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...   Erstellt am 01.07.2006 - 13:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


01. Juli 2006

Der Sternenhimmel im Juli und August

Ferienziele



Skorpion und Schütze enthalten eine Vielzahl interessanter Sehenswürdigkeiten, sind aber nur bei Reisen in den Süden in ihrer ganzen Pracht zu sehen.


Himmelsanblick in der ersten Juli-Hälfte gegen 1 Uhr (MESZ), in der zweiten Monatshälfte gegen Mitternacht Uhr MESZ.


An diesen Sommerabenden zeigt sich das nach Orion zweithellste Sternbild, das von unseren Breiten aus zumindest teilweise sichtbar ist: der Skorpion ("Scorpius"). Die Sache hat nur einen Haken - er steht in der Dämmerung nur knapp über dem Südhorizont, ein Teil des Sternbilds bleibt sogar darunter. Je weiter im Norden Sie sich aufhalten, desto stärker wird seine Helligkeit durch die Luftschichten und den Dunst abgeschwächt. Erst vom Mittelmeerraum aus ist das alte Sternbild vollständig zu sehen. Auf unserer Juli/August-Karte ist ein Teil von ihm gerade noch am Südwesthorizont zu erkennen, bevor es vollständig untergeht.

Sein hellster Stern ist Antares (Alpha Scorpii). Er markiert das Herz des klauen- und stachelbewehrten Spinnentiers. Der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Gegenmars". Diese Bezeichnung erhielt er auf Grund seiner orangerötlichen Färbung, die an Mars erinnert. Allerdings besitzt Antares diese, weil er ein vergleichsweise kühler, rot glühender Stern ist. Mars hingegen ist ein Planet, der nur das Licht der Sonne reflektiert. Bei ihm entsteht die Tönung durch eisenhaltige Verbindungen auf seiner kalten, staubigen Oberfläche.


Schütze und Skorpion sind nur von südlichen Regionen aus vollständig sichtbar.


Neben Antares befinden sich die beiden Sterne Sigma und Tau Scorpii (2,9te und 2,8te Größe). Unterhalb der Verbindungslinie von Antares zu Sigma Scorpii versteckt sich schon das erste Deep-Sky-Objekt: der Kugelsternhaufen M 4. Im Fernglas sieht er aus wie ein kleiner Wattebausch. Mit einem ausreichend großen Teleskop erkennen Sie dort einen ausgedehnten, nebligen Fleck, in dem hier und da das Licht unzähliger Sternpunkte glitzert.

Interessante Sterne

Rechts von Antares (im Westen) folgt der Kopf des Skorpions. Er wird durch die drei Sterne Beta, Delta und Pi Scorpii dargestellt, die eine etwa in Nord-Süd-Richtung orientierte Linie bilden. Während Sie Beta Scorpii mit einem Teleskop als schönen Doppelstern auflösen können, verändert Delta Scorpii seit einigen Jahren seine Helligkeit. Manchmal leuchtet er bis zur 1,6ten Größe auf und wird zum hellsten Stern zwischen Antares und Spika (Alpha Virginis). Wie hell ist er wohl jetzt, wenn Sie dies hier lesen?

Die beiden benachbarten Sterne Lambda und Ypsilon Scorpii markieren den Stachel im Schwanz des Skorpions. Lambda leuchtet mit einer Helligkeit von 1,6ter Größe, Ypsilon etwas schwächer mit 2,7ter Größe. Sie werden manchmal auch "Katzenaugen" genannt.

Links oberhalb der Katzenaugen liegen zwei herrliche offene Sternhaufen. Der hellere, größere und südlichere der beiden ist M 7, der andere M 6. Die beiden wirken am besten im Teleskop bei geringer Vergrößerung. Dann können Sie bereits erkennen, warum M 6 auch Schmetterlingshaufen heißt.

Neben dem Skorpion steht der Schütze ("Sagittarius", Sgr) – ein weiteres Sternbild, dessen Sichtbarkeit unter seiner Position tief im Süden leidet. Seine Hauptsterne bilden eine Formation, die auf Grund ihres Aussehens vor allem in den USA häufig als "Teekanne" bezeichnet wird. Über dem Ausgießer befindet sich der auffälligste Bereich der Milchstraße, die Große Sagittarius-Sternwolke. Hier schauen wir nicht nur in die Scheibe unserer Galaxie, sondern direkt in ihren hellen Zentralbereich.


Eine Planetenparade können Sie am Abend des 2. Juli über dem Westhorizont beobachten.


Oberhalb dieses Flecks liegt eine kleinere, aber ziemlich dichte Sternwolke, die unter sehr guten Bedingungen bereits mit bloßem Auge sichtbar ist. Dies ist M 24, die Kleine Sagittarius-Wolke. Mit einem Fernglas oder einem Teleskop können Sie noch Dutzende weiterer Sternhaufen und Nebel im Schützen erkennen. Die schönsten sind M 8, der Lagunennebel, sowie der schwächere Trifidnebel M 20 und M 17, der Omega-, Schwan- oder Hufeisennebel. Beeindruckend ist auch der Kugelsternhaufen M 22.

Hoch oben, etwas westlich, aber dennoch nahe dem Zenit, finden Sie ein kleines Sternbild, das nicht unter einem schlechten Sichtwinkel leiden muss. Die Leier ("Lyra") trägt den Namen eines altertümlichen, harfenähnlichen Musikinstruments. Ihr auffallendstes Merkmal ist Wega (Alpha Lyrae), der hellste Stern in den traditionellen Sommersternbildern.

