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<Schneider>
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...   Erstellt am 27.03.2005 - 18:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Forum,

hier wieder ein, wie ich meine, gutes Beispiel von Selbsthilfe in der Regionalen Ökonomie.

MfG
Norbert Schneider

Artikel vom: 18.03.2005, aus der RM Zeitung

Der Sparkassen-Coup von Delitzsch

Neues Zahlungsmittel soll regionale Wirtschaft stärken


Experten stellen das Projekt vor (v.l.): Klaus Hardraht, Ex-Innenminister von Sachsen, PaySys-Chef Hugo Godschalk, Gastrednerin Margrit Kennedy und Projektleiter Gernot Schmidt (Foto: Sparkasse Delitzsch-Eilenburg)


Das Thema "Regionalgeld" wird in den großen Medien immer noch klein gehalten. Bis vor kurzem war es sogar noch völlig tabu. Auch in der Politik möchte man davon am liebsten gar nichts wissen. Aber die Probleme in unserer Wirtschaft treten immer deutlicher und vor allem sichtbarer zutage:Firmenpleiten, Arbeitslosigkeit, Armut - und das massenhaft.

Über die genauen Ursachen streiten sich die Gelehrten noch immer. Fakt ist: Überall dort,wo Geld dem Wirtschaftskreislauf entzogen wird, beginnen die Schwierigkeiten. Gleiches gilt,wenn vorhandene Mittel nicht in neue Wertschöpfung investiert werden. Die Probleme gibt es nicht nur im Osten Deutschlands, aber hier ganz besonders. So auch in Delitzsch. Hier hat sich - im Gegensatz zu anderen regionalen Initiativen in Deutschland - sogar eine Sparkasse mit der Einführung einer Komplementärwährung beschäftigt. Es ist das erste Mal, dass sich eine deutsche Bank dieses brisanten Themas annimmt.

Das Motiv liegt auf der Hand: Geht es privaten Haushalten sowie den kleinen und mittleren Unternehmen in der Region schlecht, laufen auch die Geschäfte der Sparkasse schlecht. Folglich muss eine Möglichkeit gefunden werden, das Geld in der Region zu halten. Die Lösung: Man "erfindet" einfach ein neues Zahlungsmittel,welches nur in einer bestimmten Region gültig ist.

Damit dieses Regiogeld schnell zirkuliert und nicht gehortet wird, baut man zwei Sicherungen ein: "Strafgebühren" für den Umtausch in die allgemein gültige Währung und ein "Verfallsdatum", nach dem das Geld einen bestimmten Prozentsatz an Wert verliert.
Die Idee ist nicht neu und hat zur Zeit in Deutschland - anders als die Wirtschaft - wieder Hochkonjunktur. Rechtlich ist die Sache allerdings nicht ganz unproblematisch. In der Vergangenheit haben Staat und Notenbanken immer dann interveniert, wenn sie ihre Machtinteressen gefährdet sahen.

Um solchen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, hat die Sparkasse Delitzsch-Eilenburg ein Rechtsgutachten erstellen lassen,welches die Möglichkeiten der Einführung einer komplementären Währung darlegt. Resultat:Weder aus juristischer noch aus ökonomischer Sicht gibt es grundsätzliche Bedenken. Wenn bestimmte Bedingungen eingehalten werden, sind Regiogelder nicht nur zulässig, sondern auch wünschenswert.

Allein diese Aussage mag für manchen schon überraschend sein. Das Erstaunen dürfte sich aber noch um ein Vielfaches erhöhen,wenn man weiß,wer das Gutachten erstellt hat. Das war nämlich kein geringerer als der ehemalige sächsische Innenminister Klaus Hardraht.
Während er für den juristischen Teil verantwortlich zeichnete, beschäftigte sich Hugo Godschalk mit dem wirtschaftlichen Part. Godschalk ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens PaySys, also ein Experte auf dem Gebiet des bargeldlosen Zahlungsverkehrs.

Damit wäre eigentlich alles klar für den Start einer Regiowährung im Raum Delitzsch. Aber noch ist es nicht soweit. Neben technischen Vorbereitungen, die noch zu treffen sind,muß vor allem noch Überzeugungsarbeit bei den Menschen und Unternehmen der Region geleistet werden. Gernot Schmidt, Projektbeauftragter der Sparkasse Delitzsch-Eilenburg, erläuterte gegenüber Rm den Stand der Dinge: "Derzeit befinden wir uns in der Projektierungsphase. Wir nehmen Kontakte zu Akteuren auf. Die Einführung der Regiowährung wird möglicherweise im zweiten Quartal 2005 stattfinden."

In anderen Gegenden Deutschlands ist man bei der Einführung eines Regiogeldes schon weiter. So kann man rund um den Chiemsee in Bayern bereits mit dem "Chiemgauer" bezahlen, in Bremen mit dem "Roland" und in Bad Oldesloe mit dem "Kann was". Eine weitere sächsische Initiative steht in Kamenz in den Startlöchern.


Kontakt
Sparkasse Delitzsch-Eilenburg
Markt 9
04509 Delitzsch
Tel.: 034202 / 7440
Fax: 034202 / 744 333
E-mail: gernot.schmidt@spk-delitzscheilenburg.de
Internet: www.sparkasse-delitzscheilenburg.de






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