Wege aus der Essstörung - das Forum für eine tolerante und offene Diskussion rund um das Thema und Erfahrungsaustausch über Wege aus der ES. ************************************************************************************************************************************************************************************************************************************* Wir freuen uns auf einen regen Austausch mit Esssüchtigen, die auf dem Weg aus der Esssucht sind und mit ehemaligen Esssüchtigen, die dabei sind nach dem psychischen jetzt auch den körperlichen Ballast abzuwerfen. Wir wollen uns gegenseitig auf diesem Weg unterstützen. Führt Euer Online-Tagebuch bei uns, gebt Euch gegenseitig Tipps und Tricks und Feedback zu dem, was bei Euch so läuft. Gemeinsam sind wir stark!!

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Holly ...
die nur nach ihrer eigenen Pfeife tanzt...
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...   Erstellt am 09.12.2005 - 17:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich habe mir mal von der DGE eine "Leitlinie für die Therapie von Adipositas" gezogen, die ich hier in Auszügen mal einstellen wollte. Wer mag, dem kann ich auch den kompletten .pdf zumailen. Das .pdf kann man sich auch bei der DGE downloaden. In der Leitlinie finden sich auch eine Menge wissenschaftlicher Hinweise für durch Adipositas verursachte Krnakheiten.
Ich fand es jedenfalls sehr interessant, auch wenn das teilweise wie eine Binsenweisheiten klingt, denke ich, daß das im Grunde genommen der einzige Weg ist abzunehmen, Mittelchen und Pülverchen und obskure Dätpläne halte ich lediglich für Geldmacherei. Ich halte mich seit knapp 4 Wochen daran und habe schon ein bisschen abgenommen.




(Quelle: http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/050-001.htm):
"Systematische Therapie
5.4.1.
Basisprogramm
Grundlage jedes Gewichtsmanagements sollte ein Basisprogramm sein, das die Komponenten Ernährungs-,
Bewegungs- und Verhaltenstherapie umfasst.
5.4.2.
Ernährungstherapie
• Die Ernährungsempfehlungen sollten üblicherweise ein tägliches Energiedefizit von 500 – 800
kcal vorsehen. Dieses Defizit soll vor allem durch eine Reduktion der Nahrungsfette erreicht
werden (Frost et al., 1991, EK III, Empfehlungsgrad B). Damit ist eine Senkung des Ausgangsgewichtes
um 5 -10% innerhalb von 6 Monaten möglich.
• Das gesamte Umfeld des Patienten sollte in die Ernährungsumstellung einbezogen werden, um
die Kurz- und Langzeitcompliance zu verbessern (Cousins et al., 1992, EK Ib, Empfehlungsgrad
A).
• Der Patient muss über die Prinzipien der Ernährungsumstellung gut informiert werden (WHO,
2000, EK IV, Empfehlungsgrad C).
Als Kostformen für ein Gewichtsmanagement bieten sich an:
• Eine ausgewogene Mischkost, wie sie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen
wird, d.h. fettmoderat, stärkebetont, ballaststoffreich und mit mäßigem kalorischen Defizit
(Gesamtenergiemenge 1200 - 2000 kcal/Tag, je nach Ausgangsgewicht, Geschlecht und Alter)(
DGE, 1998). In Kombination mit Bewegungssteigerung und Verhaltensmodifikationstrai10
ning ermöglicht diese Kost im Durchschnitt einen Gewichtsverlust von ca. 0,3 bis 1 kg pro
Woche über einen Zeitraum von 12 - 24 Wochen. Der durchschnittliche Gewichtsverlust nach
einem Jahr liegt bei 6% des Ausgangsgewichts (Frost et al., 1991, EK III, Empfehlungsgrad
B).
• Durch eine Verringerung der Fettaufnahme auf ca. 60 Gramm pro Tag bei nicht begrenztem
Verzehr von Kohlenhydraten lässt sich ebenfalls ein Energiedefizit erreichen. Die Gewichtssenkung
ist mit 3,2 kg relativ bescheiden (Astrup et al., 2000, EK Ia, Empfehlungsgrad A, Pirozzo
et al., 2002, EK Ia, Empfehlungsgrad A). Je höher das Ausgangsgewicht ist, desto größer
ist allerdings der zu erwartende Gewichtsverlust (Astrup et al., 2000, EK Ia). Alleinige
Fettreduktion ist ebenfalls geeignet, um nach einer Phase der Gewichtsreduktion das Gewicht
zu halten (Toubro et al., 1997, EK Ib, Empfehlungsgrad A).
• Kostformen mit sehr niedriger Energiezufuhr (Gesamtenergiemenge 800 bis 1200 kcal/Tag,
z.B. als Formuladiät) ermöglichen einen starken Gewichtsverlust in einem kurzen Zeitraum.
Dieser Ansatz schneidet auch in den Langzeitergebnissen nach bis zu 5 Jahren besser ab als
mäßig hypokalorische Kostformen. In einer Metaanalyse lag die mittlere Gewichtsabnahme
nach 5 Jahren mit 7,1 versus 2,0 kg signifikant höher (Anderson et al., 2001, EK Ia, Empfehlungsgrad
A). Sehr niedrig kalorische Kostformen kommen nur bei Menschen mit BMI ≥ 30
kg/m2 in Frage, die aus medizinischen Gründen kurzfristig Gewicht abnehmen sollen, und dürfen
maximal 12 Wochen beibehalten werden. Eine Mitbetreuung durch Spezialisten ist wegen
des erhöhten Nebenwirkungsrisikos angezeigt. Auf eine Trinkmenge von 2.5 l pro Tag ist unbedingt
zu achten.
• Eiweißreiche Kostformen sind eine weitere Möglichkeit, um das Körpergewicht kurzfristig zu
senken. Im Rahmen von Gewichtsreduktionsprogrammen werden damit Auswahlmöglichkeit
und Compliance verbessert (Skov et al., 1999, EK Ib, Empfehlungsgrad A).
• Extrem einseitige Diäten (z.B. totales Fasten) sind wegen hoher medizinischer Risiken nicht zu
empfehlen.
5.4.3.
Bewegungstherapie
Durch einen erhöhten Energieverbrauch trägt vermehrte körperliche Aktivität zur Gewichtsabnahme
bzw. zur Gewichtserhaltung bei. Dieser Effekt ist dem Energieverbrauch weitgehend proportional.
• Um messbar das Gewicht zu reduzieren, ist ein zusätzlicher Energieverbrauch von mindestens
2500 kcal/Woche erforderlich, das entspricht einem Umfang von mindestens 5 Stunden
zusätzlicher körperlicher Bewegung pro Woche (Pavlou et al., 1989, EK IIa; Jakicic et al.,
2001, EK IV, Empfehlungsgrad B).
• Besonders geeignet ist eine Bewegungstherapie zur Gewichtserhaltung nach einer Phase der
Gewichtsreduktion. Um das Gewicht zu stabilisieren, sind 3 - 5 Stunden vermehrte Bewegung
pro Woche mit einem Energieverbrauch von mindestens 1500 kcal erforderlich (Klem
et al., 1997, EK II) (Jakicic et al., 2001, EK IV, Empfehlungsgrad B).
Unklar ist, wie Dichte, Dauer und Intensität der Belastung hinsichtlich eines optimalen Gewichtseffekts
zu gestalten sind. Die Trainingsintensität sollte sich an einem Herz-Kreislauftraining orientieren
– sofern keine Kontraindikationen bestehen – und ca. 75% der maximalen Sauerstoffaufnahme
bzw. 75% der maximalen Herzfrequenz (errechnet mit Karvonenformel aufgrund einer Ergometrie
oder Spiroergometrie) oder einer errechneten Herzfrequenz (z.B. 175 – Lebensalter) erreichen. Die
Kombination eines Ausdauertrainings mit einem Krafttraining erhöht die Kraft und halbiert die
11
Abnahme der fettfreien Masse, erhöht jedoch nicht die Fettabnahme (Ballor et al., 1991, EK Ia;
Jakicic et al., 2001, EK IV).
5.4.4.
Verhaltenstherapie
Verhaltenstherapeutische Ansätze können die Patientencompliance bei der Einhaltung der Ernährungs-
und Bewegungsempfehlungen unterstützen: der Einsatz von Techniken der Verhaltenstherapie
wird vor allem für die langfristige Gewichtsreduzierung bzw. -stabilisierung im Rahmen von
Gewichtsmanagementprogrammen empfohlen (Jeffery et al., 2000, EK IV, Empfehlungsgrad C)
(Westenhöfer, 2001, EK IV, Empfehlungsgrad C).
Die wichtigsten Schritte umfassen
• die Selbstbeobachtung des Ess- und Trinkverhaltens, z.B. mit einem Ernährungstagebuch, um
die Auslöser für erhöhte Energieaufnahme zu analysieren
• Selbstkontrolle, um diese Auslöser besser zu beherrschen (z. B. Vermeiden von "nebenbei
essen" oder Nebentätigkeiten beim Essen)
• die Einübung eines flexibel kontrollierten Essverhaltens (im Gegensatz zur rigiden Verhaltenskontrolle)
• die Verstärkung für die erreichte Verhaltensänderung, um das neue Essverhalten zu stabilisieren.
• Rückfallprophylaxetraining"

