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BDBruemmer1  Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 09.02.2006 - 15:23 | |
Januar 2006
Nun ist der Winter wirklich da: Draußen ist es kalt und manche scheinen immer noch zu glauben, dass die kalten Temperaturen etwas mit der Entfernung der Erde von der Sonne zu tun haben. Doch wie sollte man dann erklären, dass in Australien gerade Hochsommer ist? Die Erde erreicht am 4. Januar den sonnennächsten Punkt ihrer Bahn – den kalten Temperaturen zum Trotz. Sie hat an diesem Tag eine Entfernung von 147 Millionen Kilometer von ihrem Zentralstern. Ihren sonnenfernsten Punkt durchläuft sie Anfang Juli. Für die Jahreszeiten, es sei noch einmal betont, ist einzig und allein die Stellung der Erdachse verantwortlich.
Wer trotz der tiefen Temperaturen einen Blick an den Nachthimmel wagt, wird mit einer reichen Auswahl von besonders schönen und interessanten Sternen belohnt. Wie schon im Dezember kann man auch im Januar am südlichen Sternenhimmel das so genannte Wintersechseck [Findkarte Wintersechseck ] in seiner vollen Schönheit bewundern: Es besteht aus den Sternen Prokyon im Kleinen Hund, Pollux in den Zwillingen, Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion und Sirius im Großen Hund. Der Große Hund ist eigentlich ein Sternbild der Südhalbkugel, das aber in Winternächten auch in unseren Breiten zu sehen ist. Interessant an dieser Konstellation ist - wie an dieser Stelle schon erwähnt - vor allem der Stern Sirius, der Astronomen schon seit Jahrtausenden fasziniert und bei dem es sich um ein Doppelsternsystem oder gar um ein Dreifachsystem handelt (astronews.com berichtete ). Sirius ist der hellste Stern, der von der Erde aus zu beobachten ist.
Auch wer nach Planeten Ausschau hält wird im Januar fündig: Venus ist zu Beginn des Monats am Abend und zu Monatsende am Morgen zu sehen. Der rote Planet Mars und der Ringplanet Saturn können nahezu die gesamte Nacht über beobachtet werden, der Gasriese Jupiter nur in der zweiten Nachthälfte.
Vom 1. bis zum 5. Januar sind die so genannten Quadrantiden zu sehen, deren Ausstrahlungspunkt im Sternbild Bootes liegt. Das Maximum ist in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar 2006 zu erwarten. Die Quadrantiden sind der intensivste jährliche Sternschnuppenschauer, aber trotzdem relativ unbekannt. Erst vor zwei Jahren hat man den Ursprungskörper dieses Sternschnuppenstroms entdeckt (astronews.com berichtete ). Weniger eindrucksvoll sind die Delta-Cancriden, die aus dem Sternbild Krebs zu kommen scheinen. Sie sind bis zum 25. Januar aktiv, das Maximum wird für den 18. Januar erwartet.
Weitere Informationen über den Fixsternhimmel im Januar entnehmen Sie bitte den folgenden Karten. Sie gelten für den 15. Januar, 22 Uhr MEZ. Weitere Gültigkeitszeiten und -daten sind jeweils unter der Karte angegeben.
quelle: www.astronews.com
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Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 09.02.2006 - 15:24 | |
Der Mond im Januar 2006
Zum Vollmondereignis am 14. Januar 2006 um 10:49 MEZ steht der Mond für uns nicht am Himmel. Er geht gegen 15:20 auf und befindet sich im Sternbild Zwillinge, nahe des Sterns Pollux. Von dort aus wandert er in Richtung Sternbild Krebs. In diesem Sternbild finden wir derzeit den Ringplaneten Saturn, ganz in der Nähe des berühmten Sternhaufens mit Namen Praesepe. Auch die folgende Nacht sehen wir den Mond noch in diesem Sternbild. In den Morgenstunden des 17. Januar nähert sich der Mond dann Regulus, dem hellsten Stern im Sternbild Löwe. Am 21. Januar kommt es dann zu einer ganz engen Begegnung zwischen den Mond und Spica im Sternbild Jungfrau. In einigen Teilen der Welt ist dabei sogar eine Bedeckung von Spica durch den Mond zu verfolgen. 22. Januar 2006 um 16:14 Uhr ist dann Termin für das letzte Viertel, also den abnehmenden Halbmond. Bis Zum Neumond am 29. Januar um 15:15 Uhr sind keine nennenswerten Begegnungen des Mondes mit anderen Gestirnen zu verzeichnen. Unter guten Bedingungen lässt sich die Mondsichel vielleicht am 27. Januar noch einmal am östlichen Horizont finden.
Bereits am 31. Januar wird es uns möglich sein, die Mondsichel am westlichen Abendhimmel wieder aufzuspüren. Sie steht gegen 18:30 Uhr bei ausreichender Dunkelheit noch ca. 10 Grad über dem Horizont. Trotzdem erfordert es wohl etwas Geduld und evtl. die Zuhilfenahme eines Feldstechers, bis sich die noch ganz zarte Mondsichel aus der Umgebung für uns heraushebt. Der Mond gewinnt in den folgenden Tagen nun deutlich an Höhe und bringt sich für uns wieder in eine günstige Beobachtungsposition. So können bereits am 03. Februar gegen 18:00 Uhr Beobachtungen von Oberflächenformationen in der östlichen Hälfte des Mondes von Interesse sein. Schon im kleinen Teleskop bietet z. B. das Mare Crisium wenige Tage nach Neumond einen interessanten Anblick.
