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...   Erstellt am 29.03.2009 - 22:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Stereotype: Was ist typisch Deutsch?


Die Deutschen sind zuverlässig, fleißig und haben keinen Humor. Das denken sie jedenfalls über sich selbst. Doch was sagen Nachbarn und Besucher über die Bewohner der Bundesrepublik?

Die europäischen Nachbarn halten die Deutschen vor allem für gut organisiert, akkurat und leicht pedantisch. Das ergab eine Studie der GfK Marktforschung, in der rund 12 000 Bürger in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Russland, Tschechien und der Türkei befragt wurden.

Zuverlässigkeit, Umgänglichkeit und Geselligkeit sind Eigenschaften, die oft in den Deutschen gesehen werden. Jeder fünfte Niederländer beschreibt die Deutschen als nette und freundliche Menschen, immerhin ein Fünftel der Franzosen betont die Partnerschaft mit den europäischen Nachbarn. In Russland geben acht Prozent der Menschen an, dass sie die Deutschen mögen. Allerdings: Nahezu jeder fünfte Tscheche hält die Deutschen für arrogant, acht Prozent der Österreicher sagen spontan, dass sie die Deutschen nicht mögen,und knapp jeder zehnte Italiener verbindet Deutschland immer noch mit Hitler und den Nazis.

Deutsche halten sich für pessimistisch.
Allerdings sind es aber vor allem die Deutschen selbst, die dazu neigen, sich in übertriebenem Maße Sorgen zu machen und vor allem die eigenen Schwächen sehen: So antworten rund sieben Prozent der Bundesbürger auf die Frage „Was ist deutsch?“, dass die Deutschen pessimistisch seien und viel jammern. Eine Einschätzung, die in den anderen Ländern Europas so gut wie überhaupt nicht geteilt wird.

Verlässt man gar die Grenzen Europas, kommt Verwunderliches zu Tage: Die Amerikaner halten Deutsche für sehr freizügig, die Chinesen für langsam, und Menschen aus Costa Rica finden sie gar offen und sehr zugänglich. Das jedenfalls äußerten Austauschschüler des Goethe-Institus, als sie zu den Deutschen befragt wurden.

Gäste sehen anders...

Interessant wie Menschen aus anderen Ländern die Deutschen einschätzen. Die Sache hat nur einen Haken. Diese Austauschschüler oder Touristen leben hier nicht und sehen die Deutschen deshalb auch nicht objektiv. Abenteuer- oder Urlaubsgefühle trüben sicherlich den Blick, man sollte mal Menschen aus anderen Ländern befragen, die hier arbeiten und für längere Zeit anwesend sind...

Die neue Lust am Nationalstolz

„Du bist Deutschland“, „Wir sind Papst“, und zuletzt auch noch die Fußball-WM, die die ganze Nation zu Gewinnern machen soll: Die Deutschen haben ihr Jammerlappen-Image satt, so scheint es, Schlagzeilen und Werbekampagnen strotzen vor Selbstbewusstsein und Optimismus.
In Talkshows propagieren Politiker und Promis die Rückkehr zu Patriotismus und Vaterlandsliebe. Auch Deutschlands Autoren und Kulturschaffende haben die Lust am neuen Nationalstolz entdeckt und gehen gleichzeitig der Frage nach „Was ist eigentlich typisch deutsch“?

Germanisches Nationalmuseum: „Was ist deutsch?“

Unter dem Motto „Was ist deutsch?“ beschäftigt sich eine Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg in einer Mischung aus Ernst und Ironie mit den „vielfältigen Wandlungen der deutschen Seelenlandschaft“ in den vergangenen 200 Jahren. Dabei werde auch das Nationalgefühl zur Fußball-Weltmeisterschaft ins Visier genommen. Sehnsucht, Vaterland, Glaube, Charakter und Geist, heißen die Themenfelder, mit denen sich die Schau beschäftigt. Zu sehen sind etwa 700 Objekte aus der heutigen Alltagskultur, aber auch Werke von Albrecht Dürer, Hans Baldung Grien, Lukas Cranach, Moritz von Schwind, Philipp Otto Runge, Karl Hofer sowie die jungen Künstler Erik Niedling, Moritz Götze und Tobias Köbsch.

Florian Langenscheidt: „Das Beste an Deutschland“
Von A wie Adlon, bis B wie Boris Becker, von N wie Nivea und Z wie Zugspitze: Auf bunte und plakative Weise hat Florian Langenscheidt in seinem neuesten Werk zusammengetragen, worüber Deutschland sich freuen kann: Auf 500 Seiten porträtiert das Buch „Das Beste an Deutschland, 250 Gründe, unser Land heute zu lieben“ typisch deutsche Eigenschaften, Menschen, Landschaften, Gebäude, Traditionen, Feste und Produkte.
Dabei geht es um das Beste von heute, nicht um vergangene Leistungen. Statt Goethe und Schiller, Beethoven oder Heine finden sich in der Sammlung nur Beispiele aus der Zeit nach dem Mauerfall. Einige Texte wurden von Persönlichkeiten geschrieben, die selbst ein Grund sind, Deutschland zu schätzen: Stefan Raab spricht über Bully Herbig und umgekehrt; Petra Gerster über ihren Kollegen Ulrich Wickert oder Claudia Schiffer über Karl Lagerfeld.
Ausgewählt wurde das Beste an Deutschland durch eine hochkarätige Jury, unter anderem mit Sabine Christiansen, Heinrich von Pierer, Anne Will und Franz Beckenbauer. Kritiker werfen dem Buch dennoch plumpe Produktwerbung und peinliches Eigenlob vor.

Matthias Matussek: „Wir Deutschen“
Zuletzt ist auch Matthias Matussek auf den deutschen Selbstfindungs-Zug aufgesprungen. In seinem Buch „Wir Deutschen. Warum die anderen uns gern haben können“ untersucht der Kulturchef des „Spiegel“ witzig und pointiert das (Selbst)Bild der Deutschen.
Hässlich, humorlos, besserwisserisch sind die Deutschen – zumindest haben sie das sooft gehört, dass sie es mittlerweile selbst glauben. Matussek hält mit einem wilden Sammelsurium aus Reisereportagen und Interviews dagegen, um zu beweisen: Die Deutschen haben auch ihre liebenswerten Seiten.
Er spürt wahre Helden der deutschen Geschichten auf, berichtet aus dem deutschen Wohnzimmer, begegnet Alexander von Humboldt am Amazonas und Heinrich Heine bei Starbucks. Er spricht mit Harald Schmidt über deutsche Tugenden, mit Sarah Kuttner über deutschen Pop. Am Ende seines wilden Ritts durch das Gestern und Heute hat er jede Menge Ansätze für eine frische, neue deutsche Kultur entdeckt und plädiert für einen unverkrampften Patriotismus. Denn: Von diesem Land wird in naher Zukunft kein Übel ausgehen – dafür aber jede Menge guter Kunst, so das Credo des Autors.

Quelle: Focus.de


Na gut, soweit zu den Berichten von Focus.de.
Aber wer oder was sind die Deutschen überhaupt? Wann, wo, wie und warum sind sie eigentlich entstanden?

Fragen über Fragen...

Hier deshalb erst mal der Versuch einer historischen Erklärung:

Indogermanische Volksstämme besiedeln bereits seit über viertausend Jahren große Teile von Europa und die Franken sind ein westgermanischer Volksstamm.
Der Frankenkaiser Karl der Große (768-814) wird als der Begründer des Heiligen Römischen Reiches (ab 1550 Deutscher Nation) betrachtet und wie man aus obigem Link ersieht, stammen die Deutschen also in direkter Linie von Ludwig, dem Frommen (einem Sohn von Karl dem Großen) ab. Sie sind also reinrassige Germanen und fromm bis auf die Knochen.

