ForumNewsMitgliederSuchenRegistrierenMember LoginKostenloses Forum!


Neuer Thread ...
More : [1] [2]


ErstellerThema » Beitrag als Abo bestellenThread schließen Thread verschieben Festpinnen Druckansicht Thread löschen

Lykanthrop ...
Administrator
.....................

...

Status: Offline
Registriert seit: 07.09.2006
Beiträge: 2084
Nachricht senden
...   Erstellt am 30.11.2007 - 06:29Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


24 Tage, 24 Türchen - 24 Mal von Usern selbst gemacht =)

Für jeden Tag ist ein anderer User verantwortlich und jeden Tag erwartet uns eine neue Überraschung.
Bitte macht den Kalender nicht kaputt, indem ihr eure Kommentare hinein postet. In der 'Laberecke' gibt es einen extra Thread für Kommentare - nutzt ihn auch.





Signatur


Ist Realität nur die Folge der Notwendigkeit..?

Nubigena ...
Hobby-Autor


...

Status: Offline
Registriert seit: 25.08.2007
Beiträge: 181
Nachricht senden
...   Erstellt am 01.12.2007 - 00:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen





Vorwort


Für den 1.Dezember habe ich eine kurze Geschichte geschrieben, die man wohl eher als 'ernst' oder auch 'nachdenklich' bezeichnen könnte. Das liegt aber auch daran, dass ich einfach mal niederschreiben wollte, was mir in den letzten paar Jahren so aufgefallen ist.

Sooo. Und damit wage ich es 'Tag 1' unseres Adventkalenders *gaaanz* vorsichtig zu öffnen...




Oh du fröhliche


Oh du fröhliche, Oh du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren,
Christ ist geboren.
Freue, freue dich, Oh Christenheit!

Oh du fröhliche, Oh du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen,
uns zu versühnen.
Freue, freue dich, Oh Christenheit!

Oh du fröhliche, Oh du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere
Jauchzen dir Ehre.
Freue, freue dich, Oh Christenheit!

Text: Daniel Falk



T
ief in Gedanken versunken betrachtete Sally das Haus ihr gegenüber. Hell leuchtete es in der mondlosen Nacht und spendete ihr somit etwas Trost. Und nicht nur das; Es rang ihr sogar ein flüchtiges Lächeln ab, als sie der bunten Lichterkette schliesslich ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenkte.
Wie feuchte Fäden hingen die Hell spendenden Perlen an einem farblosen Draht, der in einer waagrechten Linie über die ganze Hausbreite hinweg in einigem Metern Höhe gespannt war. Einige der Kugeln waren bereits kaputt gegangen und so bloss noch ein unbedeutsames Glied der Kette - in den Schatten der bunt leuchtenden Perlen gedrängt.
Nur hauchdünn unter der Kette formte das Lichtbild einen Weihnachtsmann, der mitsamt Kutsche und Renntieren in gefährliche Tiefen zu rasen schien – dem harten Aufprall am Erdboden unaufhaltsam entgegen. Wie optimistisch!

Das Bild, das sich aus der gesamten Beleuchtung formte, belustigte Sally trotz trüber Gedanken. Es entsprach in Nichts dem Ideal einer schönen Häuserdekoration. Bei welchem Kind würde dieses Kunstwerk schon ein freudiges Entzücken hervorrufen?
Hingegen würde das zu einem Lebkuchenhaus dekorierte Gebäude nur ein paar Strassen weiter genau die Emotionen wecken, die ein jeder zu dieser Jahreszeit zu verspüren hoffte. Der sanfte, einladende Geruch nach frischem Gebäck, der aus einem leicht geöffneten Fenster drang, perfektionierte die vollkommene Atmosphäre nur noch. Ja, es kam in allen Punkten dem Ideal gleich, das in vorbeigehende Passanten ein tiefes Wohlwollen auslöste und Kinderherzen höher schlagen liess.

Und trotzdem; Es war die schiefe Dekoration des Hauses ihr gegenüber, die Sallys Augen zum Funkeln brachten, passte sie doch so gut zu der momentanen Gefühlslage der jungen Frau. Ihre dreijährige Beziehung war erst gerade gescheitert und hatte in ihr eine wohl noch lange währende Leere zurück gelassen. Zwar waren Sallys Tränen nach langen Tagen des bitteren Weinens versiegt, doch war sie nur vor wenigen Stunden mit der traurigen Gewissheit konfrontiert worden, dass ihr Arbeitsvertrag nicht verlängert werden würde. Zu allem Übel musste Sally feststellen, dass sie ein kleines Wesen in sich trug. Sie war schwanger – ungewollt. Würde Mutter eines Kindes werden, das sich in nur wenigen Jahren ebenfalls an der festlichen Dekoration erfreuen würde. Ahnungslos, dass auch es eines Tages vor dem blanken Abgrund stehen würde – während der Rest der Welt ausgelassen feierte.

Ja, denn es war wieder Weihnachtszeit. Die Wochen, in dem eine nur oberflächlich perfekt konstruierte Fassade die Welt in ein anderes – helleres - Licht rückte. Tage, die erfüllt waren von purer Harmonie. Doch kaum würde der letzte Weihnachtsbaum Ende Dezember verschwinden, würde diese Attrappe entlarvt werden. Zurückbleiben würde nichts als die erbarmungslose Realität. Liebeskummer und Arbeitslosigkeit würden wieder die erste Geige in einer Sinfonie aus Liebe und Hass – kurz: der Menschlichkeit - spielen.

Sally wusste nicht, warum sich jeder Mensch diese sinnlose Fassade für nur wenige Wochen mit höchster Präzision aufbaute, nur um dann nach den Festtagen wieder in ein tiefes Loch zu versinken. Und doch müsste sie in ein paar Jahren genau diese Zeremonie ebenfalls durchführen – um auch das Herz ihres eigenen Kindes mit einer aufwendigen Dekoration höher schlagen zu lassen.

Doch bis dahin erlaubte sie sich, das Lichtbild des in Richtung Boden stürzenden Weihnachtsmannes mit einem aufrichtigen Lächeln zu betrachten. Es bereitete ihr richtiggehend Freude, doch noch ein kleines Stück Realität in dieser trügerischen Gesellschaft gefunden zu haben.

Ja, denn es war wieder Weihnachtszeit. Oh, du fröhliche.


Bereits anfangs Oktober war Antonia in eines der besten Geschäfte in der nahen Umgebung gestürmt, um sich mit reichlich Dekorationsmaterial einzudecken. Sie wollte nicht zu jenen gehören, die erst Ende November hektisch alle möglichen Überbleibsel in den Supermärkten zusammenkratzten, um dann mit einer grässlichen Schmückung ihrer eigenen Hausfassade zwischen wahren Meisterwerken in der umliegenden Nachbarschaft untergehen zu sehen.

Nein, ihr Haus würde wahrhaft glänzen. Die Dekoration sollte als das wider spiegeln, was ihr zu Weihnachten wichtig war: Die greifbare Harmonie während der Festtage, die vor Freude heftig pochenden Kinderherzen und natürlich auch die Anerkennung ihrer vor Neid erblassten Nachbarn.
Sie konnte sich noch gut an den verblüfften Blick ihren Mannes Rolf erinnern, als sie mit mehreren Einkauftüten voller Christbaumschmuck, Lichtgirlanden und Gartenzwergen in Weihnachtsmann-Form in die Wohnung gerauscht war. Eine langwierige Debatte war gefolgt, in der ihr Mann ihr mit der Scheidung gedroht hatte, sollte sie die teuren und doch zugleich putzigen Zwerge nicht zurück bringen. Doch mittlerweile – so wusste Antonia – war Rolf Stolz, dass es ihr Haus war, das Aufsehen erregte. Ihre schöne Weihnachtsdekoration, der die Spaziergänger mit einem entzückten ‚oh’ ihre Achtung zollten. Ganz zu schweigen von den Komplimenten, die sie der Schmückung ihrer Hausfront wegen erhalten hatten...