Die Mitglieder des Sommerdreiecks

Manchmal bezeichne ich Wega als den Königinnenstern oder den Saphir des Sommers. Sie bildet mit den beiden ein bisschen schwächeren Sternen Deneb (Alpha Cygni) und Atair (Alpha Aquilae) etwas tiefer im Osten das Sommerdreieck.

Nahe bei Wega steht Epsilon Lyrae, ein schöner Doppelstern für Beobachtungen mit dem Fernglas. Wenn Sie ein kleines Teleskop mit mindestens 100-facher Vergrößerung verwenden, können Sie jede der beiden Komponenten noch einmal in zwei Sternpaare auflösen. Eigentlich sind es vier Sterne, daher trägt Epsilon auch den Spitznamen "Doppel-Doppel" oder "der Vierfachstern in der Leier".

Das Sternbild ist auch die Heimat für ein schönes Deep-Sky-Objekt. Zwischen Beta und Gamma Lyrae, den südlichen Sternen des Leier-Parallelogramms, finden Sie M 57, den berühmten Ringnebel. Er ist ein Planetarischer Nebel, bestehend aus der Gashülle eines sterbenden Sterns. Mit 40- oder 50facher Vergrößerung an Ihrem Fernrohr können Sie eine winzige graue Scheibe zwischen den Sternpunkten erkennen. Mit einer 125fachen oder noch stärkeren Vergrößerung können Sie sehen, dass es sich um einen schimmernden Ring handelt.

Planeten


Die Monatspanoramen zeigen Phasen und Positionen des Monds vom 25. Juni bis zum 24. Juli. Die Pfeile kennzeichnen die Bewegungen von Sonne und Planeten von Monatsanfang bis -ende. Die untere Leiste gibt die ungefähre Ortszeit an (korrigiert auf Sommerzeit), wenn der darüberliegende Bereich zur Monatsmitte im Süden steht.


Jupiter scheint in der Abenddämmerung hoch im Südwesten. Der helle Riesenplanet erreicht am 2. August seine östliche Quadratur (90 Grad Abstand von der Sonne). Achten Sie im Teleskop darauf, dass seine östliche Seite etwas schlechter ausgeleuchtet ist als seine westliche, die direkt von der Sonne angestrahlt wird.

Ende August zieht Jupiter in weniger als zwei Grad Entfernung an Alpha Librae vorbei – das entspricht etwa einer Fingerbreite bei ausgestrecktem Arm.


Zu einer engen Begegnung von Mars und Regulus (unten) kommt es bereits Ende Juli.


Mars ist mit 1,8ter Größe im Juli sogar schwächer als einige Sterne und sinkt immer tiefer in die westliche Abenddämmerung, bevor er im August im Sonnenuntergang verschwindet. Zuvor zieht der Rote Planet allerdings am 21. und 22. Juli am bläulich weißen Regulus (Alpha Leonis) vorbei. Sie sind dann nur noch etwa zwei drittel Grad voneinander getrennt, weniger als einen halben Finger breit. Allerdings kann man die beiden so tief in der Dämmerung nicht leicht beobachten. Anfang August benötigen Sie zumindest einen Feldstecher, wenn Sie 45 Minuten nach Sonnenuntergang noch einen kurzen Blick auf den Planeten erhaschen möchten.


Merkur und Venus bilden Ende August ein hübsches Paar und nehmen Saturn in ihrer Mitte.


Venus strahlt am 2. Juli nur vier Grad links oberhalb des schwächeren Aldebaran, also weniger als eine halbe Faustbreite. Sie geht in den frühen Morgenstunden kurz vor der Dämmerung auf. Am schönsten ist sie während der beginnenden Dämmerung, wenn sie noch tief im Ostnordosten steht.

Merkur zeigt sich in den ersten beiden Juliwochen am Abendhimmel, zusammen mit Mars und Saturn. Anfang August steht er am Morgenhimmel unterhalb der Venus und rückt jeden Tag näher an sie heran, bevor er in etwa zwei bis drei Grad Entfernung von ihr stehen bleibt.

Saturn ist zwar etwas heller als Mars, steht abends jedoch näher am Horizont. Er sinkt rasch tiefer und verschwindet gegen Mitte Juli im hellen Licht der Sonne. Im August taucht er in der Morgendämmerung nicht weit von Merkur und Venus wieder auf. Er zieht langsam unter den beiden vorbei und steht am 20. August nur ein Grad unterhalb und am 21. ein Grad rechts oberhalb von Merkur. Am 26. steht er zwei drittel Grad links unterhalb der Venus und am nächsten Morgen nur ein halbes Grad rechts oberhalb von ihr. Um diese Begegnung zu verfolgen, benötigen Sie allerdings ein Fernglas.

Der Mond nimmt immer weiter zu, wenn er in der Abenddämmerung des 5. Juli sowie am 1. und 29. August bei Jupiter zu sehen ist. Am Morgen des 22. und 23. Juli wie auch am 21. und 22. August erscheint eine extrem dünne, abnehmende Mondsichel bei Venus. Sie nähert sich dem Planeten bis auf etwa drei oder vier Grad. Mit einem Fernglas können Sie bei dieser Begegnung im August noch Saturn und Merkur nebenan erkennen. Die vier liegen in einem 7,5 Grad großen Kreis und passen somit zusammen in das Gesichtsfeld eines Weitwinkelfernglases. Wieder zurück zum Abendhimmel: Am 27. Juli steht die dünne, zunehmende Mondsichel links oberhalb von Mars und Regulus. Am Abend des 31. Juli leuchtet der Mond direkt unterhalb von Spika (Alpha Virginis).