Oder - etwa doch nicht?

Nein, ganz so einfach ist die Sache leider nicht! Auch wenn die französische Bezeichnung "Allemagne" oder die englische Bezeichnung "Germans" darauf hinzudeuten scheint, so ist das Volk der Deutschen keineswegs nur aus Germanischen Stämmen hervorgegangen. Vielmehr hat stets eine Vermischung mit anderen Völkern wie beispielsweise den Kelten und den Slawen, aber auch mit semitischen Völkern und mit den Hunnen stattgefunden. Die Baiern z.B. sind keineswegs nur aus dem germanischen Volksstamm der Bajuwaren, sondern vielmehr aus einer Vermischung mit dem keltischen Volk der Boier aus dem heutigen Böhmen entstanden. Die bairische Mentalität zeugt noch heute davon.
Spätestens seit der Zeit der Völkerwanderung ist es faktisch unmöglich, in Europa und im Mittelmerraum von einer "reinen Rasse" zu sprechen, auch wenn einige Rattenfänger, Geschichtsklitterer und Rassetheoretiker das immer wieder gerne versuchen.

Ähnlich verhält es sich mit der deutschen Lebensart. Auch sie ist keineswegs einheitlich, sondern sehr vielfältig und regional geprägt. Ein Ostfriese oder Holsteiner wird völlig anders fühlen und denken als ein Bayer oder Österreicher. Ein Saarländer oder Pfälzer anders als ein Preuße oder Schlesier, usw, usf. Auch wenn uns Deutsche eine mehr oder weniger gemeinsame Sprache und ein ähnliches kulturelles Erbe miteinander verbindet, sind diese Unterschiede existent.
Von unseren "Mitbürgern mit Migrationshintergrund", wie es so schön auf Neudeutsch heißt, möchte ich erst gar nicht sprechen, denn dort sind die sprachlichen und kulturellen Unterschiede noch wesentlich größer. Von Multikulti oder gar von Integration kann heutzutage kaum mehr die Rede sein, bestenfalls noch von kulturell isolierten Parallelgesellschaften und Gettos nach US-Amerikanischem Vorbild.

Aber - auch das ist Deutschland.

[Dieser Beitrag wurde am 30.03.2009 - 02:33 von Minotaurus aktualisiert]





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...   Erstellt am 29.03.2009 - 22:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


"Deutsche Lebensart"!?

Man kennt französische oder italienische Lebensart. Was aber ist deutsche Lebensart? Es ist gar nicht einfach, Dinge zu finden, die wirklich typisch und repräsentativ für GANZ Deutschland sind. Was kann man bei der Vielfalt Deutschlands tatsächlich als deutsche Lebensart bezeichnen?

Ausländische Besucher und Touristen wollen aber natürlich einiges über das Leben in Deutschland erfahren und sich typisch deutsche Souvenirs kaufen. Sie wollen wissen, was man in Deutschland isst, einmal ein deutsches Bier in einem Biergarten trinken oder sich auch einmal ein deutsches Haus von innen anschauen.

Daher sind auf dieser Seite einige Themen zusammengetragen, für die sich Besucher von Veranstaltungen wie den Deutschlandtagen in Japan besonders interessiert haben. Es soll gezeigt werden, dass Deutschland weit mehr zu bieten hat als Schloss Neuschwanstein, Kuckucksuhren und Bier.

Deutschland = "?"

Im Ausland wird Deutschland mit Autos, Sauerkraut und Bier, aber auch mit klassischer Musik sowie Dichtern und Denkern wie Goethe und Schiller assoziiert. Außerdem fallen den Menschen zu Deutschland meist noch Stichworte wie "Adolf Hitler", "Zweiter Weltkrieg" oder die "Berliner Mauer" ein. Das Label "Made in Germany" steht für hohe Qualität und Zuverlässigkeit und genießt weltweit ein hohes Ansehen. Beliebte Reiseziele von ausländischen Touristen sind Heidelberg, Rothenburg ob der Tauber und Schloss Neuschwanstein. Im Ausland ist also ein Deutschlandbild zwischen Krieg, technischer Präzision, hoher Literatur, romantischen Königsschlössern, Lederhosen und deftigem Essen vorhanden.

Die deutsche Gründlichkeit und Zuverlässigkeit, für die Deutschland überall geschätzt wird, eignet sich gut, um international Maschinen und Autos "made in Germany" zu verkaufen. Dieses Image verhilft allerdings nicht unbedingt zu einer Intensivierung kultureller Beziehungen. Deutschland wird nicht als sonderlich gastfreundliches und lebensfrohes Land wahrgenommen.
Deutsche gelten also als zuverlässig und pünktlich, nicht jedoch als sonderlich sympathisch. Wie die Menschen in Deutschland leben und welche liebenswürdigen Seiten das deutsche Alltagsleben hat, bleibt den meisten im Ausland verborgen.

In Deutschland ist man daher auf der Suche nach einem neuen und modernen Deutschlandbild, das man ausländischen Besuchern - aber auch der eigenen Bevölkerung - vermitteln kann. Das zeigen die vielen Kampagnen, die in den letzten Monaten ins Leben gerufen wurden. Beispiele sind die WM-Kampagne "Land der Ideen" (http://www.land-der-ideen.de/ ) oder die vielfach kritisierte Kampagne "Du bist Deutschland" (http://www.du-bist-deutschland.de).
Einen besonderen Sympathiebonus genießt Deutschland im Bereich Fußball. Deswegen erhoffte sich Deutschland durch die WM 2006 eine Imagesteigerung im Ausland. Außerdem gewinnt der deutsche Film seit einigen Jahren international wieder mehr Beachtung. Auch darauf werden viele Hoffnungen gesetzt.


Deutschland, eine Marke?

Kampagnen wie "Deutschland in Japan 2005/06" oder auch die WM-Kampagne "Land der Ideen" sollen im Ausland ein bestimmtes Bild von Deutschland erzeugen und das Land als Marke etablieren ("Nation Branding"). Um das gewünschte Bild im Ausland und auch der eigenen Bevölkerung glaubhaft vermitteln zu können, ist die Zusammenarbeit vieler Institutionen aus verschiedenen Bereichen notwendig. Dabei kommt auch der Stärkung der Kulturlandschaft eines Landes eine entscheidene Rolle zu, da die Kultur ein wichtiger Imageträger eines Landes ist.

Man erhofft sich, dass auf diesem Wege

* der Tourismus angekurbelt,
* die Exportwirtschaft gestärkt,
* Deutschland als Standort für ausländische Investoren interessant
* und die politischen Auslandbeziehungen verbessert werden.


Die Bemühungen um ein "Nation Branding" werden aufgrund der Komplexität und Vielseitigkeit der umworbenen Länder vielfach kritisch betrachtet. Dazu müssen also noch viele Diskussionen geführt und Forschung betrieben werden.


Linktipps:

Der Fernsehsender Arte zeigt jede Woche ein Magazin zu den Unterschieden der Nachbarstaaten Deutschland und Frankreich. Dabei lassen sich einige interessante Einblicke über "deutsche Besonderheiten" gewinnen (zum Arte-Magazin "Karambolage" mit einzelnen Folgen zum Downloaden).

Die Wikipedia bietet ein Portal zur Alltagskultur im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Alltagskultur

Anatomie einer Nation: Leben in Deutschland. Eine 29-teilige ZEIT-Serie schildert, wie wir auf die Welt kommen, wie wir lieben, lernen, arbeiten, glauben, spielen, träumen, alt werden und sterben - eine Entdeckungsreise in das eigene Land: http://www.zeit.de/wissen/lebendtl/leben_dtl

Was also ist Deutsch?