Am 5. Februar um 07:29 Uhr ist zunehmender Halbmond, in der folgenden Nacht steuert der Mond dann auf Mars zu, den er in einem Abstand von weniger als 2 Grad passieren wird. Eine Nacht später hat er bereits die Plejaden passiert. Die Nacht vom 07. auf den 08. Februar bringt in dann wieder nahe an El Nath im Sternbild Fuhrmann vorbei. Am Abend des 10. Februar ist der Mond dann bereits wieder Pollux vorbei gezogen, am 11. Februar finden wir ihn wieder bei Saturn. Am 13. Februar um 05:44 Uhr verzeichnen wir Vollmond, wir finden den Mond dann zwei Stunden vor seinem Untergang am westlichen Morgenhimmel.
quelle: www.mond.de
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Februar 2006
Am Fixsternhimmel dominieren nach wie vor die Wintersternbilder wie Orion oder der Große Hund. Die Sternbilder Andromeda und Perseus erinnern noch an den vergangenen Herbst, der Löwe gibt schon einen Vorgeschmack auf den kommenden Frühling. Hoch oben am Himmel steht zur Zeit das Sternbild Fuhrmann mit seinem Hauptstern Kapella, der etwa 45 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. In diesem Sternbild finden sich - bei guten Bedingungen schon mit bloßem Auge - drei helle Sternhaufen: M36, M37 und M38. Man versucht sich am besten von Kapella aus zu ihnen hinunterzuhangeln [Findkarte ]. Die Sternhaufen sind alle rund 4.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und sollten als verschwommene Lichtflecken erkennbar sein. Ein gutes Fernglas verrät dann schon mehr über die Struktur dieser Objekte. Sie liegen außerdem im Band der Milchstraße, das für Entdeckungstouren mit dem Fernglas einiges zu bieten hat.
Kapella gehört genauso wie der Stern Rigel im Sternbild Orion zum so genannten Wintersechseck [Findkarte ]. Im Sternbild Orion befindet sich eines der aktivsten Sternentstehungsgebiete unserer Milchstraße. Schon ein kleines Fernglas offenbart, was sich am unteren Ende des Schwerts des Orion - also unterhalb der drei deutlich sichtbaren Gürtel-Sterne - verbirgt. Kleine Teleskope lassen einen dann schon einige Sterne im Zentrum des Nebels ausmachen, die so genannten Trapez-Sterne, bei denen es sich um junge, heiße Sterne handelt. Erst Infrarot-Aufnahmen aber - wie sie etwa das Very Large Telescope der ESO gemacht hat - offenbaren, dass man Wirklichkeit einen Sternhaufen aus über Tausend jungen Sternen vor sich hat (siehe VLT: Blick ins Zentrum des Orion-Nebels , astronews.com 18. Januar 2001). Auch Hubble liefert unlängst einmalige Einblicke in das Sternentstehungsgebiet (siehe: Hubble: Eindrucksvoller Blick in den Orion-Nebel , astronews.com 23. Januar 2006)
Die Venus ist im Februar Morgenstern und erreicht gegen Monatsmitte ihre größte Helligkeit. Sie dürfte daher am Morgen kaum zu übersehen sein. Der rote Planet Mars hingegen ist nur in der ersten Nachthälfte auszumachen. Er befindet sich in der Monatsmitte im Sternbild Krebs. Der Gasriese Jupiter ist nur in der zweiten Nachthälfte am Himmel zu sehen, der Ringplanet Saturn hingegen die ganze Nacht über.
Vom 6. bis zum 9. Februar sollte der Sternschnuppensturm der Alpha-Aurigiden zu sehen sein, deren Radiant (also Ausstrahlungspunkt) liegt in der Nähe von Kapella im Fuhrmann. Sie sind allerdings ein sehr schwacher Sternschnupperstrom. Ende Februar, genauer am 25., erreichen die Delta-Leoniden ihr Maximum, deren Radiant im Sternbild Löwe liegt. Auch sie sind allerdings kein sehr ausgeprägter Strom.
Weitere Informationen über den Fixsternhimmel im Februar entnehmen Sie bitte den folgenden Karten. Sie gelten für den 15. Februar, 22 Uhr MEZ. Weitere Gültigkeitszeiten und -daten sind jeweils unter der Karte angegeben.
quelle: www.astronews.com
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Der Mond im Februar 2006
Zum Vollmondereignis am 13.02.2006 finden wir den Mond im Sterbild des Löwen. Am 18. Februar kommt es gegen 06:00 Uhr zu einer sehr engen Begegnung zwischen dem Mond und dem mit 1,06 Magnituden sehr hellen Stern Spica im Sterbild Jungfrau. Für einige Teile der Welt wird der Mond dabei Spica sogar bedecken. Am 25. Februar sehen wir die schmale Mondsichel tief unterhalb des Planeten Venus, der in hellem Glanz den morgendlichen Himmel im Südosten dominiert. Neumond ist am 28. Februar um 01:31 Uhr. Bei sehr klarer Luft am Horizont lässt sich am 01. März gegen 18:45 Uhr die erst 1,7 Tage alte und damit sehr zarte Mondsichel in etwas 10 Grad Höhe am westlichen Abendhimmel wieder auffinden. Ein Feldstecher mit großem Gesichtfeld wird hierbei gute Dienste leisten. Am 05. März durchzieht der Mond den Sternhaufen der Plejaden und wird eine Reihe von dessen Sternen bedecken. Leider geschieht dies am Nachmittag, so dass wir dieses Ereignis nicht beobachten können. Dennoch dürfte es reizvoll sein, den Mond am abendlichen Himmel noch dicht bei diesem Sternhaufen zu sehen. Das Erste Viertel verzeichnen wir am 06. März um 21:16 Uhr. Am 09. März sehen wir den Mond in etwa zwei Grad Entfernung von Pollux im Sternbild Zwillinge. Am 10. März zieht er in etwa 3,5 Grad Abstand an Saturn vorbei. Am 12. März steht er in ähnlichem Abstand bei Regulus im Sterbild Löwe. Für 15. März um 00:35 Uhr verzeichnen wir dann wieder Vollmond.