Einzig und alleine eine ältere Dame hatte Antonia aus dem Konzept gebracht, als sie die junge Frau entrüstet gefragt hatte, ob ihr denn der Sinn von Weihnachten bewusst sei.
Sicher, hatte sie erwidert und dabei an die neidischen Blicke ihrer Nachbarn gedacht.
Die ältere Dame war daraufhin mit in Falten gelegter Stirn – nicht nur des Alters wegen – verschwunden. Doch Antonia hätte schwören können, dass die Passantin irgendetwas von ‚übertrieben’ und ‚Fest der Liebe und nicht des Geldes’ gemurmelt hatte.

Nun war der Dezember endlich angebrochen und Antonia hatte sich der Schmückung des bis zur Decke reichenden Weihnachtsbaumes gewidmet. Sie wusste bereits jetzt, dass sie die erste sein würde, die ihn wieder zu den Müllcontainern brachte. Zwar geizte sie nicht mit der Dekoration, doch mit dem 25.Dezember war für sie auch die Zeit der entzückten ‚ohs’ an ihrem Ende angelangt. Dann würde Silvester folgen. Und kurz darauf das Fest der drei Könige. Ja, und irgendwann in zehn Monaten würde die Prozedur wieder von vorne beginnen.

Mit einem leise gemurmelten ‚oh du fröhliche’ befestigte Antonia die letzte Kerze in den Nadeln des Tannenbaumes. Wie schön Weihnachten doch war.
Mit diesem letzten Gedanken schnappte sich Antonia ihre Autoschlüssel, um die ersten Neujahrsdekorationen besorgen zu gehen.
Und auch als die Tür hinter ihr bereits zugeschlagen war, hallte das ‚oh du fröhliche’ noch schwach an den Wänden wider.

Ja, denn es war wieder Weihnachten, Zeit für das Fest der Liebe oder des Geldes. Oh du fröhliche.


Zeitgleich öffnete ein junger Knabe das erste Türchen seines Adventkalenders. Das Bild dahinter zeigte einen lächelnden Engel.
Nach einem Moment des Zögerns wandte der Junge seinen Blick ab und machte sich wie jeden Morgen auf den Weg in die Schule.
Er fragte sich nicht, was das Bild bedeuten konnte.
Verstand nicht, dass das Lächeln Trost für die Einsamkeit spenden wollte, der mancher Mensch ausgeliefert war..
Sah den Wink des Schicksals nicht, das ihm zeigen wollte, dass es ein Geschenk des Himmels war, ohne grosse Ausgaben an Geld oder irgendwelcher Anstrengung das naive Gefühl des vollkommenen Glückes verspüren zu dürfen.
Nein, dafür war er noch zu jung.
Doch eines Tages würde er es verstehen. In einigen Jahren, wenn er sich selbst in eine dieser auswegslosen Situationen befand und mit belegter Stimme die Weihnachtslieder mit sang.

Dann würde er sich wünschen, wieder mit den Augen eines Kindes sehen zu dürfen und sich vorbehaltlos auf den folgenden Tag freuen zu können. Den nächsten Morgen, an dem er mit ehrlicher Freude hinter Türchen Nummer zwei lugen würde, ohne dazu vorher eine Fassade der Harmonie vor sich aufbauen zu müssen.

Ja, denn schliesslich war es Weihnachtszeit – das Fest der Liebe. Der Pessimisten. Der falschen Optimisten. Der naiven Kinder. Des Geldes.
Oh du fröhliche.



The End





Signatur
"Ich bin ein bisschen verwirrt, aber relativ intelligent]
[Sienna Miller]

~°All in all it's just another day now
You're falling down
What you gonna do
Standing on top of the world tonight
No ones looking back at you

Stand tall
It's going on
It's going on
It's gonna be just fine
You're holding on
Holding on today°~ [Lifehouse]

Harlekin 
Moderator
...............

...

Status: Offline
Registriert seit: 15.12.2006
Beiträge: 548
Nachricht senden
...   Erstellt am 02.12.2007 - 00:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen




Was wäre die Weihnachtszeit ohne Plätzchen? Genau, nichts. Deswegen habe ich drei Plätzchenrezepte ausgesucht und zu einem eine winzig kleine Geschichte geschrieben ^_^ Hoffentlich gefallen sie euch... und entschuldigt bitte die schlechte Qualität, mit Paint lässt sich leider kein Meisterwerk zaubern =3
Und damit öffnen wir das zweite Türchen ^__^

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Wo kommen die Plätzchen her?

„Mama, wo kommen eigentlich die Plätzchen her?“
Die junge Frau sah ihren jüngsten Spross etwas überrascht an und legte den Kopf leicht schief, während sie weiterhin den Teig knetete. Ein kurzer Blick aus dem Fenster verriet ihr, dass immer noch sanfter Schnee zu Boden fiel und leise die Erde zudeckte. Es war bereits später Abend, draußen brannte nur eine einsame Straßenlaterne und versuchte mit ihrem Licht gegen die Dunkelheit anzukämpfen. Im Inneren jedoch herrschte eine wohlig warme Atmosphäre, durchtränkt mit dem Geruch nach frischen Plätzchen und unfertigem Teig, der nur darauf wartete, geformt und gebacken zu werden.
„Wie meinst du das?“, fragte sie schließlich und strich mit dem Ellbogen eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
Der kleine Junge deutete zu einem Teller, auf dem bereits fertige Plätzchen lagen.
„Na, irgendwer muss die doch erfunden haben. Die ganzen Bäcker und so... aber wo kommen die denn her? Die ganzen Ideen und die komischen Namen? Die wird ja nicht der Weihnachtsmann den Bäckern im Traum zugeflüstert haben.“
Ein leises Lachen entglitt ihren Lippen und sie bedachte ihren Sohn mit einem warmen Blick. Auf so eine Frage konnte auch nur ein Kind kommen. Sie überlegte kurz, wischte sich dann ihre Hände an einem Tuch ab und setzte sich auf einen Stuhl, den Kleinen auf den Schoss nehmend.
„Von welchen willst du denn wissen, wo die herkommen?“
„Von denen.“
Der kleine Finger deutete auf einen Teller und sie nickte zustimmend.