Der Perseiden-Meteorschauer erreicht sein Maximum am 12. August gegen 23 Uhr. Selbst einen Tag später können Sie noch einige der Meteore über den Himmel flitzen sehen. Allerdings stört das Licht des Halbmonds, wodurch die schwächeren Sternschnuppen verborgen bleiben. Dennoch werden Sie im Schnitt alle paar Minuten einen Meteor sehen können.

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...   Erstellt am 02.08.2006 - 11:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Der Sternenhimmel im August

Zeit für Sternschnuppenliebe



Das Meteor-Spektakel des Sommers ist für den 12. August um elf gebucht - aber selbst einen Tag später können Sie noch einiges über den Himmel flitzen sehen.

Nach Einbruch der jetzt wieder früher einsetzenden Abenddämmerung leuchtet halbhoch im Südwesten zuerst der Riesenplanet Jupiter auf. Nach wie vor beherrscht er die abendliche Himmelsszene, wenn sich auch seine Sichtbarkeitsdauer erheblich verkürzt. Der Riesenplanet wandert durch das Sternbild Waage und sinkt zu Anfang August gegen Mitternacht unter den Horizont. Zu Monatsende geht er bereits kurz nach 22.00 Uhr unter.


Himmelsanblick in der ersten August-Hälfte gegen Mitternacht (MESZ), in der zweiten Monatshälfte gegen 23.00 Uhr MESZ.


Seit Erfindung des Fernrohrs, also seit vier Jahrhunderten, beobachten Astronomen in der dichten Wolkenhülle des Riesenplaneten einen gewaltigen Wirbelsturm, der wegen seiner Farbe als Großer Roter Fleck tituliert wird. Zur Überraschung der Jupiterbeobachter tauchte kürzlich ein zweiter, allerdings deutlich kleinerer, roter Fleck auf. Mit Spannung wird die Entwicklung dieses zweiten Wirbelsturms verfolgt.

Nach Jupiters Untergang ist der Sternenhimmel von hellen Planeten leergefegt. Erst am Morgenhimmel strahlt Venus. Allerdings verkürzt auch der Morgenstern seine Sichtbarkeitszeit drastisch. Zu Monatsanfang geht Venus kurz vor 4.00 Uhr auf, Ende August jedoch erst etwas nach 5.00 Uhr. Auch der schwierig zu beobachtende Merkur zeigt sich für zwei Wochen am Morgenhimmel: Vom 5. bis 20. August kann man den flinken Planeten knapp über dem Osthorizont etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang als gelblichen Lichtpunkt erspähen.


Merkur und Venus bilden Ende August ein hübsches Paar und nehmen Saturn in ihrer Mitte.


Gegen Monatsende macht sich Saturn am Morgenhimmel bemerkbar. Am 27. August zieht Venus knapp nördlich am Ringplaneten vorbei. Um Saturn zu sehen, empfiehlt sich ein Fernglas, während Venus nach dem Mond das hellste Gestirn am morgendlichen Himmel ist. Der Mond ist am 2. August nahe Jupiter zu sehen, ebenso am 29. August, wenn er wieder eine volle Erdumkreisung absolviert hat. Am 22. August steht morgens tief im Nordosten die extrem schmale Sichel des abnehmenden Mondes nahe bei Venus. Vollmond ist am 9., Neumond am 23. August.

Der August ist weithin als Sternschnuppenmonat bekannt. Vom 10. bis 14. August werden die Perseiden aktiv, einer der stärksten Meteorströme des Jahres. Seine Sternschnuppen entströmen scheinbar dem Sternbild Perseus, was dem Strom seinen Namen gab. Die meisten Perseidenmeteore sind in den Stunden nach Mitternacht zu sehen, wenn Perseus hoch am Himmel steht.

Das ausgeprägte Maximum ist in der Nacht vom 12. auf 13. August zu erwarten, wobei mehr als hundert Meteore pro Stunde aufflammen. Allerdings stört in diesem Jahr helles Mondlicht, so dass nur die helleren Perseiden zu sehen sind und damit nur etwa dreißig Sternschnuppen pro Stunde. Mit rund 200 000 Kilometern pro Stunde sind die Perseiden recht schnelle Objekte. Im Volksmund heißen die Perseidenmeteore auch Laurentius-Tränen nach dem Märtyrer Laurentius, der im Jahre 258 auf einem glühenden Rost zu Tode gefoltert wurde.

Der sommerliche Fixsternhimmel entfaltet nun seine volle Pracht. Hoch im Süden steht das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Weit im Westen funkelt Arktur im Rinderhirten (Bootes). Während die heiße Wega bläulich strahlt, sendet der kühlere Arktur ein oranges Licht aus. Arktur und Wega sind die beiden hellsten Sterne des Nordhimmels.


Die Monatspanoramen zeigen Phasen und Positionen des Monds vom 25. Juli bis zum 24. August. Die Pfeile kennzeichnen die Bewegungen von Sonne und Planeten von Monatsanfang bis -ende. Die untere Leiste gibt die ungefähre Ortszeit an (korrigiert auf Sommerzeit), wenn der darüberliegende Bereich zur Monatsmitte im Süden steht.


