Mediterranea, eine Insel im Mittelmeer.

Eine Insel, ein unabhängiger Kleinstaat - genau im Kreuz der vier größten Mächte dieser Zeit: Rom, Athen, Alexandrien und Karthago - ein Ort der Weisheit und des Wahnsinns, der Korruption und der Freundschaft, der Freiheit und des Kampfes, ein Schmelztiegel der Kulturen und Klassen, wo Senatoren einem illustren Leben frönen, Händler aus aller Welt die exotischsten Dinge darbieten und Sklaven um ihre Freiheit kämpfen. Erlebe das Schicksal: Tauche ein in eine Welt voller Intrigen, Kampf, Spannung, Spaß, Liebe und Hass - werde Teil von Mediterranea!

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...   Erstellt am 17.10.2007 - 11:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 



Zephyrus

Die Aussicht auf etwas Trinkbares schien bei dem fremden Gast gut anzukommen, was angesichts der körperlichen Anstrengung und des trotz des kalten Wassers enormen Blutverlustes wohl nicht überraschte. Anhand des plötzlichen freudigen Leuchtens in den silberblauen Augen glaubte Zephyrus, mit dem verdünnten Wein wahrscheinlich nicht ganz falsch gelegen zu haben. Schon wirkte sein Lächeln noch eine Spur zufriedener. Von purem Wasser hatte dieser arme Mann ganz bestimmt für die nächste Zeit genug.
Zephyr rührte noch einmal schwungvoll in seinem Eintopf und erhob sich dann in einer fließenden Bewegung, um Hephaistion den entsprechenden Trinkschlauch zu bringen.
„Es ist vielleicht nicht der alleredelste Wein der Insel…. aber auch meine Zunge will unterhalten werden, deswegen gehe ich davon aus, dass er Euch ebenfalls recht gut schmecken könnte.“

Fröhlich zwinkerte er dem auf dem Lager liegenden Mann zu und reichte ihm den Weinschlauch. Er hatte nach wie vor nicht die geringste Ahnung, mit wem und was er es hier eigentlich zu tun hatte. Aus diesem Grund hatte er auch davon abgesehen, das Gesicht von der schlammigen Berührung des aufgewühlten Sees zu befreien. Vielleicht war es auch Absicht und der Fremde wollte nicht erkannt werden. Er wäre nicht der Erste, den er aus irgendeinem zweifelhaften Grund inmitten der Wälder fände und der peinlich berührt nicht erkannt werden wollte. Zumindest bis es Essen gab.

Aber Zephyrus hatte nicht das Gefühl, dass man ihm irgendeine Erklärung schuldete und so holte er in einer weiten Tonschüssel klares Wasser vom See, das er seinem Gast zusammen mit einem sauberen Tuch brachte. Überlebenskünstler zeichneten sich insbesondere dadurch aus, dass sie für jeden eventuellen Notfall bestenfalls gerüstet waren.
„Ihr könnt mich ruhig duzen, ich bin kein hochgeborener Mann. Und hier im Wald gelten eigentlich sowieso etwas andere Gesetze.“
Weiterhin grinsend blieb der Mediterraner bei Hephaistion hocken und nickte dann kurz in Richtung der verletzten Schulter.
„Tut’s noch mächtig weh?“




Hephaistion 
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...   Erstellt am 17.10.2007 - 17:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Lächelnd nahm Hephaistion den Trinkschlauch an "Ich danke dir!", meinete Hephaistion bevor er einen Schlug nahm. "Der Wein ist sehr gut!", bemerkte hephasition und nahm einen weiteren Schlug. Der Wein half seiner Kehle und nahm die Schmerzen, sanft lächelte er.
"Danke für das Wasser und das Tuch!", bedankte sich hephaistion und bemühte sich, sein Gesicht von dem Dreck zu befreien. "Die Schulter schmerzt noch etwas, aber es geht!", presste Hephasition unter leichten Schmerzen hervor, er untredrückte seinen Schmerz, um nicht wie ein Jüngling zu wirken.

