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<besucherin> unregistriert
| Erstellt am 03.04.2008 - 22:21 |  |
Küssen will ich, ich will küssen
Freund, noch einen Kuss mir gib,
Einen Kuss von deinem Munde,
Ach! ich habe dich so lieb!
Freund, noch einen Kuss mir gib.
Werden möcht ich sonst zum Dieb,
Wärst du karg in dieser Stunde;
Freund, noch einen Kuss mir gib,
Einen Kuss von deinem Munde.
Küssen ist ein süßes Spiel,
Meinst du nicht, mein süßes Leben?
Nimmer ward es noch zu viel,
Küssen ist ein süßes Spiel.
Küsse, sonder Zahl und Ziel,
Geben, nehmen, wiedergeben,
Küssen ist ein süßes Spiel,
Meinst du nicht, mein süßes Leben?
Gibst du einen Kuss mir nur,
Tausend geb ich dir für einen.
Ach wie schnelle läuft die Uhr,
Gibst du einen Kuss mir nur.
Ich verlange keinen Schwur,
Wenn es treu die Lippen meinen,
Gibst du einen Kuss mir nur,
Tausend geb ich dir für einen.
Flüchtig, eilig wie der Wind,
Ist die Zeit, wann wir uns küssen.
Stunden, wo wir selig sind,
Flüchtig, eilig wie der Wind!
Scheiden schon, ach so geschwind!
Oh, wie werd ich weinen müssen!
Flüchtig, eilig wie der Wind,
Ist die Zeit, wann wir uns küssen.
Muß es denn geschieden sein,
Noch nur einen Kuss zum Scheiden!
Scheiden, meiden, welche Pein!
Muß es denn geschieden sein?
Lebe wohl, und denke mein,
Mein in Freuden und in Leiden,
Muß es denn geschieden sein,
Noch nur einen Kuss zum Scheiden!
Adelbert von Chamisso
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Delfin unregistriert
| Erstellt am 03.04.2008 - 23:17 |  |
Wie man wolle geküsset sein
Nirgends hin als auf den Mund:
da sinkts in des Herzen Grund;
nicht zu frei, nicht zu gezwungen,
nicht mit gar zu fauler Zungen.
Nicht zu wenig, nicht zu viel:
beides wird sonst Kinderspiel.
Nicht zu laut und nicht zu leise:
bei der Maß' ist rechte Weise.
Nicht zu nahe, nicht zu weit:
dies macht Kummer, jenes Leid.
Nicht zu trucken, nicht zu feuchte,
wie Adonis Venus reichte.
Nicht zu harte, nicht zu weich,
bald zugleich, bald nicht zugleich.
Nicht zu langsam, nicht zu schnelle,
nicht ohn' Unterscheid der Stelle.
Halb gebissen, halb gehaucht,
halb die Lippen eingetaucht,
nicht ohn' Unterscheid der Zeiten,
mehr alleine denn bei Leuten.
Küsse nun ein Jederman,
wie er weiß, will, soll und kann!
Ich nur und die Liebste wissen,
wie wir uns recht sollen küssen.
Paul Fleming (1609-1640)
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WordPerfekt

Status: Offline Registriert seit: 09.03.2007 Beiträge: 688 Nachricht senden | Erstellt am 04.04.2008 - 10:50 |  |

Signatur Der menschliche Geist gleicht einem Fallschirm;
er kann nur funktionieren, wenn er offen ist.
Franscis Picabia |
Lavida 

Status: Offline Registriert seit: 14.12.2006 Beiträge: 3911 Nachricht senden | Erstellt am 04.04.2008 - 20:28 |  |

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Romi 

Status: Offline Registriert seit: 31.07.2007 Beiträge: 2149 Nachricht senden | Erstellt am 04.04.2008 - 20:30 |  |
Bei so viel Kuss-Angeboten läuft mir das Wasser im
Munde zusammen....ich geh' mal auf reale Kussreise.

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<Mitleserin> unregistriert
| Erstellt am 04.04.2008 - 23:24 |  |

Küss mich,
bitte bitte, küss mich,
eh die letzte Bahn kommt,
denn ich muss nach Hause.
Küss mich ohne Pause-
küss mich ohne Pause-
denn ich muss nach Hause-
küss mich ohne Pause.
gefunden bei: http://www.marketing-blog.biz
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CarpeNoctem 

