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gartenzwerg ...
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...   Erstellt am 15.03.2007 - 12:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Johann Schicht an seine Eltern.


In einem Brief aus Wien vom 29. Dezember1873 entwirft der noch nicht neunzehnjährige Johann Schicht den Plan des Unternehmens, das Weltruf erringen sollte:

"Ich hatte vor nicht langer Zeit mit unserem Korrespondenten, Herrn Knechtl, eine Besprechung über die Seifen- und Kerzenfabrikation Osterreichs, und wir kamen auf die Tatsache zu sprechen, daß das in seinen deutschen Bezirken industrielle Land, nämlich Böhmen, nicht eine einzige große Seifenfabrik besitzt.

Bei dem Punkt sagte Herr Knechtl: ,,Und doch weiß ich in Böhmen eine Stadt, welche für eine Seifenfabrik die beste Zukunft haben kann. Es gibt keine andere Stadt, welche für eine Seifensiederei günstiger gelegen wäre als Aussig. "Ich mache keinerlei Umschweife und teile Ihnen meine Idee mit: Mit einem meiner Brüder, nämlich Heinrich oder Josefen, in Aussig eine Seifensiederei, wenn sie von Anfang an auch noch so klein betrieben werden müßte, zu errichten.

Nach reiflicher Erwägung habe ich mich entschlossen, eine Seifensiederei zu errichten, und habe für den günstigst gelegenen Punkt Aussig erkannt. Eine Seifensiederei in Aussig - nebenbei gesagt eine Stadt von etwa 12.000 Einwohnern - hat den ersten außerordentlichen Vorteil, daß die Soda einem förmlich vor der Nase sitzt.

Zweitens kann man aus Hamburg per Elbe zu ungemein billiger Fracht die nötigen Materialien, wie Kokosöl, Palmkernöl usw., beziehen. Drittens habe ich das Feuerungmittel, nämlich die Kohle, ebenfalls auf der Nase liegen. Dies wären die wichtigsten Punkte im Einkauf. Beim Verkauf ist es vor allem die Stadt Aussig selbst. Diese müßte im Anfang auch nebst der Umgebung die einzige Abzugsquelle sein. Von Aussig aus gehen jedoch Eisenbahnverbindungen durch ganz Böhmen, und zwar meist in direkter Linie.

Zur Betreibung einer Seifen- und Kerzenfabrik gehört vorerst diese selbst. Ich zweifle nun nicht daran, liebe Eltern, daß Sie uns die nötige Unterstützung angedeihen lassen würden. Wie wäre es wohl, wenn der Vater das Geschäft unter seinem Namen errichtete? Die Seifensiederei würde an und für sich nicht gerade zuviel kosten. Angenommen, diese käme auf 10.000 Gulden mit Einrichtung und allem Zubehör, so bürgt Ihnen der Fleiß Ihrer Söhne, daß Sie ein gutes, vorteilhaftes Geschäftmachen werden.

Ich würde trachten, in eine größere Seifenfabrik zu kommen, um mit der Manipulation bekannt zu werden, und nach den Assentierungs- oder Rekrutenjahren könnte es losgehen. Derjenige meiner Brüder, welcher einverstanden ist, müßte auch noch ein Jahr nach Wien in eine größere Fabrik, damit er mit allem vertraut wird. Besonders könnten wir gute Toilettenseife kultivieren, welche einen schönen Verdienst lassen. Vielleicht könnten wir uns auch später Stearinkerzenerzeugung einrichten. "-


Aus: " Wir Sudetendeutschen ", Hrsg. Wilhelm Pleyer, 1952)- Aussiger Bote 10/2003





Signatur
D.W.Winter


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