Flammende Herzen



„Dieser Name und dieses Rezept kommen von einem Bäcker, der in einem kleinen, beschaulichen Städtchen in den Bergen lebte. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit schmückten die Bewohner ihre Häuser mit hellen Lichtern und glitzernden Girlanden, stellten Christbäume auf und backten Plätzchen. So natürlich, seinem Beruf entsprechend, auch dieser Bäcker. Aber er wollte nicht einfach nur irgendwelche Plätzchen backen, nein, er wollte etwas Neues, etwas, was sonst keiner hatte. Das ganze Jahr über hatte er jede freie Minute ausprobiert, getüftelt und, natürlich, gebacken, so dass er kurz vor dem Beginn der ganzen Feierlichkeiten schließlich ein Rezept hatte, dass ihn zufrieden stellte. Jedoch, er war nicht ganz glücklich damit. Die Plätzchen schmeckten zwar, sie waren leicht zuzubereiten und würden bestimmt allen gefallen, ihnen fehlte aber noch das ganz Besondere, das, was sie zu etwas Speziellem machen würde. Egal was er probierte, es brachte dieses Spezielle nicht hervor.
So saß er schließlich eines Abends auf einer kleinen Bank vor seiner Bäckerstube und sinnierte darüber, wie man denn dieses Rezept besser machen könnte. In diesem Augenblick kam ein junges Mädchen vorbei, das leise Weihnachtslieder vor sich hersummte und eine große Tasche mit sich trug. Sie hatte nur eine dünne Jacke an, einen alten Rock und zerschlissene Stiefel, doch trotzdem schien sie nicht zu frieren. Wie jeder andere Bewohner kannte auch der Bäcker das Mädchen, denn sie war so etwas wie die Stadtwaise. Bereits als Säugling auf die Schwelle einer fremden Tür gelegt, nahm sich der Pfarrer ihrer an und erzog sie zu einer jungen, manierlichen Frau. Jedoch, trotz des heiratsfähigen Alters, wollte sie kein Mann ehelichen. Nicht nur wegen der zweifelhaften Herkunft, sondern auch wegen ihrem bescheidenen Äußeren und ihrer mangelnden Intelligenz.
Der Bäcker schüttelte den Kopf bei dem Gedanken an sie und betrachtete ihre Kleidung. Der Pfarrer ließ es ihr eigentlich an nichts mangeln. Neugierig geworden winkte er sie zu sich.
‚Einen schönen Abend, Herr Bäcker!’
Mit einem Knicks trat sie näher.
‚Einen schönen Abend! Was treibst du, Mädchen?’
Sie lächelte und deutete auf die Tasche, die sie bei sich trug. ‚Ich gehe zum Obdachlosenhaus. Die armen Menschen frieren bei diesem Wetter doch, deswegen bringe ich ihnen die Kleider, die ich nicht brauche. So wird ihnen vielleicht warm.’
Er runzelte die Stirn überrascht. ‚Aber du brauchst die Kleider doch selber. Du hast ja nur dünne Sachen an, dann frierst du doch genauso wie diese Menschen.’
‚Aber ich friere doch gar nicht.’
‚Nein? Du hast doch fast nichts an.’
Mit einem Lächeln sah sie an sich herunter und schüttelte den Kopf. ‚Ich friere aber nicht.’
’Wieso nicht, Mädchen?’
‚Weil’, sie legte ihre Fingerspitzen auf die Brust und nickte, ‚weil die Liebe, die ich hier habe und die ich von den Menschen um mich herum bekomme, mein Herz so sehr entflammt, dass es auch meinen restlichen Körper wärmt. Und vor allem jetzt, zu dieser Zeit, wo alle Menschen so bemüht umeinander sind, ist die Flamme meines Herzens noch viel, viel stärker. Deswegen brauche ich keine Kleider und kann sie an die geben, die frieren und nicht dieses flammende Herz haben.’
Der Bäcker sah sie sehr überrascht an. Solche Gedanken hatte er von dem Mädchen, das so häufig vor seiner Stube stand und mit großen Augen um Schokoladengebäck bat, nicht erwartet. Nicht nur ein friedliches Wesen, sondern eines voller Wärme und Liebe zu den Menschen, die sie umgaben.
‚Oh,“, sie zuckte zusammen, als die Turmuhr schlug, ‚entschuldigt, aber ich muss weiter. Ich möchte noch die Kleider abgeben und dann ist ja schon Abendbrotzeit. Und will dem Pfarrer noch bei der Messe halten. Morgen ist immerhin der erste Advent, da muss es etwas besonderes geben.’
Mit einem Knicks lächelte sie ihn noch einmal zu und lief dann eilig weiter den Weg entlang. Er sah ihr einige Augenblicke noch nach, bevor er aufstand und zurück in seine Backstube ging. Nach einigen weiteren Momenten, in denen er nachdenklich vor sich hin starrte, warf er einen erneuten Blick auf sein Rezept und ein warmes Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus.
Zum ersten Advent würden die Menschen seiner Stadt etwas ganz besonderes bekommen. Zum ersten Advent würde es Flammende Herzen geben.“


Der Junge sah seine Mutter an und runzelte verwirrt die Stirn.
„Also nehmen die Bäcker ihre Ideen von irgendwelchen Mädchen, die vorbei kommen?“
Sie lachte auf und schüttelte den Kopf. „Nein, das tun sie nicht. Sie nehmen ihre Ideen von den Menschen an sich, von den Geschehnissen um sie herum, von der Liebe, die zu dieser Zeit herrscht, aber, vor allem, von dem Wunsch, etwas Besonderes, etwas Spezielles zu schaffen. Etwas, das alle erfreut und ihnen ein warmes Lächeln auf die Lippen zaubert.
Und genau das sollten wir auch machen, auch wenn wir keine Bäcker sind. Wir sollten etwas schaffen, das Wärme schenkt und Lachen zaubert. Also, weiter geht’s mit der Arbeit, mein Sohn.“
Den Jungen von ihrem Schoss nehmend, stand sie auf und widmete sich wieder ihrem Teig. Aus den Augenwinkeln bemerkte sie den nachdenklichen Ausdruck auf seinem Gesicht und lächelte. Ihr Blick wanderte wieder zum Fenster und dem sanften Schneegestöber, und all den Menschen, die versuchten, etwas Besonderes mit ihrem Werk zu schaffen und ein bisschen Freude in die Welt zu bringen. Und leise, still für sich, dankte sie ihnen für diese Bemühung.


Spitzbuben



Winterfenster





Signatur
Frei leb' ich dieses Leben,
Frei meiner Worte wegen,
Frei geh ich meinen Weg,
Bis diese Zeit zu Ende geht.
Lass dir die Worte bringen,
Sie in deinen Ohren klingen,
Bis Du sie dann verstehst,
Und dann sei der Poet!

Harlekin 
Moderator
...............

...

Status: Offline
Registriert seit: 15.12.2006
Beiträge: 548
Nachricht senden
...   Erstellt am 03.12.2007 - 23:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


*seufz* Da es leider nicht so aussieht, als ob Schneckesister noch irgendetwas für heute posten würde, der dritte Dezember meiner Meinung nach aber trotzdem etwas verdient hat, hab ich mal auf die Schnelle ein paar Weihnachtsgedichte zusammen gesucht... ich hoffe, niemand stört es, dass ich mal kurz den Tag hier übernehme....




Somit sei also das dritte Türchen geöffnet =3


Das Tannenbäumchen

Im Wald, unter hohen Buchen versteckt,
hat sich ein Tannenbäumchen gereckt.
"Ich steh so ganz im Dunkel hier,
keine Sonne, kein Sternlein kommt zu mir,
hört nur die anderen davon sagen,
ich darf mich nicht vom Platze wagen.
Ach, ist das eine traurige Geschicht’,
und ständ so gern auch mal im Licht!"

Hoch durch den weiten Weltenraum
verloren flog ein goldner Traum,
flog hin und her im Lichtgefieder
und dacht: Wo laß ich heut mich nieder?
Ist wo ein Hüttchen dunkel und arm?
Hat wo ein Seelchen Kummer und Harm,
dem ich auf meinen leuchtenden Schwingen
könnt heute eine Freude bringen? -

Das Bäumchen steht in Licht und Schein.
Wie mag das wohl gekommen sein?

Jakob Loewenberg 1856 – 1929


Australische Weihnacht
Känguruh und Kängurine


In Australien sieht so manches anders aus,
schon im Sommer kommt da der Nikolaus.
Auch Pfingstfrösche kennt dort ein jedes Kind,
obwohl sie bei uns noch recht unbekannt sind.
Zu Weihnachten gibts dort nie Schnee und Eis,
die australische Weihnacht ist brüllend heiß.

Zur vergangenen Weihnacht wars tierisch warm,
Kängurine nahm lieb ihren Mann in den Arm,
und flüsterte ihm in sein Känguruhohr,
"heut Abend hab ich was ganz tolles vor.
Unser Weihnachtsfest wird das schönste auf Erden,
weil wir zusammen sehr glücklich sein werden."
"Wenn du meinst", sagte der Känguruhmann,
"dann fang ich geschwind mit dem wichtigsten an."
Schon hoppste er los in Richtung Wald,
weils dort einen Christbaum zu finden galt.
Únd er bracht einen Baum, wohl 3 Meter groß.
"So", sagte er stolz, "jetzt geht das Fest los."
"Aber nein mein Schatz", sagte die Känguruhfrau,
"das wichtigste fehlt, ich weiß es genau !"
"Du hast recht", rief Kängu "jetzt fällt es mir ein,
unser Tannenbaum darf doch nicht ungeschmückt sein."
Einen Strohstern steckte er auf die Spitze,
und verzierte die Zweige mit goldener Litze.
Dazu Kugeln und Kerzen, bis es weihnachtlich war.
"Jetzt können wir feiern, jetzt ist alles klar!"
"Aber nein mein Schatz", sagte die Känguruhfrau,
"das wichtigste fehlt, ich weiß es genau !"
"Ja, natürlich", rief Kängu, "du hast völlig recht,
ein Weihnachtsfest ohne Gebäck,das wär schlecht !"
Für den Teig nahm er Mehl und auch Weihnachtsgewürze,
für die Plätzchen Dosen, für sich selbst eine Schürze.
Und dann gings ans Backen ! Fast 10 Dosen voll !
"Ich bin fertig", rief Kängu, "jetzt feiern wir toll !"
"Aber nein mein Schatz", sagte die Känguruhfrau,
"das wichtigste fehlt, ich weiß es genau !"