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Was ist Deutsch? Eine Umfrage der Wochenzeitung "Die Zeit": http://apollo.zeit.de/kommentare/deutsch.php

Wie die perfekte deutsche Kleinstadt aussieht? Wladimir Kaminer beschreibt sie: http://www.zeit.de/2003/34/Kaminer_2fSinsheim . Mehr gibt es außerdem auf http://www.russentext.de/kaminer/

Deutschland - eine Lesereise. Weilers Wunderland: Jan Weiler berichtet von seinen Erlebnissen in Deutschland http://blogg.zeit.de/weilerswunderland/

Übersehene Sehenswürdigkeiten. Eine Reise zu skurrilen Orten in Deutschland http://www.driftingfriends.de/deutschlandreise.php

Ein seltsames Völkchen. Wie ausländische Wissenschaftler die Deutschen sehen. Special in SZ Wissen.

"When in Germany, do as the Germans do" und "The German Way": Tipps und Informationen zu Deutschland (engl.) http://www.german-way.com/ (engl.)

Eine humorvolle Initiative von Deutsche Welle: Germanize yourself - all skills you need to go native: Germanizer (engl.)





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Deutschland im Wandel der Zeit


ÜBERSICHT:


Ursprünge

Die Vorläufer der Deutschen sind im Wesentlichen östlich des Rheins angesiedelte Westgermanen (also Sachsen, Friesen, Thüringer, Franken, Alemannen und Bajuwaren). Doch trugen auch die Römer (im Westen und Süden), Kelten (vor allem im Süden), Slawen (vor allem im Osten) und andere zur Herausbildung der deutschen Stämme bei.
Die westgermanischen Stämme zerfielen um 500 n. Chr. in zwei Hauptgruppen, in die Anglofriesen (im wesentlichen Angeln, Jüten, Sachsen und Friesen) auf der einen und in die Deutschen auf der anderen Seite. Diese Einteilung kann aus sprachlichen Gründen erschlossen werden. Bewusst war sie den Westgermanen jedoch seinerzeit nicht. Erst nachdem um 600 die Übersiedlung der Angelsachsen nach Britannien abgeschlossen war, wurde durch die geographische Zusammengehörigkeit der festländischen Westgermanen ihr politisch näherer Zusammenschluss vorbereitet.

Die Friesen des norddeutschen Marschlands und die Sachsen standen den Engländern lange näher als den Oberdeutschen. Nach der Auswanderung der Angelsachsen bildeten die festländischen Sachsen mit den von ihnen unterworfenen fränkischen und thüringischen Grenzstämmen ein besonderes Volk für sich, mit eigenen staatlichen Einrichtungen. Erst ihre politische und religiöse Zwangseingliederung in das fränkische Reich Karls des Großen führte sie seit 797 dem späteren deutschen Staatsverband zu.

Die anderen deutschen Stämme − Franken und Hessen einerseits, Thüringer, Alemannen, Bayern und Langobarden andererseits − hatten sich von Hause aus näher gestanden, aber dennoch eigene staatliche Verbände für sich gebildet und fühlten sich als selbständige Völker.
Die politische Entstehung Deutschlands beruht auf dem fränkischen Eroberungsdrang und den organisatorischen Fähigkeiten Karls des Großen. Die Hessen hatten sich schon seit alters her den Franken politisch angeschlossen. Die Alemannen wurden zum Teil 496, endgültig 536 unterworfen, die Thüringer 531, die Bayern 536, die Langobarden 774 und 787. Die Friesen mussten sich zwar auch unterwerfen, bewahrten aber eine unabhängigere Stellung als die deutschen Stämme.

Zwar war es im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts üblich, auch für die germanischen Vorläufer der Deutschen diesen Begriff zu verwenden (siehe z. B. Kennzeichnung des Cheruskers Arminius als „Deutschen“ oder auch die Bezeichnung „Ludwig der Deutsche“), tatsächlich handelt es sich dabei aber um einen Anachronismus. Die Franken, die ursprünglich aus Norddeutschland kamen, herrschten schon unter den Merowingern in Bayern, Thüringen und im Rheinland.

Mittelalter und frühe Neuzeit

Im Zuge der hochmittelalterlichen Siedlungsbewegung nach Osten gingen große Teile der Westslawen, die ab dem späten 6. und 7. Jahrhundert in die von den Germanen während der Völkerwanderung weitgehend geräumten Gebiete eingewandert waren (in etwa identisch mit den neuen Bundesländern, dem östlichen Holstein, dem niedersächsischen Wendland und Teilen Oberfrankens sowie dem östlichen Österreich – siehe Germania Slavica), in der deutschsprachigen Bevölkerung auf. Letzte nicht-assimilierte Gruppen dieser Slawen sind die heute sämtlich zweisprachigen Sorben (max. 60.000) und in gewisser Weise auch die Kärntner Slowenen in Österreich, welche aber – anders als die Sorben – eine direkte Fortsetzung des slowenischen Siedlungsgebiets im heutigen Slowenien darstellen.

Im Heiligen Römischen Reich, das seit etwa 1550 den Zusatz „Deutscher Nation“ trug, bildeten sich unterhalb des Kaisertums zunehmend selbstständige Territorien heraus, deren Untertanen dabei auch eine entsprechende, auf den Kleinstaat bezogene Identität entwickelten: So kämpfte man in Kriegen für seinen Fürsten gegen das Heer des Nachbarfürsten, auch wurde die Art der Religionsausübung im Zeitalter der Reformation nicht von einer gesamtdeutschen Autorität bestimmt (anders als etwa in England oder Frankreich), sondern vom jeweiligen Territorialherren. Daher beschränkte sich eine deutsche Identität naturgemäß mehr auf den sprachlichen und kulturellen Bereich. Dieser wurde allerdings mit der Zeit, vor allem aber auch durch die vermehrte Teilhabe der Bevölkerung an der Schriftkultur, immer wichtiger.
Ulrich von Hutten und Martin Luther konnten daher mit ihrem Kampf gegen „welsche“ Kirchenherrschaft auf breite Unterstützung bauen. So wandte sich Luther 1520 in einer seiner Hauptschriften an den christlichen Adel „deutscher Nation“.

Auch die Barockdichter setzten sich für die deutsche Sprache und gegen Einflüsse anderer Sprachen ein, auch wenn noch beispielsweise Friedrich der Große der französischen Kultur den Vorzug gab, die in der frühen Neuzeit der deutschen Kultur wichtige Impulse gab (Vorbild Ludwigs XIV., Hugenotten).
Die deutsche Kultur erfuhr auch von Zuwanderern wichtige Anregungen, genannt seien hier neben den Hugenotten (unter deren Nachfahren sich auch Theodor Fontane findet) z. B. polnische Gelehrte wie Daniel Chodowiecki. Auch die jüdische Minderheit hatte entscheidenden Anteil am deutschen Geistesleben (Moses Mendelssohn, Heinrich Heine, u.a.).
Da Deutschland kein Zentralstaat wie England, die Niederlande oder Frankreich war, erfolgte auch die Ausbildung einer deutschen Nation mit Verzögerung und erfolgte im bedeutenden Maße erst durch die Auseinandersetzung mit dem französischen Kaiserreich unter Napoléon Bonaparte.

