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Megaera unregistriert
| Erstellt am 12.09.2007 - 15:27 | |
Im Besucherraum

Chryseis
So sehr sich Chryseis inzwischen auch wieder unter Kontrolle hatte, von wirklicher Entspannung konnte bei ihr nach wie vor keine Rede sein. Bei dieser Thematik musste sie schließlich indirekt auch zugeben, dass der Tempel und deren Erziehungsmethoden fehlgeschlagen waren und dass sie im Grunde für jedes Verbrechen, das Megaera begann, Schuld auf sich luden. Zudem erkannte man auch deutlich an ihren gewölbten Augenbrauen und dem stummen, aber zweifelnden Blick, dass sie Pylades’ Erklärungen ob des dienstlichen oder privaten Hintergrundes nicht vollkommen verstand. Er war privat hier, aber irgendwie auch dienstlich, weswegen er ihr nicht mehr dazu sagen durfte. Hätte sie den Präfekten nicht als einen Mann von Werten und strengen Prinzipien kennen gelernt, so hätte sie vermutlich bereits an dieser Stelle nachgefragt, denn auch Chryseis bevorzugte es, die Absichten ihres Gegenübers sicher einschätzen zu können. Augenblicklich jedoch gestaltete sich dies als überraschend schwierig.
Es sollte kein Verbrechen vorliegen? Ein weiterer Punkt, den sie eigentlich nicht verstand. In welchem sonstigen Bereich konnte sich jemand wie Megaera derart hervorgetan haben, dass ein Senator den Ort ihrer Kindheit aufsuchte, nicht überrascht zu sein schien, dass die Gesuchte eine Diebin und Kriminelle schon seit ihrer Kindheit war, und, wie sie wenig später vernehmen konnte, auch noch nach den Anlässen für diese zweifelhafte Karriere suchte?
„Nun, Präfekt, natürlich steht es mir nicht zu, mich in Eure Arbeitsweise einzumischen…. Aber ich denke, Ihr solltet Megaera durchaus als dienstliche Angelegenheit wahrnehmen. Würdet Ihr sie inhaftieren, fändet Ihr nach meiner flüchtigen Schätzung sicherlich mindestens ein Fünftel Eurer Fälle als aufgeklärt wieder.“
Nicht der leiseste Hauch Ironie hatte Chryseis’ autoritäre Einschätzung begleitet, nach der sie neuerlich an ihrem Limettenwasser nippte. Sie hätte wirklich gerne gewusst, worauf dieser Mann eigentlich hinauswollte. Natürlich war sie ihm und allen anderen Dienern der Obrigkeit bezüglich Megaera die volle Wahrheit schuldig, doch die Art, wie er seine Fragen stellte, störte sie auf nicht näher zu beschreibende Weise. Und man konnte vieles von der Hohepriesterin behaupten, jedoch nicht, dass sie dumm wäre.
„Was auch immer Euch auf Megaeras Spur gebracht hat – es wurde wirklich höchste Zeit. Im Vertrauen, ich wage mir gar nicht auszumalen, was sie in den sieben Jahren bislang alles verbrochen haben mag. Man sollte sie wirklich einsperren. Und dies ist meine Meinung als eine ihrer ehemaligen Lehrerinnen. Ich stand in recht engem Kontakt zu ihr und ich nehme mir heraus, dies beurteilen zu können.“
Ihre Stimmung war inzwischen mehr als ernst geworden und fast schon mit Pylades’ nach der Frage zu seiner Gemahlin zuvor zu vergleichen. Nach einer kleinen Pause fuhr sie fort:
„Es ist nicht so, als hätten wir nicht ebenfalls nach Auslösern und Gründen für ihr Verhalten gesucht, um dem entgegenzuwirken. Bei Hera, es war auch nicht so, als hätten wir groß eine andere Wahl gehabt, wenn wir die Hoffnung auf ein einigermaßen friedliches Zusammenleben nicht aufgeben wollten. Sie kam als Säugling zu uns, nicht älter als drei Monate. Insofern kann sie etwaige Prägungen im Grunde nur durch uns erfahren haben, wie ich bedauerlicherweise zugeben muss. Ihr kennt den Tempel, Präfekt, und Ihr wisst, dass wir Erfahrungen mit Kindern, auch sehr kleinen, haben. Wir hatten eine Amme, wir hatten zahlreiche Kindermädchen, Lehrerinnen und haben immer wieder das Gespräch mit ihr gesucht. Irgendjemand war immer für sie da. Oder besser formuliert, irgendwer hat immer nach ihr gesucht.“
Die ehrwürdige Frau hielt kurz in einem stummen Seufzer inne und schien plötzlich Bilder vor Augen zu haben, die ihr nicht sonderlich gefielen.