Sie zog aus dem Beutel geschwind,
ein süßes, ein kleines, ein Känguruhkind.
Denn zur Weihnacht gehören die Kinder dazu,
beim Menschen genau wie beim Känguruh !


Zigeuners Weihnachten

Durch das Dunkel des Waldes überm Tannenreis,
da flackert’s wie Lichter, so brennend und heiß.
Da traben die Wölfe und bellen und schrei’n
mit eine einsame Christnacht ein -
denn heut soll der Heiland geboren sein.

Müd’ lös’ ich die Riemen am rissigen Schuh
und lausch den verlorenen Glocken zu.
Durch so viel Land ich auch schon schritt,
stets zog mir das liebliche Märchen mit,
daß Gott am Kreuze für mich auch litt.

Und plötzlich werden die Augen mir naß,
ich wein’ und bete und weiß nicht was.
"O du Gottessohn, du Marienkind,
erbarm’ dich der Seelen in Wald und Wind,
die so wie ich in der Irre sind!"

Georg Busse-Palma 1876 – 1915


Kein Schnee

von Heinz Bornemann

Der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten,
hat noch niemals so gelitten,
kein Schnee für seines Schlitten Kufen,
er muss den Pannendienst wohl rufen.
Der Engel vom ADAC,
sagt auch verzweifelt nur, oh ne,
für Schlitten hab ich keine Reifen,
das müssen leider sie begreifen.
Ein grosser Laster muss nun her,
der Schlitten ist ja furchtbar schwer,
der Weihnachtsmann, er schuftet fleissig,
doch überall ist Tempo 30.
So kommts Geschenk nicht pünktlich an,
es ärgert sich ein jedermann,
dem Weihnachtsmann wirds schon ganz flau,
denn nun steckt er im Riesenstau.
Die Rentiere stehn da und lachen,
was macht der Alte bloss für Sachen,
sie könnten sich vor Freude biegen,
er hat vergessen, wir könn fliegen.
So kriegt auch diesmal jedes Kind,
ganz sicher sein Geschenk geschwind,
denn würde das mal nicht so sein,
der liebe Gott liess es schon schnein.





Signatur
Frei leb' ich dieses Leben,
Frei meiner Worte wegen,
Frei geh ich meinen Weg,
Bis diese Zeit zu Ende geht.
Lass dir die Worte bringen,
Sie in deinen Ohren klingen,
Bis Du sie dann verstehst,
Und dann sei der Poet!

Torn ...
Literaturkenner


...

Status: Offline
Registriert seit: 21.07.2007
Beiträge: 352
Nachricht senden
...   Erstellt am 04.12.2007 - 05:00Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


4

Ganz unspektakulär Türchen Nummer 4 ^^
Der Schluss sollte nicht so ausfallen, aber es hat mich wieder übermannt



Mistelzweig


Die Leiter protestierte ächzend, als Laila sich noch etwas mehr streckte und den Mistelzweig oberhalb der Tür zu befestigen suchte. Für ihre 13 Jahre war das Mädchen reichlich klein geraten, und dank der Leiter, die für Zwerge hätte sein können, musste sie sich gewaltig anstrengen, um bis zur Decke zu kommen. Doch schliesslich hatte sie es geschafft und betrachtete stolz ihr Werk.
Für sie war der Mistelzweig ein ganz besonderes Symbol. Sie hatte ihn in Filmen oft als grünen Kuppler erlebt, der das Protagonistenpaar unweigerlich zusammen brachte. In keinem Weihnachtsfilm durfte er fehlen, und vergoldet und mit Glitter bestäubt fand er seinen Platz ebenso in der kitschigen Boutique, an der Laila auf dem Weg zur Schule immer vorbeiging.
Während sie die paar Leitersprossen wieder hinab stieg, blickte sie aus dem Fenster und erfreute sich wie so oft an der festlichen Beleuchtung, die sich trotz des frühen Datums schon praktisch flächendeckend erstreckte. Sie starrte das gegenüberliegende Haus an, einen ehemals tristen grauen Block, dessen Fassade über und über mit Lichterketten behangen war, die sich wie ein goldener Wasserfall zum Asphalt unter ihnen hin ergossen. Die regennasse, stille Strasse glänzte und warf den Widerschein der blinkenden Lichter tausendfach zurück.
Laila musste lächeln, als sie den riesigen Weihnachtsmann auf dem Dach des Supermarktes erblickte, dessen festgefrorenes Grinsen auf den roten Lippen hinsichtlich des Regens etwas kümmerlich wirkte. Das Plastikungetüm schwang eine goldene Glocke und trug einen braunen Sack über der Schulter, und Laila verspürte eine leichte Traurigkeit darüber, dass kein Laut je von dem goldenen Instrument erklingen und das Geheimnis des Jutesacks niemals ergründet werden würde.
Laila mochte den ganzen Kitsch um Weihnachten, und sie konnte sich an all den festlichen Dekorationen niemals satt sehen. Das Mädchen stellte die Leiter zur Seite und durchquerte die Küche, um ins Wohnzimmer zu gelangen. Auf dieser Seite der Wohnung prasselte der Regen lautstark gegen das Fensterglas und übertönte das Geräusch des laufenden Fernsehers. Laila gestattete sich, in dem dämmrigen Licht kurz nach draussen zu schauen und sich Schnee anstelle von Regen zu wünschen. Sie liebte das weisse Phänomen, welches das ganze Land mit weissem Puderzucker überzog, mehr noch als den weihnachtlichen Kitsch. Sie betete den Geruch frisch gefallenen Schnees und den Zauber, der durch die Unberührtheit der Landschaft zustande kam, geradezu an. Und ebenso gerne zerstörte sie diesen Zauber, durchwühlte mit ihren in dicke Handschuhe gepackten Händen die weisse Pracht, presste sie zu einer festen Kugel zusammen und bewarf damit ihre Schulkameraden. Das Geräusch von widerhallendem Kinderlachen war für Laila untrennbar mit Weihnachten verbunden.
Auf leisen Sohlen schlich das Mädchen zur offenen Wohnzimmertür und spähte hindurch. Sie gewahrte ihren Vater, im Dämmerlicht auf dem alten Ledersofa schlafend. Sein gewaltiger Bauch hob und senkte sich im Takt seiner Atemzüge. Neben ihm türmten sich Unmengen von billigen Bier- und Weinflaschen, allesamt leer. Selbst aus dieser Entfernung konnte Laila den Alkohol riechen. Der ehemals graue Wohnzimmerteppich schien noch ein paar Flecken mehr bekommen zu haben. Im Hintergrund lief noch immer in gewohnter Lautstärke der Fernseher, doch das Mädchen würde ihn anlassen, um ihren Vater nicht zu wecken.
Ebenso leise wie sie gekommen war, stahl sich das Mädchen in den dunklen Gang zurück, in dem es zuvor gearbeitet hatte. Wieder starrte sie zum Fenster hinaus, die dunklen Augen weit geöffnet. Sie lächelte den überdimensionalen Weihnachtsmann an, versuchte, ihm etwas von ihrer Fröhlichkeit zu schenken, weil er ihr jeden Tag mit seinem Anblick eine Freude machte. Über sich spürte sie die stumme Präsenz des grünen Mistelzweigs. Wie er so an der Decke hing, schien er ihr Schutz und Hoffnung zu spenden. Er erinnerte sie an die Pärchen, die durch ihn ihr Glück gefunden hatten. Er liess sie an richtiges Weihnachten denken, mit Geschenken und einem Weihnachtsbaum, mit klangvollen Liedern und leckerem Essen, und mit trautem Beisammensein, richtiges Weihnachten, von dem sie schon so viel gehört hatte. Und während Laila das kleine grüne Gewächs anstarrte, das ihr so viel bedeutete, fragte sie sich, wie lange es dauern würde, bis ihr Vater es im Jähzorn von der Decke reissen und auf ihm herumtrampeln würde, schreiend und tobend und seine Tochter daran erinnernd, dass Weihnachten nichts als ein dummer, alter Brauch war. Dass Weihnachten nicht wert war, gefeiert zu werden. Dass Weihnachten nichts sei. Und er würde in Tränen ausbrechen und an Weihnachten vor zehn Jahren denken, als seine Frau sich inmitten all des Kitsches, des Lamettas und der Weihnachtskerzen, inmitten der grünen und roten und goldenen Farbenpracht erhängt hatte.