Tief im Südwesten zieht ein roter, heller Stern die Blicke auf sich - es ist Antares, der Hauptstern des Skorpions. Antares ist ein so genannter roter Überriesenstern und zählt trotz seiner 600 Lichtjahre Entfernung zu den hellsten Sternen am irdischen Firmament. Der Antaresglobus ist so riesengroß, dass unsere Sonne samt der Erdbahn bequem in ihm Platz fänden. Antares besitzt einen lichtschwachen Begleitstern, der am 13. April 1819 bei einer Antaresbedeckung durch den Mond entdeckt wurde.

Am Osthimmel steigt das markante Sternenquadrat des Pegasus empor. Pegasus ist der erste Vorbote des Herbstes, weshalb man zu ihm auch Herbstviereck sagt. Der Sage nach ist der Pegasus das geflügelte Ross, das den Poeten zu ihren Gedankenflügen verhelfen soll. Der Pegasus entwich einst dem Leib der schrecklichen Medusa, als ihr von Perseus der Kopf abgeschlagen wurde.

Die Sonne wandert auf dem absteigenden Ast ihrer Jahresbahn, was sich an der um neun Grad sinkenden Mittagshöhe bemerkbar macht. Die Tage verkürzen sich um eindreiviertel Stunden. Am 10. August verlässt die Sonne das Sternbild Krebs und wechselt in das Sternbild Löwe, in dem sie bis zum 17. September bleibt. Am 23. August tritt sie in das Tierkreiszeichen Jungfrau.

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...   Erstellt am 01.09.2006 - 13:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


01. September 2006

Der Sternenhimmel im September

Ein letzter Blick auf das Sommerdreieck

Wenn der Sommer in den Herbst übergeht, steht der nördliche Teil der Milchstraße abends im Zenit.



Die beiden hellsten Sterne des Sommers sind noch nach Sonnenuntergang zu sehen. Einer steht tief im Nordwesten, der andere leuchtet etwas höher im Westen. Allerdings sollten Sie vor 22 Uhr nach ihnen sehen, denn sonst ist der erste schon unter dem Horizont verschwunden. Wenn Sie jedoch etwas früher nach draußen gehen, funkelt ihnen im Nordwesten noch der orangefarbene Arktur (Alpha Bootes) entgegen, der Hauptstern des Bärenhüters.


Himmelsanblick in der ersten September-Hälfte gegen 22 Uhr MESZ, in der zweiten Monatshälfte gegen 21 Uhr MESZ. Jupiter ist gerade im SW verschwunden, die anderen Planeten tauchen nur kurz in der Morgendämmerung auf.


Das zweite "Leuchtfeuer" finden Sie etwas höher und ein Stück weiter im Westen. Es ist Wega (Alpha Lyrae) in der Leier. Sie ist genauso hell wie Arktur, erscheint jedoch blau-weiß. Auf unserer Karte finden Sie sie auf halber Strecke zwischen Westhorizont und Zenit.

Ebenfalls hoch über dem Horizont stehen Deneb (Alpha Cygni) und Atair (Alpha Aquilae). Sie befinden sich östlich und südlich von Wega. Zusammen bilden die drei hellen Sterne eines der markantesten Wahrzeichen der heißen Jahreszeit: das Sommerdreieck. Es ist kein offizielles Sternbild, erleichtert aber die Orientierung am Himmel sehr. Deneb steht am Ende des Schwans. Er bildet gleichzeitig die Spitze des "Kreuz des Nordens". So wird der hellste Bereich innerhalb der Konstellation genannt, der tatsächlich die Form eines Kreuzes hat. An dessen anderem Ende (beziehungsweise am Kopf des Schwans) steht Albireo (Beta Cygni). Wenn Sie ihn durch ein kleines Fernrohr betrachten, können Sie bereits seine beiden goldenen und blauen Komponenten erkennen. Er ist einer der schönsten Doppelsterne am Himmel.

Bei einem sehr dunklen Himmel sehen Sie entlang dem Schwanenhals einen besonders hellen Bereich der Milchstraße, die Cygnus-Sternwolke. Sie ist eine der sternreichsten Regionen, die Sie mit einem Feldstecher erforschen können. Der Schwan besitzt noch weitere Sehenswürdigkeiten wie den Nordamerikanebel und den Schleier- oder Zirrusnebel, die Sie mit Teleskop, Sternkarte und ein wenig Erfahrung entdecken können. Für die lichtschwachen Nebel benötigen Sie aber auf jeden Fall einen sehr dunklen Standort.


Die Cygnus-Sternwolke im Schwan ist einer der sternreichsten Bereiche der Milchstraße.


Bei einem sehr dunklen Himmel sehen Sie entlang dem Schwanenhals einen besonders hellen Bereich der Milchstraße, die Cygnus-Sternwolke. Sie ist eine der sternreichsten Regionen, die Sie mit einem Feldstecher erforschen können. Der Schwan besitzt noch weitere Sehenswürdigkeiten wie den Nordamerikanebel und den Schleier- oder Zirrusnebel, die Sie mit Teleskop, Sternkarte und ein wenig Erfahrung entdecken können. Für die lichtschwachen Nebel benötigen Sie aber auf jeden Fall einen sehr dunklen Standort.

Der dritte Eckpunkt des Sommerdreiecks, Atair, markiert den Kopf des Adlers. Er wird auf beiden Seiten von schwächeren Sternen flankiert. Unter dem Adler liegt der Schild ("Scutum"). Obwohl dieser recht unauffällig ist, enthält er einen sehr hellen Bereich der Milchstraße: die Schildwolke. Scheinbar in ihrer Mitte sehen wir den sternreichen offenen Haufen M 11, der uns jedoch deutlich näher steht als die Wolke.