P.S. Bitte keine Vollzitate - und auszugsweise Zitate müssen zwingend mit der genauen Quellenangabe versehen sein wegen Urheberrecht! Danke, Ulli

[Dieser Beitrag wurde am 09.12.2005 - 18:07 von Ulli aktualisiert]





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Luna
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...   Erstellt am 09.12.2005 - 18:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hi,
das mobilisiert sofort meine Ängste, wenn ich in den Leitlinien von "erhöhter Mortilität und Morbidität" lese. Mein BMI ist ja mit über 40 sowieso jenseits von Gut und Böse und das Maßband um die Hüften geht nicht mal mehr zusammen.
Also...
oder ....!?


Luna

[Dieser Beitrag wurde am 09.12.2005 - 18:40 von Luna aktualisiert]




Holly ...
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Beiträge: 887
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...   Erstellt am 09.12.2005 - 19:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Luna,
der Bericht ist schon ganz schön beängstigend, mir wurde dabei auch anders. Ich war auch erst am überlegn, ob ich das überhautpt einstellen sollte, aber das ist eine wissnschaftlich fundierte Quelle, natürlich kann man nicht abstreiten, daß es für jede Studie auch immer eine Gegenstudie gehört, aber man kann es halt auch nicht ignorieren und sich nurdie Studien rauspicken, die einem in den Kram passen. Das sind insgesamt um die 25 Seiten und das wird alles ganz genau aufgedöselt.

Und zum Thema Mobidität und Mortalität: LEBEN GEFÄHRDET IHRE GESUNDHEIT,
oder wie ein Prof von mir immer so schön meinte: Leben ist eine chronische Geschlechtskrankheit mit tödlichem Ausgang
und ausserdem bist Du ja dafür hier, um was dran zu machen, gelle

Liebe Grüße
Holly





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