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Ulrich 
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...   Erstellt am 27.10.2005 - 21:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Sturm
(Für William, meinem Geistesbruder)

„Die Segel ein!“ , schrie ich aus Leibeskräften. „Los Heinrich, nicht aufgeben, wir überleben den Sturm. So lange es noch Männer gibt auf dieser Nussschale wird sie auch nicht untergehen!“
Heinrich antwortete mit Verzage in der Stimme. „Bald jedoch werden wir auch noch verschlungen, ich weiß es. Wenn der Sturm 250 gute Matrosen in den Tod reißt, wird er auch uns holen! Noch nie war die See so zornig.“
Der Regen ließ nach, aber der Wind wurde nur noch stärker.
Mit lautem Getöse zischte das Wasser auf mein stolzes Schiff. Die Gischt war angeschwollen zu einer einzigen Schaumwolke und die Wasser wurden hart wie Stein und schwarz wie Teer.
Plötzlich zuckte ein Blitz vom Himmel. Er erfasste den hohen Mast und die Flammen begannen schlagartig zu lodern. Die Splitter fielen herab und glommen traurig vor sich hin.
„Heinrich!“ „Ja?“ „Wo sind die anderen? Die sollen sofort aufs Deck kommen!“ „Tot, Captain!“
Mein Gesicht wurde blass. „Alle?“ „Aye, Sir. Das Meer hat alle genommen. Alle 250.“
Ich ließ das derbe Tau in meinen Händen los. „Heinrich, lass ab. Ich will jetzt volle Segel!“ „Sir, wir müssen schnell vor Anker gehen.“ „Nein, Heinrich, jetzt wird gekämpft!“ „Captain, das Meer wird uns ans Ende der Welt reißen, wenn nicht gar komplett zerreißen.“ „Tu was ich dir befehle, Mat. Du unterstehst immer noch meinem Befehl!“ „Aye, Sir“
Die restlichen Segel fielen und bäumten sich auf wie Ungeheuer. Der Sturm heulte und blies die Flammen am Hauptmast kräftig an. Achtern stand auch schon in Flammen.
Mein Schiff war die Fackel in der Nacht. Das Licht des Brandes spiegelte sich in den Segeln und verbreitete eine passende, unheimliche Stimmung.
Heinrich rannte zu mir hinauf zum Steuerrad und kniete nieder. „Sir, droben fliegen vier Reiter im Himmel! Könnt ihr denn nicht ihre Schreie hören? Wir sind verloren, das sind die Jäger!“ „Harharrrrrr, soll das mir Angst machen? Niemals!“
Der Wind riss das Schiff vorwärts in einem Rekordtempo. So schnell wie in dieser Nacht bin ich noch nie gesegelt. Und auch noch nie so gefährlich.
Die Wellen türmten sich höher als die Häuser aber ich wollte standhalten. Das Ruder brach und die Planken rissen auf. Nur die Nebenmasten hielten stand. Und die Segel ebenfalls. Wobei das wohl eher ein Nachteil gewesen war, denn dadurch war mein Schiff ein besseres Ziel für den Sturm.
Ich hatte die Hoffnung aufgeben, aber wollte dennoch meine treuen Begleiter rächen. Das Meer sollte sich die Zähne an mir ausbeißen. So rannte ich nach vorne und kletterte geschwind den vordersten Mast hinauf.
Ich wurde hin und her geschleudert und schrie dabei dem Meer meine zornigen Flüche zu. „Soll das alles sein? Damit kriegst du mich nie und nimmer!“
Mit einem Schlag war es vorbei. Ich sah noch den grellen Schimmer der Flammen an mir vorbei sausen und schon spürte ich harten Holzboden unter mir.
„Es tut mir leid, Heinrich. Ich war nicht stark genug. Dort vorne sind die Klippen. Möge das Meer mein Schiff zerschmettern. Nur um dir tut es mir leid.“
Heinrichs Blick war eiskalt, er antwortete nicht.
Dann hörte ich das Krachen den Planken und den grölenden Ruf der Felsen. Es war einem Alptraum gleich.
Jedoch bin ich bis heute noch nicht aus diesem Traum erwacht. Nun bin ich verflucht niemals Ruhe zu finden und auf ewig auf diesen Klippen zu verweilen.