„Wir wenden keine körperliche Gewalt an und wir versuchten sie immer zu verstehen. Aber je älter sie wurde, umso schwieriger wurde es. Auch Kindermädchen und Sklavinnen haben ihre Grenzen. Sie nahm einfach niemals Rücksicht auf andere, auf andere Menschen und deren Eigentum. Sie dachte sich nie etwas bei dem, was sie tat. Als wären alle, die ganze Welt, nur Teil ihres Spielplatzes, auf dem sie sich austoben konnte. Keine paar Augenblicke konnte sie stillsitzen, sie passte im Unterricht nicht auf und ließ sich schließlich gar nicht mehr dort blicken. Ihre Allgemeinbildung war katastrophal und ich glaube nicht, dass sich das inzwischen gebessert hat. Es interessierte sie nicht und was sie nicht interessierte, konnte ihretwegen ‚umfallen und verrotten’, wie sie es immer so schön formuliert hat. Ich weiß nicht, warum und weswegen. Ich habe sie einmal gefragt, was andere Menschen für sie sind. Sie hat mit den Schultern gezuckt und strahlend geantwortet: ‚Spielzeug’. Immerhin hat es MIR einiges erklärt. Deswegen meinte ich auch, dass man sie nicht in die Gesellschaft hätte entlassen dürfen. Sie verletzt Menschen und es kümmert sie nicht. Irgendwie besitzt sie kein Gewissen. All unsere Regeln und Grundsätze hat sie absichtlich verletzt. Weil es ihr Spaß machte, und weil sie es liebte, zu stehlen, zu lügen, Theater zu spielen und sich über Verbote hinwegzusetzen. Ohja, es fiel einigen von uns immer sehr schwer, sie zu bestrafen. Egal, wie sicher sie waren, dass sie etwas ausgeheckt hatte. Unseligerweise besitzt dieses Mädchen bei Bedarf einen einnehmenden Charme und eine derart süß-verspielte Niedlichkeit, dass weichherzige Gemüter ihr nie lange zürnen konnten. Aber man kann ihr einfach nicht glauben. Sie nutzt es aus, sie spielt nur, weil sie sich irgendeinen Vorteil davon erhofft. Insofern bin ich auch froh, dass Ihr Euch nun der Sache annehmt, Präfekt, da ich von Eurer Arbeit weiß, dass Ihr immun gegen solche Falschheiten seid.“
Erneut nahm Chryseis einen Schluck Wasser und überlegte derweil, ob sie alle seine angefallenen Fragen nun beantwortet hatte. Schließlich fuhr sie fort:
„Im Grunde hatte sie es sehr gut bei uns. Sie hatte Menschen, die sich um sie kümmern wollten, wurde in jeder Hinsicht gut versorgt, brauchte keine Angst zu haben und konnte sich behütet fühlen. Vielleicht war das auch zuviel. Vielleicht bekommt dies manchen Gemütern nicht. Oder man hat ihr ihren Namen doch nicht grundlos geschenkt. Das Ergebnis war, dass sie alles zu egoistisch sah, was sie gierig und stolz machte. Und nein, ich weiß nichts über ihre Familie, wir haben sie auf den Stufen des Tempels zwischen einigen Opfergaben gefunden. Schreiend, denn das beherrschte sie immer besonders gut.“
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Pylades unregistriert
| Erstellt am 14.09.2007 - 00:40 | |
Pylades hatte Chryseis aufmerksam zugehört, allerdings kaum eine Miene zu ihren Worten verzogen. Er war bekannt dafür, dass er seine Gefühle gut im Zaum halten konnte, auch wenn es in seinem Inneren anders aussah. Und ja, er war ein wenig beunruhigt. Eben was Megaera betraf. Ja, er hatte sich Hals über Kopf in diese wundervolle Frau verliebt. Doch nun wusste er, dass sie eine Diebin war und nach den Worten der Hohepriesterin vor nichts zurück schrecken schien und das betrübte ihn.
Warum? Diese Frage würde er Megaera so gerne stellen. Warum nur war sie, wie sie war. Aber er ahnte auch, dass sie ihm diese Frage nicht wirklich beantworten würde können. Wahrscheinlich käme so etwas wie: »Ich bin eben, wie ich bin ...«
Pylades war betrübt. Er war verliebt, aber wäre es der richtige Weg? Müsste er nicht über seine Prinzipien hinweg sehen? Könnte er das? Momentan tat er es, aber auch wenn er selbst von Megaera erfahren hatte, dass sie eine Diebin war, so hatte er bisher keine Beweise gegen sie. Und wenn doch? Würde er sie verhaften?
Pylades befand sich in einer schrecklichen Zwickmühle. Und er selber wusste noch nicht, wo und wie das vielleicht enden würde.
Weder er würde seine Position als Präfekt der Stadtwache aufgeben für eine Liebe, die noch so jung war wie eine Eintagsfliege, noch würde er Megaera davon überzeugen, mit ihren kriminellen Handlungen aufzuhören.
Und doch ahnte er langsam, dass dies eine schwere Krise für ihn bedeuten würde. Nur hatte er keine Angst vor solchen Krisen. Aber er wollte, dass es für alle fair enden würde. Und dennoch bekam er Meg nicht aus seinem Kopf und fühlte sich so sehr zu ihr hingezogen. Warum nur? Weil sie bei ihm war, als er unter der vergifteten Wunde litt? Nein, Pylades war an sich niemand, der sich schnell verliebte, sonst hätte er schon viel mehr Frauen gehabt, aber dem war nicht so. Ja, Meg war da, aber es war die Art gewesen, WIE sie da gewesen war, auch wenn Pylades unter dem Einfluss des Giftes stand.