Planeten im September

Jupiter ist der einzige Planet, den Sie am Abend mit bloßem Auge leicht erkennen können. Er leuchtet während und nach der Abenddämmerung hell im Südwesten bis Westsüdwesten. Der Gasplanet zieht diesen Monat nördlich an Alpha Librae vorbei und steht am 11. und 12. nur ein halbes Grad neben ihm. Merkur und Mars begegnen sich am 15. September, doch befinden sich beide zu nah an der Sonne, um in der Dämmerung sichtbar zu sein. Saturn steht zu Beginn der Morgendämmerung im Ostsüdosten. Schauen Sie auch einmal nach Regulus etwas links unter ihm. Saturn besitzt momentan eine Helligkeit von 0,5ter Größe, etwas schwächer als in den vergangenen Jahren. Mit einem Teleskop konnen Sie die Hauptursache dafür leicht erkennen: Die Neigung seiner Ringe hat abgenommen. Venus sinkt immer tiefer in die Morgendämmerung. Sie steht tief am Osthorizont.


Das Monatspanorama zeigt die Phasen und Positionen des Monds vom 22. August bis zum 21. September. Die Pfeile kennzeichnen die Bewegungen von Sonne und Planeten vor den Fixsternen von Monatsanfang bis -ende. Die untere Leiste gibt die ungefähre Ortszeit an, wenn der darüberliegende Bereich zur Monatsmitte im Süden steht.


Der aufgehende Mond erlebt am 7. September eine unauffällige partielle Verfinsterung, die gegen 20.52 Uhr ihren Höhepunkt erreicht. Auffälliger ist seine Begegnung mit den Plejaden, die er am 12. September bedeckt. Eine Woche später steht er in der Morgendämmerung des 19. September als Sichel zwischen Saturn und Regulus. Zwei Tage darauf erscheint die noch schmalere Sichel nahe bei Venus. Zurück am Abendhimmel steht die zunehmende Mondsichel am 25. horizontnah unterhalb von Jupiter und am 26. September links unter ihm.


Der Mond hat Mitte September zwei interessante Begegnungen: Zuerst bedeckt er am 12. September die Plejaden.


Die Sonnenfinsternis am 22. September ist von Deutschland aus leider nicht zu sehen. Der Kernschatten zieht hauptsächlich über das Meer, Südamerika und den Süden Afrikas. Die Sonne erreicht die Tag-und-Nacht-Gleiche am 23. September um 6.03 Uhr und läutet damit den Beginn des Herbstes auf der Nordhalbkugel und den des Frühlings auf der Südhalbkugel ein.


Zwischen 19. und 21. September besucht der Mond Saturn und Venus.


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...   Erstellt am 30.09.2006 - 06:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


30. September 2006

Der Sternenhimmel im Oktober

Sternbilder in allen Größen

Während sich unauffälligere Herbststernbilder am Südhimmel breit machen, steht das Sommerdreieck noch hoch im Westen.


Eins der Erkennungsmerkmale des Sommers ist das ausgedehnte Dreieck aus Wega (Alpha Lyrae) in der Leier, Deneb (Alpha Cygni) im Schwan und Atair (Alpha Aquilae) im Adler. In diesem Monat finden Sie es auf unserer Übersichtskarte immer noch hoch im Westen. So bleibt uns genügend Zeit, um drei kleine, aber feine Sternbilder in ihm und in seiner Umgebung zu betrachten, bevor sie im Lauf der Nacht untergehen. Der Pfeil ("Sagitta", Sge) und das Füchschen ("Vulpecula") liegen zum größten Teil innerhalb des Sommerdreiecks.


Himmelsanblick in der ersten Juli-Hälfte gegen 20 Uhr (MESZ), in der zweiten Monatshälfte gegen 18 Uhr MESZ.


Auf unserer Übersichtskarte finden Sie nur den Pfeil, da das Füchschen keine ausreichend hellen Sterne enthält und daher nicht eingezeichnet ist. Allerdings steht in der kleinen Konstellation eins der interessantesten Objekte aus dem Messier-Katalog: M 27. Er ist ein Planetarischer Nebel wie M 57, der Ringnebel in der Leier. Dies ist eine Wolke, die von einem alternden Stern ausgestoßen wurde, der anschließend zu einem Weißen Zwerg zusammenschrumpfte. Er sieht jedoch völlig anders aus als der kreisförmige Ringnebel. Den Namen Hantelnebel erhielt M 27 vor mehr als hundert Jahren. Die Bezeichnung verdankt er seiner Form, die tatsächlich alten Hanteln aus dem 19. Jahrhundert gleicht. Damals bestanden sie aus zwei an den oberen Enden zusammengefügten Glocken ohne Klöppel.


Jupiter, Merkur und Mond stehen am 25. Oktober knapp über dem Horizont


Ein weiteres, winziges Sternbild etwas außerhalb des Sommerdreiecks ist der Delfin ("Delphinus"). Mit etwas Fantasie erkennen Sie wirklich einen springenden Meeressäuger in dieser Gruppe. Deutlich südlicher liegt der große, aber unauffällige Steinbock ("Capricornus"), der Legende nach eigentlich eine Seeziege. Das Vorderteil dieses Fabelwesens stammt von einer Ziege, das Hinterteil jedoch von einem Fisch. Sollten Sie allerdings auch nur eines der beiden Tiere in der Konstellation identifizieren, könnte es sein, dass Sie halluzinieren. Die Anordnung der Sterne erinnert mich eher an ein rundliches Boot.


