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Kronsteen  SMERSH-Agent
    

Status: Offline Registriert seit: 18.09.2002 Beiträge: 3767 Nachricht senden | Erstellt am 07.06.2007 - 09:03 |  |
So, nun auch der inoffizielle Bondfilm.
Die Handlung ist ja dank vertraglicher Umstände dicht an "Feuerball" gebunden.
Immerhin konnte Kevin McClory seinen Traum eines eigenen Bondfilms verwirklichen.
Als besonderen Ansatz und als zusätzliche Frage an alle würde ich daher auch einen Vergleich von TB mit NSNA in den Raum werfen....welchen favorisiert Ihr?
Signatur "Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!" |
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Carsten  Status: Felix Leiter
 

Status: Offline Registriert seit: 06.10.2006 Beiträge: 488 Nachricht senden | Erstellt am 07.06.2007 - 09:35 |  |
Den Vergleich mit Feuerball wird er sich als Remake gefallen lassen müssen. Und wie bei den meisten Remakes gewinnt das Original.
Sag niemals nie hat drei primäre Mankos: das Drehbuch, die Ausstattung und die Musik.
Zum Drehbuch:
Es ist haarsträubend, was Lorenzo Semple jr aus Feuerball gemacht hat. Jeder neue Seitenplot wird zu einem Plothole. Um es kurz zu machen nur ein Beispiel: Im Original wird ein Doppelgänger eines NATO-Offiziers, der der Bruder der Freundin des Schurken ist, gemacht. Für Bond-Verhältnisse glaubhaft. Im Remake wird der NATO-Offizier drogenabhängig gemacht und bekommt ne Augen-OP, um ein Abbild des Präsidenten zu sein. Somit haben wir mit einem Streich zwei Plotholes. Warum merkt keiner in der Airbase die Drogenabhängigkeit des Offiziers, woher hat SPECTRE überhaupt die Zusammensetzung der Netzhaut des Präsidenten. Außerdem ist es kaum glaubhaft, dass ein so viel beschäftigter Politiker im Ernstfall diesen umständlichen Zahlencode eingeben kann, wenn es Petachi in unendlichen Versuchen es erst mühsam proben muss, denn mit dem Augensacnn ist es ja nicht getan. UNSINN, selbst für Bond-Verhältnisse. Auch sind die phantasielosen Bezeichnungen wie XT-7B nicht gerade einfallsreich.
Ausstattung:
Die Höhle der Tränen von Allah soll mehrere tausend Jahre alt sein. Schade nur, dass man beim Betrachten ständig das Gefühl hat, noch den frischen Zement zu riechen. Alt sieht das ganz und gar nicht aus. Wie schön waren doch Ken Adamns Unterwasserfahrzeuge und wie plump wirken da die Fahrzeuge, mit denen sich Maximilian herumschlagen muss.
Die Musik:
Der Titelsond war ja völlig in Ordnung, war zwar ein bischen tempoarm, klang jedoch bondig. OK, LeGrand durfte das Bond-Thema im ganzen Film nicht benutzten. Dass es aber auch ohne geht und trotzdem was bondiges herauskommen kann, hat Arnold für Casino Royale bewiesen. In vielen Szenen stört die Musik sogar. Ganz schlimm ist dies bei der Szene, in der Bond die Krankenschwester Pat verführt. Auweia !
Der ganze Film hangelt sich mühsam von Teil zu Teil. Der Film funktioniert nur dann, wenn er seine ironischen Szenen hat. Auch sind die Darsteller recht überzeugend. Sehr gut gefiel mir die Umsetzung der Figur Leiter, die - wie im Original auch - hier fast gleichwertig wie Bond im richtiogen Einsatz ist und nicht nur Bonds US-Sekretär ist, wie dies leider in anderen Bonds (GF, DAF, LALD, TLD) der Fall war. Bernie Casey entspricht zwar optisch überhaupt nicht der Beschreibung von Fleming. Aber das macht eigentlich nichts. Casey spielt die Rolle glaubhaft und mit Elan. Auch ist die Neuinterpretation eines jüngeren Oberschurken durch Brandauer sehr gelungen. Doch insgesamt konnten leider die guten Schauspieler das schwache Buch nicht ausgleichen. Auch diverse Albernheiten (die M Szenen und die Rowan Atkinsen-Szenen) stören den Gesamteindruck. Ironie gerne, aber keine Comedy bitte.
Insgesamt kommt die Connery-Show auch nicht mit ihrem Konkurrenten Octopussy mit, der schon allein was die Action-Szenen anbelangte, weit mehr zu bieten hatte.
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Spree  Status: James Bond
   

