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volvospeed
unregistriert

...   Erstellt am 25.04.2006 - 18:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wie lötet man richtig? Diese Frage soll dieser kleine Kurs beantworten. Er ist gedacht für Elektronik-Einsteiger, die mehr als nur Theorie wollen.


Was braucht man?

* Lötkolben, max 10-15 Watt, mit feiner Lötspitze
* Lötzinn ( Radiolot ) 60 % Zinn und 40% Blei, mit Flußmittelseele

Lötverbindung freier Drähte

Mit einem ersten Beispiel geht es gleich in Praxis: Eine Leuchtdiode soll mit einem Vorwiderstand und mit einem doppeladrigen Kabel verbunden werden. Hier soll keine Lötöse, Platine oder sonstige Hilfsmittel eingesetzt werden. Folgende Arbeitsschritte sind erforderlich.

1. Kabel am Ende abisolieren. Die feinen Kupferadern sollten absolut blank sein, da sie durch die Isolierung vor Sauerstoff und Feuchtigkeit geschützt waren.

2. Die Einzeldrähtchen der Litze eng verdrillen. So verhindert man, dass einzelne Drähtchen später seitlich abstehen.



3. Das freie Ende verzinnen. Beim Verzinnen soll die heiße Lötspitze etwa gleichzeitig mit dem Lötzinn an den Draht gebracht werden. Der Draht muss einmal richtig heiß werden, damit das Zinn gut verläuft. Eine leichte Hin- und Herbewegung hilft, das Lötzinn über die ganze freie Länge zu verteilen.



4. Anschlussdrähte der LED und des Widerstands passend kürzen und ebenfalls verzinnen. Zwar wurden die Drähte bereits bei der Herstellung verzinnt. Aber es könnte sich eine feine Oxidschicht gebildet haben. Nach dem Verzinnen ist wieder alles schön blank. Falls es sich übrigens um Uraltbauteile aus der Bastelkiste handelt, die stark oxidiert (grau) sind, sollte man die Drähte vor dem Verzinnen mit einem Messer blank kratzen.

5. Zu verbindende Drähte parallel halten und mit etwas Lötzinn heiß verbinden. Die Lötstelle muss schnell erhitzt werden, wobei etwa 2-3 mm Lötzinn (Dicke 1,5 mm) verbraucht werden soll. Sobald sich das Lötzinn richtig zwischen den Drähten verteilt hat, muss der Lötkolben schnell zurückgezogen werden. Die Lötstelle muss still gehalten werden, bis das Lötzinn erstarrt ist. Wackelt man zu früh, gibt es eine schlechte Lötstelle, die in Abschnitten erstarrt ist.




Etwas Theorie

Löten ist die Verbindung von Metallen mit einem anderen, leichter schmelzbaren Metall. In der Elektronik verwendet man meist Lötzinn mit 60 % Zinn und 40% Blei. Diese Legierung schmilzt schon bei etwa 180 Grad. Elektronik-Lötzinn hat immer einen dünnen Kern aus Kolophonium (Harz) als Flussmittel. Das heiße Lötzinn geht eine innige Verbindung mit Metallen wie Kupfer, Messing, Silber usw. ein, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

* Das zu lötende Bauteil muss blank sein, darf also z.B. keine oxidierte Oberfläche haben.
* Das Bauteil muss an der Lötstelle heißer als die Schmelztemperatur des Lötzinns werden. Probleme bereiten sehr große Metallflächen mit guter Wärmeleitung, weil der Lötkoben sie nicht ausreichend erhitzen kann.
* Während des Lötvorgangs muss die Lötstelle vor Luftsauerstoff geschützt sein. Dazu dient das Flussmittel (Kolophonium), das einen schützenden Überzug bildet. Das Flussmittel ist als dünne Seele im Lötzinn enthalten. Es legt sich beim Schmelzen des Lötzinns auf das flüssige Metall.


Typische Anfängerfehler und wie man sie vermeidet:

* Der Anfänger berührt die Lötstelle nur mit einer Ecke der Lötspitze. Dabei wird nicht genügend Wärme übertragen. Der geübte Löter dagegen hat ein Gefühl für die optimale Wärmeübertragung. Er legt die Lötspitze so an, dass eine möglichst große Berührungsfläche entsteht. Außerdem bringt er sehr schnell etwas Lötzinn als Wärmeleiter zwischen Lötspitze und Bauteil.
* Der Anfänger schmilzt erst etwas Lötzinn und führt es mit einiger Verzögerung zur Lötstelle. Dabei verdampft das Flussmittel, das Lötzinn liegt frei und bildet eine Oxidschicht. Der Lötprofi dagegen berührt die Lötstelle immer gleichzeitig mit dem Lötkolben und dem Lötzinn. Das Flussmittel ist noch nicht vollständig verdampft, wenn die Lötstelle bereits perfekt umschmolzen ist.
* Der Anfänger ist sich unsicher, ob er zu viel Wärme zuführt. Er zieht den Lötkolben zu schnell weg, legt ihn dann noch einmal an, zieht wieder weg, usw. Das Ergebnis ist eine graue, ungleichmäßig geformte Lötstelle mit schlecht anliegenden Übergängen, weil die zu verbindenden Metallteile nicht richtig heiß wurden und weil der Vorgang zu lange dauerte, sodass das Kolophonium vorzeitig verdampfte. Der Meisterlöter dagegen heizt die Lötstelle schnell und kräftig auf und beendet den Vorgang abrupt und endgültig. Er wird mit einer glatten und silber glänzenden Lötzinn-Oberfläche belohnt, in der sich sein strahlendes Antlitz spiegelt.