Im Laufe der Zeiten wanderten weitere Bevölkerungsgruppen in den deutschen Sprachraum ein, so in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Polen und Masuren ins Ruhrgebiet, und assimilierten sich im Laufe der Zeit. Auf der anderen Seite wanderten auch deutsche Bevölkerungsgruppen (aus der Schweiz, Deutsches Reich, usw.) in fremdsprachige oder überseeische Gebiete aus, gründeten dort eigene Kolonien oder wurden von der dortigen Bevölkerung assimiliert.

Die moderne deutsche Nation

Bis Ende des 18. Jahrhunderts glaubten nur wenige Personen an die Existenz einer deutschen Nation. Einen Wechsel brachten erst die nationalen Bewegungen in der ersten Hälfte und der Mitte des 19. Jahrhunderts, die im Kampf gegen die napoleonische Herrschaft großen Auftrieb erhielten. Sie stellten die Legitimität der herrschenden Dynastien in Frage und verbanden die nationale Einheit mit der Forderung nach politischer Mitbestimmung des Volkes und wirtschaftlicher Liberalisierung. Die Volkszugehörigkeit, die anstelle der Dynastie die Grundlage des Staates sein sollte, wurde in Mittel- und Osteuropa hauptsächlich von der Muttersprache abgeleitet, da hier Nationalstaaten als Identifikationsobjekte fehlten.
Die deutsche Nationalbewegung scheiterte jedoch nach der Märzrevolution von 1848. Erst 1871 wurde mit der Reichsgründung der erste einheitliche deutsche Nationalstaat begründet. Seine Einwohner wurden entsprechend als „Reichsdeutsche“ bezeichnet. Andere Deutsche hatten ihre Siedlungsgebiete meistens in Vielvölkerstaaten und bezeichneten sich beispielsweise als „Banater Schwaben“ oder als „Sudetendeutsche“ usw. Für sie wurde hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus der Sammelbegriff „Volksdeutsche“ verwendet.
Im Vollzuge der Gleichschaltung der Länder zum nationalsozialistischen Einheitsstaat erfolgte nach dem Gesetz über den Neuaufbau des Reichs vom 30. Januar 1934 mit Verordnung vom 5. Februar 1934 die erstmalige und bis heute gültige Verankerung der deutschen Staatsangehörigkeit in den Standesregistern.

Das Reden von ethnischen Deutschen hatte seit den Anfängen der Judenemanzipation oft eine antisemitische Tendenz. Obwohl viele deutsche Juden sich der deutschen Kulturnation zugehörig fühlten und deutsche Staatsbürger waren, wurde von Nationalisten behauptet, es gebe einen Gegensatz zwischen Deutschen und Juden; diese könnten also nicht Deutsche sein.
Als Reaktion auf die Shoah wurde nach dem Zweiten Weltkrieg unter in Deutschland lebenden Juden die Frage erörtert, ob sie jüdische Deutsche oder nicht eher Juden in Deutschland seien.

Völkisches Konzept
(in diesem Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Entwicklung im Geflecht von Anthropologie, Rassentheorien, Politik und der Arier-Thematik)

Parallel und teilweise mit dem ethnischen Konzept verwoben bildete sich ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts ein völkisches Verständnis des Deutschtums heraus. Aufbauend auf den Schriften Novalis entwickelte Friedrich Schlegel um 1801 die Idee einer „wahren“ Nation, die ein familienähnliches Netzwerk bilden würde und so auf gemeinsamen Blutlinien, also einer gemeinsamen Abstammung, aller Nationsmitglieder beruhen würde. Schlegel ging dabei entgegen jeglicher historischer Erkenntnis davon aus, dass eine gemeinsame Sprache von gemeinsamer Abstammung zeuge.



Historisches, deutsches Sprachgebiet nach der Volkszählung von 1910



Volksdeutsche, bzw. Reichsdeutsche

"Volksdeutsche" war eine in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg durch die Umorganisation von Staatsgrenzen und Bildung neuer Staaten gebräuchliche Bezeichnung vor allem für und von jenen Menschen deutscher Muttersprache, die in Europa außerhalb der Staaten mit deutscher Bevölkerungsmehrheit (vgl. Reichsdeutsche) lebten und zumeist die Staatsangehörigkeit ihres – oft nicht deutschsprachigen – Wohnsitzstaates besaßen, etwa die Elsässer und Deutsch-Lothringer in Frankreich, die deutschen Minderheiten in Eupen-Malmedy in Belgien, die deutschen Posener, Westpreußen und Ostpreußen sowie die deutschen Oberschlesier in Polen.
Des Weiteren wurden auch die deutschsprachigen Minderheiten des österreichischen Kaisertums sowie später Österreich-Ungarns und den Folgestaaten außerhalb Österreichs – in Jugoslawien, Ungarn, Rumänien, der Tschechoslowakei (Sudetendeutsche), in Italien (Südtirol) – als "Volksdeutsche" bezeichnet. In einem umfassenderen Sinn waren selten auch die Österreicher, Luxemburger, Deutschschweizer und Liechtensteiner einbezogen.

Aus österreichischer Sicht wurde der Begriff der Volksdeutschen bis 1938 nicht verwendet, wohl aber gelegentlich noch nach 1945.


Sonderfall Österreich

Teile des 18. und 19. Jahrhunderts waren gekennzeichnet durch die Zuspitzung des Konflikts zwischen Preußen und Österreichern um die Vormachtstellung innerhalb des römisch-deutschen Kaiserreiches, was im Deutschen Dualismus mündete. 1806 legte der letzte römisch-deutsche Kaiser, Franz II., seine Krone nieder, da sich zahlreiche deutsche Fürsten dem vom französischen Kaiser Napoléon geschaffenen Rheinbund angeschlossen hatten.
Bereits 1804 war das Kaisertum Österreich entstanden, indem sich Kaiser Franz II. als Franz I. zum Kaiser von Österreich krönen ließ. Nachdem Österreich im Sommer 1813 dem Bündnis von Preußen und dem Russischen Reich gegen Napoléon beitrat und in der Völkerschlacht bei Leipzig dem französischen Kaiser eine schwere militärische Niederlage beibrachten, war damit der Grundstein für den 1815 gegründeten Deutschen Bund gelegt, der Preußen und Österreich wiederum verband.
Als in der Revolution von 1848 die Errichtung eines deutschen Nationalstaats möglich schien, stritt man sich heftig darum, ob Österreich in diesen Staat einbezogen werden könne, da das Habsburgerreich beträchtliche nichtdeutsche Gebiete (Böhmen und Ungarn) umfasste, die sich nicht in einen deutschen Nationalstaat eingliedern lassen hätten. Die Frage wurde 1866 bzw. 1870/71 dadurch geklärt, dass Preußen zunächst den militärischen Sieg über Österreich erzielte, den Norddeutschen Bund gründete und daraufhin die Lösung eines weitgehend preußisch geprägten Deutschen Reiches ohne Österreich durchsetzte (→ Kleindeutsche Lösung).
Dennoch bestanden bündnispolitische Verbindungen weiter fort, hinzu kamen die üblichen kulturellen Verbindungen, wie sie zwischen befreundeten Nachbarstaaten üblich sind.

Nach dem Zerfall der Österreichisch-Ungarischen Monarchie entstand 1918 die Republik Österreich (die kurzfristig als Deutschösterreich bezeichnet wurde). Es gab viel Skepsis, inwieweit dieser „Rest-“ oder „Rumpfstaat“ – beraubt der ungarischen Agrar- und der böhmischen Industriegebiete – alleine lebensfähig sei. Ein Zusammenschluss mit dem Deutschland der Weimarer Republik wurde aber durch den Vertrag von Saint-Germain unmöglich. Mit dessen Ratifizierung im Jahr 1919 wurde auch der Name „Deutschösterreich“ untersagt und in „Republik Österreich“ geändert.