quelle: www.mond.de
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März 2006

Planetenentfernungen für 15. März 2006, 22 Uhr MEZ, Angaben in Astronomischen Einheiten bzw. Erdradien. [Grafik: Unser Sonnensystem am 15. März 2006]
Am 20. März 2006 um 19.26 Uhr MEZ liegt der Winter endlich hinter uns, der Frühling beginnt: Die Tage sind nun wieder länger als die Nächte, was für Sternenfreunde nicht unbedingt von Vorteil sein muss, gibt es doch am nächtlichen Himmel einiges zu entdecken. Außerdem beginnt in der Nacht vom 25. auf den 26. März die Sommerzeit: Um zwei Uhr werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt.
Am Fixsternhimmel sind im März auch schon die ersten Frühlingsboten, wie etwa das Sternbild Löwe auszumachen. Es ist Mitte März abends im Südosten zu sehen und bietet Amateurastronomen mit der der Balken-Spiralgalaxie NGC 2903 ein beliebtes Beobachtungsobjekt [Findkarte]. Dank ihrer relativen Helligkeit ist die rund 25 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie schon mit kleinen Teleskopen auszumachen. Die Spiralstruktur offenbart sich allerdings erst mit Profi-Teleskopen wie Hubble (siehe Bericht) oder bei langen Belichtungszeiten. NGC 2903 hat einen Durchmesser von 80.000 Lichtjahren und ist damit etwas kleiner als unsere Milchstraße.
Doch auch wer kein Teleskop besitzt, kann am Sternenhimmel einiges entdecken: So bilden etwa die Sterne Regulus im Löwen, Spica in der Jungfrau und Arktur im Bootes das so genannte Frühlingsdreieck [Findkarte], das abends eindrucksvoll im Osten zu sehen ist. Hoch am Himmel steht derzeit das Sternbild Großer Wagen, die wahrscheinlich bekannteste Konstellation am Nordhimmel. Weniger bekannt sein dürfte allerdings, dass der Große Wagen gar kein richtiges Sternbild ist, sondern nur ein Unter-Sternbild oder, wie das in der Fachsprache der Astronomen heißt, ein Asterismus: Das richtige Sternbild heißt Großer Bär und nur dessen sieben hellste Sterne bilden den Großen Wagen.
Der Große Wagen kann auch hilfreich sein, wenn man den nördlichen Himmelspol sucht, also den Punkt, um den sich der Sternhimmel zu drehen scheint. Er liegt ganz in der Nähe des Polarsterns, der wiederum am Ende der Deichsel des Kleinen Wagens liegt. Wer den Kleinen Wagen nicht auf Anhieb findet, kann den bekannteren Großen Wagen zur Hilfe nehmen: Legt man nämlich in Gedanken eine Linie durch die hinteren beiden Sterne des Großen Wagens und verlängert sie Richtung Norden, ist der erste hellere Stern auf den man trifft der Polarstern.
Dass sich um diesen Stern der gesamte Nachthimmel zu drehen scheint, ist im Grunde genommen Zufall: Da die Erdachse zurzeit fast genau auf den Polarstern zeigt, scheint er als einziger Stern still zu stehen. Da die Erdachse aber leicht "trudelt" wird der Polarstern nicht immer diese exponierte Stellung behalten: In etwa 12.000 Jahren wird beispielsweise die Wega im Sternbild Leier nahe dem nördlichen Himmelspol stehen. Der Polarstern ist mehr als nur ein Stern: Bei ihm handelt es sich vermutlich um ein Dreifachsystem. Dessen Hauptstern Alpha Ursae Minoris A hat die etwa achtfache Masse unserer Sonne und eine Leuchtkraft, die die unserer Sonne um das 1.600fache übertreffen dürfte. Der Polarstern ist rund 360 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Unter den Planeten leuchtet die Venus als strahlend heller Morgenstern. Die erste Hälfte der Nacht wird aber vom roten Planeten Mars dominiert. Jupiter geht immer früher auf: Erscheint er zu Monatsbeginn erst nach Mitternacht am Himmel, werden sich seine Aufgangszeiten bis zum Monatsende um zwei Stunden verfrüht haben. Ist er erst einmal aufgegangen, kann man den Gasriesen am Himmel kaum übersehen. Auch der Ringplanet Saturn ist nahezu die gesamte Nacht über zu beobachten.
Für Sternschnuppenfreunde ist der März kein guter Monat: Weder die Virginiden, die aus dem Sternbild Jungfrau zu kommen scheinen, noch die Hydraiden aus der Wasserschlange sind ein ausgeprägter Sternschnuppenstrom.
