WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2710 Nachricht senden | Erstellt am 05.06.2006 - 11:32 |  |
Der gute Heinrich ist eine essbare Wildpflanze, die schon unsere Vorfahren von der Steinzeit über das Mittelalter bis zur Neuzeit kannten.
Sie ist auch unter dem Namen "wilder Spinat" bekannt, und wächst besonders gut auf stickstoffhaltigen Böden. Sie hat einen hohen Eiweißgehalt und ist sehr nahrhaft. Ihre Blätter lassen sich etwa als Salat zubereiten, die Wurzeln kann man als Gemüse geniessen, mit den gerösteten Samen lässt sich Brot backen.
Leider steht die Pflanze heute durch die zunehmende Asphaltierung und die Stallhaltung des Viehs auf der roten Liste. Sie soll durch eine Aktion der Deutschen Bundesstiftung Umwelt wieder verbreitet werden.
Am liebsten wächst der gute Heinrich auf guten Nährböden (Dung), auch in Gärten und auf Balkonen.
Signatur Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier... |
Zahir Der Falkenkaiser
    

Status: Offline Registriert seit: 19.11.2005 Beiträge: 617 Nachricht senden | Erstellt am 06.06.2006 - 11:56 |  |
Eine schützenswerte Pflanze, die viele sich schon mal gesehen haben, aber achtlos daran vorübergegangen sind. Hab noch was zur Ergänzung gefunden :
Der Gute Heinrich ist eine immergrüne Pflanze, die ausschaut als hätte jemand Mehl darüber ausgestreut.
Er zählt zu den vielen sich gleichenden Gänsefußgewächsen, wobei der Gute Heinrich die einzige Pflanze unter diesen Gewächsen ist, die gegessen werden kann. Alle anderen Gänsefußgewächse riechen oder schmecken arg unangenehm.
Im übrigen gilt der Gute Heinrich als die Mutterpflanze unseres Gartenspinates.
Familie: Gänsefußgewächse / Chenopodiaceae;
Andere Namen: Guter Heinrich, Stolzer Heinrich, Dorf-Gänsefuß, Wilder Spinat, Mehlspinat;
Botanik / Bestimmungshilfe:
Wuchs: Bis 60 cm hoch, Staude
Stängel: etwas mehlig
Blatt: dreieckig, spießförmig und trübgrün, junge Blätter leicht mehlig, bis über 10 cm groß
Blüte: klein und grünlich, in buschähnlicher Ähre
Blütezeit: April bis Oktober
Vorkommen: An Mauern, Zäunen, Wegen, auch höher gelegen, nährstoffreiche Krautfluren. Früher als Salatpflanze angebaut.
(Wagner u. Garcke 1882; Blamey et all 1974)
Nahrungspflanze:
Sammeln: Blätter und Triebspitzen von April bis September
Verwendung: Samen von September bis Oktober für Mehl oder Brei. Samen müssen vorher gekocht werden, Kochwasser abgeschüttet, um die Saponine zu entfernen. Die jungen Blätter von April bis Juni als Salat, zu Gemüse, junge Triebe auch während der Blüte zu Gemüse, die jungen Blüten von April bis Oktober sind eine Delikatesse zu Gemüse.
Ähnlich: ähnlich und ebenso verwendbar ist die Spießblättrige Melde (Atriplex hastata)
Artenschutz: Aufgrund von Bestandsgefährdung ist diese Art von der Wildsammlung ausgenommen
(Heiss 1980; Fleischhauer 2003; Schnelle 1999, Schoenichen 1947, Klockenbring 1944, Gramberg 1946, Mayer 1999, Machatschek 1999)
Heilpflanze:
Sammeln: Oberirdische Pflanzenteile von April bis August
Zubereitung: als heißer Aufguß
Anwendung (äußerlich): bei Hautkrankheiten
(Heiss 1980)
Hauptwirkstoffe:
Saponine, ätherisches Öl
(Heiss 1980)
Signatur Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich - die andern können mich. |