Hephasitions Augen leuchteten und betrachteten den Mann, der vor ihm hockte. Sanft lächelte er. "Ist die Stadt weit entfernt? Und wer herrscht dort?!, wollte Hephasition nach einem weiteren Schlug Wein wissen.





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...   Erstellt am 18.10.2007 - 10:51Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 



Zephyrus


Zephyrus grinste ob der Belobigung seines Weines, als hätte er jede Traube persönlich gekannt und aufgezogen. Obwohl er seinen alleredelsten Tropfen mit Sicherheit nicht barbarisch zu verwässern pflegte, sondern pur genoss und ihn sich nicht auf der Jagd durch den Wald und von einer ausgetrockneten Kehle getrieben ohne nachzudenken einverleibte. Und er neigte auch ganz sicher nicht zu arrogantem Verhalten, aber er mochte es einfach, wenn andere Leute seinen guten Geschmack was Essen und Trinken betraf bestätigten. Zwar war er nur ein Freizeitkoch und kam viel zu selten wirklich dazu, sich hinter einen Herd zu stellen und in den Töpfen zu rühren, aber irgendwann, wenn er einmal zu alt sein würde für die Jagd oder irgendein Wolf mit einem seiner Füße in der Schnauze weglief, dann würde er sich irgendwo anstellen lassen und das Kochen zu seiner Haupteinnahmequelle machen.
Noch freilich genoss er seine Ungebundenheit und die ausgedehnten Aufenthalte in den Wäldern der Insel viel zu sehr, um bereits ernsthaft daran zu denken, Pfeile und Bogen an den Nagel zu hängen und häuslich zu werden. Das lief ihm nicht davon, Menschen würden schließlich auch noch in zehn, zwanzig Jahren etwas zu Essen brauchen.

Weiterhin ruhig und offen lächelnd betrachtete Zephyr, wie Hephaistion sein Gesicht von den Spuren des Mondsees befreite. So schlimm, dass er sein Äußeres verstecken musste, war es um sein Schicksal also doch noch nicht bestellt. Bei näherer Betrachtung schätzte der Jäger das Alter des Fremden etwa im Bereich seiner eigenen erlebten Sommer ein, womöglich ein wenig jünger. Angesichts der langen Haarmähne konnte man wohl davon ausgehen, dass er hier keinem römischen Soldaten oder einem Adligen gegenüber hockte, die bevorzugten für gewöhnlich Kurzhaarfrisuren, damit sie in ihre Rüstungen passten. Aber eine kriegerische Ausbildung hatte dieser Mann definitiv genossen, scheinbar sogar eine durchaus hochrangige. Einmal ganz davon abgesehen, dass er seinen Schmerz, den er zweifelsfrei höllisch spüren musste, fast komplett unterdrücken konnte. Wer war nur hinter ihm her? Und warum?
Zeph, das geht dich nichts an, und das weißt du sehr genau.
Der Mediterraner kapitulierte vernünftigerweise vor seiner inneren Stimme, die ihn ermahnend zur Ordnung rief und jedes eventuelles Nachfragen im Keim erstickte.

"Ich würde gerne nach dem Essen nochmal den Verband richten. Falls es Euch nichts ausmacht", erklärte Zephyr während Hephaistions Betrachtung seiner selbst und grinste noch etwas breiter, als er die folgenden Fragen bezüglich seiner Heimatstadt vernahm. Soso, er kannte die Stadt also noch gar nicht.
Scheinbar immer noch amüsiert erhob er sich und begab sich zurück zum Essen, um noch einmal umzurühren.
"Zwei Stunden Fußmarsch nach Südwesten und die Tore Mediterraneas heißen Euch willkommen", informierte er seinen Gast und schien mit der Konsistenz seines Eintopfes zufrieden, denn er fing an, ihn auf zwei Holzteller zu verteilen.
"Herrschen.... momentan herrschen dort eine gute Portion Chaos aufgrund einer kürzlichen Sklavenrevolte, feurig abgeschmeckt mit einer ordentlichen Prise Furcht und Schrecken aufgrund diverser Gerüchte bezüglich blutsaugender und mordender dakischer Gäste, und abgerundet mit den täglichen großen und kleinen Komplikationen und Auseinandersetzungen die entstehen, wenn zu viele Menschen verschiedenster Kulturen so eng aufeinander hocken und gezwungen werden, sich tagtäglich begegnen zu müssen."