Also kehrt man doch lieber zu den sicheren Beobachtungskandidaten zurück - etwa dem Sternbild Zwillinge [Findkarte]: Das steht abends im Südosten hoch am Himmel. Die beiden hellsten Sterne der Zwillinge sind Castor und Pollux. Castor ist der westlichere von beiden Sternen. Das Sternenpaar stellt den Kopf der Zwillinge dar und bei guten Beobachtungsbedingungen kann man von diesen Sternen ausgehend zwei parallele Reihen von vier bis fünf Sternen sehen, den Körper der Zwillinge.
Zu Füßen der Zwillinge liegt der Sternhaufen M35, den man – günstige Bedingungen vorausgesetzt – auch mit bloßem Auge oder mit dem Fernglas beobachten kann. Er erscheint zunächst wie ein verwaschener Lichtfleck. Ein genauerer Blick offenbart dann aber, um was es sich handelt: Um einen Sternhaufen aus mehr als 200 Sternen. M35 ist rund 2.800 Lichtjahre von uns entfernt und hat einen Durchmesser von 24 Lichtjahren.
Die totale Sonnenfinsternis am 29. März 2006
Ende des Monats, genauer am 29. März, gibt es wieder eine absolute Sonnenfinsternis: Der Mond schiebt sich zwischen Sonne und Erde und sein Schatten verdunkelt in gewissen Regionen den Himmel. In einem schmalen zwischen 100 und 200 Kilometer breiten Band, das sich von der Ostküste Brasiliens bis nach Zentralasien erstreckt, verdeckt der Mond die Sonne nahezu komplett. In dieser Totalitätszone, die bei der Sonnenfinsternis 1999 auch durch Teile Süddeutschlands verlief, wird es richtig dunkel.
Sonnenfinsternisse sind im Grunde genommen häufiger als Mondfinsternisse. Pro Jahrhundert gibt es im Schnitt 240 Sonnenfinsternisse, aber nur 150 Mondfinsternisse. Doch während Mondfinsternisse überall dort auf der Erde zu sehen sind, wo man zur entsprechenden Zeit den Mond beobachten kann, sind Sonnenfinsternisse sehr regionale Ereignisse. Für einen bestimmten Ort sind Sonnenfinsternisse somit tatsächlich deutlich seltener. So wird die nächste totale Sonnenfinsternis in Deutschland erst 3. September 2081 zu sehen sein.
Die totale Sonnenfinsternis Ende März ist aber in Teilen der Türkei zu sehen: So kann man in der Touristenmetropole Antalya beobachten, wie sich der Mond ab 10.37 Uhr MEZ langsam vor die Sonne schiebt. Vollkommen dunkel wird es dann ab 11:54 Uhr MEZ für etwas mehr als drei Minuten. In Deutschland wird die Finsternis nur partiell zu sehen sein: in Hamburg etwa zwischen 10.51 und 12.41, in München zwischen 10.41 und 12.45 Uhr MEZ. Während in Hamburg die Sonne nur zu rund 25 Prozent bedeckt sein wird, sind es in der bayerischen Landeshauptstadt immerhin 37 Prozent.
Wer die Sonnenfinsternis beobachten will, egal ob in Deutschland oder in der Türkei, sollte auf keinen Fall mit bloßem Auge in die Sonne schauen. Auch eine normale Sonnenbrille bietet nicht ausreichend Schutz. Für eine gefahrlose Beobachtung sollte man sich rechtzeitig spezielle Sonnenfinsternisbrillen besorgen.
Weitere Informationen über den Fixsternhimmel im März entnehmen Sie bitte den folgenden Karten. Sie gelten für den 15. März, 22 Uhr MEZ. Weitere Gültigkeitszeiten und -daten sind jeweils unter der Karte angegeben.
quelle: www.astronews.com
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Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 13.03.2006 - 13:05 | |
Der März - Monat der Finsternisse
Zum Vollmondtermin am 15. März um 00:35 Uhr steht der Erdtrabant in einer Höhe von ca. 40 Grad genau im Süden über dem Horizont. Er befindet sich dabei im Sternbild Jungfrau. Während dieses Vollmondes findet eine so genannte Halbschattenfinsternis des Mondes statt. Dabei bewegt sich der Mond ausschließlich durch den Halbschatten der Erde. Die dabei entstehende Verfinsterung ist aber nur von ganz erfahrenen Beobachtern oder mit Hilfe technischer Mittel zu verfolgen. Der Eintritt in den Halbschatten erfolgt am 14 März um 22.23 Uhr, der Austritt um 02.13 Uhr.
Am 17. März nähert sich der Mond in den Morgenstunden dem Stern Spica; die ganz enge Begegnung, die in südlicheren Breitengraden sogar zu einer Bedeckung von Spica durch den Mond führt, findet um die Mittagszeit statt und ist für uns nicht zu verfolgen. Während der Mond sich am 19. und 20. März in respektvollem Abstand von Jupiter hält, ist er am 21. März in den frühen Morgenstunden dicht bei Antares im Sternbild Scorpion zu sehen.
Am 22. März sehen wir den Mond in der Morgendämmerung nur ca. 10 Grad über dem südlichen Horizont. Das letzte Viertel wird für denselben Tag um 20:10 Uhr verzeichnet.
