Ashnar

Status: Offline Registriert seit: 20.02.2006 Beiträge: 133 Nachricht senden | Erstellt am 02.11.2008 - 10:19 | |
... so denkt man, ist die Zeit, in der es in Deutschland so klassisch Winter ist: meist grau, windig und regnerisch...puuuuu.
Und das stimmt auf den ersten Blick auch.
In Uruguay gibt es in dieser Zeit Sonne, kilometerlange Sandstrände, Strandleben. Was fehlt, ist das karibische Flair mit Palmen und Cochtails.
Auf den ersten Blick???
Ja, leider sind nur auf den ersten Blick die Monate Dezember, Januar und Februar die idealen Urlaubsmonate für das Land, welches viele hier als ihr zukünftiges Einwanderungsland in Erwägung ziehen.
Denn Uruguay ist da etwas Besonderes. In genau diesen Monaten fallen Touristen aus Paraguay und Argentinien in dieses Land ein. Touristen, die zu dem noch über ein nicht gerade kleines Urlaubstaschengeld verfügen.
Und das treibt die Mietpreise für Häuser und Wohnungen in den von auch von uns bevorzugten Wohngegenden in astronomische Höhen, die wir uns kaum vorstellen können. Während ein Haus wie meines in La Floresta (ca. 15 km von Atlantida) im November 500 Euro zuzüglich Nebenkosten kostet, erhalte ich zum Beispiel für den Januar von Paraguayos satte 3400 Dollar.
Und was es für uns Deutsche (desReicht) kann es wohl bestätigen: die machen nicht wie wir Deutsche eine Voranmeldung ein paar Monate vorher, sondern rufen einfach eine Woche vorher an.
Vermieter werden also definitiv (vor allem bei Häusern mit einem gewissen Niveau und ohne Schimmelbefall) sich nicht im Vorfeld auf eine Monatsmiete von zum Beispiel 500 Euro im Januar einlassen, auch wenn sie noch keine Reservierung vorliegen haben!!
Was mich persönlich in diesen Monaten noch extrem genervt hat, sind die vollen Strände und das exzessive Nachtleben, aber das mögen andere vielleicht auch schätzen.
Viel entspannter ist die Situation in den Monaten und Wochen vor und nach dieser Zeit, der Temporada. Nach der Temporada versinkt die Küstenregion fast wieder in einen Dornröschenschlaf, die Strände sind leer, laden zu langen Spaziergängen ein, man trinkt sein Bier in Ruhe ohne den Trubel von den Nachbartischen. Nicht jedes Lokal ist mehr geöffnet, aber keine Sorge, es gibt noch ausreichende. Die gesamte Infrastruktur ist noch intakt, aber man ist eben nicht mehr am Ballermann!
Ich rede hier mal nur für mich: ich wollte nach Uruguay auswandern, um meine Ruhe zu haben, um genau das geniessen zu können. Auch mal die Seele baumeln zu lassen. Einen Gang runterschalten.
Mit meinen Hunden durfte ich in der Temporada natürlich nicht an den Strand. Paule, mein wilder Labrador, will aber seinen Stock aus den Wellen aportieren, will laufen, spielen und leben. Das kann er nur in der restlichen Zeit des Jahres.
Die Temperaturen sind milder, sehr angenehm, eben so, wie in einem idealen deutschen Sommer!
Das Wasser ist... in der Vorsaison natürlich kälter, Nordsee lässt grüssen. In der Nachsaison immer noch sehr warm.
Die Vorsaison würde ich in der Zeit von Mitte September bis Mitte Dezember ansiedeln, die Nachsaison von Ostern bis Ende April.
Und hier bekommt man auch Immobilien zu günstigeren Preisen.
Wie gesagt, die Monatsmiete für mein eigenes Haus beträgt in dieser Zeit 450 bis 5oo Euro zuzüglich Nebenkosten. Mein Haus und viele andere auch ist so groß, dass man es sich sogar noch mit evtl. einem anderen Auswandererpärchen hier aus dem Forum teilen könnte, was den Erlebnischarackter eines solchen Urlaubes steigern könnte. Aber das ist Ansichtssache.
Wer Uruguay richtig kennenlernen möchte, und das kann ich jedem nur empfehlen, macht jedoch vor einer Auswanderungsentscheidung auch mal idealerweise einen dreimonatigen Urlaub, aber auch schon 4 Wochen reichen, im "Winter". Denn wenn man wirklich auswandern und vielleicht den Rest des Lebens in Uruguay verbringen möchte, sollte man am Ort seiner (Vor)Wahl doe "schlechte" Zeit auch verbracht haben.