Südtirol wurde 1919 von Österreich an Italien abgetreten; die deutsche Sprache und Kultur wurde dort zunächst unterdrückt (→ Italianisierung). Auch nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland sollte Südtirol bei Italien verbleiben. Die deutschsprachigen Einwohner (damals 80 % der Bevölkerung) wurden bei der so genannten Option vor die Wahl gestellt zwischen einem zukünftigen Leben in ihrer zu Italien gehörenden Heimat, allerdings unter Aufgabe der deutschen Sprache und Kultur, und einer Umsiedlung in damals von Deutschland besetzte Gebiete in Polen (Galizien).
Zwar stimmten 86 % der Wahlberechtigten für die Umsiedlung, tatsächlich umgesiedelt wurde von diesen jedoch nur knapp die Hälfte. 1946 wurde Südtirol formal eine Autonomie zugestanden, die jedoch erst mit dem 2. Autonomiestatut von 1972 vollständig umgesetzt wurde. Heute sind nach einem Tiefpunkt in den 1950er-Jahren wieder etwa 69 % der Bevölkerung deutschsprachig.

In der Zeit des austrofaschistischen Ständestaats (1933 bis 1938) – der mit der Ausschaltung des Parlaments und der Eliminierung demokratischer Strukturen durch den Bundeskanzler Engelbert Dollfuß begann – war es der offizielle Standpunkt der Regierenden, Österreich als „zweiten“ – und wegen des katholischen Fundaments – „besseren deutschen Staat“ anzusehen.
Ein eigenes Nationalbewusstsein war nur in Ansätzen vorhanden, man empfand sich als Österreicher, grenzte sich jedoch gegenüber den Deutschen nur unscharf ab. Als Bundeskanzler Kurt Schuschnigg immer stärker unter deutschen Druck geriet und eine Volksabstimmung ansetzte, ob Österreich Teil von Deutschland werden solle, und dafür sogar auf die Unterstützung der bis dato verfolgten Sozialdemokraten zurückzugreifen gedachte, verlangte die deutsche Führung ultimativ, die Abstimmung abzusetzen. Schließlich marschierte die deutsche Wehrmacht in Österreich ein.
Der „Anschluss“ Österreichs am 13. März 1938 wurde von zahlreichen Menschen begrüßt, andere wiederum mussten fliehen oder wurden verhaftet. Führende Vertreter der österreichischen Sozialdemokratie wie auch der Vaterländischen Front, darunter auch Schuschnigg, wurden in Konzentrationslager verbracht. Die ursprünglich von Schuschnigg initiierte Volksabstimmung fand schließlich unter pseudo-demokratischen Umständen statt – ohne Wahlgeheimnis – und führte zu der von der neuen Autoritäten angestrebten Zustimmung. Der Name Österreich wurde aus den Bezeichnungen der nun zu Reichsgauen umgeformten Bundesländer getilgt (so wurde Ober- und Niederösterreich zu Ober- und Niederdonau).
Die darauffolgenden Ereignisse, der Zweite Weltkrieg und die nationalsozialistische Diktatur, führten dann zu einem verstärkten Wunsch nach der Rückkehr zu einem österreichischen Nationalstaat. Viele Österreicher betätigten sich als Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische Regime – z. B. Carl Szokoll – oder mussten wegen ihrer oppositionellen Haltung – wie etwa Franz Jägerstätter, der bereits 1938 die Eingliederung Österreichs in das Nachbarland abgelehnt hatte – mit ihrem Leben büßen.

Unmittelbar nach der Befreiung Österreichs und der Wiederrichtung der Republik Österreich wurden am 10. Juli 1945 durch das österreichische „Staatsbürgerschafts-Überleitungsgesetz“ (STBl. Nr. 59) die Sammeleinbürgerungen österreichischer Staatsbürger im Zuge des „Anschlusses“ Österreichs an das Deutsche Reich rückgängig gemacht.
Unterstützt durch die erfolgreiche Geschichte der Zweiten Republik ging auch eine eindeutige Abgrenzung gegenüber den Deutschen einher. Dazu trug neben den Erfahrungen mit dem reichsdeutschen Nationalsozialismus auch die Tatsache bei, dass sich Österreich gegenüber den Besatzungsmächten als „erstes Opfer des Nationalsozialismus“ bessere Friedensbedingungen erhoffte.
Wesentliche österreichische Politiker hatten unter dem nationalsozialistischen Regime gelitten – wie Leopold Figl und Adolf Schärf – oder emigrieren müssen (etwa Bruno Kreisky). So bezeichnen sich die Österreicher heute nahezu einhellig (mit Ausnahme betont deutschnationaler Bürger, die empirischen Untersuchungen zufolge weniger als fünf Prozent ausmachen) trotz der gemeinsamen Sprache – wo allerdings Unterschiede in Grammatik, Stil und besonders den Dialekten festzustellen sind – nicht als „Deutsche“; eine eigene österreichische nationale Identität ist mittlerweile längst unverkennbar.
In der Republik Österreich wird unterschieden zwischen deutsch-, slowenisch-, romanes-, slowakisch-, ungarisch und kroatischsprachigen Österreichern, entsprechend sind auch die offiziellen Minderheitensprachen geregelt.

In Österreich existiert vor allem im „Dritten Lager“ ein deutschnationaler Flügel, dessen Anhänger sich als Volksdeutsche sehen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche

Soweit die Ausführungen von Wikipedia zu diesem "Sonderfall Österreich."
Auf jeden Fall hat es die österreichische Diplomatie nach 1945 erfolgreich geschafft, daß heute alle Welt (allem voran die USA) glaubt, Beethofen wäre Österreicher gewesen, Hitler hingegen Deutscher.
Eine Meisterleistung ohnegleichen. Vielen herzlichen Dank, Herr Nachbar!

Trotzdem: Für mich als "Waidla" (grenznaher Bayer aus Passau) besteht zumindest in kultureller und sprachlicher Hinsicht (Bairische Sprache, bzw. deren diverse Dialekte) eine wesentlich stärkere Nähe und Verbundenheit zu Österreich und Südtirol als beispielsweise zu Brandenburg-Preußen, Niedersachsen oder Ostfriesland. Aber auch diese Ambivalenz ist ja bekanntermaßen typisch deutsch.


Quelle: Bairische Wikipedia/Bairischer Sprachraum


Als Zentrum der Bairischen Sprache darf heute das bayrisch-österreichische Grenzgebiet, also die Gegend zwischen Passau und Salzburg betrachtet werden, wogegen es in den jeweiligen beiden Hauptstädten München und Wien schon längst keine bairischen Mundartsprecher mehr gibt.
Aber was soll's. Berlin und Köln haben ja ein ähnliches Problem, wie man so hört. Auch dort wird heutzutage überwiegend Türkisch oder Arabisch gesprochen. Oder zumindest das, was man dafür hält.

Mit der deutschen Sprache verhält es sich weltweit so ähnlich und ich möchte Ihnen sogleich erklären, warum das so ist:
Die deutsche Sprache gehört zu den sieben einflussreichsten Sprachen der Erde und wird bisweilen zu den Weltsprachen gezählt.
Deutsch als Amtssprache wird gesprochen in: Deutschland, Belgien, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, Schweiz, Italien (nur Trentino-Südtirol), sowie in der EU (Amts- und Arbeitssprache).
Weitere offizielle Stellungen in: Namibia (Nationalsprache; 1984–90 Amtssprache), Polen (Hilfssprache in zahlreichen Gemeinden), Krahule/Blaufuß, Slowakei (Amtssprache auf Gemeindeebene), Vatikanstadt (Verwaltungs- und Kommandosprache der Schweizergarde).
Anerkannte Minderheitensprache in: Dänemark, Ungarn, Rumänien, Slowakei und Tschechien.
Weiterhin wird Deutsch gesprochen in: Frankreich (Elsass und Lothringen), USA, Kanada, Südafrika, Chile, Brasilien, Russland, Kasachstan, sowie Italien (Walser und Zimbern).
Bairisch hingegen ist die Muttersprache des Mino und drum vuuui, vui scheena! * (deshalb viiiiiel, viel schöner!) * Anmerkung für Nicht-Mundartsprecher.