Wie auch immer, sein Schweigen, wegen seiner Gedanken war zu lange und er musste der Hohepriesterin antworten. Und so wandte er sich mit seinem milden Lächeln an sie, ohne ein Wässerchen zu trügen und sprach entschuldigend:
»Verzeiht, werte Chryseis. Eure Auskünfte haben mir sehr weiter geholfen. Aber ich kann euren ehemaligen Schützling erst einkerkern, wenn konkrete Beweise vorliegen. So sieht es das Gesetz vor und dies hat schon seine Berechtigung. Und ich bin mir sicher, dass eurer Tempel und auch Ihr damals alles Menschenmögliche getan habt, um diese Frau auf den richtigen Weg zu führen.«
Natürlich sprach es Pylades nicht aus, dass dies wohl fehlgeschlagen war, aber er gab niemanden die Schuld daran.
Dann erhob sich Pylades, denn er wollte zurück. Er hatte genug gehört.
»Wie ich sagte, ich danke Euch sehr für Eure Informationen. Ihr habt mir sehr damit geholfen. Nun aber möchte ich Eure teure Zeit nicht weiter in Anspruch nehmen ...« Und dann holte er einen kleinen Beutel aus seiner Tunika hervor und reichte diesen Chryseis.
»Bitte nehmt dies an als Spende, nicht, weil ihr mir sehr geholfen habt.«
(OOC: Solle Chryseis nachsehen, so befinden sich Goldstücke im Wert von 500 Euro darin)
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Megaera unregistriert
| Erstellt am 14.09.2007 - 15:56 | |
Im Besucherraum

Chryseis
Chryseis hatte ruhig geschwiegen, während Pylades sich nach ihren Worten in Schweigen hüllte und ihr Blick wanderte unter lautlosem Seufzen flüchtig über die Herrlichkeit des Gartens jenseits der Fenster. Trotz ihrer Professionalität und zutage getragenen Sachlichkeit spürte sie, dass sie dieses so lange nicht mehr angesprochene Thema immer noch belastete. Sie mochte derart unerwartete Entwicklungen nicht und wenn doch, wollte sie schleunigst einen plausiblen Grund dafür geliefert sehen. Bei Megaera war ihr dies nie gelungen. Im Gegenteil war es ihr kaum geglückt, trotz aller sensibler Beobachtungsgabe, auch nur zu erahnen, was in dem hellbraunen Schopf dieses Mädchens vorgegangen war. Die Hohepriesterin war schon immer eine Kämpfernatur gewesen und auch in diesem Fall hatte es lange gedauert, bis sie die Waffen gestreckt hatte.
Ihr Blick klärte sich und zuckte zurück zu Pylades, als dieser sich ihr wiederum zuwandte und sein so typisches, unangreifbares Lächeln präsentierte, welches keine näheren Rückschlüsse auf seine Gedanken zuließ. Da sie seinen momentanen Fall nicht kannte, wusste sie nicht zu sagen, ob Höflichkeit oder Ehrlichkeit aus seinen Worten sprach, doch ihre natürlichen Zweifel ließen sie höchstens an eine Mischung aus beidem glauben. Dennoch nickte sie mit dem Anflug eines dankbaren Lächelns zu seinen Worten und erhob sich in einer fließenden Bewegung ebenfalls mit ihm, während sie ihren Trinkbecher lautlos auf dem Tischchen abstellte.
"Ich danke Euch für Eure Großzügigkeit, Präfekt", erwiderte sie höflich und nahm seine als solche deklarierte Spende mit einem neuerlichen Nicken an. Selbstredend kontrollierte sie nicht sofort nach, wie tief der Senator in die Taschen gegriffen hatte, sondern hielt den Beutel mit angemessenem Respekt und verschlossen in Händen.
Obgleich Chryseis eigentlich aus eigener Erfahrung wusste, dass sehr beschäftigte Menschen es meist gar nicht schätzten, im Aufbruch zurückgehalten zu werden, so drängte in diesem Fall etwas in ihr dennoch danach, noch einmal nach einem kurzen Räuspern das Wort an ihr Gegenüber zu richten.
"Verzeiht, Pylades, mir ist bewusst, dass viele Pflichten auf Euch warten, andererseits sprecht ihr dieser Angelegenheit auch soviel Wichtigkeit bei, dass Ihr diesen Tempel deswegen aufgesucht habt. Und obwohl ich weiß, dass ich mir aufgrund der dienstlichen Umstände eigentlich keine Nachfrage erlauben darf, so hoffe ich umgekehrt auch auf Euer Verständnis in dieser Angelegenheit. Es wäre mir schon recht wichtig zu erfahren, ob Ihr Näheres über sie wisst und inwieweit sie ihre damals eingeschlagene Richtung beibehalten hat. Und wie Ihr überhaupt auf sie aufmerksam geworden seid. Das einzige, was wir ab und an von Megaera gesehen und gehört haben, waren Pöbeleien am frühen Morgen in Richtung der dakischen Schiffe, während unsere Dienerinnen die Fischeinkäufe erledigten...."
(ooc: Wenn du den Raum verlässt, tbcst du bitte nicht gleich ganz woanders hin, so dass man dich noch einholen kann? Danke.)