Die schmale Mondsichel steht um den 17. Oktober nahe bei Regulus und Saturn.


Alpha Capricorni ist ein schöner Doppelstern, den Sie schon mit bloßem Auge trennen können, wenn Sie volle Sehschärfe haben. Beta Capricorni ist ebenfalls ein Doppelstern, was Sie aber erst mit einem Feldstecher oder Teleskop erkennen können. Weiter östlich auf der Ekliptik, also links vom Steinbock, befindet sich der schwache, aber lang gestreckte Wassermann ("Aquarius", Aqr). Seine Sterne bilden jedoch keine einprägsame Figur, geschweige denn einen Mann. Immerhin hat er wenigstens eine markante Anordnung von fünf Sternen, die auch Krug genannt wird.

Wenn Sie das Sternbild am Himmel noch nicht entdeckt haben, verbinden Sie auf unserer Übersichtssternkarte Deneb mit dem hellen Stern Fomalhaut (Alpha Piscis Austrini, 1. Größe) tief im Südsüdosten. Der Wassermann liegt genau zwischen den beiden. Fomalhaut finden Sie, indem Sie die westliche Kante des Pegasusvierecks weit nach unten verlängern.


Von Mitteleuropa aus sind die wässrigen Sternbilder lediglich von dunklen Standorten bei klarem Himmel zu erkennen. Nur Fomalhaut kann sich gegen die Lichtverschmutzung durchsetzen.


Planeten im Oktober

Jupiter steht tief im Südwesten. Zu Beginn des Monats ist er noch gut zu sehen, doch gegen Ende versinkt er immer früher im Horizontdunst. Merkur zeigt sich in der zweiten Oktoberhälfte unterhalb von Jupiter. Ohne Fernglas dürfte es schwierig sein, ihn in der Abenddämmerung auszumachen. Saturn geht Anfang des Monats erst gegen zwei Uhr auf, gegen Monatsende erscheint er bereits kurz nach Mitternacht. Im Teleskop wirkt der Ringplanet in den frühen Morgenstunden am schönsten, wenn er sehr hoch steht und nur wenige atmosphärische Störungen das Bild verzerren. Er befindet sich dann im Ostsüdosten, rechts oberhalb von Regulus.

Mars und Venus verstecken sich beide im hellen Tageslicht der Sonne. In der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober ist Vollmond. Er ist der erste seit der Tagund- Nacht-Gleiche, die jedoch bereits 14 Tage zurückliegt. Der abnehmende Mond steht in der Morgendämmerung des 17. Oktober nahe bei Saturn. Bei Sonnenuntergang steht am 25. eine dünne Sichel tief im Südwesten bei Antares, ein Stück links von Jupiter und Merkur – kein leichtes Ziel, da der Horizontdunst die Beobachtung erschwert.


Das Monatspanorama zeigt die Phasen und Positionen des Monds vom 1. bis zum 27. Oktober. Die Pfeile kennzeichnen die Bewegungen von Sonne und Planeten vor den Fixsternen von Monatsanfang bis -ende. Die untere Leiste gibt die ungefähre Ortszeit an, wenn der darüberliegende Bereich zur Monatsmitte im Süden steht.


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...   Erstellt am 03.11.2006 - 23:59Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


03. November 2006

Der Sternenhimmel im November

Kreuzfahrt durch das Meer der Sterne

Diesen Monat ist es vor allem für Beobachter in der Stadt eine Herausforderung, die schwachen Wassersternbilder zu finden.


Letzten Monat besuchten wir unter anderem die beiden Herbststernbilder Steinbock ("Capricornus", früher auch als Seeziege bekannt) und Wassermann ("Aquarius", Aqr). Beide gehören zu den Tierkreiszeichen. Sie haben eine Eigenschaft mit mehreren anderen Sternbildern gemeinsam, die im November Richtung Süden stehen: Sie sind nicht nur sehr ausgedehnt und enthalten ausschließlich leuchtschwache Sterne, sondern sie repräsentieren auch Lebewesen aus dem Wasser.


Himmelsanblick in der ersten November-Hälfte gegen 22 Uhr (MEZ), in der zweiten Monatshälfte gegen 21 Uhr MEZ.


Daher wird dieser Bereich des Himmels gelegentlich als feucht, nass oder sogar als Meer beschrieben – je nachdem, wie poetisch der jeweilige Betrachter gerade gestimmt ist. Neben dem Steinbock und dem Wassermann bevölkern noch der südliche Fisch ("Piscis Austrinus", PsA), die Fische ("Pisces", Psc) und der Wal ("Cetus") diesen Ozean. Sie befinden sich allesamt unterhalb des großen Herbstvierecks im Pegasus und stehen am Abend hoch im Süden. Der Delfin ("Delphinus") und der Fluss Eridanus sind ebenfalls Sternbilder mit Bezug zum Wasser, liegen aber etwas weiter entfernt.


Unterhalb des Herbstvierecks oder Pegasusquadrats formen einige Sterne einen Kreis (englisch: Circlet), der einen Fisch markiert.