Diese Zeit lädt ein zur Besichtigung von Immobilien, die für jeden selbst in die engere Wahl kommen, denn jetzt ist es schon mal kalt (wir hatten da sogar mal Minusgrade!!),, die Häuser, die man besichtigt, weisen aus eigener Erfahrung lüftungsbedingte Schimmelprobleme auf, die man im Sommer gar nicht so sehr wahrnimmt. 80% der Häuser, die wir in dieser Zeit selbst auf der Suche nach einem geeigneten Haus besichtigt haben, rochen muffig oder die Decken waren verschimmelt.
Im Winter wird einem bewusst, wie wichtig ein Kamin ist, die gute Warmwasserversorgung über einen guten und ausreichenden Warmwaserboiler. Ich habe gemerkt, welche Dinge ich persönlich in Uruguay vermisst habe und die ich in meinem Container dringend einpacken müsste. Für mich ganz, gehört eine warme Badewanne, Whirlpool für 2 Personen mit eigener Warmwaserfunktion auf jeden Fall dazu. An den wenigen kalten Tagen mit einem Glas Sekt oder Wein in der Wanne liegen, davon haben wir an diesen Tagen geträumt. Und bei unserer Immobilienentscheidung war es dann auf einmal sehr wichtig geworden, dass unser Haus entweder schon ein großes Badezimmer hat, oder man es ermöglichen kann. Solche Häuser sind selten.
Man hat keinen dunklen Winter wie in Deutschland, aber auch schon einmal leichten Nebel. Ich habe den Winter als sehr, sehr angenehm empfunden.
So, ich würde mich freuen, wenn ich dem einen oder anderen Auswanderungsinteressierten Uruguay auch als Urlaubs- und Auswanderungsschnupperurlaubsland ausserhalb der Temporada schmackhaft gemacht hätte.
Weitere persönliche Erfahrungen oder auch Bilder meines Hauses in La Floresta bei Interesse, auch sonstige Tipps gebe ich gerne per PM oder email.
Uruguay ist ein tolles Land !! Erlebt es. Zu jeder Jahreszeit, nur nicht unbedingt in der Temporada...*lach*
Dietrich
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beppen 

Status: Offline Registriert seit: 28.05.2007 Beiträge: 105 Nachricht senden | Erstellt am 03.11.2008 - 00:24 | |
Hola kat,
die gleichen Fragen haben sich mir gestellt, bevor ich hierher gezogen bin. Die Antworten waren von eisig bis warm alle vertreten. Am Ende ist es eine Sache des persönlichen Empfindens. Der eine möchte auch im Winter in seinem Haus im T-Shirt herum laufen, das bedeutet wie in Deutschland ordentlich heizen, dem anderen reicht es, dass es im Haus nicht friert, da brauchst Du gar nicht zu heizen, denn auch die Tage im letzten Winter waren meistens sonnendurchflutet und für Deutsche Verhältnisse mild.
Ich bin im Januar hier angekommen und habe den Restsommer genossen, der Herbst war dann wie ein Deutscher Sommer und der Winter hatte höchstens den Schrecken des März in Deutschland. Ich komme ursprünglich aus Norddeutschland und bin feuchtes Schmuddelwetter gewohnt. Die Umstellung auf fast immer Sonnenschein fiel mir nicht schwer. Die Nächte im Winter waren häufig kühl und in den Morgenstunden kam dann ein herunter fallender Frost dazu. Da ich anfangs in meinem 3 Etagenhaus auf dem Lande nur einen schlecht gelegenen Kamin hatte, war es auch im Haus schon recht schattig und mein Sohn und ich haben es vorgezogen, die Jacken auch im Haus anzulassen. Nun lernen wir ja gern dazu und ein Blick zu den Nachbarn zeigte mir, dass es hier mobile Gasöfen gibt, die ruckzuck ein Zimmerchen einheizen. Auch im Winter auf T-Shirt-Temperatur. So haben wir diesen sehr trockenen Winter bestens überstanden und empfanden ihn als sonniges Frühjahr in Deutschland.
Für den nächsten Winter haben wir uns für ein Heizsystem entschieden, dass hier als Heizkassette für den Kamin verkauft wird. Einige Mitglieder im Forum haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Diese Kassette funktioniert wie ein Kamin, nur das die warme Abluft nicht in die Natur verschwindet, sondern sinnvoll für die Erwärmung der verschiedenen Räume des Hauses genutzt wird. Somit ist der Verbrauch des Feuerholzes vergleichsweise gering zum Nutzen. Die Anschaffungskosten sind im Vergleich zu einer Warmwasserheizung durch Gas oder Strom deutlich geringer.
