung der Verwaltung und eine zügige Entwicklung seines Landes ins Computer-Zeitalter gehören zu seinen Hauptzielen. Er stützt sich dabei vor allem auf die Jugend des Landes, die der 1944 Geborene wohl auch aufgrund seiner eigenen jugendlichen Ausstrahlung zu begeistern versteht. Der mit einer Italienerin verheiratete Gandhi erwirbt sich auch auf internationalem Parkett durch sein erstaunlich sicheres Auftreten Anerkennung und Sympathie.
In den folgenden Jahren erleidet er in mehreren Bundesstaaten Wahlniederlagen. Das Volk fühlt sich enttäuscht. Ihm wird mangelnde Volksnähe nachgesagt, und er kann die Verteuerung nicht aufhalten. Der Kongress-Partei wird die Teilnahme an einem Bestechungsskandal vorgeworfen, in dem der schwedische Rüstungskonzern Bofors 50 Millionen Dollar 'geschmiert' haben soll, um einen Kanonenauftrag in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar zu erhalten. Rajivs Feldzug gegen die Korruption scheint damit gescheitert. Bei den Wahlen im November 1989 verliert die Kongreß-Partei die absolute Mehrheit. Das indische Volk, das zu 80 % auf dem Lande lebt, wehrt sich gegen die einseitige Förderung der städtischen Mittelschicht durch Rajiv. Im Wahlkampf hatte das Volk nur noch von Rajiv-Funk und Rajiv-Television gesprochen, da die anderen Parteien dort kaum noch zu Stellungnahmen kamen.
Neuer Ministerpräsident wird der 58-jährige Vishwanath Pratap Singh. Zum zweiten Mal nach der Unabhängigkeit stellt die Kongress-Partei nicht den Regierungschef. Er gilt bei Regierungsantritt als volksnah, unbestechlich und hat sich schon als Wirtschaftsreformer einen Namen gemacht. Die Ausgangssituation seiner Minderheiten-Regierung ist jedoch von Anfang an schwierig, und bereits nach 11-monatiger Amtszeit wird er durch Chandra Shekhar abgelöst. Aber schon nach 117 Tagen muß Shekhar seinen Rücktritt erklären, da es zwischen ihm und Gandhi, von dessen Kongreßpartei das Überleben des Kabinetts abhängt, zu Unstimmigkeiten kommt.
Neuwahlen werden angesetzt, und Rajiv Gandhi stellt sich erneut zur Wahl. Am 21.5.1991 fällt er auf einer Wahlveranstaltung in der Nähe von Madras einem Attentat zum Opfer, als dessen Drahtzieher die srilankische Widerstandsorganisation 'Befreiungstiger von Tamil Eelam' (LTTE) vermutet wird. Nach Angaben der Polizei war der Sprengsatz am Körper einer Frau versteckt. Neben Gandhi starb die mutmaßliche Attentäterin und 16 weitere Personen. Seine Witwe Sonia lehnt den Vorsitz der Kongreßpartei ab, und somit endet die Ära des Nehru-Gandhi-Clans. Die Familie hatte jahrzehntelang die indische Politik maßgeblich bestimmt und dem Land eine gewisse Stabilität garantiert. Eine Lösung der gravierendsten indischen Probleme konnte auch von ihr nicht erreicht werden.
Neuer Ministerpräsident wird der 69-jährige Jurist Narasimha Rao. Mit ihm gewinnt die Kongreßpartei bei den Wahlen vom 15.6.1991 233 von 551 Parlamentssitzen. Rao übernimmt 14 Minister, die bereits zum engeren Kreis Gandhis gehörten. Auch diese Regierung steht vor einer Reihe sozialer, ethnischer und wirtschaftlicher Probleme. Sie muß sich mit Analphabetismus, Kastendenken, Korruption, Raubbau an der Natur, einer geschwächten Wirtschaft und Unabhängigkeitsbestrebungen im eigenen Land auseinandersetzen.

Quelle: http://destination-asien.de





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