WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2710 Nachricht senden | Erstellt am 09.03.2006 - 11:41 |  |
Die Eiche - Sinnbild der Lebenskraft
Mit der Eiche ist der Natur ein Wunder gelungen. Die prächtige äußere Erscheinung entspricht vollkommen dem Wesen dieses Baumes.
Fest und tief verwurzelt, mit einem kurzen bulligen Stamm, dicken, elegant geschwungen Ästen und einer breit ausladenden Krone trotzt die Eiche Jahrhunderten.
Allerlei Moose zehren, Schlingpflanzen ranken sich an ihr empor. Sie trägt es gelassen und setzt lebenslang viel hartes Holz an.
Am besten und am größten wäschst sie im leicht feuchten, humusreichen Boden.
Aber sie behauptet sich ebenso gut im felsigen Gelände. Ihre Wurzeln sprengen sich unaufhaltsam durch Ritzen zum Wasser.
Zwar reicht es da nur für einen Eichenstrauch. Egal – Hauptsache sie lebt und grünt.
Alte Eichen- sie werden 500 Jahre alt, manche doppelt so alt- mögen innen hohl und faul, die eine Seite schon tot sein, die andere grünt munter fort. Fressen Maikäfer oder Spannraupen ihr im Frühling die Blätter weg, schlagen in Juni und Juli bereits neue hellgrüne aus!
Der Fall ist klar, Unterzukriegen ist nicht mal die gefällte Eiche. Ihr Holz überdauert Generationen. Die lebet weiter als Wein- oder Cognacfass, als Tisch oder als Eisenbahnschwelle, als Brückenpfeiler oder als Schiff im Wasser.
Halb Europa war von Eichenhainen bewachsen, als im 8.Jahrhundert der Apostel Bonifatius eine berühmte heilige Eiche umhaute, um den Andersgläubigen zu beweisen das ihr Gott nichts wert sei, da er nicht mal einen seiner Bäume schützen könne. So wurde die Eiche zum Baum des Teufels.
Nur die Hexen die sich in der Walpurgisnacht vor dem 1.Mai unter ihr versammelten, hielten ihr die Treue, schützen und verehrten sie, ungeachtet der Todesgefahr, in die sie sich dadurch begaben. Im Feuer des Eichenholzes wurden sie verbrannt.
Wer meint, solche Dinge gehörten der Vergangenheit an, täuscht sich.
Man „verbrät“ auch heute noch Menschen, die eigene Wege gehen, um zu einem selbstständigen Urteil zu kommen. Nur tut man dies äußerst raffiniert.
Vor allem Frauen können ein Lied davon singen. Vielleicht gibt es auch Männer, die, wie die Eichen, nie einen dunklen Wald bilden, nie mit den Wölfen heulen!
Wo Eichen wachsen, gibt es immer viel Licht für alles, was unter und neben ihnen in ihrem Schutz wächst. Eichen erinnern sich wohl an ihre „Jugend“.
Da liebten und brauchten sie den Schutz und Schatten anderer Bäume.
Man pflanzt sie in der Nähe von beispielsweise Linden, bis sie groß genug sind.
Dann fällt man die „Amme“. Das vergisst die Eiche nicht. Sie „weiß“, das alles Grosse und Starke aus Kleinem und Schwachen hervorgeht.
Wohl deswegen flüstert sie nicht, wenn der sanft Wind durch ihr Laub streift. Sie heult auch nicht, wenn der Sturm ihre Zweige rüttelt. Die Eiche, sie braust stets voller Lebensbejahung.
Wer wünscht sie sich nicht zum Lebensbaum?
Wie der Baum, so auch der Mensch; wenn sie am 21. März geboren sind, dann dürfen sie nicht nur, nein, dann sollten sie sich mit der Eiche vergleichen. Die verfügen doch über die gleichen, unverwüstliche Lebens- und Durchhaltekraft.
Sie lieben frischen Wind in jeder Beziehung und an Widerständen entzündet sich ihre Lebenskraft. Tausend Jahre alt wird ihr Körper zwar nicht, aber ihre Seele lebt in ihren Kindern weiter und in ihren Werken.