Griaßt enk in da Boarisch'n Wikipedia!


Multilinguale Grüße vom Mino.


* * * * *





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Die Rolle der Deutschen im Ausland:

Kolonien des Deutschen Kaiserreiches
Kolonien in Afrika (1914)

1. Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia, Südrand des Caprivi-Zipfels an Botswana), 1884–1918, erworben durch Franz Adolf Eduard Lüderitz
2. Togoland (heute Togo, Ghana-Ostteil), 1884–1919, erworben durch Gustav Nachtigal
3. Kamerun (heute Kamerun, Nigeria-Ostteil, Tschad-Südwestteil, Zentralafrikanische Republik-Westteil, Republik Kongo-Nordostteil, Gabun-Nordteil), 1884–1919, erworben durch Gustav Nachtigal
4. Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Ruanda, Burundi, Kionga-Dreieck in Mosambik), 1885–1919, erworben durch Carl Peters
5. Deutsch-Witu (heute südliches Kenia), 1885–1890, erworben durch die Gebrüder Denhardt und Zeitz
6. Deutsch-Neuguinea, 1885–1914, erworben durch Otto Finsch
1. Kaiser-Wilhelms-Land (heute nördliches Papua-Neuguinea)
2. Bismarck-Archipel (heute Papua-Neuguinea)
3. Bougainville-Insel (heute Papua-Neuguinea)
4. nördliche Salomon-Inseln (heute Salomonen), 1885–1899
5. Marianen, 1899–1919
6. Marshallinseln, 1885–1919
7. Palau, 1899–1919
8. Karolinen (Mikronesien), 1899–1919
9. Nauru, 1888–1919
7. Kiautschou (heute China; für 99 Jahre gepachtet), 1898–1914
8. Samoa (heute unabhängiger Staat Samoa), 1899–1919


Weitere Stichworte zum Thema "Deutsche Kolonien:"

- Sansibar, Ostafrika (eingetauscht gegen Helgoland)
- Neuschwabenland (Südpol)
- Texas ("Mainzer Adelsverein" Neu-Braunfels, Friedrichsburg, Castell, Leiningen (German Belt).)
- USA (Germantown/Pennsylvanien, Cincinnati/Ohio, St.Louis/Missouri, Milwaukee/Wisconsin, Charleston/South Carolina,
- sowie religiöse Sekten wie z.B. Amische, Mennoniten und Hutterer).

The German Belt (Texas)
Deutsche Einwanderer haben die ehemals mexikanische Provinz Tejas (seit 1528), die spätere Republik Texas (1836-1845) und den - seit der Annexion durch die USA - heutigen US-Bundesstaat Texas wesentlich mitgeprägt.
Caroline Ernst war mit ihrer Familie die erste deutsche Siedlerin. Der schwärmerische Brief ihres Vaters nach Deutschland 1832 war einer der Auslöser für das deutsche Engagement in Texas.
Die organisierte deutsche Einwanderung begann 1834 mit den „Dreißigern" und ist vor allem der „Gießener Auswanderungsgesellschaft" und dem „Verein zum Schutze deutscher Einwanderer in Texas“, auch bekannt als „Mainzer Adelsverein", zu verdanken.
Der zweite texanische Präsident Mirabeau Buonaparte Lamár (1838-1841) unterstützte diese Entwicklung zur Schaffung einer deutschen Kolonie in der Republik Texas. "Texas soll Deutsch werden!" war der politische Wahlspruch zu jener Zeit, dem eine massive Besiedlung durch deutsche Auswanderer folgte. Erst durch Präsident Lamár's Vorgänger und Nachfolger, General und Präsident Sam Houston (1836-1838 und 1841-1844) wurde diese Entwicklung gestoppt und der politische Anschluß an die USA gesucht, die letztendlich in der Annexion von 1845 endete.

Nach der Märzrevolution von 1848 in Deutschland folgten noch einige der „Forty-Eighters". Noch um die Wende zum 20. Jahrhundert waren etwa 100.000 Texaner deutschsprachig. Die meisten siedelten in Zentraltexas im sogenannten „Texas Hill Country", den „German Hills" im Bereich von Austin und San Antonio. Frühe Siedlungen waren die so genannten „Latin Settlements", gegründet von deutschen Intellektuellen. Vor allem der Einfluss des Ersten Weltkriegs führte allerdings zu einem rapiden Rückgang des deutschsprachigen Elements. Den Einfluss deutscher Einwanderer kann man heute an Ortsnamen wie New Braunfels (gegründet 1845 von Carl Prinz zu Solms-Braunfels) oder dem des Wasserparks „Schlitterbahn“ ablesen. In New Braunfels, etwa 65 km südlich der Hauptstadt Austin, wird alljährlich das „Wurstfest“ gefeiert. Im Ortsteil Gruene, gegründet 1872 von Henry D. Gruene, befindet sich die älteste erhaltene Dance Hall in Texas, die „Gruene Hall“. Sie ist noch heute ein historischer Ort von Live-Musik und Tanzveranstaltungen. Auch bei Fredericksburg (Friedrichsburg – gegründet 1846 und zu Ehren des ranghöchsten Mitgliedes des Adelsvereins, des Prinzen Friedrich von Preußen (1794-1863), benannt) ist eine deutsche Kolonie. Die Homepage der dortigen Handelskammer begrüßt Besucher noch heute mit „Willkommen“, die Speisekarten der Restaurants sind teilweise zweisprachig. Bekannt wurde hier auch die Ansiedlung Luckenbach, welche in einem Lied, interpretiert von Waylon Jennings und Willie Nelson mit dem Titel „Luckenbach, Texas“ erwähnt wurde. Das Lied brachte es immerhin zur Nummer 1 der US-Country-Charts. Etwa 10.000-20.000 ältere Texaner sind heute noch deutschsprachig.

Texasdeutsch

Texasdeutsch ist ein Dialekt der deutschen Sprache, der von den Nachkommen der Deutschamerikaner gesprochen wird, die ab Mitte der 1850er Jahre zumeist über die Auswanderergesellschaft „Mainzer Adelsverein“ ins damals unabhängige Texas kamen. Darunter waren auch die Deutschen, die unter Führung des Adelsvereins-Vorsitzenden Prinz Carl zu Solms-Braunfels 1846 die Stadt Fredericksburg gründeten.
Deutsche Einwanderer kamen über eine Zeitspanne von mehreren Jahren nach Texas, das nach zehnjähriger Unabhängigkeit Bundesstaat der USA wurde. Die Fredericksburg-Siedler isolierten sich von den anderen Texanern durch ihre Weigerung, Englisch zu lernen und bildeten im Hill Country um Fredericksburg eine Sprachinsel.
Diese Periode der Isolation endete mit dem Umzug der Gillespie County Fair im Jahr 1889 nach Fredericksburg. Die Gemeinde begann nach 1900, Englischlehrer in öffentlichen Schulen einzustellen, und die Verbreitung des Dialekts begann zu schrumpfen. Heute ist der Dialekt beinahe ausgestorben und wird nur noch von einigen älteren Menschen gesprochen.