Status: Offline Registriert seit: 19.02.2007 Beiträge: 470 Nachricht senden | Erstellt am 05.04.2008 - 16:59 |  |
Die politische Gesinnung des Kusses
Da jüngst hat es den Kuß getrieben
Zu eines Munds Korallenthor,
Der ihn mit manchem reizvoll lieben
Wort neckend, süß zu sich beschwor.
Schon hofft der Kuß, es möcht' begegnen
Der Mund ihm hold im Liebesdrang ...
Da wehrte plötzlich dem Verwegnen
Der Mund voll Hochmut den Empfang.
- Vorerst mußt Du genau erweisen
Mir deine Herkunft, stürmisch Kind,
Ob Du entstammst Plebejerkreisen,
Ob Deiner Ahnen - sechzehn sind!
Bist du Franzose? - Russe? Britte?
Bist - Jude Du, bist Du nicht Christ?
Noch Eins: (wärst Du aus unsrer Mitte)
Bist - Deutscher Du oder Panslavist?
Denn ich empfange selbst an Küssen
Nur gleichgesinnte Haute-volée!
Das solltest Du ja selber wissen,
Bist Kuß Du nicht ein Roturier!
Darauf der Kuß:
- Ein Kind bin ich der Liebesflamme,
Die jedes Herz mit Demut nennt,
Die Hohe doch, von der ich stamme,
Die »Unterschiede« da nicht kennt!
Sie züngelt über jede Mauer,
Die Welten Haders Gegenstand! -
Fühlst nicht Du selbst mit Wonneschauer,
Wie nichts ihr leistet Widerstand? ...
Drum, fühlst Du wie ich, Funke, schnelle
Dir auf die Lippen süß will sprühn,
Empfang' mich anders an der Schwelle!
Ein Narr, wer frägt: wo Rosen blühn!
Sidonie Grünwald-Zerkowitz
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ART unregistriert
| Erstellt am 05.04.2008 - 23:06 |  |
Freitag 27.04.2007
Küssen verboten
Von Clara
http://blog.zeit.de/clara/2007/04/27/kussen-verboten_74
Richard Gere hat etwas getan, was eigentlich vollkommen harmlos scheint: Der 57-jährige Schauspieler hat eine Kollegin bei einer AIDS-Aufklärungsveranstaltung auf die Wange geküsst. Mehrmals und vor laufenden Fernsehkameras. Zum Thema Gere und Knutschen fällt mir sofort sofort Sharon Stone ein, die sich bei der Wohltätigkeitsgala «Cinema for Peace» im Rahmen der Berlinale auf einem schwarzen Flügel geräkelt und dem klavierspielenden Gere einen Kuss gegeben hat.
Da regten sich zwar einige Medien auf, dass Sharon Stone insgesamt in Berlin zu arrogant gewesen sei, insgesamt hat aber niemand diese Szene verurteilt.
Es gibt auch einen gravierenden Unterschied. Denn jetzt küsste Richard Gere die indische Kollegin Shilpa Shetty.


Und das Ganze im indischen Fernsehen. In Neu-Dehli. Vor dessen Fernsehern eine Menge konservativer Hindus saßen. Neben Prosteststürmen fordern sie eine Gefängnisstraße für Gere. Und eine Anklage wegen “obszöner Handlungen” hat er auch schon erhalten.
Wenn es nur bei einer Gefängnisstrafe bleibt, drohen Gere bis zu zwei Jahre Haft. Außerdem eine (für einen Hollywoodstar allerdings erträgliche) Geldstrafe von 2000 Rupien, also 33 Euro. Er hat auch schon dreimal bei Shilpa Shetty angerufen, um sich zu entschuldigen. Ob es ihm etwas nützt?
Nun kann man sich darüber unterhalten, ob indisches Verhalten prüde, verklemmt oder weltfremd ist. Aber solche Unterhaltungen bringen nichts Gutes. Es gibt auch Kulturen, die unsere bestens gepflegten Tischsitten als verklemmt empfinden.
Als Schauspieler ist ihm bekannt, wie in Indien Erfolg zu produzieren ist. Bevor nämlich ein neuer Film in die Kinos kommt, erhält er von der Zensurbehörde eine Altersfreigabe. Und da religiöse Hindus, Sikhs oder Moslems es überhaupt nicht gerne sehen, wenn sich selbst Verheiratete in der Öffentlichkeit küssen, erhalten solche Szenen entsprechend kritische Bewertungen. Wer sie umgehen und Leinwanderfolg ernten will, lebt Kussszenen nicht aus, sondern deutet sie an. Und als amerikanischer Buddhist müsste Gere genügend Sensibilität haben, um mit fremden Werten umgehen zu können. Eigentlich. Aber in Neu-Delhi hat er seine Sensoren wohl verloren. Wahrscheinlich fühlte er sich ohne sie so nackt, dass er blitzschnell in seine Cowboystiefel schlüpfte und plötzlich grenzenlose Freiheit roch.
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Delfin unregistriert
| Erstellt am 08.04.2008 - 14:48 |  |

mit freundlicher Genehmigung von Marunde, www.marunde.info
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Lavida 

Status: Offline Registriert seit: 14.12.2006 Beiträge: 3911 Nachricht senden | Erstellt am 21.04.2008 - 19:14 |  |

Dass sich Françoise Bornet auch nach 55 Jahren noch an jenen Kuss erinnert, ist nicht weiter verwunderlich. Schließlich gibt es von dieser Liebesbezeugung schätzungsweise eine halbe Million Reproduktionen. Doch von dem Geld, das Robert Doisneaus weltberühmtes Schwarz-Weiß-Foto "Der Kuss vor dem Rathaus" einbrachte, hat die damalige Schauspielschülerin nichts gesehen. Nun will Bornet ihren Originalabzug versteigern. Die Versteigerung findet am 25. April im Auktionshaus Artcurial Briest Pulain le Fur in Paris statt. Erwartet wird ein Verkaufspreis von 15.000 bis 20.000 Euro.

Bildquelle
Françoise Bornet am Tatort vor dem Rathaus von Paris
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