Carpenoctem 

Status: Offline Registriert seit: 19.02.2007 Beiträge: 470 Nachricht senden | Erstellt am 16.06.2009 - 14:53 |  |
Eine Sammlung der politischen Dummheiten, die selbst die berühmtesten Schriftsteller des Jahrhunderts von sich gegeben haben.
Thomas Mann wurde regelmäßig erst durch Schaden klug.
Gertrude Stein hat Hitler einst zum Friedensnobelpreis vorgeschlagen.
Die positiven Urteile über den Kommunismus waren unter Schriftstellern der westlichen Welt in den dreißiger Jahren selbst noch zu Zeiten der stalinistischen Massenvernichtungen comme il faut.
Hemingway schlug vor, den künftigen Weltfrieden dadurch zu erhalten, dass man alle Deutschen sterilisiere; proklamierte sich selbst zum Kubaner und Gefolgsmann Castros, der ihn gleich nach seinem Tod enteignete.
Gottfried Benns hymnische Erhebung aus Anlaß der Nationalen usw., usw. -
Als politische Lehrer, gar zu „einer Art Regierung", wie Solschenizyn meinte, sind Schriftsteller selten berufen.
Aus ihren Wandlungen kann man lernen. So ist es an der Zeit, an George Orwell zu erinnern, dessen „1984" monströs mißbraucht wurde:
er war Kommunist gewesen, hatte dann den realen Sozialismus im spanischen Bürgerkrieg kennengelernt und wurde als demokratischer Sozialist zum schärfsten Kritiker der intellektuellen Fellow-traveller; „Animal Farm" hatte sich gegen den Stalinismus gewendet,
„1984" galt dem totalen Überwachungsstaat totalitärer Regime; hiesige und heutige - zu Recht-Datenschutzhysterie wäre ihm läppisch vorgekommen.
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