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Pylades unregistriert
| Erstellt am 14.09.2007 - 22:57 | |
Pylades hatte es geahnt, denn die Hohepristerin war kein dummer Mensch, im Gegenteil. Dennoch hätte er es gerne gehabt, dass sie nicht weiter fragte, denn Pylades wollte nicht zu viel preisgeben. Auf der anderen Seite war es nur verständlich, dass sie etwas über sein Interesse wissen wollte. Nun lag es an ihm, sich da geschickt herauszuwinden.
»Ich verstehe Euer Interesse, werte Chryseis!« sprach Pylades aufrichtig. »Und nein, ich weiss nicht viel über diese Frau sicherlich weniger als ihr. Sie wurde ... Opfer eines Überfalls. Ich habe ein wenig mit ihr gesprochen, und sie erzählte mir von dem Tempel.«
Verflucht, nein, er musste hier bald raus, das ging niemanden etwas an. »Ich wollte nur ein wenig über sie erfahren, auch wenn sie nur Opfer und Zeugin war ... aber vielleicht kennt ihr meinen Eifer ... «
Pylades zwinkerte der Hohepriesterin zu und er hoffte, das sie ihn verstand. Allerdings fand er die Information sehr interessant, dass man sie pöbelnd gegen die Daker gesehen hatte.
»Hatte sie Schwierigkeiten mit Ausländern, oder warum glaubt Ihr, dass sie diese nicht mag und gegen sie pöbelte?«
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Megaera unregistriert
| Erstellt am 15.09.2007 - 19:14 | |
Im Besucherraum

Chryseis
Die Hohepriesterin nickte dankbar als Pylades sein Verständnis offenbarte, auch wenn die den Eindruck nicht völlig abschütteln konnte, dass es ihm wirklich nicht gefiel, umgekehrt auf dieses Thema angesprochen zu werden. Bei Hera, was hatte dieses unselige Gör nur wieder angestellt? Sie hoffte doch stark, dass ihr irgendjemand, und wenn es sich um den Präfekten persönlich handelte, über die Ereignisse um Megaera Meldung erstattete, bevor sie darüber in der Acta Nova würde lesen müssen.
Also hörte sie ihrem Gast mit Interesse und Aufmerksamkeit zu, nur, um neuerlich von seinen Worten überrascht zu werden. Ihre Augen weiteten sich, obgleich es ihr diesmal rascher gelang, die Kontrolle über ihre Mimik wiederzuerlangen. Opfer eines Überfalls? Sie erzählte von dem Tempel? Chryseis versuchte vergeblich, diese Informationen in dem Mosaik unterzubringen, das den damaligen Charakter ihres Schützlings darstellte. Sie hatte Megaera jahrelang immer nur als Täterin kennen gelernt, alleine die Möglichkeit, sie könnte ein OPFER sein schien ein Ding der Unmöglichkeit. Ebenso wie die scheinbare Tatsache, dass sie überhaupt noch jemandem von ihrer Vergangenheit im Tempel erzählte, nein, nicht nur jemandem, dem Präfekten, den sie kaum kannte! Das war nicht normal, es war irgendwie widersprüchlich und ja, beunruhigend. Chryseis hatte fest damit gerechnet, dass sie kaum jemandem freiwillig darüber berichten würde, dass sie im Tempel der Hera aufgewachsen war. So oft, wie sie es verflucht und sich auf niederträchtigste Weise darüber lustig gemacht hatte.
Geistesabwesend bekam die Hohepriesterin nur am Rande mit, dass Pylades ihr umgekehrt ebenfalls eine Frage stellte, die sie deswegen auch erst unter leichtem Zögern und nach einer kurzen Pause beantwortete:
"Ausländer? Oh.... im Grunde kann sie mit jeder Gruppierung oder Einzelperson 'Schwierigkeiten' haben, sie findet immer einen Grund für Pöbeleien und Witze auf Kosten anderer. Diesbezüglich ist ihr nichts heilig. In diesem Fall hat sie glaube ich irgendetwas wegen dem Feuer gebrüllt.... 'ob die dämelakische Feuergottheit nicht auf Dauer zu viele Gläubige verliert, wenn sie ihre Zeremonien auf Holzbooten abhalten lässt'. Und ähnlichen Unsinn. Manchmal ist wohl auch noch ein junger Mann bei ihr. Ich kann mich aber nur auf Berichte anderer verlassen, ich habe es noch nie persönlich miterlebt."
Auch ihr behagte dieses Thema anscheinend jetzt ähnlich wenig wie Pylades, oder aber die Sache mit den Dakern sah sie als ein wenig nebensächlicher an im Vergleich mit den zuerst gefallenen Antworten des Präfekten.
"Nun, aber ich muss gestehen, dass ich nicht damit gerechnet habe, einmal von ihr als das Opfer eines Überfalls zu hören. Ich möchte Eure ermittelnden Fähigkeiten auch keinesfalls in Frage stellen, jedoch, versteht bitte, ich versuche Vergleiche zu dem Mädchen zu ziehen, das ich habe aufwachsen sehen. Seid Ihr sicher, dass sie wirklich das Opfer ist und nicht etwas mit diesem Überfall zu tun hatte? Schon früher besaß sie ein Talent dafür, sich liebenswürdig und unschuldig zu geben. Und dass sie Euch vom Tempel erzählt hat.... berichtete sie Euch denn auch, weshalb man sie mit zwölf Jahren nicht länger hier dulden konnte?"