Status: Offline Registriert seit: 08.08.2003 Beiträge: 1530 Nachricht senden | Erstellt am 07.06.2007 - 14:06 |  |
NSNA begeht leider die einzige Todsünde, die einem Bondfilm niemals unterlaufen darf: er ist schlicht langweilig!
Dass man Connery dabei nicht in bessere Actionszenen unterbringen hätte können, glaube ich nicht, denn zeitgleich hüpfte der 3 Jahre ältere Moore noch auf Zügen und Flugzeugen umher. Von daher ist das ein Vorwurf, den sich der Film gefallen lassen muss, wenngleich mir natürlich bewusst ist, dass sich ein Bondfilm nicht nur durch Action definiert. Aber auch die ironischen oder ruhigeren Momente hauen mich bis auf wenige Ausnahmen nicht vom Hocker.
Für mich ist NSNA schlicht ein Reinfall. Den Vergleich mit TB (zumindest auf Englisch, für mich ein Unterschied wie Tag und Nacht) hält NSNA auf keinen Fall stand, mit dem Konkurrenten OP noch weit weniger. Trotzdem würde ich mich über eine aufgepeppte DVD-Edition freuen!
Signatur "Lass die Leute reden und lächle einfach mild,
die meisten Leute haben ihre Bildung aus der BILD.
Und die besteht nunmal - wer wüsste das nicht -
aus ANGST, HASS, TITTEN und dem WETTERBERICHT!"
(die ärzte: Lasse Redn, 2007) |
ollistone Status: James Bond
   

Status: Offline Registriert seit: 21.02.2007 Beiträge: 1508 Nachricht senden | Erstellt am 07.06.2007 - 14:22 |  |
Ewigkeiten her, dass ich ihn gesehen habe, aber da es mein erster Bond im Kino war (1984 mit meinen 10 Jahren), verbindet mich doch ein bisschen was mit diesem Film. Vielleicht würde ich ihn nach erneutem Anschauen nicht so gut finden, aber einige Szenen haben sich doch eingebrannt:
- Die Sanatoriums-Szene ist um einiges kurzweiliger als in TB, sehr schön der Dialog: "Könnten Sie mir den bitte vollmachen?" - "Gleich von hier aus?"
- Von Sydow, Brandauer und Basinger sind natürlich ohne Frage Top-Darsteller
- astreine Locations
- im Vergleich zu TB erfrischend wenig Tauch-Szenen
- tolle Yacht, prima Ballett-Sequenz mit durchsichtigem Spiegel
- das Welteroberungsspiel zwischen Largo und Bond
- schöne Aufnahmen von der Festung "Fort Carre" (hier übrigens Dank an photographer für die Fotos!)
Als Kind fand ich NSNA sehr kurzweilig und unterhaltsam - Zeit für ein re-view!
[Dieser Beitrag wurde am 07.06.2007 - 15:51 von ollistone aktualisiert]
Signatur "I said: Baby don't you move, unless it's on the dancefloor,
and if we really groove we don't wanna fight no more..."
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Volante  Status: James Bond
   

Status: Offline Registriert seit: 20.12.2005 Beiträge: 2268 Nachricht senden | Erstellt am 07.06.2007 - 14:41 |  |
zur Location: Südfrankreich ist eine sehr gute Wahl und die Flying Saucer ein tolles Schiff...
Signatur
M: "Falls es überhaupt möglich ist, wird Bond es schaffen. Auch wenn ich es ihm nie sagen würde, er ist der Beste den es gibt." (TWINE '99) |
felixleitner  Status: 00-Agent
  