[Dieser Beitrag wurde am 04.12.2007 - 05:01 von Torn aktualisiert]





Signatur
Ich dachte immer, dass es leicht wär
Ich dachte immer, das ist doch kein Problem
Jetzt sitz ich hier, wie ein Kaninchen vor der Schlange
Und ich fühl mich wie gelähmt

Ich muss es sagen,
Ich weiss nur noch nicht wie
Ich muss es dir sagen,
Jetzt oder nie

Bitte geh noch nicht
Am besten gehst du nie
Ich hab's dir schon so oft gesagt
In meiner Phantasie
Bleib noch ein bisschen hier
Bitte geh noch nicht
Was ich versuche, dir zu sagen, ist

Ich liebe dich!

Aerowen ...
Schreib-Ass


...

Status: Offline
Registriert seit: 07.04.2007
Beiträge: 798
Nachricht senden
...   Erstellt am 05.12.2007 - 00:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


5








Das Wunder



"Fröhliche Weihnacht überall", hörte sie es vom Untermarkt, wo die weihnachtlichen Verkaufsbuden aufgebaut waren, herauf dudeln. Der Sänger hatte weiß Gott eine fürchterliche Stimme, und der eisige Wind wehte ohnehin nur Fetzen der Weihnachtsmusik auf den Marktplatz vor dem Dom. Wie ein Häufchen Elend saß sie dort auf einer Bank und ließ das Weihnachtsgeschäft an ihr vorbei ziehen. In der Linde am Brunnen war eine Lichterkette aufgehängt worden, die in der Dämmerung bereits leuchtete.
An ihr hasteten die Leute vorbei, auf der Jagd nach den letzten Geschenken für ihre Lieben. Ihr war es egal. Sie hatte noch nie viel von den kapitalistischen Seiten des 'Fests der Liebe' gehalten, und ohnehin niemanden, den sie beschenken konnte.

Wieder trieben die Gedanken an die Begegnung, die sie gerade erst hinter sich gebracht hatte, der jungen Frau auf der Bank die Tränen in die Augen. Sie hatte ihrem besten Freund endlich ihre Gefühle für ihn gestehen wollen, was sie für so lange Zeit nicht übers Herz gebracht hatte.
Doch zu ihrem Erschrecken war er nicht allein zu ihrem Treffen gekommen. In seinem Arm hatte David eine große, blonde Frau gehalten, und diese hatte Katharina angestrahlt, als wäre sie der Messias persönlich.
"Das ist Olivia", hatte er sie ihr lächelnd vorgestellt. "Sie ist der Grund für meine geistige Abwesenheit in letzter Zeit." Die Frau hatte gelacht.
"David hat mir verraten, dass er, bevor wir das erste Mal ausgegangen sind, schon wochenlang an mich denken musste." Katharina hatte nur verdattert dagestanden und die Frau angestarrt, die so sympathisch erschien und die ihr gerade das Herz gebrochen hatte.
"Katharina? Alles in Ordnung mit dir?"
"Aber sicher doch", hatte sie ihm mit hohler Stimme geantwortet. "Ich gratuliere euch."
"Danke", hatte David fröhlich gesagt. "Ist es nicht ein Wunder, dass wir uns an Weihnachten gefunden haben?" Er hatte überhaupt nicht bemerkt, welchen Unterton Katharinas Worte gehabt hatten.
Die restliche Zeit des Nachmittages war sie sehr still gewesen und hatte sich schnell verabschiedet. Den zwei frisch verliebten war das nicht weiter aufgefallen.

Während sie auf der Bank vor der Kirche zusammenbrach, ging ihr das Bild der beiden nicht aus dem Kopf. Die Frau namens Olivia, die nun den Mittelpunkt in Davids Leben darzustellen schien, musste sicher drei Jahre älter sein als sie selbst. Das Einzige, was sie mit Katharina gemeinsam hatte, war die Haarfarbe und die Gefühle für David. Katharina begriff langsam, dass sie niemals eine Chance gehabt hatte. Denn in Gedanken war er die ganze Zeit über bei einer anderen, einer wunderschönen Frau gewesen. Diese Erkenntnis war so plötzlich gekommen, dass sie nicht damit fertig wurde. Immer wieder überfluteten sie Wogen aus Verzweiflung und Wut, dabei wusste sie nicht mal, auf wen Katharina wütender war: Auf ihren besten Freund oder dessen Freundin. Dann überfiel sie auf einmal eine große Lethargie. Mühsam starrte sie vor sich hin, der Wind brannte in ihren Augen und nun hatte es auch noch angefangen zu schneien. Die junge Frau glaubte nicht, jemals wieder aufstehen zu können. Und es war ihr genauso egal, dass dies ihren Tod bedeuten würde.

Zuerst beachtete Katharina die große dunkle Gestalt, die über das Kopfsteinplaster lief, genauso wenig wie alle anderen Passanten, sondern starrte nur abwesend zu seiner Silhouette hinüber. Dann aber kam ihr seine Gangart plötzlich bekannt vor, und Katharina wachte auf aus ihren düsteren Gedanken. Jetzt erkannte sie die Person auch an seinen langen braunen Haaren und der schwarzen Kleidung wieder. Sie erinnerte sich an einen Abend, der schon sehr lange zurück zu liegen schien, und an dem sie diesen Mensch zum ersten Mal getroffen hatte. Sie hatte sich für so lange Zeit gewünscht, ihn wieder zu sehen. Sollte ihr der Wunsch ausgerechnet an diesem Tag erfüllt werden? Das wäre ein echtes Wunder, dachte sie.
Der Mann hatte inzwischen bemerkt, dass er angestarrt wurde, und so starrte er zurück. Dann, wie in Zeitlupe, schien auch er sie zu erkennen und begann, auf Katharina zu zu laufen. Er sah, wie es um die junge Frau stand, die ihm damals bei der Feier sofort aufgefallen war. Er ging die letzten Meter auf sie zu und hockte sich vor Katharina auf das Pflaster, sodass sein langes Haar beinahe den Boden berührte.
"Ich hab dir doch gesagt, dass du nicht traurig sein sollst..."





Signatur

Sturmvogel 
Hobby-Autor


...