Und wenn nur noch ein Tropfen Keltenblut in ihren Adern fließt, dann fürchten sie weder Tod noch Teufel. Dann kommt es ihnen weniger darauf an wie viele Jahre sie leben, sondern wie intensiv und wie sinnvoll sie ihre Zeit füllen.
Das Universum bleibt den Göttern/innen Sport und Spiel. Sie nehmen die Einlandung an und spielen frisch und fröhlich mit. Sie stecken Niederlagen weg und ergreifen die erste und beste Gelegenheit um sich in neune Aufgaben zu bewähren.
Natürlich können sie es nicht vermeiden, auch so vorzugehen wie der Bauernjunge, der mit dem Teufel einen Pakt geschlossen hatte. „Meine Seele kannst du holen, wenn diese Eiche dort keine Blätter mehr hat“, sagte er. Der Teufel war einverstanden, aber er wartete vergeblich. Denn viele Eichen halten ihre alten Blätter über den Winter fest, bis im Frühling die neuen ausschlagen. Machen sie das nicht auch so?
Sie behalten mit Vorliebe alte Methoden, alte Klischees bei, bis sie die neuen klar erkennen, vor allem in „winterlichen“ Zeiten. Oder sind sie der Mensch, der investiert, wenn die Kassen leer sind, und spart, wenn sie überquellen? Achtung, dies sind Fangfragen, die sie Herausfordern wollen. Das mögen sie, oder?
Es könnte sein, das sie ganz anders sind, als ich hier skizzierte.
Jeder Mensch ist ja ein einmaliges, unwiederholbares Naturereignis. Aber nicht nur der Mensch. Keine Eiche gleicht der anderen, ob Stiel-, Traube-, Rot- oder Sumpfeichen, jede ergreift einmalige Möglichkeiten, um zu dem zu werden was sie ist.
Mit der Eiche verbanden die Kelten die Kraft, die in jedem Menschen schlummert, sie selbst zu sein. Wir wissen nicht mehr, was es bedeutet, wir selber zu sein.
Viele verwechseln das Selbst mit dem Egoismus des Ich und meinen kräftig sei der welcher sich mit Macht rücksichtslos durchsetz.
Der kräftige Mensch, der auf dem Weg zu sich selber schon weit gekommen ist, zeigt sich anderes. Voller Hingabe dient er Mitmenschen, einer Sache, einer Kunst. Er tut dies freiwillig in Selbstverantwortung und mit Lebensfreude. Er schätzt sich hoch ein als lebendiges Instrument göttlicher Kräfte und verliert sich nicht an dem menschlichen Verstand, der sich so furchtbar wichtig nimmt.
Wahrscheinlich gab es auch vor zwei bis dreitausend Jahren verhältnismäßig wenig Menschen, in welchen das Feuer der Eiche brannte. Doch dies ist nicht der Grund, warum die Eiche nur einem einzigen Tag ihren Namen gibt, wie auch die Buche, die Olive und die Birke.
Im Gegenteil, die zeitliche Beschränkung soll sie aus der Reihe der Bäume hervorheben. Sie ist auserkoren am Frühlingspunkt, zur Zeit der Tagundnachtgleiche, am 21.März, uns daran zu erinnern, das in uns ein Feuer entzündet wurde, das uns erlaubt uns selber zu finden.
Wer will, kann versuchen es zu löschen und sich an das Urteil der Massen und der sogenannten Autoritäten verlieren. Doch der Funke ist stets da, unauslöschlich wartet er tief im innersten auf die Nahrung, die wir im geben wollen! Das Feuer brennt ewig!
Ewig ist, was nicht der Zeit verhaftet bleibt.
Stein: Rubin, drückt Liebe zum Leben aus
Fixstern: Scheat und Difda
Zahl: 3
Medizinische Verwendung: Eichelkaffe hilft gegen Akne
Psychologische Empfehlung: Das Maß bewahren!
Bezug auf die griechische Mythologie: Zeus schleudert sein Blitze
Signatur Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier... |