Status: Offline Registriert seit: 10.04.2005 Beiträge: 635 Nachricht senden | Erstellt am 07.06.2007 - 17:09 |  |
Interessant, dass NSNA bei den Fans meistens schlechter abschneidet als OP. In den 80ern wurde NSNA noch als triumphiales Connery-Comeback gefeiert und OP als alberne Action-Gurke kritisiert (siehe Cinema-Bond-Buch). Viele Kritiker haben Connery's Rückkehr als Rückkehr des 60er-Jahre-Bonds gefeiert. Wenn man NSNA unter die Lupe nimmt, stellt man aber fest, dass es eher eine Rückkehr der frühen 70er-Jahre ist.
Der Film nimmt sich in den seltensten Szenen ernst und wartet mit einer ganzen Anzahl von schrillen Ideen auf - kurz, er atmet den Spirit von Guy Hamilton. Ideen wie der Urin-Proben-Tod, die explodierende Blush, die geifernden Araber oder die fast sado-mäßige Behandlung von Petacchi erinnern an diese Phase.
Dazu passt, dass dem Film ähnlich DAF ein durchgehender Spannungsbogen abgeht und er über fast alle (tödlich-dramatischen) Situationen flapsig hinweggeht. Dieser Eindruck der fehlenden Dramatik wird vom mit wenigen Ausnahmen undramatisch/unemotionial geratenen Jazz-Dudel-Score noch unterstrichen. Um hier nochmal auf den OP-Vergleich zu kommen (welcher von der Kritik ja immer als Klamauk tituliert wurde): OP hat zugegebenermaßen ein paar alberne Momente. Aber eine dramatisch-dichte Sequenz wie die Bombenentschärfung im Circus oder die Auseinandersetzung Bond/Orlov findet sich im gesamten NSNA nicht. Dazu kommt noch, dass auch die MI6-Leute alle satirisch (M, Q) oder als comedy-relief dargestellt werden (Atkinson, in Sachen Trotteligkeit eine männliche Goodnight, ok, ein etwas hinkender Vergleich).
Connery spielt dazu passend schon fast überironisch und wiederholt mehr oder weniger seine Performance von DAF. Man hat fast das Gefühl, dass er sich zusammenreisen muss, um seine süffisanten Stirnfalten mal unten zu lassen und ernst zu spielen.
Brandauer & Basinger spielen gut, ihre Beziehung ist glaubwürdiger und vielschichtiger als jene zwischen Cely & Auger, was natürlich auch an den unterschiedlichen Ansätzen der Largo-Figur liegt. In TB eine etwas eindimensionale Gangster-Figur, in NSNA ein eleganter, charmant-dämonischer Verführer mit fast schon opernhaften Ansätzen. Brandauer schafft mit seiner Darstellung, dem Publikum die Anziehungskraft und Verderbtheit der Macht nahezubringen. Dieses Paar sorgt auch für die wenigen ernsten Momente des Films: Wenn etwa Largo vor Eifersucht mit der Axt um sich schlägt oder seine Freundin aus Rache dem Verderben preisgeben will... Sehr gut und vom Ansatz her vielleicht am ehesten mit der Beziehung Scaramanga/Andrea zu vergleichen
Auch Barbara Carrera ist als Vamp eine Schau. Was mir an ihr fast besser gefällt als an der Paluzzi, ist ihre Fähigkeit, auch normal und harmlos zu wirken, wie ein etwas exaltiertes Party-Girl, dass auf Männer-Jagd ist.
Etwas enttäuschend: Max von Sydow als dauerlächelnder Blofeld - nicht besonders bedrohlich, kommt aber auch nicht oft vor.
Gerätschaften und Kulissen sind tatsächlich etwas fad geraten, dafür wurden die Drehorte schön eingefangen (ok, nur ein kleiner Trost). Die Laseruhr z.B. ist etwas lieblos, vor allem, da schon in fast jedem Moore-Bond irgendeine Spezial-Uhr vorkam. Nett aber das Laser-Spiel, 80ies-Feeling pur! Dass U-Boote Star-Wars-mäßige Feuerstöße geben können, war mir allerdings neu...
@ Spree: Die Action gefällt mir aber ganz gut, es muss nicht immer over-the-top sein, was beim etwas älteren Moore ja am Schluß ein paar Glaubwürdigkeitsprobleme verursacht hat. Leider nimmt hier der unspannende Score etwas die Luft raus...
Fazit: NSNA ist auf eine bestimmte Art unterhaltsam, ein paar Längen schleichen sich aber trotzem ein
- weil dem Script ein durchgehender Spannungsbogen fehlt. Zudem passt bei manchen Sequenzen einfach das Timing nicht. Vieles ist zu lang geraten, hätte flotter geschnitten werden sollen (z.B. Liebesgeplänkel mit Fatima), weshalb ich Spree teilweise recht geben muss
- weil der Film sich einerseits nicht ernst genug nimmt, seine satirischen Ansätze aber andererseits nicht so konsequent-unterhaltsam ausspielt wie etwa besagter Fieber-Streifen (der ja auch nicht sehr spannend war, seine Makel aber dadurch überspielen konnte)
Beide Versionen, TB und NSNA haben also ihre Schwächen - im Zweifelsfalle würde ich trotzem zu TB greifen...
P.S.: Kann man die DVD empfehlen? Mein Video-Tape ist schon recht ausgeleiert. Die Eingliederung des Films in die UE hätte doch bei der jetzigen Rechtslage auch nichts mehr ausgemacht. Sind halt ein stolzer Clan, diese Broccolis...
[Dieser Beitrag wurde am 09.06.2007 - 13:46 von felixleitner aktualisiert]
Signatur Sometimes the same is different, but mostly it's the same...
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Kronsteen  SMERSH-Agent
    