Weiterhin fröhlich grinsend trug er die Teller zusammen mit zwei Löffeln und etwas Brot zu Hephaistions Lager zurück und reichte ihm einen von ihnen, während er es sich vor ihm im Schneidersitz mit seiner eigenen Portion gemütlich machte.
"Aber ich nehme an, Ihr meintet etwas anderes", gab er zwinkernd seinen Gebrauch von Ironie bekannt, ehe er mit Kennermiene an seiner Mahlzeit schnupperte.
"Wir haben einen Statthalter und einen Senat. Aber keinen König oder sonstigen fürstlichen Herrscher. Ist vielleicht auch nicht das Schlechteste. Ansonsten... lasst es Euch schmecken. Und achtet auf die Würzmischung. Es wird Euch vorkommen, als würde Euch ein ganzer orientalischer Basar auf der Zunge tanzen!"




Hephaistion 
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...   Erstellt am 23.10.2007 - 11:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Hephaistion war mit der Reinigung seines Gesichts fertig, nun fühlte er sich schon viel besser, das kühle Nass tat seinem Körper und vor allem seiner Seele gut. Denn Hephaistion war sehr auf seinem Körper bedacht.

Er hatte jedes Wort von seinem Gegenüber vernommen, er hörte gerne Anderen Menschen zu, sanft lächelte er.

"Ja, Bitte!Der Verband muß wohl noch öfters gewechselt werden (unsicher schaut). Und hatten wir uns nicht auf ein Du geeignet!", meinte der schöne (nun wieder ansehlich) Krieger und seine Augen strahlten. Auch wenn hephaistion sich sonst unwohl in Gesellscahft fühlte, er wollte die gesellschaft seines Gegenübers.

"Es gibt keinen Herrscher, aber dafür Sklaven?", die silber-blauen Augen weiteten sich etwas, etwas wie Furcht lag in seinen großen Augen.

"Danke!", strahlend nahm Hephaistion das Essen an, kurz schnupperte er an der Mahlzeit. Dann nahm er den ersten Bissen zu sich, er bemerkte wie die Würzmischung in seinem Mund, seine Wirkung tat. "Mmmmhhh!", entfuhr es ihn "Das ist wirklich sehr gut!", er strahlte, dann wandte er sich wieder seinem Essen zu.

"Bitte erzähle mir mehr, von deinem Leben und der Stadt, wer lebt dort!", wollte der Krieger nach einer Weile wissen.

[Dieser Beitrag wurde am 23.10.2007 - 12:43 von Hephaistion aktualisiert]





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...   Erstellt am 23.10.2007 - 13:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 



Zephyrus

Zephyrus quittierte das nun von den Spuren des Sees befreite Gesicht des Fremden mit einem kurzen, leicht mysteriösen Grinsen, während er den Geschmack seines kulinarischen Meisterwerkes prüfte und durchaus damit zufrieden war. Ohne all den Schlamm und mit diesem Lächeln ähnelte sein ‚Fund’ deutlich stärker einem Nymph denn irgendeinem wütenden, wilden Waldgeist. Für einen Krieger schien er geradezu unschuldig. Dem wirkten jedoch die feinen, aber sichtbaren Narben entgegen, die sich an markanten Stellen auf seiner erstaunlich hellen Haut fanden. Nun ja, angesichts seines eigenen Halses sollte der Jäger diesbezüglich wohl ganz still sein.
Natürlich nickte er auch ohne Einspruch zu erheben zu Hephaistions Angebot bezüglich der gemeinsamen Anrede. Dass Zephyr sich selbst duzen ließ bedeutete jedoch schließlich nicht auch gleich umgekehrt, dass er den anderen duzen durfte. Und wer weiß, vielleicht hatte er hier gerade irgendeinen edlen Fürstensohn vor dem Verbluten gerettet. Gut, die Wahrscheinlichkeit für eine solche Ehre war zwar gering, aber inmitten dieser Bäume hatte er schon Dinge gesehen, die man ihm in der Stadt niemals abkaufen würde, nicht einmal, wenn er noch etwas drauf zahlte.