Möglicherweise finden wir denn Mond am 26. März noch in der Morgendämmerung am ca. 06:30 Uhr (nun schon Sommerzeit!) am südöstlichen Himmel, wir werden aber die helle Venus hierfür als Wegweiser brauchen. Der Mond befindet sich einige Grad unterhalb dieses Nachbarplaneten der Erde.
Der Neumond am 29. März um 12:15 Uhr hält für uns ein besonderes Ereignis bereit, denn es kommt hierbei zu einer Sonnenfinsternis. Diese ist in der Türkei oder in afrikanischen Ländern als totale Finsternis zu beobachten. In Deutschland wird der Mond die Sonne aber im Süden bestenfalls knapp zur Hälfte verfinstern, im Norden etwa nur zu einem Viertel.
Warnung:
Die Beobachtung der Sonne ohne geeigneten Augenschutz führt zu irreparablen Augenschäden. Geeignet sind ausschließlich spezielle Sonnenlichtfilter, wie z. B. in so genannten Sonnenfinsternisbrillen verwendet werden. Diese können über den Astrofachhandel bezogen werden. Händler können über http://www.astronomie.de/marktplatz/pro … start.php3 ermittelt werden.
Vielleicht gelingt es uns, die schmale Sichel des Mondes am 30. März kur nach 20:00 Uhr wieder am westlichen Abendhimmel aufzuspüren. Sicher sollte dies einen Tag später möglich sein. Am 02. April nähert sich der Mond wieder den Plejaden an, das Licht der noch schmalen Mondsichel wird diesen Sternhaufen noch nicht so sehr überblenden. Am 03. April steht der Mond wieder dicht bei El Nath (Beta Aurigae). Etwa drei Grad entfernt von ihm sehen wir den Planeten Mars. Am 05. April um 14:00 Uhr verzeichnen wir das erste Viertel. Der Mond wandert in der folgenden Nacht weiter in Richtung Pollux im Sternbild Zwillinge. In der Nacht vom 08. auf den 09. April zeiht der Mond an Regulus im Sternbild Löwe vorbei.
Vollmond ist dann am 13. April um 18:40 Uhr. Kurz vorher hat der Mond wider den Blick auf Spica, den hellsten Stern im Sternbild Jungrau freigegeben. Leider geht der Mond erst nach 20:00 Uhr auf, so dass wir diese Ereignisse nicht verfolgen können.
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April 2006

Planetenentfernungen für 15. April 2006, 22 Uhr MEZ/23 Uhr MESZ, Angaben in Astronomischen Einheiten bzw. Erdradien. [Grafik: Unser Sonnensystem am 15. April 2006]
Planetenlauf
Der Planet Venus, der im April von der europäischen Sonde Venus Express Besuch bekommen wird, ist nur kurz am Morgenhimmel zu sehen. Unser anderer Nachbar im Sonnensystem, der rote Planet Mars, ist hingegen nur in der ersten Nachthälfte auszumachen. Er befindet sich zur Monatsmitte im Sternbild Zwillinge.
Der Gasriese Jupiter, im Sternbild Waage, verfrüht seine Aufgänge im April und wird bald zum auffälligsten Objekt am Nachthimmel. Er ist fast die ganze Nacht über zu sehen. Auch der Ringplanet Saturn ist am Nachthimmel zu entdecken: Er geht etwas früher unter als sein größerer Nachbar und befindet sich im Sternbild Krebs.
Sternschnuppen
Auch Sternschnuppenfreunde könnten im April auf ihre Kosten kommen: Anfang April haben die Virginiden ihr Maximum, doch ist der Höhepunkt dieses Sternschnuppenstrom mit dem Ausstrahlungspunkt im Sternbild Jungfrau nicht sonderlich ausgeprägt. Die Lyriden, mit Ausstrahlungspunkt im Sternbild Leier, sind zwischen dem 12. und 24. April aktiv. Ihr Maximum wird für den 22. April erwartet. Obwohl man auch hier kein sehr ausgeprägtes Maximum erwartet, haben die Lyriden die Astronomen in vergangenen Jahren schon mehrfach überrascht.
Sternschuppenströme entstehen, wenn sich die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne durch eine Region mit besonders vielen winzigen Gesteinsbrocken bewegt, die dann in die Atmosphäre geraten und verglühen. Die meisten dieser Regionen und der damit verbundenen Sternschnuppenströme kann man einem Kometen zuordnen, der bei seinem Umlauf eine Spur im inneren Sonnensystem hinterlassen hat. Im Falle der Lyriden ist das der Komet C/1861 G1 Thatcher.
quelle: www.astronews.com
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Der Fixsternhimmel im April
Nun ist auch am Nachthimmel endgültig der Frühling eingekehrt: Die Wintersternbilder, die uns während der letzten Monate begleitet haben, wurden von den Frühlingskonstellationen verdrängt: Analog zum Wintersechseck benennen manche auch ein Frühlingsdreieck [Findkarte]: Es wird gebildet aus den Sternen Arktur im Sternbild Bootes, Spica im Sternbild Jungfrau und Regulus im Löwen. Doch auch der Sommer ist am Himmel schon auszumachen: So erscheint im (Nord-)Osten langsam das Sommerdreieck [Findkarte], das aus den Sternen Deneb im Sternbild Schwan, Wega in der Leier und Altair im Adler besteht.
