miguel  Gründer und Betreiber des Forums
       

Status: Offline Registriert seit: 31.08.2005 Beiträge: 4683 Nachricht senden | Erstellt am 24.01.2009 - 13:55 | |

Einfarbiger Jaspis kommt selten vor. Bei diesem Exemplar handelt es sich um Bänder- oder Streifen-Jaspis. Foto: Waldhäusl
Vorkommen und Entstehung: Historisch bedeutend sind die Vorkommen von rotem Jaspis auf der Hochebene von Dekhan in Indien. Aus Russland stammt roter und grüner Band-Jaspis. Besonders bekannt für seine Jaspise ist der Ural, wo die begehrten Steine seit dem Mittelalter gefördert werden. Es wurden dort schon mehrere Tonnen schwere Jaspisblöcke gefunden. Gestreifte Steine stammen häufig aus Texas, Arizona und Kalifornien. Weitere Lagerstätten finden sich in Ägypten, Australien, Kanada sowie in Brasilien, Venezuela und Uruguay. Südafrika und Madagaskar liefern den gestreiften Zebra-Jaspis. Europäische Fundstätten gibt es in Deutschland, Frankreich und Italien sowie in Polen und Finnland.
Der Jaspis ist ein sehr feinkörniges Quarz, das bis zu 20 Prozent Fremdmineralien enthalten kann. Insofern ist die Variationsbreite an Farben und Mustern außerordentlich - oft sind Jaspise bunt und gesprenkelt.
Farbe, Form und Beschaffenheit: Jaspis lässt sich den Quarzen zuordnen. Aufgrund seiner feinkörnigen Struktur kann er jedoch auch als eigenständige Gruppe innerhalb der Quarz-Familie betrachtet werden. Jaspis enthält stets Fremdmineralien, die bis ein Fünftel ausmachen können. Daher können Steine gleicher Größe unterschiedlich schwer und stabil sein. Auch das breite Farbspektrum und die Vielfalt an Zeichnungen wird durch Fremdmineralien bestimmt.

Beim Landschafts-Jaspis etwa sind durch eingelagerte Eisenoxide landschaftsähnliche Strukturen entstanden. Der Leoparden-Jaspis erinnert an die Fellzeichnung der Großkatze und der Regenwald-Jaspis an die Luftansicht eines Regenwaldes. Am häufigsten findet sich der Jaspis in hellen Brauntönen. Es gibt jedoch auch graublaue, rote, gelbe und grüne Steine sowie Mischungen all dieser Farben (Bunt-Jaspis). Der so genannte Band-Jaspis hat Streifen. Einfarbige Steine sind hingegen selten.
Geschichte und Verwendung: Ob Siegelstöcke, Halsketten, Mosaike oder Ziergegenstände - als Schmuckstein wurde der Jaspis seit alters her geschätzt. In Schlössern und Kirchen wurde er oft als Wandvertäfelung verwendet. Berühmt ist die Jaspis-Dekoration in der Kapelle der Burg Karlstein in Böhmen. Sie ist mit 2496 Steinen geschmückt. Auch wurden dem Jaspis magische Kräfte zugesprochen: So sollte er Gespenster vertreiben und vor Enttäuschungen in der Liebe schützen.
Heilwirkung, Aberglaube und astrologische Bedeutung: Edelsteinmedizinern zufolge wirkt der Jaspis vor allem auf die Verdauungsorgane: So soll er den Appetit anregen, die Tätigkeit von Magen, Darm und Leber unterstützen und eine Behandlung von Nieren und Harnblase unterstützen. Der Jaspis ist der Stein der Sternzeichen Jungfrau, Wassermann und Fische.
Wert und Pflege: Beim Schleifen oder Polieren von gebändertem Jaspis ist Vorsicht geboten, da die Steine sich entlang der Schichten leicht abgliedern. Bei großen Temperaturschwankungen können Farbveränderungen auftreten.
Info
Jaspis kommt aus dem Griechischen und heißt "gesprenkelter Stein".
Redaktion: GUDRUN SOKOL
Signatur ich bin Uruguayaner und habe 15 Jahre in Deutschland gelebt. |