Das Texasdeutsch stellt keinen eigenen Dialekt innerhalb der deutschen Sprache dar, es ist vielmehr eine Mischung aus Deutsch und Englisch. Die Übernahme englischer Wörter in die „Heimatsprache“ entstand dadurch, dass man im Alltag dazu überging, Englisch zu sprechen. Texasdeutsch wurde daher zunehmend nur im engeren Familienkreis gesprochen. Der tatsächlich benutzte deutsche Wortschatz ist von Generation zu Generation geschrumpft.

Daraus resultiert, dass ein Texasdeutsch sprechender Amerikaner ähnlich einem GI klingt, der in Deutschland während des bzw. nach dem Zweiten Weltkrieg stationiert war.

Texasdeutsch folgt keiner festgelegten Rechtschreibung und Grammatik, sondern bildet von sozialen Kontakten abhängige Regeln. Allerdings hat die Sprachvariante des Texasdeutsch eine grammatische Vereinfachung durch Wegfall des Genitivs und Zusammenfall von Dativ und Akkusativ erfahren.

An der University of Texas in Austin führt der Germanistikprofessor Hans Boas langjährige Studien zur texasdeutschen Sprache durch.
Der Mino aber fragt sich: Ist Texas damit Deutsch?

[Dieser Beitrag wurde am 30.03.2009 - 02:40 von Minotaurus aktualisiert]





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Die Deutschen und ihre Sprachen:


Eine ähnliche Spachkuriosität wie Texasdeutsch ist auch Pennsilvania Dutch aus den USA.



Pennsylvania Dutch, Pennsylvania German, Pennsylvaniadeutsch oder Pensilfaanisch, Pennsilfaanisch Deitsch, Pennsilfaani oder Pennsilveni-Deitsch ist eine hauptsächlich auf pfälzischen Dialekten aufbauende Sprachvariante des Hochdeutschen in Nordamerika. Sie wird von den Pennsylvania Dutch bzw. ihren Nachfahren in Sprachinseln heute vor allem in den US-Bundesstaaten Pennsylvania, Ohio und Indiana sowie im kanadischen Ontario gesprochen.
Zahlreiche Sprecher (vor allem konservative Amische) gibt es auch in den Bundesstaaten Iowa, Kentucky, Michigan, Missouri, New York und Wisconsin. Einige Sprecher leben auch in Kansas, Oklahoma, Minnesota, Montana und einigen anderen Bundesstaaten.

Hier einige Links zur Musik von John Schmid aus Berlin/Ohio

http://cdbaby.com/cd/johnschmid

und hier:
http://cdbaby.com/cd/johnschmid6

Darin wird US-Deutsches Kauderwelsch am besten verdeutlicht.



Und so sieht die heutige Bevölkerungsstruktur in den USA aus:


(Die ursprünglich deutsche Abstammung von US-Amerikanern sind blau unterlegt)

Die Bezeichnung "Dutch" ist heute irreführend, da sie sich im modernen Englisch nur auf Sprache und Bewohner der Niederlande bezieht, aber im US-amerikanischen Englisch lange Zeit als Sammelbezeichnung für alle Germanischen Sprachen und Abstammungen aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz benutzt wurde.

Trotzdem die Frage: Sind die USA in Wirklichkeit vielleicht Deutsch?

[Dieser Beitrag wurde am 10.04.2009 - 13:48 von Minotaurus aktualisiert]





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Jiddisch

Jiddisch (aus ostjidd. jidisch [ייִדיש] für „jüdisch“; im 19. Jahrhundert als yiddish ins Englische entlehnt und daraus Anfang des 20. Jahrhundert als jiddisch ins Deutsche zurück übernommen) ist eine westgermanische Sprache mit hebräischen und slawischen Elementen, die üblicherweise in hebräischen Schriftzeichen geschrieben wird.
Jiddisch ging zur Zeit des Hochmittelalters aus dem Mittelhochdeutschen hervor und ist allgemein auch heute noch der deutschen Sprache und deren Mundarten sehr nahe. Es wird von etwa drei Millionen Menschen, größtenteils Juden, auf der ganzen Welt gesprochen. Vor dem Holocaust gab es etwa 12 Millionen Sprecher, die meisten davon in Ostmittel- und Osteuropa. Heutzutage sprechen neben älteren Menschen aller jüdischen Glaubensrichtungen vor allem chassidische Juden Jiddisch als Umgangssprache.

Auch im Deutschen gibt es etwa 1000 Jiddismen (aus dem Jiddischen stammende Lehnwörter), wie beispielsweise Schlamassel, Massel, meschugge, Mischpoke, Schickse, Schmonzes, Schmonzette, Tacheles, Stuss, Tinnef, Schtetl, Kassiber, Schmiere, Schmock, Haberer (ostösterr. „Kumpel, Freund“), Ganove, petzen, Reibach, Kaff oder Fremdwörter wie Chuzpe und lejnen (Lesen mit Melodie: Singsang); im aktiven Wortschatz lassen sich heute jedoch nur etwa 50 Wörter belegen. Viele dieser Wörter sind letztlich hebräischen Ursprungs.

Der Erforschung der jiddischen Sprache, Literatur und Kultur widmet sich die Jiddistik, die auch in Deutschland und Österreich an mehreren Universitäten vertreten ist.
Die musikalische Variante des Jiddischen wird "Klezmer" genannt.


Eine weitere "deutsche" Sprachkuriosität ist
Alemañol

Alemañol, abgeleitet von alemán (deutsch) und español (spanisch), ist eine von der spanisch sprechenden Bevölkerung in deutschen Sprachgebieten gesprochene vermischte Variante der deutschen und spanischen Sprache.
Diese Sprachvariante entstand spätestens mit der Einwanderung von Spaniern in den 1960er Jahren und wird heute besonders von lateinamerikanischen Einwanderern in den deutschen Sprachgebieten gepflegt. In der 2. und 3. Generation von Einwanderern aus spanischsprachigen Ländern ist eine Verfestigung und Ausweitung des Alemañol zu beobachten.
Es handelt sich meist um Begriffe, die in der deutschen Sprache und im deutschen Kulturraum einen Sachverhalt besser bezeichnen, als es mit dem entsprechenden spanischen Äquivalent möglich wäre, oder bei denen der deutsche Ausdruck kürzer oder flüssiger auszusprechen ist.

Sprachhistorische Grüße vom Mino. Shalom!



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Ein heikles Thema:
Die Deutschen und die Demokratie

Deutsche und Demokratie, das scheinen (trotz gemeinsamen Anfangsbuchstaben) zwei völlig unterschiedliche Welten zu sein. In etwa vergleichbar mit einem prähistorischen Neandertaler und einem kleinen, grünen Alien aus ferner Zukunft.

Das Verhältnis der Deutschen zur Liberalität, bzw. zur Demokratie scheint seit jeher ziemlich gespalten zu sein.
Kein Wunder, entspricht Demokratie und Mitbestimmung doch weder dem autoritären Regierungsstil, mit dem Deutschland seit seiner historischen Existenz als souveräner Nationalstaat regiert wurde, noch dem monarchistischen Regierungsstil aus der langen Zeit vorher, also der Gründung des Reiches durch Karl des Großen.
Außerdem stammt diese Idee ursprünglich aus Griechenland und wurde erst über den Umweg über unseren "Erbfeind" Frankreich (Zeitalter der Aufklärung) in die Köpfe der obrigkeitshörigen Deutschen implantiert. Dieser Unsinn kann also gar nichts Gutes sein, nicht wahr?