Passend zum Frühling kann man im Sternbild Krebs (am Abend im Südwesten) derzeit gut den Sternhaufen Praesepe (M 44), die Krippe, entdecken [Findkarte]. Diese Ansammlung von Sternen wird im englischsprachigen Raum auch Bienenkorb-Haufen (Beehive-Cluster) genannt und ist schon mit bloßem Auge als verschwommener Fleck am dunklen Nachthimmel auszumachen. Er hat eine Ausdehnung am Himmel, die etwas größer ist als der Vollmond und ist einer der uns am nächsten gelegenen und größten offenen Sternhaufen. Wer ein Fernglas zu Hilfe nimmt, kann sehen, dass es hier vor Sternen nur so wimmelt.
Da Praesepe schon mit bloßem Auge erkennbar ist, gehört er zu den wenigen Sternhaufen, die schon von Gelehrten im Altertum beschrieben wurden. So soll der griechische Astronom Hipparch über den Haufen als "Kleine Wolke" berichtet haben. Um was es sich bei dieser Wolke wirklich handelte, fand erst Galileo Galilei heraus, der Praesepe 1610 mit seinem Teleskop genauer beobachtete: Er zählte insgesamt 36 Sterne in dem Haufen. Mit heutigen Amateurteleskopen sollten bis zu 150 Sterne zu sehen sein. Man schätzt, dass der Haufen rund 400 Sterne enthält. Er ist rund 500 Lichtjahre von der Erde entfernt und etwa 400 Millionen Jahre alt. Etwas südlich von Praesepe befindet sich mit M67 ein weiterer Sternhaufen, der allerdings nur mit dem Fernglas zu sehen ist. Er enthält viele Hundert Sterne und ist der älteste Sternhaufen unserer Milchstraße.
Das Sternbild, das bei uns Großer Wagen genannt wird, heißt in anderen Ländern Big Dipper, also "Große Schöpfkelle". Der Grund hierfür ist, wenn man das Sternbild betrachtet, recht einleuchtend - genauso wie der im englischsprachigen Raum geläufige Merksatz: Wenn man ein Loch in den Boden der Kelle des "Big Dippers" macht, spritzt die Milch dem Löwen auf den Rücken. Gemeint ist hiermit natürlich das Sternbild Löwe [Findkarte], das sich auf diese Weise leicht am Nachthimmel finden lässt.
Charakteristisch für das Sternbild Löwe ist seine Mähne, die andere auch als verdrehtes Fragezeichen ansehen. Der Punkt dieses Fragezeichens wäre dann Regulus, der Hauptstern des Sternbilds. Regulus ist in dieser Region des Himmels mit Abstand der hellste Stern. Am gesamten Sternenhimmel nimmt er in Sachen Helligkeit den 18. Rang ein. Obwohl Regulus gern als Frühlingsstern bezeichnet wird, ist er zu jeder Jahreszeit zu sehen. Im Frühling allerdings scheint er am höchsten am Himmel zu stehen.
Sternkarten für den 15. April, 22:00 Uhr:
Nordhimmel
Osthimmel
Südhimmel
Westhimmel
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29. April 2006
Der Sternenhimmel im Mai
Ein Frühling mit zwei Stars
Im Mai dominieren Arktur und Spika die erste Hälfte der Nacht und weisen den Weg zu haufenweise Deep Sky.
Direkt über unseren Köpfen fährt im Mai nach Einbruch der Dunkelheit der Große Wagen durch den Zenit. Im Foto unten sehen Sie diesen Teil des Sternbilds Großer Bar mit Linien markiert. Verlängern Sie in einem weiten Bogen die Deichsel des Wagens um dessen ungefahre Gesamtlänge. Sie werden bei Arktur landen (Alpha Bootis), dem hellsten Stern des Frühlingshimmels. Wenn Sie den Bogen weiter spannen, bringt Sie das zu Spika (Alpha Virginis), dem hellsten Stern eines sonst eher unscheinbaren, aber großen Sternbilds: der Jungfrau ("Virgo"). Arktur ist nach Sirius im Großen Hund und vor Kapella im Fuhrmann der zweithellste Stern an unserem mitteleuropaischen Nachthimmel. Er steht mit 0,0ter Größe am Firmament und zeigt eine leichte gelb-orangefarbene Tönung. Sein Name bedeutet "Barenhüter". Genauso nennen wir meist auch das Sternbild, das ihn beherbergt - obwohl dessen griechischer Name Bootes eigentlich "Ochsentreiber" bedeutet. Stern wie Konstellation folgen unablässig dem Großen Bären auf seiner Bahn über den nördlichen Himmel.

Himmelsanblick in der ersten Mai-Hälfte gegen Mitternacht (MESZ), in der zweiten Monatshälfte gegen 23 Uhr MESZ
Spika ist mit 1. Größe deutlich weniger brillant als Arktur. Im Sternbild Jungfrau stellt sie eine Weizenähre in der Hand einer Magd dar, die das Frühlingsgetreide aussät. Im Nordwesten der Jungfrau, unweit des Sterns Denebola, der Schwanzspitze des Löwen, befindet sich eine der Lieblingsregionen für geübte Beobachter. Mit bloßem Auge oder kleinen Ferngläsern erkennen Sie dort nur einige schwache Sterne. Erst mit einem größeren Feldstecher oder einem Teleskop können Sie eine Vielzahl von verschwommenen Leuchtwölckchen entdecken, die über den gesamten Virgo-Galaxienhaufen verstreut sind. Jedes dieser Wölkchen ist eine Galaxie ähnlich unserer Milchstraße - aber in Entfernungen von fünfzig bis sechzig Millionen Lichtjahren.