„23.Oktober, 1677.
Der Morgen war trügerisch schön. Der Mittag ebenfalls. Am Abend kam der Vorbote. Und in der Nacht kam der Sturm. Er hat mir genommen, was ich mir in all den Jahren als Captain aufgebaut hatte. All mein Freuden zunichte gemacht. Mein Leben war der kleinste Preis.“

„24. Oktober, 1677.
Dieser Morgen war schöner als der letzte. Der Mittag auch. Am Abend kam ein Gesandter. Und in der Nacht kam der Sturm. Ein Schiff zerschellte an meinen Klippen. Keine Überlebenden, ich bin immer allein.“

„25.Oktober, 1677.
Der Morgen begann mit blauem Himmel und strahlender Sonne. Auch der Mitte. Am Abend klopfte es an meiner Pforte. Und in der Nacht kam der Sturm. Niemals wird er halt machen. Das Schiff kam wieder und die Trümmer verstreuten sich auf dem nackten Feld. Keiner überlebte das Unglück.“

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.


„24.Dezember, 1677.
Die letzten Wochen konnte ich nicht mehr schreiben. Der Schmerz war zu groß. Ich warf dieses Logbuch ins Meer. Die Flut sollte es mit sich forttragen, wie es mein Schiff einst fortgetragen hatte. Doch heute morgen wurde es wieder angespült.
Heute ist Weihnachten. Ich werde es jedoch nicht am Abend feiern, sondern erst morgen früh.
Der Mittag war schön. Der Abend brachte mir eine Botschaft. Und während der Nacht kam der Sturm zurück und brachte das Knochenschiff. Keine Überlebenden, ich bin immer noch allein.“

„25.Dezember,1677.
Das Weihnachtsfest macht Freude. Ich habe zwar keinen Tannebaum, keine Geschenke und niemanden dem ich sie schenken könnte, aber der Gedanke wärmt mich.“

.
.
.

„25.Dezember, 2045.
Es ist Weihnachten, wieder einmal. Und es macht immer noch Freude, auch nach 368 Jahren noch.
Der Morgen war wundervoll. Der Mittag ebenfalls. Der Abend schickte vier Reiter vorbei. Und die Nacht wurde in Sturm gehüllt. Das Schiff lief auf, wie in den 133952 Nächten zuvor.
Ich wünschte es wäre vorbei, doch scheinbar nie. Nachdem ich nun 133792 Einträge in meinem Buch verfasst habe, höre ich einfach auf. Es ließt ja doch niemand. Und ich selbst kenn die Geschichte nur allzu gut. Leb wohl Heinrich, Leb wohl Danielle, Leb wohl Mary, Leb wohl Hans, Leb wohl mein Leben.“


Nathaniel Hawk

[Dieser Beitrag wurde am 02.11.2005 - 21:03 von Ulrich aktualisiert]





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Elendriel ...
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...   Erstellt am 31.10.2005 - 00:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ok, wenn ich beim ersten Teil mal alle pysikalischen Aspekte (Der Ruder und die Planke bricht aber die Segel halten? Ähmmm... naja gut aber der Wasserwiederstand... *wirr*) und Fachwörter (Achter=Achterdeck???) und die Schreibweise des "Ei"(?? "Aje" mein ich oder? Weil abkürzung von irgendwas anderem... weis aber nicht mehr so genau, auf jeden Fall nicht "Ei" ) überlese find ich das sehr toll!
252 Leute auf nem Schiff... Mittel größ *nick* Sehr schön! Dreimaster?
Und dann interessiert mich eines noch: Hintergrund?????





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Ulrich 
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...   Erstellt am 31.10.2005 - 20:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


A: Physikalisch solls nicht korrekt sein. Dann würden die Planken und die Ruder ja wohl auch nicht so fetzend brechen....es ist alles etwas übertrieben. Es geht ja nicht um das korrekte Geschehen, sondern um das Feeling.

B: Fachwörter kenn ich kaum welche, also entschuldigen, falls ich die irgendwie nicht richtig benutze.

C: Zur Schreibweise....keine Ahnung wie man sowas schreibt, sry, sry, sry, jetzt weiß ichs besser....

D: Eigentlich hätten es ja noch mehr sein können, aber ich wollte nicht ganz so übertreiben. Ja, mittelgroß, bis eher klein. Ich weiß gar nicht wie man Masten zählt. Gilt der vorderste (wenn vorhandende) Mast, der schräft am größeren Mast hängt als einzelner Mast? Was weiß ich. Aber so ungefähr hab ich mir drei bis vier Masten vorgestellt.

