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mwalter1607 ...
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Registriert seit: 17.05.2006
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...   Erstellt am 24.06.2006 - 07:51Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die Drachenabfuhr
an den Gottesackerwänden



In der Gegend um die Gottesackerwände hausten in Urzeiten sieben schreckliche Drachen. Weder Mensch noch Vieh konnten sich in diesem Gebiet halten, obwohl gerade diese Weiden besonders grasreich und gut gewesen wären. Überdies bargen die umliegenden Berge eine Menge Gold. Goldsuchenden Venedigern ist es schließlich gelungen, die Drachen zu vertreiben.

Den Venedigern war die Goldgier der Drachen wohlbekannt. Sie wussten auch, dass die dummen Ungeheuer nichts vom Goldreichtum der Felsen ahnten, auf denen ihre Horste lagen. Der Venedigerkönig schickte nun die sieben größten »Lügenschüppel« seines goldschürfenden Volkes als Abgesandte zu den Drachen. Sieben Tage und sieben Nächte redeten jene auf die sieben Drachen ein und schilderten ihnen die Herrlichkeit des Landes Arabien in den verlockendsten Farben. Dort habe es Überfluss an glänzenden Perlen und blitzenden Edelsteinen.

Schließlich tropfte dem ersten Drachen vor Gier der Geifer über die Lefzen, und er erhob sich von seinem Horst. Sogleich standen auch der zweite und der dritte auf, und am Ende schlugen alle sieben mit den Flügeln. Das war das Zeichen, dass sie ins ferne Land Arabien fliegen wollten. Als die Drachen ihre großen schwarzen Flügel ausbreiteten, ward die Sonne verfinstert. Durch den gewaltigen Luftzug, der entstand, gerieten Berge ins Rutschen und ganze Wälder wurden entwurzelt. Nun kann ein Drache bekanntlich nur solange in sein Nest zurückkehren, als er mit einem Glied seines Leibes mit diesem verbunden ist. Da sich aber nun wirklich alle sieben in die Luft erhoben hatten, stand es fest, dass sie den großen Flug angetreten hatten, und dass das Land für immer von ihnen befreit war.


Zunächst gehörte nun allerdings das ganze Gebiet den klugen Venedigern, die es ausbeuteten. Erst als sie das letzte Körnlein Gold geschürft hatten, zogen sie ab. Später sind andere Menschen hier ansässig geworden. Die Wände aber sehen immer noch aus, wie uralte Drachenhorste.



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Quelle

Willand, D. (Hrsg.): Seltsames und Unheimliches. Die Sagen des Kleinen Walsertales. - herausgegeben und mit Holzschnitten versehen von D. Willand; 75 S., Mittelberg (Eigenverlag), o.J.





Signatur
Markus Walter/ADMIN
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