Das Strahlen des Kriegers erwiderte Zephyrus voll und ganz, als man nun auch noch sein Essen angemessen lobte und es freute ihn ehrlich, Hephaistions Geschmack getroffen zu haben, wenngleich dieser vermutlich sehr ausgehungert war und fast alles gegessen hätte, solange man es nur kauen und schlucken konnte. Trotzdem leuchteten die dunklen Augen des Mediterraners freudig auf und sein eigenes Essen schmeckte ihm nochmal so gut.
Wo auch immer dieser Mann herkam, Geschmack besaß er auf alle Fälle.

„Naja… woanders, also auf dem Festland, liegen sich so manche Länder als unerbittliche Feinde in den Haaren, wegen Land und Reichtümern und… gut, du bist anscheinend Krieger, dir muss ich da nicht viel drüber erklären“, zwinkerte Zephyr kurz zu Hephaistion hinüber, als er sein Essen in recht zügiger Geschwindigkeit vertilgt hatte und sich darauf besann, die letzte Aufforderung des Mannes an ihn zu beantworten.
„Aber Mediterranea ist unabhängig und so etwas wie eine Oase inmitten der normalen territorialen Feindlichkeiten. Man findet hier eigentlich so gut wie jede Kultur vor, viele kamen natürlich als Sklaven an, aber im Gegensatz zu Rom beispielsweise kann ein Sklave nach seiner Freilassung hier wirklich zu einem normalen Bürger werden. Natürlich gelingt es noch lange nicht jedem, aber die Voraussetzungen sind besser. Die meisten Menschen, die hier leben entstammen denke ich römischen und griechischen Wurzeln. Diese beiden Kulturen sind auch in der Bau- und Lebensweise am Stärksten vertreten. Die meisten Tempel sind deren Gottheiten geweiht. Trotzdem gibt es zum Beispiel auch Ägypter, Germanen, Kelten, Perser oder Daker… sogar ein persischer König und ein paar dakische Fürsten haben sich hier anscheinend längerfristig niedergelassen. Aber die Daker sind irgendwie unheimlich. Mir wäre es persönlich lieber, wenn sich wieder ein paar Liter Wasser mehr zwischen ihren Schiffen und unserer Insel befänden. Gibt einen ganzen Haufen Gerüchte… trotzdem verteidigt die Stadt sie noch… tja, man wird sehen, wo das hinführt…“

Zephyrus zuckte knapp mit der Schulter und grinste im Anschluss an seine etwas ernster gewordene Miene wieder wie zuvor.
„In so einer bunt gemischten Stadt gibt es eigentlich alles, was du dir wünschst. Und noch viel mehr, was du dir vermutlich weniger wünschst. Mein Leben ist nichts wirklich Aufsehen erregendes. Ich jage und fische und versorge meine Abnehmer mit frischem Fleisch und Süßwasserfisch. Die Stadt ist schön, aber ich bin immer wieder froh, wenn mich die Stille und Kühle des Waldes umgibt. Interessiert dich sonst noch irgendwas Bestimmtes an der Stadt? Suchst du vielleicht wen oder so?“
Er hoffte, dass diese letzte Frage nicht schon zu weit gegriffen wäre und genehmigte sich noch einen Schluck Orangenwasser, während er Hephaistion so unaufdringlich wie nur möglich anschaute. Er sollte sich hier nicht unter Druck gesetzt fühlen, wer wusste schon, was er alles durchgemacht hatte und womöglich fürchtete.