Nun haben wir wieder Frühjahr, und das ist schon wärmer als mein letzter Deutscher Sommer. Viel Erfolg beim Umzug!
Gruß Gudrun
Signatur Gudrun - immer auf dem Sprung. |
Ashnar

Status: Offline Registriert seit: 20.02.2006 Beiträge: 133 Nachricht senden | Erstellt am 03.11.2008 - 12:19 | |
... nun, die beiden letzten Winter waren wohl etwas unterschiedlich. Ich selbst habe den vorletzten Winter in Uruguay erlebt. Er wurde von Einheimischen als kältester Winter seit mindestens 50 Jahren beschrieben. Wir hatten eine Nacht mit minus 6 Grad und der Kamin in dem Haus, welches wir in Atlantida gemietet hatten, war... sagen wir mal: supoptimal.
Wir waren froh, dass es in Uruguay Wärmflaschen zu kaufen gab.
Trotzdem haben wir in der Gesamtheit den Winter als angenehm empfunden. Kein Vergleich mit deutschem Schmuddelwetter.
Ich habe eine besondere Affinität zum Thema Schimmel in Wohnhäusern. Gute Lüftung und "gutes" Heizen sind dabei das A und O.
Die mobilen Gasöfen zum Beispiel erhöhen sehr stark die Luftfeuchtigkeit und führen bei nicht ausreichender Lüftung (was die Sache wieder kalt macht...) zur Schimmelbildung.
Achtung darum übrigens bei Immobilienbesichtigungen im Winter: wenn die Fenster geöffnet sind zum Lüften, versucht die Inmobiliaria meist, den muffigen Geruch zu verschleiern.
Wir hatten einen Bekannten, der in unserem kalten Winter sein Haus mit Hilfe eines gasbetriebenen Terasenheizpilzes beheizt hat. War immer richtig mollig warm, seine Energiekosten für Gas beliefen sich auf sage und schreibe 200 Euro im Monat und das Haus kannst du mittlerweile echt vergessen. Den Schimmel kriegt er nicht mehr raus.
Das System mit der Kassete in Verbindung mit dem Kamin wurde mir ebenfalls mehrfach empfohlen und ich werde es bei meiner Rückkehr nach Uruguay in Erwägung ziehen.
Eine andere Alternative bietet die Sonne, die auch im Winter ausreichend vorhanden ist. Geplant hatte ich einen 1500 Liter solarbeheizten (70 Grad) Wassertank auf dem Dach, der mein Haus mit Hilfe von 3 Heizkörpern und dem vorhandenen Kamin wärmen soll. Warmwasser fürs Bad ebenfalls inklusive.
Ein Bekannter von mir plante damals, entsprechende Anlagen aus China zu importieren. Der Spass sollte inklusive Montage und allem Drum und Dran ca. 3000 Dollar kosten.
Eigentliches Anliegen mit dem ursprünglichen Artikel hier ist und bleibt aber die Absicht, Uruguay als Einwanderungsland nicht (nur) in der Temporada, sondern vor allem in den anderen Jahreszeiten zu besuchen. Der Winter ist dabei natürlich extrem billig, was die Mietpreise angeht.
Im Grunde genommen ist es für den Vermieter (auch mich) immer eine Mischkalkulation. Ich selbst zum Beispiel bin einfach froh, wenn mein Haus im Winter bewohnt und beheizt wird. Im letzten Winter habe ich es zum Beispiel an eine Spanierin für ein halbes Jahr (1.4. bis 30.9.) vermietet für 250 Euro monatlich plus Nebenkosten. Wie gesagt, eine Frage der Mietdauer und der Jahreszeit.
Darum nochmal: wenn ihr ernst nach Uruguay auswandern möchtet: erlebt das Land insbesondere in den ruhigen Jahreszeiten. Ich finde es dann am schönsten und intensivsten. Das fatalste ist es, im November hinzufliegen bei einem 3 Monatsschnupperurlaub, schon mal ein Haus oder eine Wohnung für ca. 6 Wochen anzumieten mit dem Gedanken: wir kucken dann vor Ort und es wird sich schon was günstiges finden. Wer so plant, wird schon Anfang Januar gefrustet nach Deutschland zurückfliegen und es wäre mehr als schade darum, denn diese Urlauber haben Uruguay leider nicht kennenlernen können.
Hier in der Nähe von Hamburg ist es heute schmuddelig und kalt. Ich beneide Euch in Uruguay.
Dietrich
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