Chryseis' Stimme war bei ihrer letzten Frage ein wenig schärfer und distanzierter geworden, schließlich war wohl auch zu erwarten, dass Meg sich vor ihrem Rauswurf den letzten großen Knall geleistet haben musste.
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Pylades unregistriert
| Erstellt am 15.09.2007 - 20:49 | |
Pylades bemerkte kurz, wie überrascht die Hohepriesterin war, als Pylades erzählte, dass Megaera Opfer eines Überfalls geworden war, doch diesmal fasste sich Chryseis schneller und sie zeigte es auch nicht so offen, nur war Pylades ein geübter Mensch beim Beobachten von Menschen, ebenso wie die Hohepriesterin selber. Und sie war sicherlich auf ihre Weise eine einfühlsame, wenn auch strenge Frau. Und intelligent und Pylades musste aufpassen, dass er nicht die falschen Dinge erzählte, aus der sie dann Rückschlüsse ziehen konnte, die nicht unbedingt seiner dienlich waren. Auf der anderen Seite unterlagen die Priester und Priesterinnen der Schweigepflicht, egal, ob man eine Beichte ablegte. Denn was würde das für ein Bild sein, wenn sie das, was sie von den Menschen erführen, alles weiter tratschten. Und eigentlich war Pylades Tratsch über ihn eh egal. Obwohl es vielleicht doch seinen Ämtern schaden könnte, wenn herauskäme, in wen er sich verliebt hatte.
Aber Pylades war nicht nur dafür bekannt, dass er sehr akribisch bei seinen Ermittlungen vorging, was Tatumstände und Indizien anging, sondern er interessierte sich oft auch für die Persönlichkeit eines Menschen und dessen Vergangenheit.
Dann beantwortete die Hohepriesterin Pylades die Frage bezüglich Ausländer und ihre Pöbeleien und Pylades Augenbraue hob sich interessiert. Was nur ging in Megaera in diesen Momenten vor? Woher kam dieser Hass? Pylades machte sich darüber noch so manches Mal Gedanken, doch dann konzentrierte er sich wieder auf Chryseis, welche nun auch ihrerseits wieder Fragen stellte. Nun gut, es war ein Geben und Nehmen und Pylades hatte ja gesagt, dass es nicht rein geschäftlich war. Und Chryseis brachte ihm schliesslich auch Vertrauen entgegen und erzählte viel von dem kleinen Mädchen, welches so schwer erziehbar war.
»Nun, werte Chryseis. Ich will Euch ehrlich gegenüber sein. Ich kam mit meinen Stadtwachen gerade vorbei, als Megaera von mehreren Männern bedroht wurde. Natürlich mag es sein, dass es sich um interne Streitigkeiten handelte. Dies gilt es herauszufinden. Naja, jedenfalls kam es zum Kampf.« Pylades wurde ernster und schaute kurz auf den Tisch mit den Köstlichkeiten, bediente sich aber nicht. Er musste an den Verlust einer seiner Männer denken.
»Einer meiner Männer kam leider zu Tode. Und ich konnte einen der Angreifer niederstrecken, wobei er leider umkam.«
Pylades war auch dafür bekannt, dass er die Todesstrafe ablehnet und nicht gerne tötete. »Naja, jedenfalls ward auch ich getroffen, von einer vergifteten Waffe. Und das Gift haute mich ziemlich um, wenn gleich es zum Glück auch nicht tödlich war ...« Er lachte kurz und verhalten auf und blickte Chryseis dann seltsam warm an. »Naja, Megaera ... wie soll ich sagen? Sie war bei mir, als es mir ziemlich schlecht ging.« Er lächelte fast ein wenig verlegen, versuchte dies aber dann zu überspielen, denn er wollte auch nicht, dass Chryseis ihn falsch einschätzte.
»Nun, ich hatte ein wenig Zeit, sie kennen zulernen. Es war Recht interessant, was sie erzählte und wie Ihr vielleicht wisst, interessiere ich mich für die Schicksale von Menschen. Egal, ob Täter oder aber Opfer. Es ist immer wichtig, alles und jeden näher zu betrachten und dies ohne Vorurteile.«
Pylades blickte die Hohepriesterin intensiv an.
»Und nein, sie sprach nicht sehr viel von dem Tempel ...« Ein wenig war das gelogen, aber schliesslich wollte Pyldes hier auch Meg nicht zur Schau stellen.