Hephaistion 
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...   Erstellt am 25.10.2007 - 11:00Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Hephaistion hörte gespannt dem Erzähler zu. "Das ist wirklich erstaunlich, wie viele Kulturen ihr in der Stadt vereint! Aber sage mir, wer sind die Daker, vor denen Du dich so fürchtest!", seine silber-blauen Augen leuchteten kurz im Schein des Feuers auf.

Dann aß der schöne Krieger weiter. "Das ist war, ich wurde in der Kriegskunst ausgebildet, als ich noch sehr klein war! Sobals ein Kind in meinem Volk laufen konnte, wurde es zum Krieger erzogen!", seine Augen senkten sich, dann sah er wieder nach vorne, er wirkte betrübt, fast traurig und seine Stimme zitterte. "Ich, suche Niemanden, ich kenne auch Niemanden in der Stadt und alle die ich jemals kannte, sind...sind tot!", wieder senkte er den Blick.

Es erschreckte Hephasition das er so offen sprach, er öffnete sich wie ein Buch und erlaubte seinem Gegenüber darin zu lesen. Er fühlte sich och nie so sicher, in einer Gesellschaft, außer in der "Seinen", Erinnerungen stiegen in ihm auf. Und er schloß die Augen für einen Augenblick.

"Nein", entfuhr es plötzlich Hephaistion und er zuckte zusammen, eine dünne Träne, suchte sich ihren Weg über Hephaistions Wange, bis zur Nasenspitze!
"Bitte verzeih!", hauchte Hephaistion.





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...   Erstellt am 25.10.2007 - 11:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 



Zephyrus

Oha. Anscheinend hatte er mit seiner doch eigentlich sehr locker gemeinten Frage einige Steine in der Seele dieses Kriegers ins Rollen gebracht. Innerlich schimpfte er sich einen gefühllosen Idioten. Schließlich besaß er nicht die geringste Ahnung davon, was dieser Mann alles durchgemacht hatte, bis er ihn hier, am Ufer des Mondsees, aufgelesen hatte. Bislang hatte der Fremde so sicher und stark gewirkt, was den Umgang mit seinen Schmerzen anging, dass Zephyrus’ Feingefühl sich davon offenbar hatte blenden lassen. Und nun…
Der Jäger starrte geradezu entsetzt auf die glitzernde Spur, die sich über die Wange des Fremden zog. Er hatte diesen starken Krieger tatsächlich zum Weinen gebracht?! Bei Zeus, was für ein Monster war er denn?!
„Nein… neinneinnein, du musst dich nicht entschuldigen, es ist meine Schuld, ich hätte nicht… nicht fragen sollen..“

Zephyr schluckte und fühlte sich wie ein hilfloser Trottel. Er war nicht sonderlich gut im Trösten und eine Frau oder ein Kind hätte er wohl einfach in den Arm genommen, aber dieser Mann, der sich kurz zuvor noch als so großartig ausgebildeter Krieger vorgestellt hatte, den konnte man doch nicht in den Arm nehmen, ohne seinen Stolz zu verletzen! Zudem hatte der Mediterraner auch keine Ahnung, welche Erinnerungen sein Gegenüber gerade so mitnahmen. Womöglich würde er durch irgendein unbedachtes Wort noch tiefer in einer unsichtbaren Wunde herumstochern.
Verunsichert und hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch zu helfen und der Furcht vor weiteren dummen Fehlern stellte Zephyrus erst einmal seinen geleerten Teller von sich, nahm den Schlauch mit dem Orangenwasser, öffnete ihn, verschloss ihn wieder und merkte nicht einmal, dass er zwischendurch das Trinken vergessen hatte. Leise räusperte er sich.

