Susi  Registriertes Mitglied


Status: Offline Registriert seit: 10.08.2006 Beiträge: 58 Nachricht senden | Erstellt am 12.08.2006 - 15:17 |  |
Der Rittmeister
Des Meister’s Wünsche sind so groß,
es bleibt da ein Problem stets bloß:
Er kriegt allein nix auf die Reihe
mit seinem ollen Rumgeseie.
Er macht nicht gern die Hände schmutzig,
doch ist es immer wieder putzig,
daß, wenn er hat herumgezickelt,
die Leute um den Finger wickelt.
So kam er zu ‚nem schönen Haus,
doch zog er da schon recht bald aus,
denn dieses Haus hat auch noch Garten,
den mochte er nun nicht mehr warten.
Die Arbeit war ihm hier zuviel,
das ist nicht so des Meister’s Stil.
Beim Reiten ist’s ein toller Hecht,
als Partner war er eher schlecht.
Er liebt es, Frauen anzuhimmeln,
die Massen von sich abzuwimmeln,
doch Mühe gibt er sich meist nicht,
das ist korrekt aus seiner Sicht.
Verantwortung, die ist ihm nix,
drum kratzt er schnell die Kurve fix.
Was seine Mutter stets verkennt,
ist, daß der Meister gerne pennt.
Auch zahlen können stets die andern,
er liebt es, vorher fortzuwandern.
Was geht ihn schon der Kredi an,
wenn er doch vor ihm flüchten kann.
Ich bin noch heute ziemlich sauer,
doch werde ich dabei nicht schlauer.
Der Werner hat mein Herz zerstört,
als er Na-di-ne hat betört.
Sie meint gar, ich wär selber schuld,
denn Seitensprünge wären Kult.
Ich hätt’ niemals vertrauen sollen,
dem Meister und der fetten Ollen.
Nun steh’ ich ganz alleine da
und sehe, was ich niemals sah:
Es gibt hier furchtbar viel zu tun,
ich komme gar nicht mehr zum Ruh’n.
Zu zweit, da wäre es ein Klacks,
doch macht der Werner weiter Fax,
zieht mit ihr noch von Ort zu Ort
und bleibt damit der Heimat fort.
Er will mich gar nicht wiedersehn,
das kann ich nun auch gut versteh’n,
denn so ‚nen supergroßen Garten,
den müßte er sonst wieder warten.
Das süße Leben ihn so lockt,
obwohl die Olle manchmal bockt.
Er hat bei ihr ein warmes Bett
und manchmal ist Nadin(e) auch nett.
Sie wird von ihm schön ausgenutzt,
wenn sie bezahlt und für ihn putzt.
Doch merkt der Teenie das nicht gleich,
sie löhnt für ihn, ist superreich.
Erst wenn dem Vater das wird stinken,
wird dieser mit dem Finger winken.
Dann packt der Werner seine Tüten
und die Nadin(e) wird auch noch wüten.
Zwar scheint mir dieses Leben fade,
doch lebt sich’s gut als Mietnomade.
Die Blöden sterben niemals weg,
das Mittel heiligt da den Zweck.
12.08.2006
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