Status: Offline
Registriert seit: 30.01.2007
Beiträge: 173
Nachricht senden
...   Erstellt am 06.12.2007 - 22:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


6


So Entschuldigt die späte Uhrzeit, aber ich öffne euch das 6. Türchen ^^

----------------------------------------

Das Kätzchen

Der Schnee fiel sanft auf den gefrorenen Boden. Deckte Straßen und Wege zu. Er stand einsam am Fenster. Er war allein; Weihnachten allein zu verbringen war für ihn immer das schlimmste gewesen, auch wenn er einsam war.
Er war schon immer ein einsamer Mensch gewesen. Ja, er hatte die Menschen gescheut, war ihnen jahrelang ausgewichen. Und doch war zu Weihnachten immer dieses leere Gefühl da, diese Einsamkeit, die ihn innerlich aufzufressen drohte. Und das, obwohl er der menschlichen Grausamkeit nie etwas hatte abgewinnen können – er hatte auch den Wehrdienst verweigert. Den Zivildienst hatte er missmutig unter Menschen, im Rettungsdienst, verrichtet. Die Zeit war zwar auszuhalten gewesen, seine Kollegen waren freundlich gewesen und hatten ihn respektiert, doch Menschen waren ihm immer noch nicht sympathischer als vorher.
Er seufzte schwer. Nie hatte er in den Jahren etwas gespürt oder Gefühle, außer Abneigung und Hass, zu spüren bekommen. Er hatte nicht geliebt, wurde nicht geliebt, er hatte nie um jemanden oder etwas getrauert. Der Mann kam sich komisch vor. Vor allem jetzt, in dieser eigentlich so besinnlichen Zeit, in der Familien wieder zusammen kamen um das Fest der Liebe zu feiern. Er fühlte sich wie ein Klotz aus Eis, den man irgendwo hatte stehen lassen. Doch bis zu diesem Jahr hatte er nie gemerkt, dass dieser Eisklotz zu schmelzen begann und das Herz in seiner Brust sich allzu sehr nach der Liebe und Geborgenheit, die einem die Familie gab, sehnte.
Er hustete kurz, dann wandte er den Blick ab. Er musste raus hier, nur ein wenig. Oder doch die Notbremse ziehen und für immer aus dem Lebenszug aussteigen? Nein, daran durfte er nicht denken! Er musste einfach nur weg, fort aus diesem kleinen Haus, dass ihm nun in seiner Einsamkeit tausendmal größer erschien als es wirklich war. Und selbst wenn er dabei Leute treffen würde; die Menschen, die er anscheinend so sehr verabscheute. Das zählte jetzt nicht mehr. Er musste die Notbremse ziehen, hier und jetzt! Oder trieb ihn gar die Sehnsucht seines Herzens hinaus in die winterliche Kälte, nur um ein wenig menschliche Nähe zu suchen und Gefühle zu finden?
Flink zog er Jacke und Schuhe an, nahm seinen Schlüssel und verließ das Haus. Draußen bahnten sich zarte Flocken ihren Weg vom Himmel auf die Erde. Tausende und abertausend Flocken tanzten ihren stummen Winterwalzer. Ein Dreivierteltakt, elegant und doch so mächtig, wie es ihm schien. Das erste Mal sah er, welche Schönheit die sanften, verzweigten Eissterne besaßen. Er zog die Kapuze ins Gesicht um sich selbst ein wenig vor einer Erkältung zu schützen. Die Gedanken in seinem Kopf schlugen Purzelbäume, schwirrten durcheinander wie ein Schwarm Mücken um einen See.
Er achtete nicht auf seinen Weg, bis er ein klägliches Wimmern hörte, inmitten der weißen Eleganz. Sein Blick suchte –nahezu automatisch- nach der Quelle dieses Geräusches. Und er fand sie, recht bald sogar, und doch nach einigem Suchen.
Dort, unter einen kleinen, schneebedeckten Busch saß ein schwarzes Kätzchen, zusammengekauert und anscheinend ausgesetzt, in dieser schweren Zeit. Alser das kleine Fellknäuel so betrachtete stieg in ihm etwas auf, was er nicht kannte. Er empfand zum ersten Mal seit langem Mitleid mit einem Wesen dieser Welt. Tiefstes Mitleid bedeckte seine Seele, als er dieses Elend sah. Langsam näherte er sich dem kleinen Tier, streckte vorsichtig die Hand aus und lächelte gar zaghaft, als es seine Hand beroch. Dann hob er die kleine Katze vorsichtig auf, öffnete den Reißverschluss seiner Jacke und drückte dieses kleine Wesen sanft an seinen wärmenden Oberkörper. Er schloss den Reißverschluss wieder; dann machte er sich auf den direkten Weg nach Hause.
Als er die Tür hinter sich geschlossen hatte, setzte er das Kätzchen sanft auf den weichen Teppich. Er eilte, ein Handtuch holen, um sie zu trocknen. Nur... was sollte er ihr zum Fressen geben? Er hatte doch nichts da, was einer Katze munden würde. Doch ihm kam eine Idee. Er füllte einen kleinen Napf mit ein wenig Milch, stellte ihn der kleinen hin und wartete ab. Sie trank tatsächlich einige Schlucke, dann begab sie sich auf neugierige Entdeckungsreise in der neuen Welt. Er selbst nahm die Schale, stellte die ins Wohnzimmer und setzte sich in seinen Sessel; den Blick aus dem Fenster gerichtet. Die Einsamkeit hatte ihn wieder.
Kurz darauf spürte er etwas schweres, warmes und hörte kurz darauf ein wohliges Schnurren. Die Katze hatte es sich auf seinem Schoß gemütlich gemacht, sich eingerollt. Sanft strich er ihr über das Fell und wurde erneut mit einem Schnurren belohnt. Das schien ihr Dank zu sein.
Ein Lächeln trat auf die Lippen des Mannes. „Fröhliche Weihnachten, kleines Kätzchen“ flüsterte er, voller Zuneigung für dieses kleine Wesen.




Lykanthrop ...
Administrator
.....................

...

Status: Offline
Registriert seit: 07.09.2006
Beiträge: 2084
Nachricht senden
...   Erstellt am 10.12.2007 - 06:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Türchen 10



Das Rauschen sanft gefallener Blätter verstummte und leicht legte sich der Winter über das Tal. Mit Schnee und Eis und der Ruhelosigkeit eines wilden Tieres wehte er zwischen den Bäumen umher, kratzte an den Fensterläden und zwängte sich unter den Türen hindurch bis in die, vom prasselnden Kaminfeuer erwärmten, Wohnräume. Der Winter.
Ich sah die Welt von oben. Aus einer Sicht, die sonst nur den Vögeln und den Wolken vergönnt war, sah die unendliche Pracht vieler, glänzender Farben, rauchender Schornsteine und lichterbehangener Fenster und Türen. Ich sah die Welt mit den Augen einer Schneeflocke.
Durch den Tanz meiner Brüder und Schwester aus dem kalten Himmel gerissen, näherte ich mich langsam der Erde. Ein Gefühl höchster Verzückung machte sich breit in mir, während ich den Duft frisch gebrannter Mandeln, den Geruch von Zimt und Kakao in mir aufnahm.

Wieder sank ich ein Stück näher dem Boden entgegen. Ein zarter Hauch streifte meinen symmetrischen, funkelnden Körper. Ich erspähte ein Fenster, hinter dessen leicht beschlagenen Scheiben ein Kind saß, mit roten Wangen und einem dicken, braunen Schal. Sein Gesicht spiegelte sich unendlich oft in den glänzenden, bunten Kugeln eines mächtigen Baumes, der für einen kurzen Augenblick das ganze Zimmer in gleißendes Licht tauchte. Eine Hand kam aus dem Nichts und legte sich auf die Schulter des Kindes. Dann verschwand das Fenster und mein Tanz zog mich tiefer herab.
Ein lähmendes Gefühl breitete sich in mir aus. Ich wollte zurück, wieder hinauf zu diesem Fenster und sehen, wie sich das Kind auf eines der Päckchen stürzte, das unter den schweren Zweigen hindurch schimmerte. Aber ich konnte nicht wieder hinauf. Niemals wieder.
Eine zweite Schneeflocke berührte mich, wollte mit mir verschmelzen, doch ich stieß sie fort und sank alleine weiter in die Tiefe hinab. Meine Gedanken jedoch blieben an diesem Fenster haften.
Ich wollte nicht weiter in die Tiefe gesogen werden, nicht den Boden berühren oder von weiteren Schneeflocken überlagert werden. Ich wollte nicht mit ihnen zu einem großen Klumpen werden, in den sich irgendwann ein Schuhabdruck bohrte. Viel lieber wäre ich noch dort oben, an dem Fenster, festgefroren an der der kalten Scheibe und würde dem Kind zusehen, wie es friedlich Weihnachten feierte.