Status: Offline Registriert seit: 18.09.2002 Beiträge: 3767 Nachricht senden | Erstellt am 07.06.2007 - 17:47 |  |
@ FelixLeitner
Ich würde mir die DVD schon zur Komplettierung der Sammlung zulegen.
An Extras wird lediglich der Trailer angeboten, aber im Film selber sind noch einige Szenen drauf, die auf Deiner VHS normalerweise nicht drauf sein dürften:
1. Bond recherchiert aufgrund der in Petacchis Sanatoriumszimmer gefundenen Steichholzschachtel und trifft auf Largos Namen - erst hierdurch erklärt sich überhaupt, wie er Largo auf die Schliche kommt (das war früher im TV oder auf VHS nicht nacjvollziehbar).
2. Bond und Domino unterhalten sich an Bord des U-Boots.
Signatur "Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!" |
felixleitner  Status: 00-Agent
  

Status: Offline Registriert seit: 10.04.2005 Beiträge: 635 Nachricht senden | Erstellt am 07.06.2007 - 18:04 |  |
Danke, Kronsteen, das klingt recht interessant. Meine Frage bezog sich aber auch auf die Bildqualität, vielleicht lassen sich MGM ja auch mal zu einer verbesserten UE hinreisen...
Signatur Sometimes the same is different, but mostly it's the same...
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Carsten  Status: Felix Leiter
 

Status: Offline Registriert seit: 06.10.2006 Beiträge: 488 Nachricht senden | Erstellt am 07.06.2007 - 21:23 |  |
Die Bildqualität ist deutlich schwächer als die der UEs, aber das war ja zu erwarten. Aber die Qualität ist OK. Ein bischen stören die nachsysnchronisierten Szenen, daher empfehle ich die Sichtung in der Originalfassung. Außerdem ist der Film in deutsch aus mir nicht verständlichen Gründen in Mono, obwohl der Film bereits zu seiner TV-Erstausstralhung im ZDF zumindest in stereo ausgestrahlt worden ist. Es bleibt also zu hoffen, dass da mal ne anständige Version herauskommt.
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christian79  Der Fahnder
    

Status: Offline Registriert seit: 18.01.2003 Beiträge: 1364 Nachricht senden | Erstellt am 10.06.2007 - 12:57 |  |
Ein Film, den ich mir mal ansehen kann, aber nicht dauernd ansehen muss. Positiv sind die Besetzung, die Locations, vereinzelte Stuntszenen. Das allein reicht, um besser abzuschneiden als TB, aber gegen Octopussy kommt NSNA bei mir nicht an ...
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