Unterhalb und links des großen Herbstvierecks finden Sie das Sternbild Fische. Es stellt zwei Fische dar, deren Schwanzflossen durch einen Knoten miteinander verbunden sind. Auffällig ist die Form des südwestlichen Fischs: Direkt unterhalb des Herbstvierecks sind seine Sterne ringförmig angeordnet. Vor allem im englischen Sprachraum wird das einprägsame Sternmuster als Circlet (kleiner Kreis) bezeichnet, einen deutschen Namen gibt es nicht.

Noch tiefer im Süden schwimmt der Wal. Er besitzt an jedem Ende einen helleren Stern. Den Schwanz symbolisiert der Stern 2. Größe Beta Ceti, der auch Diphda oder Deneb Kaitos genannt wird. Den Kopf markiert Menkar (Alpha Ceti). Ein dritter Stern wird zeitweise fast so hell wie diese beiden: Mira – die Wunderbare – ist Namensgeberin einer ganzen Gruppe von veränderlichen Sternen. Leider ist sie zurzeit weit von ihrem Helligkeitsmaximum entfernt. Ganz tief im Süden, neben dem Wal und unterhalb des Circlets, liegt noch ein weiterer Fisch. Aber der südliche Fisch bietet ziemlich wenig, mit Ausnahme seines 1. Größe hellen Hauptsterns Fomalhaut (Alpha Piscis Austrini). Der Name Fomalhaut stammt aus dem Arabischen und bedeutet Fischmaul.

Planeten im November

Gegen Ende November taucht Merkur aus der Morgendämmerung auf. Bereits etwas früher, am 8. und 9. November, zieht der Planet vor der Sonne vorbei. Mit einem geeigneten Sonnenfilter vor dem Teleskop können Beobachter in Nord- und Südamerika sowie in Ostasien, Australien und der Antarktis den Transit verfolgen. In Europa ist der kleine Punkt, der vor der riesigen Sonnenscheibe vorbeizieht, leider nicht sichtbar, da dieses Ereignis hier nachts stattfindet. Das Spektakel dauert insgesamt fünf Stunden und wird bis zum 9. Mai 2016 der letzte Merkurtransit sein. Dafür können wir im Juni 2012 einen Venustransit verfolgen.


Ende November können Sie Mars und Merkur etwa vierzig Minuten vor Sonnenaufgang am Südosthorizont erspähen.


Venus verbirgt sich ebenso wie Mars und Jupiter im hellen Licht der Sonne. Alle drei sind diesen Monat nicht sichtbar. Mars stand im Oktober direkt hinter der Sonne und ist nur kurz in der Morgendämmerung unterhalb von Merkur zu sehen.

Saturn geht Anfang des Monats gegen Mitternacht auf, gegen Monatsende schon um 22 Uhr. Er steht über oder rechts oberhalb von Regulus (Alpha Leonis), dem Stern im Herzen des Löwen (Leo), und scheint sogar ein wenig heller als dieser. Allerdings wirkt er nicht so hell wie in den letzten Jahren, da seine Ringe weniger stark in unsere Richtung geneigt sind. Er bietet trotzdem einen schönen Anblick im Teleskop, wenn Sie ihn in den frühen Morgenstunden beobachten, solange er noch sehr hoch im Süden steht. Der Mond wandert zwischen Saturn und Regulus am Morgen des 13. November hindurch. In der Morgendämmerung des 18. November geht seine sehr dünne Sichel deutlich rechts oberhalb von Merkur, etwas unterhalb von Spika, auf. Früh am Morgen des 18. November gibt es noch ein Aktivitätsmaximum der Leoniden-Meteore.


Saturn bildet mit Regulus zur Monatsmitte ein auffälliges Paar


Allerdings werden hauptsächlich kleine Teilchen in der Atmosphäre verglühen, sodass die Meteore nicht sehr hell sind.


Das Monatspanorama zeigt die Phasen und Positionen des Monds vom 1. bis zum 27. November. Die Pfeile kennzeichnen die Bewegungen von Sonne und Planeten vor den Fixsternen von Monatsanfang bis -ende. Die untere Leiste gibt die ungefähre Ortszeit an, wenn der darüberliegende Bereich zur Monatsmitte im Süden steht.


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01. Dezember 2006

Der Sternenhimmel im Dezember

Die Sterne der Andromeda-Legende

Hoch im Osten liefern uns einige heldenhafte Sternbilder einen bemerkenswerten Anblick.


An kalten Dezemberabenden bevölkert eine ganze Armada von hellen Wintersternbildern den Himmel vom Zenit bis zum Osthorizont. Doch bevor wir uns ihnen widmen, sollten wir noch mit den Sternen des Spätherbsts abschließen.


Himmelsanblick in der ersten Dezember-Hälfte gegen 19 Uhr MEZ, in der zweiten Monatshälfte gegen 18 Uhr MEZ


Die meisten Himmelsbeobachter kennen die griechische Saga von Andromeda, ihren Eltern, der Königin Kassiopeia und dem König Kepheus, sowie Perseus, der auf seinem geflügelten Pferd Pegasus die Königstochter vor dem Seeungeheuer (Walfisch) rettet. Alle sechs mythologischen Gestalten haben ihren Platz unter den Sternbildern am Himmel gefunden. Ein Wegweiser zu diesen Figuren ist das Herbstviereck oder Pegasusquadrat tief im Westen. Wenn der Westen der Übersichtskarte unten liegt, können Sie es dicht über dem Horizont erkennen.


Als auffälliges Sternmuster prägt das Herbstviereck oder Pegasusquadrat den Herbsthimmel. Alpha Andromedae gehörte einst zum Pegasus, hier gehen beide Sternbilder ineinander über.