Trauer grub sich durch meine glitzernden Arme. Ich sank tiefer und berührte den Boden, reihte mich teilnahmslos ein, in die Reihe derer, die vor mir zu Boden gefallen waren und blickte hinauf, zu den Tausenden, die noch kommen würden. Niemand würde uns unterscheiden können. Niemand sich auch nur die Mühe machen, sich zu fragen, was wir fühlten, wenn wir an all der Farbenpracht vorüber glitten und uns dann in unser kaltes Grab begaben. Weihnachten hatte keine Bedeutung für uns. Weder die erhellten Zimmer, noch der Geruch von Zimt und Glühwein, noch die bunten Lichter und die fröhlichen Gesichter durften wir sehen.
Ich hatte gerade den letzten Gedanken an das Fenster verdrängt und versucht, mich wieder darauf zu konzentrieren, wieder ganz Schneeflocke zu sein, als sich eine behandschuhte, feuchte Kinderhand neben mir in den Schnee grub und eine handvoll meiner protestierenden Schwestern packte und in die Höhe hob. Einige von uns rieselten auf den Boden zurück. Ich aber blieb mit einer handvoll anderen Schneeflocken in der warmen Hand liegen.

Wieso hatte mich dieses Kind aufgehoben?
Dann wurde es dunkel um mich. Ich fühlte Wärme. Eine Hand lag unter mir, eine andere über mir und irgendetwas geschah mit mir. Ich wurde hin und her geschoben, angestoßen von anderen Schneeflocken, die sich unter den Bewegungen der Hände verschoben und verformten. Man drückte mich an den Rand. An den Rand, des zur Kugel geformten Schneeballes und dann wurde es hell um mich.
Die Hand, die mich bis zu diesem Augenblick zugedeckt hatte, verschwand aus meiner Sicht und mit einem Ruck hob das Kind die Hand und warf mich. Die kleine Kugel aus aneinander gepressten Schneeflocken schwirrte durch die Luft, surrte und landete mit einem dumpfen 'Plop' an der Scheibe eines Fensters.

Wärme durchfuhr mich, als ich an der warmen Scheibe herab sank und zu schmelzen begann. Aber es war nicht das prasselnde Kaminfeuer, nicht die Temperatur der Scheibe, die mich schmelzen ließ, sondern das Gesicht des Kindes, meines Kindes, und die Berührung der Scheibe, meiner Scheibe, die mich vor Freude schmelzen ließ, als das Kind das Papier herunter riss und und sich lachend auf die Eisenbahn stürzte, die darunter zum Vorschein kam.





Signatur


Ist Realität nur die Folge der Notwendigkeit..?

Nubigena ...
Hobby-Autor


...

Status: Offline
Registriert seit: 25.08.2007
Beiträge: 181
Nachricht senden
...   Erstellt am 10.12.2007 - 23:19Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


11


Weihnachten weltweit


Für Türchen 11 habe ich mir gedacht, dass ich einmal zeige, wie andere Länder Weihnachten feiern. Als kurzer Einstieg ein Beispiel für Deutschland/Schweiz, und dann folgen weitere Weihnachtsfeste, wie sie in den unterschiedlichsten Ländern gefeiert werden.



1.) in Deutschland/Schweiz

Das liebe Christkind/Chrischtchindli bringt uns am Abend des 24.Dezembers einen Sack voller Geschenke. Je gefüllter der Sack umso glücklicher sind wir. Während Mama und Papa davon sprechen, dass sie sparen müssen, freuen sich die Kinder über Barbiepuppen und Süssigkeiten. Traditionell befindet sich ein reich dekorierter Weihnachtsbaum in ihrer Mitte.
Mit 10 Jahren verschwindet leider etwas von dem weihnachtlichen Zauber, als wir das Christkind als unseren Vater oder unsere Mutter entlarven. Fortan ist Weihnachten ein Schaulauf der teuersten und schönsten Geschenke. Ein Wettkampf. Bis irgendwann auch der Christbaum Platz machen muss für eine grössere Stereoanlage. Leider,




2.) in den USA

Hier findet die Bescherung traditionell am Morgen des 25.Dezembers statt. In über dem Kamin befestigten rot-weissen Socken finden wir kleinere Geschenke, grössere ‚Aufmerksamkeiten’ werden uns in die Hand gedrückt. Hier zählt der Weihnachtsmann/ Samichlaus als der Weihnachtsbote.








3.) in Spanien

Hier beginnt das Weihnachtsfieber während der Adventszeit mit der Weihnachtslotterie. Am 24.Dezember schliesslich – der Noche Buena – versammelt sich die Familie zu einem grossen Abendessen. Danach wir die ‚Urne des Schicksals’ auf den Esstisch gestellt, in dem sich kleinere Geschenke und Nieten befinden. Reihum darf jeder anwesende ein Päckchen ziehen. Die eigentliche Bescherung findet jedoch erst am 6.Januar – dem Tag der drei Könige – statt.







4.) in Kenia

Auch hier wird am 24.Dezember im Kreise der Familie gefeiert- man trifft sich zu einem grossen Festmahl. Später ist es die Aufgabe der Kinder, das Haus zu putzen und auf den morgigen Tag vorbereiten. Am Morgen des 25.Dezember wird schliesslich eine Ziege geschlachtet, das Fleisch an die Familie verteilt. Später geht man von Haus zu Haus, um fröhliche Weihnachten zu wünschen. War dies früher noch dazu gedacht worden, dass die Reichen die Armen beschenken, so ist dieser Brauch heute verloren gegangen.







5.) in Estland

Hier muss man zur Weihnachtszeit die Besen gründlich putzen, meist eine Aufgabe, die den Kindern zufällt. Denn – so erzählt man sich- würden Hexen Schabernack mit den Einwohnern der Dörfer und Städte treiben und mit den Besen über den Dächern fliegen. Mit den dreckigen Besen, wohlgemerkt.
Während der Adventszeit selbst erhalten die Kinder jeden Tag eine Süssigkeit, die ihnen von sogenannten Walschraten (Gnomen) gebracht wird.
Statt Weihnachtsmann oder Christkind gibt es hier Väterchen Frost, der den quengelnden Kindern die Geschenke bringt. Gefeiert wird jedoch erst am 6.Januar, wo die Weihnachtszeit mit der ‚Grossen Liturgie’ – einem Gottesdienst- fröhlich ausgeklungen wird.





6.) in China

Obwohl nur ungefähr 2% der chinesischen Bevölkerung Christen sind, wird hier Weihnachten ebenfalls gefeiert. Insbesondere die Weihnachtsmesse hat in Sachen Popularität einen neuen Höchstpunkt erreicht.
Ebenfalls lieben es die Chinesen, ihre Umgebung mit Lichterketten und Tannenbäumen weihnachtlich zu schmücken. Sogar in Geschäften sind die Verkäufer als Weihnachtsmänner – auf Chinesisch: als Dun Che Lao Ren - verkleidet. So bringt er den Kindern – ähnlich wie in den USA- die Geschenke und füllt sie in aufgehängte Socken.





Signatur
"Ich bin ein bisschen verwirrt, aber relativ intelligent]
[Sienna Miller]

~°All in all it's just another day now
You're falling down
What you gonna do
Standing on top of the world tonight
No ones looking back at you

Stand tall
It's going on
It's going on
It's gonna be just fine
You're holding on
Holding on today°~ [Lifehouse]

Torn ...
Literaturkenner


...