„Mediterranea…. Also…. Es ist wie ich finde eine gute Möglichkeit, neu anzufangen. Wenn dich hier niemand kennt…vielleicht ist es auch ein Vorteil… Nicht dass ich irgendetwas in deiner Vergangenheit beleidigen möchte!“ setzte der Jäger hastig nach und biss sich innerlich erneut, sich dabei selbst verfluchend, auf die vorlaute Zunge. Seinen Faden suchend riss er sich zusammen und versuchte es erneut.
„Es tut mir sehr Leid, dass du so viele Menschen verloren hast, ehrlich“, murmelte er schließlich leise, aber aufrichtig, während er sich vorbeugte und Hephaistion behutsam die Hand auf die gesunde Schulter legte.
„Ich werde dir in Mediterranea helfen, ganz gleich, für welchen der vielen Wege, die sich dir hier bieten, du dich entscheiden möchtest. In Ordnung? Denk erst einmal an dich und deine Zukunft. Und hey, du kennst doch mich schon, oder bin ich etwa niemand?!“
Zephyrus wagte ein aufmunterndes Zwinkern, gepaart mit einem leicht spitzbübischen Grinsen, also die Sorte, die er bevorzugte und womit er sich am Sichersten fühlte. Auf die Frage die Daker betreffend konnte er auch zu einem späteren Zeitpunkt noch eingehen.




Hephaistion 
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...   Erstellt am 21.12.2007 - 17:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Hephaistion hörte seinem neugewonnen Freund zu. Doch er schwieg ohne auch nur auf einen einzigen Satz zu antworten, starte der junge Krieger ins lodernde Feuer. Dann blickte er pplötzlich auf, "Ich danke dir, ich danke dir für alles!", so schnell hätte Niemand reagiren können. Doch Hephaistion regte sich rasch und nahm seinen gegenüber feste in die Arme. Seine Schulter schmerzte nur noch kaum, und es tat so gut wieder Jemanden in die Arme schließen zu können. "Danke!", leicht schmiegte er sich an die warme Brust, an den Mann der ihn gerettet hatte, an dem Mann den er gar nicht kannte....an einen Freund!

Hephaistion schloss die Augen und vergaß alles um sich herum. Dann sah er ihn wieder an. "Du bist wunderschön!", flüsterte der junge Krieger. Und seine Stimme klang etwas heller, sie war nicht mehr so rau und verzerrt.

[Dieser Beitrag wurde am 21.12.2007 - 17:46 von Hephaistion aktualisiert]





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...   Erstellt am 27.12.2007 - 16:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 



Zephyrus


Hoffnungsvoll versuchte Zephyrus sein erklärtes Lieblingsgrinsen zu halten, was jedoch schwierig war, da der Fremde zunächst ohne erkennbare Reaktion ins Feuer starrte und sich die Befürchtung im Kopf des Jägers auftat, erneut diplomatisch sehr daneben gegriffen zu haben. Schließlich wich das Grinsen einem entschuldigenden, etwas ratlosen Lächeln, während er sich innerlich rügend mit der Hand über den Nacken strich und bereits nach Worten zu suchen begann, die angemessen seine Beschämung ausdrückten. Allerdings wusste er nicht genau zu sagen, welche seiner Bemerkungen erneut so falsch gewesen war. Vermutlich war es wieder einmal sein manchmal etwas seltsamer Humor gewesen. Der hatte ihm schon so manchen schneidenden Blick in der Stadt eingebracht. Anscheinend machten ihn diese ewigen Aufenthalte in einsamen Wäldern zunehmend stumpf und ungeschliffen im Umgang mit normalen Menschen. Oder er war schlicht nicht schlau genug um eine Situation angemessen einschätzen zu können. Und auch wenn dieser Mann weder ein Nymph, noch ein Fürstensohn sein sollte, so ließ seine Ausdrucksweise und sein Verhalten doch auf eine höhere Bildung schließen als die eines einfachen Jägers und Fischers.
Zeph seufzte innerlich. Das Beste wäre es, wenn er den Krieger recht bald in die Stadt brächte, vielleicht zur Stadtwache... obwohl er in den Thermen zu einem ausgiebigen Bad vermutlich erst einmal am Besten aufgehoben wäre, und frische Kleidung bräuchte er auf jeden Fall auch... achja, und zum Hospital sollte er eigentlich als Allererstes...