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Megaera unregistriert
| Erstellt am 16.09.2007 - 17:28 | |
Im Besucherraum

Chryseis
Zwischenzeitlich hatte Chryseis wieder auf ihrem Stuhl Platz genommen, da dieses unschöne Gespräch wohl doch noch nicht so bald beendet sein würde und sie es ein wenig unpraktisch fand, so lange vor einer Sitzmöglichkeit herumzustehen. Zudem war es vielleicht auch nicht die schlechteste Überlegung, sich während eines derartigen Themas in sitzender Haltung zu befinden. Ruhig und wenigstens äußerlich wieder gefasst musterte sie den Präfekten und lauschte seinen Worten, sich dann und wann der Frage nicht erwehren könnend, ob sie tatsächlich über dieselbe Person sprachen. Und ja, sie begann sich zu wundern über diesen Mann, von dem sie bislang einen völlig anderen Eindruck gewonnen hatte. Von diesem Überfall war ihr noch nichts zu Ohren gekommen, was nicht verwunderte, da sie sich momentan auf andere Dinge als Klatsch und Tratsch aus der Stadt konzentrieren musste. Allerdings stellte sie sich nun unwillkürlich einige Fragen. Zum Beispiel weswegen Pylades noch nicht wusste, ob es sich um ‚interne Angelegenheiten‘ gehandelt hatte. Man sollte annehmen, dass ihn die Zusammenhänge und Umstände, wie es überhaupt zu diesem Geschehnis gekommen war, mit am meisten interessierten. Oder warum sein Blick plötzlich einen so merkwürdigen Ausdruck annahm, obwohl er doch gerade von seiner Vergiftung berichtete. Sah er es als eine Art Zeichen an, dass Megaera bei ihm gewesen war, als es ihm schlecht ging? Nun, dann kannte er dieses Mädchen in der Tat kaum, war sie doch bekannt dafür, fast immer anwesend zu sein, wenn es jemandem schlecht ging, das normale Prinzip von Ursache und Wirkung.
Chryseis' Blick verhärtete sich und ihre gesamte Mimik kühlte sich sichtbar ab. Ihr missfiel ebenfalls dieser Blick, den er ihr zuwarf, nachdem er sich so gegen Vorurteile anderen Menschen gegenüber aussprach. Glaubte er tatsächlich, ihre Einschätzung von Megaera beliefe sich auf Vorurteile? Jahrelange Erfahrungen stützen ihre Meinung und auch sie tendierte eigentlich dazu, Menschen nachsichtig und offen entgegenzutreten. Es war einige Male vorgekommen, dass Frauen bei ihr vorsprachen, die mit ausdruckslosem Blick erklärt hatten, soeben ihren Mann auf welche Art auch immer getötet zu haben. Die Hohepriesterin hatte zumeist die Umstände verstanden und den Frauen geholfen, sie geschützt, ohne der Stadtwache gegenüber auch nur eine Silbe zu verraten. Das Leben ging nun einmal selten gerade Wege und Menschen konnten Fehler begehen. Sie war Priesterin der Hera und keine Richterin. Doch alles besaß auch eine Grenze. Und niemand konnte ihnen vorwerfen, sich nicht ausreichend bemüht zu haben.
Langsam legten sich ihre schlanken, teils beringten Finger ineinander, während sie Pylades nicht aus ihrem durchdringenden Blick entließ.
"Ihr sprecht wahr wenn Ihr sagt, dass man alles und jeden näher betrachten sollte. Und ja, bar jeder Vorurteile, sondern auf Erfahrungen beruhend. Damit Euch kein solcher Fehler unterläuft..."
Ihre Augen nahmen flüchtig einen bedeutungsvollen Ausdruck an,
"...solltet Ihr denke ich erfahren, weswegen sie den Tempel verlassen musste. Ohne dichterisch mitreißende Ausschmückungen, lediglich direkte Tatsachen widerspiegelnd. Sie hat etwa Dreiviertel der in den Pfauenthron unserer Götterstatue eingearbeiteten Edelsteine entwendet - nur die wertvollsten natürlich - und zusätzlich noch fast zwei Pfund der Goldumfassungen abgebrochen. Außerdem hat sie alle Hinweise bezüglich ihres Verbrechens auf zwei neue Sklavinnen deuten lassen, hätten wir nicht gewusst, dass sie stiehlt wie ein Rabe, wären wir wohl heute noch davon überzeugt gewesen, dass es allein deren Tat gewesen war. Ihr merkt also, dass dieses Kind nicht einfach nur eine Diebin ist, die Gelegenheiten nutzt, wenn sie sich ihr bieten. Sie weiß gerissene Pläne zu schmieden und diese auch umzusetzen. Megaera besitzt wahrhaftig Talent im Vorspielen falscher Tatsachen. Und sie hat kein Problem damit, andere für ihre kriminellen Machenschaften bluten zu lassen. Es ehrt Euch, wenn Ihr mehr in ihr sehen wollt und ich fühle mich auch nicht in der Position, dies zu verurteilen. Ich rate Euch nur, Vorsicht walten zu lassen. Wir mussten lernen, dass bei diesem Mädchen selten die Realität so ist, wie sie zu sein scheint. Dieser gesamte Überfall könnte inszeniert gewesen sein. Vielleicht hatte sie insgeheim sogar den Tod einer dieser drei Männer mit eingeplant, weil sie ihn aus irgendeinem Grund nicht mochte. Und was dieses Gift angeht - es brachte Euch aus dem Gleichgewicht, brachte Euch aber nicht um. Gifte können eine große Menge Nebenwirkungen haben und es dauert seine Zeit, bis alle Giftstoffe wirklich vom Körper abgebaut worden sind. Ich weiß nicht, wie lange diese Vergiftung her ist, aber ich weiß von Stoffen, die sich im Fleisch, in den Knochen ablagern können und deren Wirkung noch Monate später nahezu unbemerkt aber feststellbar ist. Fandet Ihr diese ganze Situation nicht seltsam passend? Dass Ihr ausgerechnet in diesem Moment dort vorbeikamt? Dass Ihr vergiftet aber nicht getötet wurdet? Ich habe mir angewöhnen müssen, misstrauisch zu werden, wenn Megaera sich gerade zu nett und freundlich verhielt. Und Ihr seid nicht irgendein Soldat, Ihr tragt entscheidende Ämter. Sich bei Euch einzuschmeicheln brächte nicht zu unterschätzende Vorteile für jemanden in Megaeras Position. Zumal sie eigentlich nie etwas so Selbstloses zu tun pflegte."