Status: Offline
Registriert seit: 21.07.2007
Beiträge: 352
Nachricht senden
...   Erstellt am 14.12.2007 - 22:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nach einem langen und anstrengenden Tag doch noch geschafft - ich präsentiere Türchen Nummer



(im Deutschunterricht entstanden und im Original besser aussehend)




Der Last-Minute-Geschenke-Guide


Wenn ihr wie ich und die meisten anderen Menschen zu den bedauernswerten Jenen gehört, die sich jedes Jahr um Weihnachten auf den allergrössten Stress gefasst machen müssen, was Geschenke betrifft, dann biete ich euch jetzt eine Lösungsmöglichkeit an (: In all den Jahren des erfolglosen Abmühens, der verzweifelten Suche und des Alles-auf-den-letzten-Drücker-Schiebens habe ich einige Dinge bezüglich Geschenke finden gelernt, und ich möchte euch gerne daran teilhaben lassen

1. Als Faustregel gilt: Etwas praktisch Nutzbares schön verziert ist zwar nicht gerade einfallsreich, aber sehr nützlich und dann meist auch schön anzusehen.
2. Seid so kreativ, wie ihr wollt, aber driftet nicht zu sehr ab: Denkt stets an die Person, die ihr beschenken wollt, so dass das Geschenk danach auch noch entfernt etwas mit ihr zu tun hat
3. Etwas Persönliches (muss nichts Selbstgebasteltes sein), das mit der Person zu tun hat, ist immer der Idealfall – nach Möglichkeit also nach dem zu Beschenkenden orientieren. Denkt nicht daran, woran ihr selbst Freude hättet, sondern versetzt euch in die zu beschenkende Person hinein!
4. Denkt bei dem Persönlichen nicht zu weit – kleine Vorlieben aus dem Alltag, etwas, worüber die Person oft spricht und so ihr Interesse bezeugt… Macht aus einer Idee ein Geschenk und euer Gegenüber wird sich freuen, wenn er merkt, wie aufmerksam ihr seid.
5. Auch wenn ihr wisst, dass euer Vater einen bestimmten Fussballclub abgöttisch liebt – schenkt ihm nicht jedes Jahr einen Fanartikel oder anders unsinniges Zeug. Dieser Sport ist ganz sich nicht sein einziges Hobby, seine einzige Leidenschaft! Erweitert euren Horizont und betrachtet die Person von einer neuen Seite – worüber würde sie sich auch freuen? Sie wird es euch danken.
6. Das allerschönste und allertollste Geschenk ist das, welches euch zwei Personen verbindet – es muss nichts Selbstgebasteltes oder ein Unikat sein, sondern z.B. irgendein Plüschtier, eine Uhr, eine CD, die euch an besondere, witzige, spannende Momente erinnert. Kaum einem gesichts- und inhaltslosen Geschenk wird nach Jahren noch Bedeutung beigemessen – doch bei eurem sehr persönlichen Geschenk wird die Person noch nach Jahren wissen, wer ihr das geschenkt hat und warum.
7. Wenn ihr wisst, dass eure Eltern eine Sache gemeinsam haben, die sie beide lieben, dann macht ihnen doch zusammen ein Geschenk – das verbindet sie sowohl untereinander als auch mit euch.
8. Gutscheine, Kekse, Süssigkeiten sind allerallerallerletzte Möglichkeit! Weicht nicht zu früh darauf aus, ihr findet bestimmt noch etwas Besseres!
9. Schenkt Patenonkel und –tante und von mir aus auch den Grosseltern ruhig das gleiche Geschenk, wahlweise etwas Nützliches oder Hübsches zum Aufstellen – das stört die nicht. Hier geht es wirklich nur darum, den Schein zu wahren. Korrigiert mich, wenn ihr zu euren Paten oder Grosseltern extrem gute Beziehungen pflegt, dann dürft ihr euch selbstverständlich auch hier herausragende Mühe geben
10. Vielleicht denkt ihr auch darüber nach, eurer Mutter einen Wunschtraum zu erfüllen… Vergesst es so schnell es geht wieder. Meistens sind diese Träume kaum zu erfüllen, sei es wegen Geldfragen oder anderen Mitteln, die fehlen. Doch seid versichert, dass eure Mutter ein solches Geschenk von euch auch nicht erwartet! Ist es tatsächlich ihr Wunschtraum, so könnt ihr es auch niemals recht machen, niemals ihren perfekten Traum erfüllen. Mit dem muss sie sich selber rumschlagen, ihn sich erfüllen oder nicht.


Jetzt zu den häufig auftretenden Problemen:

1. Ihr seid eine Clique, habt aber kein Geld, jedem Einzelnen etwas zu schenken? Dann macht es wie wir und plädiert für Gruppenunternehmungen statt Gruppengeschenken! Unternehmt zusammen etwas Tolles, das ihr schon immer tun wolltet, etwas Ausgefallenes, das ihr sonst nicht jeden Tag tun könnt. Das verbindet euch, ihr habt was zusammen gemacht und ihr schont euren Geldbeutel.
2. Gebt nicht auf, wenn etwas nicht mehr erhältlich oder zu teuer ist! Sucht woanders, vielleicht könnte ihr euch auch auf ebay ein günstigeres Exemplar ersteigern! Seid auch hier kreativ…
3. Wenn euch nichts einfällt, dann geht einmal auf Distanz: Denkt drei volle Tage nicht über die unendliche Liste der noch nicht besorgten oder noch gar nicht in Betracht gezogenen Geschenke nach, nehmt gebührend Abstand. Lasst nicht einen Gedanken daran zu! Dafür betrachtet eure Umwelt mit offenen Augen, achtet auf Eigenheiten, auf Vorlieben von Menschen, achtet auf die kleinen Dinge und betrachtet eure Lieben genauer. Euch werden ganz bestimmt neue Dinge auffallen, und sicher kommt euch dann auch die eine oder andere Idee für ein Geschenk (:
4. Ihr habt es entdeckt: Das Geschenk. Es ist perfekt. Die Person würde ausflippen, könnte sie es sehen. Doch es gibt ein Problem. Geldfragen, das Geschenk ist unauffindbar, was auch immer. Denkt zuerst einmal genau nach: Ist es wirklich das Geschenk? Ist es so schön, wie ihr es euch erträumt? Lohnt es sich, dafür Umwege in Kauf zu nehmen? Wenn ihr diese Fragen mit ‚Ja’ beantworten könnt, dann scheut keinen Aufwand, um auch wirklich an das Ding ranzukommen. Doch wenn ihr diese Fragen mit ‚Nein’ beantwortet, oder auch wenn ihr trotz eisernem Willen das Geschenk nicht auftreiben könnt: Es gibt ganz bestimmt andere, annährend so tolle Ideen wie diese! Versteift euch also nicht zu sehr auf das Geschenk, denkt weiter, öffnet mal wieder euren Horizont (:

[Dieser Beitrag wurde am 14.12.2007 - 22:13 von Torn aktualisiert]





Signatur
Ich dachte immer, dass es leicht wär
Ich dachte immer, das ist doch kein Problem
Jetzt sitz ich hier, wie ein Kaninchen vor der Schlange
Und ich fühl mich wie gelähmt

Ich muss es sagen,
Ich weiss nur noch nicht wie
Ich muss es dir sagen,
Jetzt oder nie

Bitte geh noch nicht
Am besten gehst du nie
Ich hab's dir schon so oft gesagt
In meiner Phantasie
Bleib noch ein bisschen hier
Bitte geh noch nicht
Was ich versuche, dir zu sagen, ist

Ich liebe dich!

More : [1] [2]

Ähnliche Themen:
Thema Erstellt von Antworten Forumname
Schreibträume-Adventskalender Nubigena 46 lykanthrop
Adventskalender Fugo 25 rezepte
Adventskalender Webmaster 15 aerztefanforum
Der FF Adventskalender Amroth2 9 amroth2
ADVENTSKALENDER Brandung 18 corabiel
Neuer Thread ...

Geburtstagsliste:
Heute haben 2 User Geburtstag
Nordwind (20), Regenmaedchen (22)


Vote for me @ Dulzinea Charts - Geschichten Vote for me @ Dulzinea Charts - Literatur Hier können Sie sich in Die lyrikTOP100.de.vu Hitliste eintragen Listinus Toplisten schwarze-Gruft.de Die Top100 Literatur-Seiten im Netz Hier gehts zur neuen Topliste Vote for me @ Dulzinea Charts - Liebesgedichte Orkenspalter Fantasy Topliste Lyrik www.Top100Lesenswert.de Foren - Topliste - die frische Topliste für Foren und Communitys Foren Topliste der Kreativ-Mamis!

Impressum

Dieses Forum ist ein kostenloser Service von razyboard.com powered by:
Geizkragen Preisvergleich. Top-Produkt im Preisvergleich: Garmin nüvi 300 DACH deluxe
Wollen Sie auch ein kostenloses Forum in weniger als 2 Minuten? Dann klicken Sie hier!



Verwandte Suchbegriffe:
alser weihnachtsgedichte | die schönsten schreibträume
blank