Erste Ansätze zu liberalen Denkansätzen in deutschen Köpfen gab es erst im Jahre 1848 mit der Deutschen Märzrevolution, also über 50 Jahre nach der Französischen Revolution und lange nach der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Reichlich spät also.
Die Märzrevolution von 1848 wurde aber niedergeschlagen und ein weiteres Feudalsystem errichtet. 1871 erfolgte im Spiegelsaal von Versaille die Gründung des Deutschen Reiches mit der gleichzeitigen Krönung des Preußenkönigs Wilhelm zum Deutschen Kaiser.
Dieses zweite Deutsche Kaiserreich endete in den Trümmern des ersten Weltkriegs.

Einer kurze Episode während der Weimarer Republik, also der "ersten Demokratie auf deutschem Boden" folgten weitere düstere Jahre unter der Parteiendiktatur der NSDAP in Nazideutschland und der SED in der späteren DDR. Dabei läßt sich die beliebte Mär von einer sogenannten "Machtübernahme" der Nazis keineswegs bestätigen.
Nein - im Gegenteil! Sie wurden vom Deutschen Volk gewählt, auch wenn das heutzutage keiner mehr wahrhaben möchte.
Auch dieses dritte Reich (und damit die Mär von einem tausendjährigen Reich) endete in den Trümmern eines weiteren Weltkriegs. Die Parteiendiktatur der DDR hingegen wurde von einem Staatsbankrott und dem Volkswillen hinweggefegt. Noch heute wird darüber diskutiert, welcher der beiden Aspekte wohl den größeren Anteil daran gehabt haben mag.

Letztendlich aber ist auch in Westdeutschland nach 1945 die Demokratie nicht aus eigener Kraft und eigenen Antrieben entstanden, sondern sie wurde den Deutschen von den Westalliierten quasi "übergestülpt", also zwangsverordnet. Entsprechend war die Akzeptanz dieser liberalen Regierungsform im Nachkriegsdeutschland und in einigen Köpfen ist sie es noch heute (oder schon wieder)? Diverse Umfragen unter Jugendlichen lassen Grund zur Besorgnis über das aktuelle Demokratieverständnis aufkommen. Radikales Gedankengut (nicht nur religiösen Ursprungs und von diversen Konfessionen gestützt) befindet sich derzeit wieder auf dem Vormarsch.

Was hingegen die aktuelle Politik in unserer wiedervereinigten BRDDR Täuschland betrifft, so kann man gut beobachten, daß sich sowohl liberale, demokratische Werte, als auch die freiheitliche Grundrechte des Bürgers immer weiter auf dem Rückzug befinden und sich stattdessen ein neuer Polizei- und Überwachungsstaat etabliert. Deutschland befindet sich auf dem besten Weg in eine weitere Diktatur, aber diesmal in eine Parteien- und Lobbyistendiktatur.

Gute Nacht, Deutschland!

Liberale Grüße vom Mino, der damit garantiert nicht eine blaugelbe Spaßpartei eines Guido Westerwelle, aber ebensowenig die FDP meint.


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Die unrühmlichen Rollen der Deutschen

- Boxeraufstand 1900 in Tsingtao/China ("Germans to the Front!")

- Herero-Aufstand 1904 in Deutsch-Südwestafrika.

- Maji-Maji Aufstand 1905 in Deutsch-Ostafrika.

- Giftgaseinsatz im ersten Weltkrieg.

- Bombardement von Guernica (Baskenland) durch die Legion Condor.

- Euthanasie von "unwerten Lebens."

- Staatlich organisierter Holocaust an Juden, Zigeunern und Schwulen während des III. Reiches.

- Schießbefehl der DDR auf "Republikflüchtlinge" an der innerdeutschen Mauer.

- Vasallendienste der BRD für die US-Kriegspolitik nach 1945 bis heute. Unter anderem der bewaffnete Überfall auf ein neutrales Land: Jugoslawien.

Und so weiter und so fort. Fortsetzung folgt...

[Dieser Beitrag wurde am 30.03.2009 - 00:59 von Minotaurus aktualisiert]





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Schuld und Sühne
(Außenansichten)


Wahrscheinlich gibt es keine andere Spezies auf dieser Welt, die sich derart in ihrer “Schuld” suhlt wie das Deutsche Volk.
Keine, aber wirklich keine Gelegenheit wird ausgelassen, an das “Erbe der Väter” zu erinnern, sich Asche auf das gesenkte Haupt zu schütten, den Nachbarn und sich selbst zu geißeln und für Jeden, der über das ihm geschehene Unrecht klagt, den Geldbeutel zu öffnen.
Immer und immer wieder. So wurde es den Deutschen seit nunmehr über 60 Jahren eingebläut und es hat vortrefflich funktioniert.

Ebenso wird von den Deutschen keine Gelegenheit ausgelassen, sich der Weltöffentlichkeit als aufrechter Gutmensch zu präsentieren, der mit all diesen verdammungswürdigen Geschehnissen während des Dritten Reiches nicht das Geringste gemeinsam hat. Was in den meisten Fällen sogar stimmt, denn heute gibt es nur noch wenige Veteranen, die damals bereits alt genug waren, um überhaupt aktiv an den Geschehnissen dieser Zeit teilnehmen zu können. Die Wenigen, die noch leben, sind inzwischen weit über 80 Jahre alt.

Aber nicht nur das! Alle unsere Väter und Großväter befanden sich (ähnlich wie die Franzosen) natürlich im Widerstand, bzw. in der Résistance. Zumindest jeder, der noch laufen konnte. Davon ist der deutsche Gutmensch fesenfest überzeugt, denn genau so hat er es in der Schule gelernt. Zumindest dann, wenn dieser Schulbesuch nach 1968 erfolgte.
Ein ganzes Volk voller ehrenhafter und gewissenhaften Helden! Ein Schelm, wer hier Unrat wittert.

Wer zur Zeit die offizielle Webseite der Deutschen Botschaft in Bordeaux (www.bordeaux.diplo.de) besucht, der sieht sich mit einer seitengroßen Bewerbung eines Buches zur “Operation Walküre” konfrontiert. Die dort abgebildeten Hakenkreuze stellen aber für die Staatsanwaltschaft keine “volksverhetzende Verherrlichung von Nazi-Symbolen” dar.
Nein, ganz im Gegenteil: Es handelt sich hier um ein Buch, das von historischen "Wahrheiten" nur so glänzt: Ganz Deutschland befand sich im Widerstand gegen einen bösen Diktator, der sich gegen den Willen des Volkes an die Macht geputscht hatte.

Ganz Deutschland? Wirklich ganz Deutschland?

Na ja, vielleicht nicht ganz Deutschland, aber immerhin gab es damals einen nennenswerten Widerstand und einige todesmutige und gewissenhafte Offiziere der Deutschen Wehrmacht haben versucht, diesen Unrechtsstaat mit einem Monster an der Spitze zu beseitigen. Dafür gebührt diesen uneigennützigen Helden posthum der Dank der Nation - nein, der ganzen Welt!
Das ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit in Deutschland.

Was sich wohl ein Franzose über die Deutschen denkt, wenn er auf diese Webseite gerät?

Übrigens: Die beiden Links "Bienvenue en Allemagne" (Willkommen in Deutschland!) und Politique étrangère et relative à l'UE (Deutsche EU-Außenpolitik) befinden sich oben links, direkt neben dem Kopf des Führers inmitten seines Generalstabes des OKW. im Führerhauptquartier.
Eine äußerst gelungene Außendarstellung Deutschlands im Jahre 2009, wie ich finde. Soll mir ja keiner mehr behaupten, die Deutschen hätten angeblich keinen Sinn für Schwarzen Humor!

Bienvenue en Allemagne!





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