Der Mediterraner registrierte aus den Augenwinkel das Heben des Kopfes seines 'Gastes' und sog erneut die Luft ein um sich einem weiteren Versuch hinzugeben, die Situation zu entschärfen, als er bei den ersten Worten des Dankes überrascht den Blick des Fremden suchte. Nur um einen Augenblick später in noch größerer Überraschung die Arme des Kriegers um sich zu fühlen, eine Geste, mit der er in 3000 Jahren nicht gerechnet hatte. Dementsprechend zögernd fiel zunächst die Gegenumarmung von seiner Seite aus, was aber nichts damit zu tun hatte, dass ihm diese plötzliche Zuneigung missfiel. Seine Erwartungen hatten nur eben ganz woanders gelegen. Und was das menschliche Miteinander anbelangte, so neigte Zephyrus manches Mal ein wenig zur Schwerfälligkeit.
Schließlich, erst instinktiv, dann bewusst, klopfte er dem Fremden sehr sacht, aber freundschaftlich auf den nicht verwundeten Rücken, auch wenn das gefühlsmäßige Stück Holz, das er oft war, von dieser plötzliche Entwicklung immer noch leicht überwältigt war. Dieser bedauernswerte Mann musste wirklich Schreckliches hinter sich haben. Und doch vertraute er ihm so rasch. Nun, es freute ihn ehrlich, dass dem so war, also waren seine guten Absichten trotz seines Gestammels doch deutlich geworden.

Endlich fühlte sich der junge Jäger wieder in der Lage, auf die so aufrichtigen Dankesbezeugungen zu reagieren, als der Krieger ihn ansah und erneut zu ihm sprach, um ihn diesmal erst recht innerlich von den Füßen zu reißen. Mit großen dunklen Augen voll perplexer Verwirrung erwiderte er den Blick des Fremden und glaubte einige lange Herzschläge über, sich gewiss verhört zu haben. Meinte dieser Mann das ernst?
"Ehm..." Zephyrus merkte, dass er nicht wirklich wusste, wie er nun darauf reagieren sollte. Ein Scherz war es offenbar nicht gewesen, nein, es schien ernst gemeint zu sein. Was es für Zeph, der mit derart direkten Komplimenten noch nie umzugehen wusste, erst recht nicht sein Aussehen betreffend, das er nur als ganz annehmbar einstufte, nicht unbedingt leichter machte. Unsicher wich er erst einmal den silberblauen Augen des Kriegers aus und räusperte sich leise krächzend, während sich eine leichte Röte über seine Wangen zog, die ihn nicht gerade mit Stolz erfüllte. Schließlich 'rettete' er sich in sein bevorzugtes, wenn diesmal auch nicht ganz so lockeres Grinsen und fuhr sich mit einer Hand durch die kurzen braunen Haare.

"Hey, danke. Sowas hab' ich wirklich noch nicht gehört. Na, mal sehen ob du auch noch so denkst, wenn dein Körper sich etwas ausruhen konnte."
Zeph lachte leise und ein wenig bemüht, ehe er sich wiederum räusperte und kurz mit dem Gedanken spielte, das Kompliment irgendwie zurückzugeben. Allerdings hatte er auch auf diesem Gebiet keine vertrauenswürdige Erfahrung, also beließ er es lieber bei einem knappen, dankbaren Nicken. Und einem hastigen, die Situation wieder in sichere Bahnen lenkenden, sehr auffälligen Themawechsel.
"Wie... wie lautet eigentlich dein Name? Ohne dir zu nahe treten zu wollen..."




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Geburtstagsliste:
Heute hat kein User Geburtstag!
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...bis zum 29 Mai 2008 / 17:30 Uhr


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