E: Hintergrunf ist leider etwas kurz geraten im Sinne der Geschichte. Ich hätte natürlich das Ganze jetzt länger machen können und weiter beschreiben wie es zu alle dem gekommen ist und warum der Kapitän sein Schiff im Sturm zerdebbern lässt und sich umbringt....aber eigentlich ging es nur wie in Punkt "A" erwähnt um das Feeling und zum zweiten um ne ganz blöde, dumme kleine Warnung: Man soll ja bloß aufpassen, was man mit seiner Macht tut und ja prüfen ob die eigenen Entscheidungen auch nur die eigenen Angelegenheiten betreffen, oder auch andere betreffen (bzw wie hier: ins Verderben reißen)

F: Danke für das Lob.





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...   Erstellt am 01.11.2005 - 15:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


*grins* Ahhhhh ok

Ja, 252 Personen auf einem Schiff, das muss mindesten ein Dreimaster gewesen sein Wobei das schon ziemlich sehr groß ist (mein Vater ist mal mit nem Zweimaster ne Woche in der Ostsee gekreuzt und da waren sie nur 20 Leute und das hat geklapp... naja natürlich Technikbonus, aber trotzdem...)
Nein das kleine fordere Segel zählt nicht mit bei der Mastenbestimmung, allein die Hauptmachten werden gezählt
Ich glaub ich muss mich da auch noch mal ein bischen mehr schlau machen... Bin zwar ein alter Seebär, aber so genau hab ich nie zu gehört *flöt*





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Ulrich 
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...   Erstellt am 02.11.2005 - 21:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


also 252 Leute an Bord eines Segelschiffes ist recht wenig....schließlich ist es ja nicht zum Kreuzfahren da, sondern zum Handeln und kämpfen.
Da waren 1200 Leute auf einem Schiff nicht unüblich (wenn ich meinem Geschichtsbuch vertrauen kann, da steht nämlich drin, wieviel Proviant man für 1200 Mann bei 3 Monaten Seereise braucht.....lustige Zahlen....5000Zwieback, 300Fässer Fleisch, 500 Fässer Dörrfliesch usw....)





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...   Erstellt am 02.11.2005 - 21:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hm ok... wahrscheinlich ist man Seewissen zu modern *schnief*

Aber 1200? Das ist dann aber so ein Schiff wie das von Columbus, also was großes, mächtiges oder?
Hm naja, die Grichen hatten Schiffe mit 3 Decks für rundernde Sklaven (wurde letztens mal nach gebaut, irgendwo am Mittelmeer) an jeder Seite 30 Ruder, 2-4 Mann pro Ruder, macht 360-720 Personen allein Sklaven... Das sind schon Zahlen... und das war um 300 v. Ch. ... Gut ich nehm alles zurück

Also ist es doch eher eine kleine Jolle mit einem cholerischem Kapitän





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Ulrich 
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...   Erstellt am 05.11.2005 - 18:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


was auch immer cholerisch heißen mag. Denken kann ichs mir ja, aber die genaue Definition kenn ich net.....
Es ist ein prima Schiffchen....ein gängiges Handelsschiff, wie mans kennt.....





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Sitarih ...
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...   Erstellt am 19.11.2005 - 23:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Alle sind voll deprimiert. wie ihre geschichten auch... *muahaha*
Habt ihr mal "der elektrische mönch" gelesen? bin noch nicht fertig, aber er ist jetzt auch verdammt... lol... er hat sich selbst sterben sehen xD





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Aber ich bin... ein Blinder, der mit einem gewöhnlichen Schwert rumläuft....

Phaina wird immer geküsst... Das ist schön... Ach nein, doch nicht.
~Leon~

Elendriel ...
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...   Erstellt am 20.11.2005 - 21:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ähm ja ok *verwirrt schau*
Sita du machst mir immer mehr Angst... was liest du für Bücher? Gerätst du etwas in... Oh nein bitte nicht! *heul*

@Uli
cholerisch? von Choleriker. Jemand der immer Recht haben muss und seinen willen auch etwas rabiater durch setzt und so.





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Miyu ...
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...   Erstellt am 08.01.2006 - 13:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich finde die Geschichte auch voll toll...mehr ist auch nicht mehr zu sagen!





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Tu was du willst, aber schade keinem! ;) Wie ein Quadrat im Kreis, eck ich immer wieder an! BEKENNENDER FAN VON Vernoma-Corax sel Volu, thandu Volubato und Elendriel ;)

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