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Pylades unregistriert
| Erstellt am 17.09.2007 - 21:14 | |
Es war seltsam. Pylades kannte Megaera wirklich nicht lange und irgendwie mochte er es ihr nicht zu trauen, was er da über sie hörte. Doch die Hohepriesterin war eine ehrbare Frau und log Pylades sicherlich nicht an. Und Meg hatte ja selber gesagt, dass sie eine Diebin war.
Irgendwie wurde Pylades ein wenig übel, als ihm nun so richtig bewusst wurde, in wen er sich verliebt hatte.
Aufmerksam hatte er Chryseis und seine Mine wurde immer ernster. Ihre letzte These, dass der Überfall geplant gewesen war, darüber hatte er unter normalen Umständen auch dran gedacht. Aber nein, er traute seiner Menschenkenntnis. Wäre alles geplant, hätten Megaera und er nicht die ganze Nacht so verbracht, wie sie sie verbracht hatten. Nein, dafür hatte Megaera zu viel von sich preisgegeben.
Und wenn doch ... ?
Pylades wurde immer schlechter. Liess er wirklich nach? Sah er durch eine rosarote Wolke? Wollte er gewisse Dinge einfach nicht sehen?
Oh Pylades, wo ist nur dein Pragmatismus?
Er räusperte sich und um nicht zu lange zu schweigen, sprach er: »Das war sicherlich ein immens hoher Verlust für den Tempel. Kam es damals zur Anzeige? Und was Eure Theorie wegen dem Überfall angeht, so kam mir da auch schon ein ähnlicher Gedanke. Ihr kennt sie wahrlich besser als ich ...«
Was sollte er nur sagen? Er sollte besser gehen.
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Megaera unregistriert
| Erstellt am 18.09.2007 - 14:47 | |
Im Besucherraum

Chryseis
Zugegeben, ihre Worte bargen ein niederschmetterndes Urteil, andererseits gab es an Megaeras begangener Tat auch wenig zu beschönigen. Es war ganz einfach so geschehen und wenn ein Mädchen mit zwölf Jahren bereits eine derart kriminelle Energie entwickelt hatte, konnte man sich wohl ausmalen, zu was sie sieben Jahre später 'in der freien Wildbahn' geworden war. Dann, wenn sie wirklich wusste, was sie tat und man nichts mehr mit einem kindischen Streich entschuldigen konnte.
Dennoch empfand Chryseis aus irgendeinem Grund etwas wie Anteilnahme oder Mitgefühl diesem Mann gegenüber, den sie mit ihrer Aussage offenbar ein wenig entsetzt hatte. Vielleicht fürchtete er nach dem Verlust seiner Frau nun auch seine vielgerühmte Menschenkenntnis, sein Gespür für Kriminelle eingebüßt zu haben. Er war die Art Mensch, die sich sehr wahrscheinlich bei einem solchen Schicksalsschlag in seine Arbeit stürzte, um sich abzulenken und zumindest ein paar Stunden lang zu vergessen. Ihre Worte schienen ihn nun erneut sehr mitgenommen zu haben und die Hohepriesterin begann sich zu wünschen, eine andere Wahrheit für ihn zur Verfügung zu haben, doch was brachte es, Megaera und ihre Veranlagung schön zu lügen? Es war ein Unglück, dass er ausgerechnet in diesen Zeiten auf jenes unselige Gör hatte stoßen müssen, deren Freundlichkeiten vermutlich wieder nichts anderes als billige Heucheleien gewesen waren.
"Nun, natürlich war der Verlust extrem hoch. Zumal wir bis auf drei, vier Saphire nichts von dem Diebesgut jemals wiedergesehen haben. Damals stimmten wir ab und entschlossen uns letztendlich gegen eine Anzeige, einfach weil es dem Ruf des Tempels auf Dauer geschadet hätte, wenn wir öffentlich zugegeben hätten, dass einer unserer Schützlinge uns quasi die Goldzähne aus dem Mund gestohlen hätte. Fast alle der Juwelen entstammten Spenden, verbunden mit Gebeten, Opferungen und Wünschen. Wir schlossen die Cella für einige Wochen für jedermann, der nicht dem Tempel angehörte und ließen erst einmal Fälschungen anfertigen, wenigstens für die Bereiche, die man von unten nicht so genau erkennen konnte. Wir mussten schließlich den Schein wahren. Nach und nach tauschten wir die Kopien gegen echte, neue Edelsteine aus und pünktlich zu unserem Jubiläum erstrahlt der Pfauenthron wieder beinahe so wie früher. Bedauerlicherweise nur beinahe, weil einige unersetzbare Unikate wohl für immer verloren sind. Aus Megaera war ja nichts herauszubekommen."