Für Beobachter mit Ferngläsern bietet das Haar der Berenike ("Coma Berenices") ein lohnendes Ziel. Etwas unterhalb des westlichsten Sterns können Sie bereits mit bloßem Auge ein schwaches Schimmern ausmachen: den Coma-Sternhaufen, Melotte 111. Er füllt das gesamte Gesichtsfeld eines Feldstechers

Die Deichsel des Wagens erlaubt die schnelle Orientierung am Frühlingshimmel mit seinen hellen Sonnen, Stern- und Galaxienhaufen.
Planeten im Mai
Merkur läuft in der Nacht auf den 19. hinter der Sonne vorbei. Ab der folgenden Woche ist er bis Ende Juni in der Abenddämmerung zu sehen.
Jupiter leuchtet in der Abenddämmerung tief im Südosten und steigt nach Mitternacht auf eine Höhe von rund 25 Grad. Zur Zeit beherbergt ihn das unscheinbare Sternbild Waage (»Libra«). Dessen hellster Stern ist der Doppelstern Alpha Librae mit 2,7ter Größe. Die beiden Sonnen haben keine Chance gegen den Riesenplaneten, dieser leuchtet mit –2,5ter Größe hundert Mal so hell, denn er steht am 4. Mai in Opposition und ist der Erde zwei Tage später am nächsten. Sein Scheibchen wächst daher auf stolze 45 Bogensekunden. Bereits mit einem mittelgroßen Fernrohr können Sie die vielen dunkleren Gürtel des Planeten von den helleren unterscheiden und den berühmten Großen Roten Fleck sehen, der eigentlich eher braun ist.

Die große Zeit des kleinen Planeten! Merkur ist der König der Dämmerung: Er ist fast so hell wie Sirius, der bereits vor der Sonne untergeht. Am 30. Mai bildet der Mond ein schönes Ensemble mit Mars und Pollux, nachts darauf mit Mars und Saturn
Saturn und Mars bewegen sich am westlichen Abendhimmel immer weiter aufeinander zu. Der Ringplanet ist dabei eindeutig der Hellere. Venus ist der einzig sichtbare Planet am Morgenhimmel. Hell und einsam steht sie zu Beginn der Morgendämmerung im Osten.
Der Mond ist noch jung, wenn er an den Abenden des 1. und 2. Mai in der Nähe des Mars steht. Eine etwas dickere Mondsichel befindet sich am 3. zwischen Saturn und Pollux. Am Abend des 10. Mai steht er eineinhalb Grad westlich von Spika, am 11. und 12. Mai zieht er südlich des Jupiter vorbei. Am Morgen des 24. Mai schwebt die dünne Mondsichel drei Grad über der aufgehenden Venus. Zurück am Abendhimmel haben Sie am 27. die Chance, eine extrem dünne Sichel zu sehen. In der obigen Grafik ist der Mond gerade im Nordwesten hinter den Windrädern verschwunden. Am 30. Mai bildet der Mond ein schönes Ensemble mit Mars und Pollux, nachts darauf mit Mars und Saturn.

Fixsternen von Monatsanfang bis -ende. Die untere Leiste gibt die ungefähre Ortszeit (MESZ) an, zu der der darüberliegende Bereich bei Monatsmitte im Süden steht.
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Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 01.06.2006 - 14:35 | |
01. Juni 2006
Der Sternenhimmel im Juni
Krone, Held und Waage
Der Juni bietet eine Reihe unauffälliger, aber einprägsamer Sternbilder.
Nach Einbruch der Dunkelheit strahlt im Süden ein Lichtpunkt, der heller ist als alles andere am Himmel. Das ist Jupiter, der zurzeit im Sternbild Waage ("Libra") steht. Diese wurde in Rom zur Zeit Caesars als eigenstandiges Sternbild eingeführt. Sie stellt die römische Waage der Gerechtigkeit dar. Ihre Sterne wurden ursprünglich zum Skorpion gezählt und symbolisierten seine Scheren. Der nördlichste Stern der Waage ist Alpha Librae, ein schöner Doppelstern. Wenn der Himmel klar ist und Sie sehr gute Augen haben, können Sie seine beiden Komponenten bereits mit blosem Auge erkennen, ansonsten hilft ein kleiner Feldstecher. Allerdings ist die Sicht zurzeit durch Jupiter etwas eingeschränkt. Alpha Librae ist auch bekannt als Zubenelgenubi. Der Name stammt aus dem Arabischen und bedeutet südliche Klaue. Beta Librae heißt auch Zubeneschemali, nördliche Klaue.

Himmelsanblick in der ersten Mai-Hälfte gegen Mitternacht (MESZ), in der zweiten Monatshälfte gegen 23 Uhr MESZ.
Ein weiteres, eher unauffälliges Sternbild ist Herkules. Der berühmteste Held der griechischen Sagenwelt heißt so und stand Pate fur eines der ältesten Sternbilder. Auf unserer Übersichtskarte befindet er sich im Südwesten, fast ganz oben im Zenit. Sie können ihn etwa nach zwei Dritteln der Strecke vom hellen Arktur im Bärenhüter zu Wega in der Leier erkennen.