Und hier noch ein Tipp:

Zum Säubern der Lötspitze. Manche nehmen einen nassen Schwamm. Andere klopfen mit dem Lötkolben auf den Tisch, sodass das alte Zinn abfällt. Diese Methode wird aber vor allem von Hausfrauen strikt abgelehnt, weil sie Lötzinn an Wänden und im Teppich hinterlässt. Bewährt hat sich dagegen ein Abstreifblock aus alten Lötzinn selbst. Wer viel lötet, sammelt im Laufe eines Jahres genug altes Lötzinn für das "Bleigießen" zu Sylvester.




Sturmtiger ...

...



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Registriert seit: 15.02.2006
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...   Erstellt am 25.04.2006 - 21:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Vorab: Bericht.

Doch da hab ich, als absoluter "Nichtlötprofi" gleich mal ne Frage:
Wenn ich z.B. an einer Platine einen Draht anlöten möchte, habe ich Angst, der Platine zu viel Wärme zuzuführen. Daher habe ich immer vorher etwas Lötzinn auf die Spitze genommen, um anschließend den Draht mit der Platine zu verbinden. Doch meist klappt es dann nicht, daß sich das Zinn mit den Werkstoffen verbindet. Es bleibt viel mehr an der Spitze "kleben". Liegt das auch an dem Verdampfen des Flußmittels?

Gruß, Stefan





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Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Mann kann ihm nur Dinge zumuten,
die er auch verdauen kann

Panzerruepel
unregistriert

...   Erstellt am 25.04.2006 - 21:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ja, erst die Lötstelle mit dem Kölben kurz erwärmen, dann das Lot dazugeben, Kolben weg, so wird das was, machst du das Lot auf die Lötspitze ist das Flussmittelschon verdampf.
Gruss Harald




Sturmtiger ...

...



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...   Erstellt am 25.04.2006 - 22:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ok verstanden!
Nur wie stelle ich es dann an, den Lötkolben, das Lötzinn und das Kabel gleichzeitig an die Platine zu bringen? Denn schließlich hat man ja nur zwei Hände

Gruß, Stefan





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Panzerruepel
unregistriert

...   Erstellt am 25.04.2006 - 22:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das ist die Kunst beim Löten
Ich hab den Lötkolben zwischen Daumen und Zeigefinger der rechten, Mittelfinger und Ringfinger halten das Kabel und was sonst angelötet werden soll, in der linken das Lot.
Gruss harald
PS: Man kann das aber auch mit Zange, Klammer etc fixieren.

[Dieser Beitrag wurde am 25.04.2006 - 22:46 von Panzerruepel aktualisiert]




Sturmtiger ...

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Beiträge: 4759
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...   Erstellt am 27.04.2006 - 15:19Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Womit lötet man eigentlich grundsätzlich solche Sachen (z.B. Kabel an Platinen) am besten: mit einer runden oder einer flachen Spitze?

Gruß, Stefan





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Panzerruepel
unregistriert

...   Erstellt am 27.04.2006 - 16:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das kommt eigentlich darauf an womit du besser klar kommst, ich verwende in der Regel schmale, flache Lötspitzen, obwohl man mit spitzen Lötspitzen auf Platinen besser bedient ist, aber Kabel wiederum mit flachen LS sich besser löten lassen, das musst du selbst probieren.
Gruss harald




Richtschuetze ...



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Beiträge: 115
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...   Erstellt am 10.05.2009 - 23:00Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo.

Also das interresiert mich jetz schon. Wie kann man zu viel Lot wieder entfernen? Manchmal sind z.B. auf der Platine sogenannte Brücken vorhanden, die nicht sein sollten. Wie bringt mann die weg? Habe da mal was von Entlötpumpen gehört. Wie geht mann damit um und welche Größen gibt es da???

Grüße:

Thomas





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Das Leben ist wie ein Kuchen. Man weiss erst wie er schmeckt, wenn man reinbeisst!

Rabenauge 



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Status: Offline
Registriert seit: 26.10.2007
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...   Erstellt am 10.05.2009 - 23:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Dazu fragst du einfach mal im Fachhandel nach, Conrad oder so, im Prinzip sind die einfachsten nix weiter als kleine Spritzen, mit denen man das Lot aufsaugen kann,nachdem man es mit dem Lötkolben flüssig gemacht hat.
Preiswerter ist sogenannte Entlötlitze, die funktioniert so ähnlich wie ein Schwamm, man hält sie an die flüssige Lötstelle und sie saugt das überschüssige Zinn weg.

Entlötpumpe: http://www.komerci.de/shop/images/produ … 2a_pre.jpg

Litze: http://www.pkelektronik.com/productPics … -BGA-5.jpg





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________Grüssle, Sly__________

"Denn du sollst nicht jagen, was du nicht töten kannst!"

Manuelk 



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Beiträge: 366
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...   Erstellt am 11.05.2009 - 00:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mit den Bildern werd ich mich morgen drum kümmern.





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Mfg Manuel


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