Die Hohepriesterin sog tief und stumm die Luft ein, obgleich ihr die Laune wahrlich nach einem ausgiebigen Seufzer stand. Ihr Blick verirrte sich kurz in die prachtvollen, sonnendurchfluteten Gärten, ehe sie wieder zu Pylades zurückfand.
Irgendwas an seinem Anblick schien sie ein wenig milder zu stimmen, denn sie zwang sich mit einigem Zögern zuzugeben:
"Möglicherweise... hat sie sich in den sieben Jahren ja auch verändert. Nur weil man mit zwölf diejenigen, die einen aufgezogen und umsorgt haben um ein Vermögen bringt bedeutet dies schließlich nicht, dass sie jetzt das reine, hinterhältige Böse ist..."
Obgleich sie in Chryseis' Augen auch nicht mehr allzu weit davon entfernt sein konnte.
"Sie denkt einfach nur nicht sehr weit, wenn es um die Gefühle anderer geht. Wie und mit wem sie jetzt lebt... dazu kann ich nichts sagen. Zwar war es ihr großes Ziel, Mediterraneas erfolgreichste Diebin zu werden... aber Berufswünsche von Kindern können sich ja ändern. Ich sorge mich nur auch ein wenig um Euch und ich möchte nicht, dass Ihr vielleicht eine ähnliche Enttäuschung mit ihr erlebt, wie wir. Behaltet einfach bitte meine Worte im Hinterkopf, wenn Ihr das nächste Mal mit ihr Umgang pflegt."
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Pylades unregistriert
| Erstellt am 19.09.2007 - 01:48 | |
Damals war Pylades zwar schon bei der Stadtwache, aber noch längst nicht Präfekt, dennoch hätte er sich auch an eine solche Anzeige erinnert und wie ihm eben bestätigt wurde, hatten die Priesterinnen von einer Anzeige abgesehen. Und so nickte er nur gemächlich, hatte sich zurückgelehnt und die Finger beider Hände über seinen Bauch in einander verschränkt, während er aufmerksam den Worten von der Hohepriesterin zuhörte.
Ihm wurde immer deutlich vor Augen geführt, dass er sich noch eine Menge Gedanken über Megaera machen musste und es betrübte ihn schon fast, Chryseis nicht sagen zu wollen, dass sie, Meg, selber davon sprach, was sie heute noch war. Doch würde sich Megaera ändern? Wegen ihm? Sicherlich nicht, denn so gut kannten sich die beiden nun wahrlich nicht und langsam fragte er sich schon, was das für ein schicksalshaftes Zusammentreffen gewesen war. Ein wenig hin und her gerissen war er nun schon und bemerkte einen leichten Anflug von Zerrissenheit, aber vielleicht waren das wirklich noch Nachwehen von dem Gift, auf das er auch nicht mehr weiter eingegangen war.
Dann hob Pylades interessiert eine Augenbraue. »Sie stahl damals die Edelsteine und blieb im Tempel?« Er fragte dies erstaunt nach, hatte Chryseis doch gesagt, dass aus Megaera damals nichts herauszubekommen sei. Das war dann wirklich dreist. Fast amüsierte es ihn sogar, was er selbstverständlich nicht auch nur im Anflug zeigte, denn es war sicherlich ein schrecklicher Verlust für den Tempel.
»Nun, werte Chryseis. Natürlich können sich Menschen ändern. Auf der anderen Seite muss ich zugeben, dass es so einige spektakuläre Diebstähle gegeben hat, welche noch ungelöst sind« Pylades als Präfekt widmete sich eher spektakulären Fallen oder Morden, für kleinere Delikte hatte er seine Leute.
»Allerdings ist mir zu Ohren gekommen, dass ein alter Bekannter seit Monaten wieder seinem alten Treiben nachgeht, nachdem es jahrelang still um ihn geworden ist: Zorrax.«
(Chryseis kann den Namen gerne kennen, da er auch dafür bekannt ist, einiges seiner Beute an Bedürftige abzugeben.)
»Der allerdings hinterlässt dreist auch immer seine Visitenkarte. Nun ja, ich hoffe, die anderen Diebstähle gehen nicht auf das Konto Eurer ehemaligen Schutzbefohlenen ...« Innerlich allerdings ging er schwer davon aus.
»Häufig haben Diebe, wie auch Serienmörder eine gewisse Handschrift, an denen man sie erkennen kann. Dem so genannten Modus Operandi, ein Muster, eine oft ähnliche Art des Handelns. Aber verzeiht, ich wollte Euch nicht langweilen. Nun, die meisten Straftäter neigen zu Egoismus und einer nicht sehr sozial entwickelten Ader, so also wohl auch bei Megaera ...« Er strich sich beiläufig eine Falte aus der Toga und lächelte Chryseis freundlich und mild an und sprach dann abschliessend: »Ich danke Euch für Eure Anteilnahme, aber sorgt Euch nicht. Dennoch werde ich Eure Worte im Hinterkopf behalten. Nun aber möchte ich Euch nicht länger von Euren Vorbereitungen abhalten.«
Er erhob sich.
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