Der östlichste Stern des Vierecks ist Alpheratz. Er gehört zur Andromeda, deswegen lautet seine offizielle Bezeichnung auch Alpha Andromedae. Er ist der Beginn der Hauptlinie von Andromeda, die sich nach Osten über den gleich hellen Sternen Beta bis Gamma Andromedae erstreckt. Alpha markiert dabei den Kopf der Königstochter, Beta die Hüfte und Gamma, ein schöner Doppelstern, den Fuß. Andromeda wird im Profil dargestellt, wobei sie ihr weniger helles Bein Richtung Nordwesten wegstreckt. Direkt vor ihrem Knie befindet sich M 31, die große Andromeda-Galaxie. Unter einem dunklen Himmel können Sie diese mit bloßem Auge erkennen. Spätestens im Feldstecher erscheint sie als lang gezogener Lichtfleck. Das Licht dieser Galaxie ist 2,5 Millionen Jahre unterwegs, bevor es die Erde erreicht.

Östlich von Andromeda steht Perseus, der einen Arm in die Richtung von Andromedas anderem Fuß streckt. Im Perseus steht der berühmte bedeckungsveränderliche Stern Algol, der alle 2,87 Tage für ein paar Stunden deutlich schwächer leuchtet.

Ist auf der Übersichtskarte Nordwesten unten, finden Sie Kepheus und Kassiopeia auf halbem Weg zum Zenit. Kassiopeia ist eine helle Zickzacklinie aus fünf Sternen. Sie ähnelt den Buchstaben W oder M. Zwischen ihr und Perseus liegt der herrliche Doppelsternhaufen h und Chi Persei. Beobachten Sie ihn mit einem Fernglas oder einem Teleskop bei geringer Vergrößerung.

Wenn Sie nun die Karte drehen, bis Süden nach unten zeigt, sehen Sie, dass ein Fuß von Perseus in Richtung der Plejaden zeigt. Das Siebengestirn ist ein Vorbote der hellen Wintersternbilder, die im Osten aufgehen.

Unterhalb der Plejaden leuchtet der orangefarbene Aldebaran (Alpha Tauri) mit den schwachen Sternen des großen Hyaden-Sternhaufens. Aldebaran, ein Stern 1. Größe, ist das helle Auge des Stiers (Taurus). Neben dem Stier geht der Himmelsjäger Orion auf.

Planeten im Dezember

Venus
steht nach Sonnenuntergang sehr tief im Südwesten. Sie steigt den ganzen Winter über immer höher und wird im nächsten Frühling hell erstrahlen.

Saturn geht im Lauf des Monats immer früher auf, gegen Ende Dezember bereits kurz nach 20 Uhr. Mit einem Teleskop können Sie erkennen, wie er mit der Zeit ein bisschen größer und heller wird. Regulus (Alpha Leonis) bleibt dabei unterhalb von ihm.

Jupiter, Merkur und Mars kommen sich in der Morgendämmerung am Anfang des Monats ziemlich nahe. Jupiter und Merkur leuchten recht hell tief im Südosten, Mars dagegen wesentlich schwächer. Vom 7. bis 14. Dezember passen alle drei in einen Kreis von fünf Grad Durchmesser, entsprechend dem Sichtfenster durchschnittlicher Ferngläser. Vom 9. bis 11. Dezember schrumpft der Kreis auf 1,5 Grad zusammen und in der Morgendämmerung des 10. Dezember sogar auf 1,1 Grad. An diesem Morgen können Sie alle drei Planeten gleichzeitig durch ein Teleskop betrachten, wenn das Okular nur eine geringe Vergrößerung liefert. Ein Feldstecher ist genauso geeignet. Zusätzlich passt noch der Doppelstern Beta Scorpii in das Sichtfenster. Leider stehen sie ziemlich tief, sodass Luftunruhe und Horizontdunst sehr stören.


Planetentreffen für Frühaufsteher: Anfang des Monats kommen Jupiter, Merkur und Mars einander sehr nahe ...


.. am Ende des Monats gesellt sich die schmale Mondsichel noch zu Jupiter, Merkur und Mars.


Der abnehmende Mond geht am Abend des 9. Dezember nahe bei Saturn auf und nähert sich in der Morgendämmerung des 10. immer mehr den Planeten an. Rechts von Jupiter und dem schwächeren Mars hängt eine dünne Mondsichel in der Morgendämmerung des 18. Dezember. Zurück am Abendhimmel steht nach Sonnenuntergang am 22. ein sehr schlanker Mond zwölf Grad links von Venus nur wenig über dem Horizont.

Die Sonne erreicht die Wintersonnwende am 22. Dezember um 1.22 Uhr. Damit beginnt auf der Nordhalbkugel der Winter und auf der Südhalbkugel der Sommer.


Das Monatspanorama zeigt die Phasen und Positionen des Monds vom 1. bis zum 27. Dezember. Die Pfeile kennzeichnen die Bewegungen von Sonne und Planeten vor den Fixsternen von Monatsanfang bis -ende. Die untere Leiste gibt die ungefähre Ortszeit an, wenn der darüberliegende Bereich zur Monatsmitte im Süden steht.


Gleich zwei Sternschnuppenströme können Sie im Dezember beobachten: Am 14. Dezember haben die Geminiden ihr Aktivitätsmaximum und am 22. Dezember die Ursiden.

quelle: www.wissenschaft-online.de





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Die Natur kann ohne uns locker leben.


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