Er ist nicht ganz leicht zu erkennen, denn er kniet gerade und schwingt mit einer Hand eine Keule hoch über dem Kopf. Die andere Hand streckt er nach vorne. Vergleichen Sie am besten die Positionen der Sterne auf unserem Bild mit denen auf der Übersichtskarte. Das bekannteste Beobachtungsziel im Herkules ist der Kugelsternhaufen M 13. Mit einem kleinen Fernrohr konnen Sie bereits einen verschwommenen, schimmernden Ball erkennen. Erst in einem Teleskop mit mindestens sechs Zoll Öffnung (15 Zentimeter) kann er in viele kleine, glitzernde Lichter aufgelöst werden. Jeder dieser Punkte ist einer der vielen hunderttausend Sterne des Haufens. Der zweite Kugelsternhaufen im Herkules ist M 92. Er bietet im Teleskop ebenfalls einen überwaltigenden Anblick.

Das Sternbild Herkules enthält zwei helle Kugelsternhaufen, die bereits in einem Fernglas als verwaschene Nebel zu erkennen sind.
Nach etwa einem Drittel der Strecke von Arktur zu Wega stoßen Sie auf die Nördliche Krone ("Corona Borealis", CrB). In der griechischen Mythologie ist sie die Krone der Ariadne. Diese gab Theseus einen Wollknäuel, mit dem er aus dem Labyrinth herausfand. Die Krone besteht aus einem Halbkreis schwacher Sterne, unter denen sich nur ein Stern 2. Größe befindet. Er heißt Gemma (Alpha Coronae Borealis). Dieses Sternbild enthält einige interessante veränderliche Sterne. Wenn Sie viel Glück haben, können Sie eines Tages neben dem Halbkreis einen Stern sehen, der ähnlich hell ist wie Gemma. Dies ist die bemerkenswerte wiederkehrende Nova T Coronae Borealis, die etwa einmal im Leben eines Menschen so hell aufflackert, dass sie für das bloße Auge sichtbar wird.
Planeten im Juni
Mars und Saturn stehen während und nach der Abenddämmerung am Westhimmel. Sie haben eine beeindruckend nahe Konjunktion gegen Mitte des Monats, kurz nachdem sie auf die Krippe, den offenen Sternhaufen M 44 im Krebs ("Cancer"), gestoßen sind. Der Haken an der Geschichte ist, dass die ganze Gruppe jede Woche immer tiefer sinkt. Im letzten Drittel des Monats geht sie bereits am Ende der Dämmerung unter. In der ersten Juniwoche kriecht Saturn (1. Größe) langsam durch die südlichsten Ausläufer des Haufens, während der schwächere Mars (2. Größe) sich schnell von rechts unten annähert. Am Abend des 13. Juni sind die Planeten nur etwa ein Grad von der Krippe entfernt, jeweils auf unterschiedlichen Seiten. Das entspricht etwa der Dicke des kleinen Fingers bei ausgestrecktem Arm. Am 15. Juni können Sie mit Ferngläsern oder einem Fernrohr Mars rechts in der Mitte des Haufens sehen. Letztendlich kommen sich Mars und Saturn am 17. Juni am nächsten. Sie stehen dann ungefähr ein halbes Grad voneinander und etwa 1,5 Grad von M 44 entfernt.

Seltene Begegnung: Mars und Saturn kommen sich bis auf einen Vollmonddurchmesser nahe.
Merkur steigt gegen Mitte des Monats aus dem Sonnenuntergang auf. Er befindet sich dann mehr als 1,7 Grad unterhalb von Saturn und Mars, knapp sechs Grad unterhalb von Kastor und Pollux in den Zwillingen (Gemini). Jupiter leuchtet bei Einbruch der Nacht einsam im Süden. Er ist mit 2,4ter Größe heller als jeder andere Lichtpunkt am Abendhimmel und entfernt sich im Lauf des Monats deutlich von Alpha Librae nach rechts in Richtung Westen.
Venus geht schrecklich früh auf, etwa zwei Stunden vor dem frühesten Sonnenaufgang des Jahres. Kurz nachdem sie aufgestiegen ist, können Sie zu Monatsbeginn links von ihr und gegen Ende über ihr die Plejaden erkennen. Ein paar Tage später läuft sie auf Aldebaran (Alpha Tauri) zu.
Der Mond steht am Abend des 7. und 8. Juni bei Jupiter. Am Morgen des 22. und 23. zeichnet die abnehmende Mondsichel mit Venus und den bedeutend schwächeren Plejaden eine schöne Figur an den Himmel. Am 27. Juni finden Sie die zunehmende Mondsichel in der Abenddämmerung oberhalb von Merkur und rechts von Saturn. Am nächsten Abend ist der Mond direkt über Mars und auf der anderen Seite von Saturn. Die Sonne erreicht am 21. Juni um 14.26 Uhr MESZ die Sommersonnenwende – damit beginnt auf der Nordhalbkugel der Sommer.

Das Monatspanorama zeigt Phasen und Positionen des Monds vom 1. bis zum 27. Juni. Die Pfeile kennzeichnen die Bewegungen von Sonne und Planeten im Lauf des Monats. Die untere Leiste gibt die ungefähre Ortszeit an (korrigiert auf Sommerzeit), wenn der darüberliegende Bereich zur Monatsmitte im Süden steht.
quelle: www.wissenschaft.de
Signatur Die Natur kann ohne uns locker leben.
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